Drei plus Eine Erfahrung

Heute ist Heiligabend. Genauer: Der 24. Dezember 2017, früh morgens. Naja, so früh auch nicht. Es ist 08:11 Uhr und draußen ist es immer noch recht dunkel, was auch an dem durchweg bedeckten Himmel liegen mag.

Erfahrungen über Texte zu überliefern ist vielleicht sinnlos. Vielmehr erscheint es mir so, dass man selbst die Erfahrungen machen muss. Wäre das anders, würde unsere Welt anders aussehen. Die Kriege der Welt alleine hätten dann ausgereicht, weil genug über das Elend der Kriege weitergegeben wurde, um weitere zu verhindern. Aber es gibt sie immer noch. Auf dem Gebiet sind leider recht beschränkte Männer am Werk, aber das ist ein anderes Thema…

Trotzdem möchte ich hier drei (plus eine) Erfahrungen mit euch teilen.

I.

Die erste Erfahrung ist das „Leben im Hier und Jetzt“. Ekkhard Tolle, Buddha, der Dalai Lama…. viele Autoren und Geistliche haben darüber schon geschrieben. Es ist die eine Wahrheit, die zu mehr Glück führen kann. Genauer gesagt… das möglichst bewusste Leben in der Gegenward minimiert Ängste, die nur im Kopf da sind, weil man sich dessen bewusst wird, dass sie nur im Kopf da sind, wenn man im Hier und Jetzt lebt.

Das Leben im Hier und Jetzt sorgt in Guten Zeiten dazu, dass man das Leben „aufsaugt“, wo es am süßesten ist und weiß, dass etwas zu tun ist, wenn es sich mal nicht so toll anfühlt. Bewusstes, gegenwärtiges Leben führt zu der intensiven Erfahrung namens Leben. Man kann auch sehr unbewusst leben, das wäre dann das Gegenteil. Wird von vielen bevorzugt.

II.

Wenn ich mir meine Eltern vor meinem geistigen Auge vorstelle, sehe ich, wie wenig sie wohl als Kinder einst wertgeschätzt wurden. Dabei waren ihre Eltern nicht mal „schlechte“ Eltern, sie waren nur Produkte ihrer Zeit. Wie wir alle.

Dennoch ist von dem Denken, sich selbst nicht so wichtig zu finden, aber anderen, fremden Menschen viel Bedeutung beizumessen, noch viel in unserer Zeit zu finden. Es gibt in meiner Familie ältere „Mitglieder“, deren Lebensmotto darin besteht, sich für andere aufzuopfern, weil das „edel“ ist, aber für sich selbst nicht da zu sein.

Wer aber für sich selbst nicht da ist, kann das auch nur begrenzt für andere! Wer sich selbst liebt (ich meine keine Egozentrik) und wertschätzt, wer also in seinen Selbst-wert investiert, aufmerksam und liebevoll (auch im Gedanken!) zu sich selbst ist, kann auch besser lieben und wer sein eigener „bester Freund“ wird, gerät nicht so schnell in Abhängigkeiten zu anderen.

Viele meiner Beziehungen gestalteten sich jahrelang so, dass ich mir von der potentiellen Partnerin erhoffte, sie möge mir das an Liebe schenken, was ich mir selbst nicht geben kann. Viele denken so. Frauen wie Männer. Und es funktioniert nicht. Wer sich selbst liebt, kann ehrlich lieben und geliebt werden (das dann auch annehmen). Selbstliebe macht auch unabhängig.

III.

Das ist meine jüngste „Baustelle“. Euch davon zu erzählen ist ein wenig unaufrichtig, weil ich hier selbst noch Erfahrungen sammele, aber ich habe bereits ein paar gemacht: Akzeptanz! Annehmen! Loslassen!

Stressfreier lebt man auf jeden Fall, wenn man nicht zu abhängig davon ist, dass das Leben so wird, im Detail wie im Groben, wie man es sich vorgestellt hat. „Das Leben ist das, was passiert, während du damit befasst bist, eigene Pläne zu schmieden.“ Sinngemäße sagt John Lennon damit viel über die Natur des Lebens, deren immerwährende Eigenschaft die Veränderung ist. Wer sich  – während er im Hier und Jetzt lebt und sich selbst wert schätzend zur Seite steht – darauf einlassen kann, dass das einzig sichere das ist, was just im Moment passiert und ansonsten alles im Fluss und ohne Garantie ist, sieht das Leben meiner Ansicht nach realistischer, wird flexibler und lernt auch, aus unerwarteten Änderungen noch das Beste zu machen, so weit möglich.

IV.

Manchmal weiß ich nicht, was ich glauben soll. An einen Gott, der Kinder an Krebs sterben lässt usw. ? An nichts?  An Buddha?

Ich bin weit davon entfernt, „Gott“ zu verstehen, aber bin mir über eines sicher: „Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als unsere Schulweisheit sich träumen lässt!“

 

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