Star Wars – Die letzten Jedi: Spoilerträchtige Betrachtungen

SPOILER – ALARM

Bitte erst lesen, wenn Du den Film geschaut hast ODER Dich spoilern lassen willst!

SPOILER – ALARM

Geburt einer neuen Trilogie

Im Dezember 2015 erwachte bei mir die Macht oder besser: die Begeisterung für Star Wars erneut. Was viele monierten, ich fand es prima: Das der neue Film ein alter Film hätte sein können, das The Force Awakens aus meiner Sicht die profunden Grundsteine für eine würdige und „echte“ Fortsetzung des großen Sternen-Märchens gelegt hat. Vor Allem aber gab es in dem ganzen Film nicht eine einzige Einstellung, zu der ich nicht „Ja“ hätte sagen können. Ich liebe den Film heute noch. Er eröffnete eine ganz neue Welt und baute mein Vertrauen in die Saga wieder auf, das George Lucas mit den Prequels zum größten Teil zerstört hatte.

Da gab es Rey, in der die Macht erwachte und sie hatte keine Ahnung warum. Der Zuschauer natürlich auch nicht. Wow, woher hat sie diese Macht? Dann war da Kylo Ren, Ritter von Ren. Offenbar eines Ordens von „Rittern“ also? Das klang fantastisch. Würden wir sie in Teil 8 in Aktion sehen? Eine ganze „Bande“ von Macht-sensitiven „Rittern“ unter der Führung von Snoke, des „neuen Imperators“? Auch dessen Hintergrund harrte auf Antworten. Die Vision von Rey in „Das Erwachen der Macht“ zeigte uns Orte und Dinge, die ebenfalls einer genauen Erklärung bedurften. Und dann war da natürlich noch der „Cliffhanger“ am Ende der Episode VII. Abrams hatte nicht nur liebevoll und sorgfältig neue Figuren in die Spielzeug -Box gelegt, er hatte uns auch gezeigt, dass da noch eine Figur war, mit der wir noch nicht gespielt hatten: Der alte Luke Skywalker! Die Begegnung von Rey und Luke… wie würde diese ausfallen. Zwei Jahre Wartezeit lagen (nicht nur) vor mir. Als ich damals das Kino verlies, war ich höchst zufrieden. Sie hatten Star Wars neu erfunden. Ich freute mich auf großartige weitere Episoden.

Einerseits ist es unmöglich von einem Fan zu erwarten, dass er sich über die unbeantworteten, deutlich gemachten Fragen, die in einem Film auftauchen, keine Gedanken macht und das auf diese Weise auch sein Wunsch nach befriedigenden Antworten wächst, andererseits hätte beispielsweise die „Harry Potter Reihe“ ganz, ganz anders ausgesehen, wenn aufeinander folgende Autoren beliebig hätten schreiben können, wie sie persönlich glauben, das es weiter geht. Selbst bei einem festgelegten Rahmen würde der unterschiedliche Stil auffallen. Bis vor Kurzem war ich noch der Ansicht, dass man sich am Anfang der Trilogie nicht nur zusammen gesetzt hatte, um „The Force Awakens“ zu diskutieren, sondern das man auch eine Rahmenhandlung gesteckt hatte, innerhalb derer die Autoren sich bewegen würden. Dann erfuhr ich, dass Rian Johnson die Hilfe von Veteran Lawrence Kasdan ablehnte, weil er etwas gänzlich eigenes ersinnen wollte. Ich bin ein Fan von Kasdan. Ich glaube, dass er mit seiner Erfahrung und seinem Gefühl für klassisches Star Wars Episode VII (er untertützte J. J. Abrams tatkräftig) den letzten Schliff gegeben hat.

Mit Episode VIII musste also eine Handlung kommen, die frei von Kasdans Einfluss wäre. Eine Geschichte, in der Rian Johnson sich offenbar nach Belieben austoben können würde? So hat es den Anschein. Ich bin etwas erschrocken darüber, wie frei von jeder Rahmenhandlung offenbar (ursprünglich!) die neue Trilogie gestrickt wird, sollte ich mit der Vermutung Recht haben, dass es eben keine gibt. Wie soll man einen Pullover stricken, wenn Regisseur 2 und 3 nicht an Pullover, sondern an Socken oder gestrickte Lichtschwerter denken? Bildlich gesprochen. Ein Kuchen kann auch nur was werden, wenn das Rezept stimmt. „Viele Köche verderben den Brei“ heißt es nicht umsonst. Außer natürlich, sie haben das gleiche Rezept vorliegen, was ich nach Betrachtung von Episode VIII etwas bezweifle.

„Diese Filme werden alle so unterschiedlich sein. [„Episode VIII“ Regisseur] Rian Johnson ist ein Freund von mir – er wird etwas seltsames machen. Wenn du Rians Arbeit gesehen hast, weißt du, dass es nicht so sein wird wie alles, was jemals in „Star Wars“ gewesen ist. Du könntest nicht drei unterschiedlichere Leute haben als JJ, Rian und [Episode IX] Regisseur Colin [Trevorrow] [Anm. d. Autors: Colin Trevorrow wurde durch J.J. Abrams ersetzt]. Diese Filme werden die „Star Wars“ -Saga als Grundlage haben, aber alles andere wird anders sein. Dann werden Phil Lord und Chris Miller [ersetzt durch Ron Howard] den Han-Solo-Film drehen und ich kann mir nicht vorstellen, wie das sein wird – und ich schreibe es!“ (Lawrence Kasdan, Slashfilm.com)

Und damit komme ich gleich am Anfang meiner Betrachtung zu dem Punkt, der mir an Episode VIII am wenigsten gefällt. Er ist nicht kohärent mit Episode VII. Beide Filme zusammen gesehen sind nicht aus einem Guss. Oder nur teilweise.

Inwiefern ist das so?

Die Macht ist nicht mehr die Macht, die Du kennst!

Wenn Rey in Episode VII ihre Macht entdeckt, glauben wir, dass wir uns noch im klassischen Star Wars befinden. Vielleicht glaubte das Abrams auch. Im „klassischen Star Wars“ haben zwar nicht nur Skywalkers Macht, aber macht-sensitiv sind nun auch nicht alle möglichen „Leute von der Straße“. Wie häufig tritt Macht-Begabung denn nun auf? Bei Rian Johnson scheint mir dies häufiger der Fall zu sein als in den anderen Filmen.

Rey erhält gefühlt viel zu wenig Ausbildung in Episode VIII, um dann doch später die Praetorian Guards platt zu machen oder gleich einen ganzen Haufen von Steinen hochzuheben. Luke hatte in Episode V mehr Schwierigkeiten damit, Gegenstände anzuheben und seine Ausbildung geschah direkt durch Yoda und war viel intensiver, da Yoda ja auch gewillt war ihn auszubilden. Spätestens aber der Junge, der am Ende von Episode VIII den Besenstil mit der Macht zu sich holt zeigt auf, dass in Rian Johnsons Version von Star Wars ganz gewöhnliche Personen, Schrottsammler, Sklaven und besagte „Leute von der Straße“ potentielle Jedi-Ritter sind. Macht begabte Personen eben. Bei George Lucas waren die Padawane mit Elite-Schülern zu vergleichen. Luke selbst war – wie sein Vater – ein Auserwählter, denn erst durch Anakins Sohn kommt es dazu, dass die Macht für eine Weile im Gleichgewicht ist, indem Luke seinen Vater dazu bringt, den Imperator zu töten und sich der hellen Seite wieder zuzuwenden.

Der alte Luke aus Episode VIII hält nicht viel davon, dass die Macht den Jedis alleine gehört. Wie soll man dies deuten? Wenn die Jedi eine Religion sind und die Macht mit Gott in der realen Welt zu vergleichen wäre, dann sagt Luke nichts anderes als: „Am Ende sind alle Religionen verschiedene Wege zu Gott.“ Auch, wenn einige Luchsaugen unter den Fans entdeckt haben wollen, dass die heiligen Bücher der Jedi doch überlebt haben, so wäre es Luke und Yoda wohl ganz Recht, würden sie verbrannt werden. Eine harsche Kritik an alle Gläubigen – sowohl jene, die extrem an jedem Wort ihrer heiligen Schriften hängen als auch an jene, die sich in ihrem Glauben ereifern, aber gar nicht mehr wissen, was ihn eigentlich ursprünglich ausmacht.

Moment…. Star Wars ist ein Märchen! Sollte man das alles SO ernst nehmen? Nein, muss man nicht, aber …. man kann! Rian Johnson bringt uns auch noch an anderen Stellen ein Star Wars, welches – Star TREK-like – Bezüge zur realen Welt hat.

Gerechtfertigt ist Lukes Kritik an den Jedis auf jeden Fall, wenn man sich das Verhalten der recht selbstgefälligen Jedis in den Prequels anschaut (ganz abgesehen von seinen Selbstzweifeln).

Sind Luke und Yoda nun Atheisten, wenn sie sagen, es ist Zeit für die Jedi zu enden? Wäre dem so, dann könnten auch Atheisten die Macht nutzen (wie es Luke gen Ende von Episode VIII tut). Ich vermute aber eher, dass Luke und Yoda mehr die Idee vom auserwählten Jedi aufgeben wollen. Die Macht ist etwas, das in der Hand (so ziemlich) aller Menschen aller Glaubensrichtungen liegt. Immer gelegen hat. Wenn das kein politisches Statement ist, dass Rian Johnson hier abgibt!

Darüber hinaus geht es aber im gesamten Film auch darum, ALTES loszulassen, damit NEUES entstehen kann.  Sowohl inhaltlich als auch symbolisch steht der Film dafür, dass Neues kommen kann, soll, ja, muss, damit es weiter geht.

Da Luke und Yoda mehr von dem reden, was nun zu Ende geht und nicht mehr sein wird als davon, was sein wird oder sein sollte, bleibt es dem Zuschauer überlassen, den brennenden Baum und die Worte der Beiden zu deuten. Als Rian Johnson danach gefragt wurde, ob Rey wirklich nur eine Schrottsammlerin ist – ohne große Hintergrundgeschichte, gab er sich vage. Er sagt, dass Rey und Kylo dies zumindest glauben. Natürlich kann er nichts weiter dazu sagen, weil er nicht weiß, was J. J. Abrams sich für Episode IX ausdenken wird. Dennoch ist eines klar:

Episode VIII ist eine Geschichte der „kleinen Leute“

Rey ist (wie es scheint) genau wie Rose ein „Niemand“. So auch deren (Rose´s) Schwester, die sich kurz zuvor opfert, um den Krieg etwas mehr für den Widerstand zu entscheiden. Während eine „große Nummer“ wie Finn fliehen will, ist sie es, die wahren Mut beweist. Ihr ganzes Credo wird gen Ende des Films von ihr selbst ausgesrochen, sinngemäß: „So können wir gewinnen! Nicht indem wir gegen das kämpfen, was wir hassen, sondern indem wir das beschützen, was wir lieben!“ Das der Ring, den sie bei den „Fahtier – Kindern“ in Canto Bite gelassen hat jenen Mut gibt – auch dem Jungen, der offenbar macht-begabt ist, zeigt, welche Auswirkungen ihr Handeln im Stillen hat. Rian Johnson ging es offenbar darum, die „kleinen Leute von der Straße“ zu zeigen, die sonst in keinem Star Wars Film groß Beachtung finden, vergleichbar mit den unbekannten Mitstreitern in Robin Hoods Bande, ohne die kein Widerstand je erfolgreich wäre.

Die Ideologie hinter Episode VIII

Nie hatte ein Star Wars Film eine sonderlich ausgefeilte Ideologie. Es gab Gut und Böse. Das musste reichen und hat lange sehr gut geklappt. In Rian Johnsons „Last Jedi“ geht es um Toleranz gegenüber Andersgläubigen, darum dass jeder potentiell die „Macht“ in sich hat, einen Unterschied machen kann und das auch ein Kylo Ren, wenn er Snoke tötet, deswegen kein „Guter“ ist sowie ein Poe, dessen Kopf „nur im Cockpit steckt“, Fehler machen kann, wenn er versucht, dass aus seiner Sicht richtige zu tun. Für Fans und für die Charaktere gibt es viel Neues zu lernen und anzunehmen. So wie Poe Dameron, der zu einem guten Anführer wird, in dem er lernt erst zu denken, dann zu kämpfen, so kann auch der Fan lernen diesen Film als (irgendwie andersartigen) Diamanten anzunehmen, wenn er die Andersartigkeit akzeptiert. Die Alternative wäre es gewesen, Star Wars nie wirklich weiterzuentwickeln, stets in der Vergangenheit stecken zu bleiben.

Wir erfahren mehr als in jedem anderen Teil, wie schmerzhaft die vielen Opfer sind, das Krieg unerbittlich ist und auch keinen Halt vor einem Admiral Ackbar macht. Das es manchmal besser ist „zu beschützen als zu kämpfen“. Krieg war in den bisherigen Episoden irgendwo auch was „cooles“, wenn man nur auf der richtigen Seite stand. Nicht umsonst nannte man die von Ronald Reagan einst angestrengte strategische Verteidigungsinitiative (SDI) auch „Star Wars“. (https://de.wikipedia.org/wiki/Strategic_Defense_Initiative). So mißbrauchte die Politik, die sich auf der richtigen Seite wähnt, auch in der Realität den Hauch von „Coolness“, den der Krieg in der Star Wars Reihe ausmacht. Freilich vergessend, dass Star Wars eine Fantasy-Reihe ist und realer Krieg ausschließlich Verlierer hervorbringt. In meinem beliebten Beispiel „Robin Hood“ und in bisherigen Star Wars Filmen waren Verluste in der Regel zu verschmerzen, denn die „wichtigen“, „großen“ Helden lebten ja weiter, wenn sie auch mal eingefroren wurden…

Rian Johnson hat sich offenbar sehr mit dem „Krieg“-Aspekt im „Krieg der Sterne“ befasst. Aber auch mit dem Aspekt der „Religion“. Damit hat er „Star Wars“ ernster genommen als das je geschah. Das ist sein Schreibstil und obwohl das nicht mehr das vertraute Star Wars ist, hat es einen eigenen Reiz. Durch Johnsons Sichtweise bekommt jeder einzelne auf Hoth gestorbene Soldat eine Bedeutung und ein Gesicht und sei es das von Rose´s Schwester.

Gleichzeitig zeigt der Film auf, dass religiöser Eifer, egal welcher Farbe, zu Leid führen kann. Nicht nur der der Sith und der aktuellen „Knights of Ren“ (mit Tempelrittern vergleichabr?), sondern auch die Jedi, die „Guten“ also, brachten Leid: Sie sogten mit dafür, dass Palpatine überhaupt erst an die Macht kam. In Fankreisen heißt es, dass Palpatine sich durch die dunkle Macht davor verbergen konnte, von den Jedi erkannt zu werden. Aber wie glaubwürdig ist das? Es war wohl eher ihre selbstgefällige Ignoranz. Scheinen sie sich doch auch in den Episoden I – III für „allwissend“ zu halten. Naja, fast.

Übrigens ist die Lehre des alten, an sich schon verstorbenen, Yoda sehr einfach: Sei ganz im Hier und Jetzt, fühle, nimm wahr. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist der Weg in die Macht und wer manchmal eine Achtsamkeit-Meditation praktiziert, kann darin tatsächlich Frieden und eine innere Balance finden. (Yoga und Yoda hören sich meiner Ansicht nach nicht zufällig ähnlich an…)

Dies ist zudem ein Star Wars, dass in der Zeit der „Trump-Ära“ entsteht. Nie waren wir so kurz davor, dass es wieder zu einem (ggf. letzten) Weltkrieg kommt. Wäre da ein Film, der mit Krieg euphemistisch umgeht, angebracht? Mag sein, dass dieser Gedanke etwas weit hergeholt ist. Dennoch ist es ein Gedanke, den man haben kann.

Verstanden oder nicht?

Wer Johnson versteht (vorausgesetzt ich habe ihn verstanden und nicht nur hinein-interpretiert), dem ist es auch Recht, wenn der Finn und Rose – Weg ins Nichts führt, weil der Weg hier das Ziel ist, weil auf dem Weg der Beiden viel bewirkt und aufgezeigt werden kann, obwohl sie den Tracker der Ersten Ordnung nicht ausschalten können.

Dem wird auch klar, warum die Jedi enden müssen (siehe oben). Ehrlicher gesagt hätte es heißen müssen. „Die intoleranten, selbstgefälligen Jedi, die wir bisher waren, sollten mal reformiert werden.“ Aber das sind Wortklaubereien.

Ach ja, zum Thema „Enden müssen“: Warum taucht Luke noch einmal auf, wenn er sich mit Yoda darüber eins geworden ist, dass die Jedi enden müssen? Der Grund kommt wieder von Rose: Weil es nicht richtig ist, gegen das zu kämpfen was man hasst, sondern das zu verteidigen, was man liebt. Außerdem hat Yoda Luke ja mit einem Klapps auf den Kopf gezeigt, dass er mal wieder in der Gegenwart ankommen sollte (um zu sehen, was gerade geschieht? Getan werden muss?!).

Rey hat – woher auch immer – die Macht und es wäre schon verdammt merkwürdig, wenn das in Episode IX keine Rolle spielen würde. Ich gehe davon aus, dass sie eine neue Generation „grauer Jedi“ ausbildet. Mit „grau“ meine ich solche, die sch weder vom Hass leiten lassen noch glauben, sie wären eine Elite Auserwählter. Bescheidene Jedi, stark in der Macht, vielleicht auch in der Lage dazu, Blitze zu schießen wie es sonst nur Sith können – um trotzdem bei sich zu bleiben und im „grauen Balance-Bereich“ der Macht. Nur so eine Idee, versteht sicht.

Snoke, offene Fragen und die Kohärenz

Snoke stirbt aufgrund seiner Selbstverliebtheit. Mit offenen Augen hätte er vielleicht gemerkt, wie sich das Laserschwert dreht, wäre er nicht so selbstsicher gewesen. Das Rian Johnson Snoke, diesen mächtigen Typen, so nebenbei töten lässt, ist die andere Seite des Geldstücks auf dem steht: Die Kleinen sind die (zukünftig) GROSSEN! So wie in jedem scheinbar unbedeutenden Menschen auf der Straße die Macht existiert (mehr oder weniger), so kann Hochmut vor dem Fall kommen. Genau das geschieht hier. Es ist egal, was für ein großer, bedeutender Typ Snoke war: Der Tod macht alle Menschen gleich, heißt es. Was auch immer er mal dargestellt hat, jetzt ist es Geschichte, Vergangenheit und damit per se nicht wichtig. Man könnte meinen, alles, was Rian Johnson uns zeigt, hat eine Bedeutung. Meistens hat es auch wirklich eine solche!

Aus einem kreativen Blickwinkel heraus betrachtet war dies eine gute Lösung. Wer wollte ernsthaft sehen, wie Snoke zu Palpatine 2 mutiert? Jede Auseinandersetzung mit Snoke hätte an das Finale von Episode VI erinnert.

Ich ahne jedoch, dass die Entscheidung ihn sterben zu lassen auch ein Tritt in die Magenkuhle von J. J. Abrams (und Lawrence Kasdan) war. So liebevoll, wie Abrams Snoke und Co aufbaute, so nebenher wurde Snoke einfach mal vernichtet. Das ist eine mutige, interessante Lösung, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Snoke eigentlich für den Zuschauer eine andere Darbietung bringen sollte als er von Abrams und Kasdan erfunden wurde. Dieser Snoke in Episode VIII kommt mir vor wie ein Popstar aus einer Casting-Show, der nach dem ersten Plattenvertrag entscheidet, Metzger zu werden. Nichts gegen Metzger. Der Vergleich hinkt, aber ihr wisst, was ich meine. Hoffe ich. Anders ausgedrückt: Da wäre mehr drin gewesen! Das bedauert mancher Fan. Ich kann das verstehen.

Trotzdem war der Tod von Snoke clever und passt in das ideologische System von Rian Johnson, in dem das Volk von der Straße mehr Bedeutung hat als die in sich verliebten, gold gekleideten Funktionäre, die am Ende auch nur sterbliche Wesen sind.

Die Abwesenheit der „Knights of Ren“ finde ich indes äußerst schmerzlich. Die Praetorian Guards waren cool, aber die Knights zu erleben —- die sich gegebenenfalls in einer Art „Rittersaal“ treffen und beratschlagen oder auf einem Übungsplatz mit ihren Waffen üben und sich später in Reih und Glied zum Kampf aufstellen, das wäre schon was gewesen. Immerhin verneint Rian Johnson nicht per se deren Existenz, aber sie sind einfach nicht da.

So sehr Episode VIII auch zu Episode VII passt, fühlt es sich für mich doch so an als wenn Episode VII so geschrieben wurde, dass sie eine andere Fortsetzung anstrebte. Nur so ein Eindruck (den ich noch viel, viel stärker bei den Prequels hatte, denn die zuvor gedrehten Sequels gingen eindeutig in eine gänzlich andere Richtung, was die Vorgeschichte angeht…).

Luke Skywalker und alles, was rund um ihn geschah, passte meiner Meinung nach gut. Schon nach Episode VII konnte ich mir gut vorstellen, dass er von sich maßlos enttäuscht ist und erschüttert ist durch Hans Tod. Als von der Macht abgewandter Jedi konnte er den natürlich nicht spüren, aber na gut… Dieser Part passt meiner Ansicht nach auch zu Episode VII.

Porgs, Behüter der Insel etc. haben mich in angenehmer Weise an die Fantasy-Filme der 80iger Jahre erinnert. Yoda (als Puppe!) zu sehen und in der aus Episode V gewohnten „verrückten“ Art und Weise, war für mich ein Fest. Episode VIII ist definitiv etwas für fortschrittsgläubige Jedi-Fans.

Der Humor war hier und da etwas viel, aber weder haben mich die Porgs, noch die frechen Sprüche von Poe Dameron gestört. Der war schon in Episode VII nicht auf den Mund gefallen. Unnötig war das „Bügeleisen“. Ihr wisst, was ich meine.

Quo vadis, Star Wars?

Sollte ich mit meiner Analyse Recht behalten, wird Episode IX uns zeigen, wie viele Macht-begabte Wesen zu Rey in die Jedi-Schule gehen werden, in der ggf. auch der Macht-Geist von Yoda und Luke hin und wieder vorbei schauen wird. Mit etwas Glück werden wir auf der anderen Seite sehen, wie Kylo Ren sich mit seinen Waffenbrüdern, den „Knights of Ren“, zusammen tut. Vielleicht erschafft er nun auch eine Klonarmee, wie er es in Episode VII in einem Wortduell mit Hux für sinnvoll erachtete? Ich hoffe, Episode IX wird einige Jahre später handeln, nicht direkt im Anschluss.

Da J.J. Abrams als Regisseur zurückkehren wird und dieser mit Lawrence Kasdan zusammen die aktuelle Trilogie intensiv besprochen hat, wird Episode IX wohl wieder etwas „normaler“ sein im Sinne von klassischem Star Wars. Dennoch hat er eine sehr individualistische Vorgabe mit Episode VIII. Das dürfte interessant werden.

Fazit

„Die letzten Jedi“ hinterlies bei meinem ersten Kinobesuch ein zufriedenes Gefühl bei mir. Ich schwebte zwar nicht wie auf Wolken, wie einst bei Episode VII geschehen, aber ich fühlte, dass sie es nicht komplett in den Sand gesetzt hatten, nein, dass der Film sogar schön anzusehen ist, das es ein guter Star Wars Film ist. Anders als in Kindertagen bin ich leider nicht mehr so zugänglich zu neuen Ideen. Das hat mir, neben einer bestehenden Erwartungshaltung, ein wenig die Begeisterung genommen. Mit etwas Abstand finde ich den Film noch besser als zuerst. Wenn ich gefragt werde, ob ich VII oder VIII besser finde, kann ich dies jedoch nicht beantworten. Die Filme sind simpel zu unterschiedlich.

Was ich an Episode VIII – nach aller Betrachtungen- schade finde ist, dass er sich nicht wie „aus einem Guß“ anfühlt. Weder der Film alleine, noch der Film in Zusammenhang mit seinem Vorgänger. Wären beide Teile zusammen eine Kugel aus Gold, dann würde diese nicht ganz glatt sein. Es gäbe Unreinheiten auf der Oberfläche, die beiden Hälften würden nicht so ganz zueinander passen. Vielleicht hätte Rian Johnson, bei all seiner berstenden Kreativität und Begeisterung (ohne Ironie!) etwas mehr darauf achten sollen, was Abrams und Kasdan einst geplant hatten. Das ist mein Gefühl und meine Beurteilung.

Dennoch: Ein schöner Star Wars Film, wert sich in die Reihe der schon existierenden Filme einzureihen! In jedem Fall besser als I – III.

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Star Wars: The last Jedi: Ein Blick hinter die Kulissen

Nur noch zwei Mal wach werden, dann ist Star Wars Tag. Obwohl ich „The Force awakens“ sehr mochte, bin ich nun skeptisch, was dessen Fortsetzung angeht, eben WEIL ich Episode VII so sehr schätze.

Es gab ein paar Stimmen, die meinten, Episode VII sei „zu“ nostalgisch. Ich finde das nicht. Eben genau jene Nostalgie war das Besondere, was Wieder-Erkennungswert hatte.

Sei es drum, wir müssen noch warten, bis wir uns alle selbst ein Urteil bilden dürfen. Eine Kritik von mir wird mit ziemlicher Sicherheit folgen.

Hier ein relativ exklusiver Blick hinter die Kulissen:

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Playmobil: Ohnezahn mit Hicks

Wie versprochen kommt hier Teil 2 meiner „Drachen zähmen leicht gemacht“ Rezension. Heute stelle ich euch das Playmobil Set 9246 vor, in dem Ohnezahn und Hicks für rund 30 EUR enthalten sind. Ich persönlich finde den Preis sensationell, bedenkt man, dass dieser Ohnezahn dem Original wirklich sehr ! ähnlich sieht.

Ohnezahn

Er hat zudem auch noch ein paar „Extras“. So ist es möglich mit insgesamt 3 beiliegenden „Feuerpfeilen“ aus seinem Maul zu schießen.  Maul und Flügel sind relativ frei beweglich. Aber auch die Figur von Hicks kann auf ihm reiten, sowohl im Sitzen als auch im Stehen.

Wer will kann die Figur auch so ausstatten, dass er seinen Fluganzug trägt. Wer die Serie kennt, wird wissen, auf welche Folge(n) sich der Anzug bezieht.

Wie in der Serie kann der Rücken blau leuchten, wozu man lediglich Batterien benötigt.

Das liebevolle Detail beider Figuren sowie die standardmäßig hohe Qualität der Playmobil Spielzeuge hat mich überzeugt und so kann ich dieses Spielzeug, wie überhaupt alle Spielzeuge der Reihe, empfehlen.

Wer sich auf der Playmobil – Website schlau machen und ggf. auch etwas ausdrucken und malen will, dem kann ich speziell diese Seite empfehlen:

http://www.playmobil.de/on/demandware.store/Sites-DE-Site/de_DE/Search-Show?q=ohnezahn

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Weihnachtszeit – Gedanken 2017

Je älter ich werde desto mehr schätze ich die Zeiten meiner Kindheit. Freilich war damals auch nicht alles rund. Meine Geschwister konnten mich schon mal ärgern, die vielen Arbeiten in der Schule konnten es einem verleiden.

Was jedoch schön war:

  1. Es gab damals noch richtige Winter. Der Klimawandel wird von sogenannten „Experten“ noch immer verharmlost. Wer jedoch die 70iger Jahre als Kind erlebt hat, weiß, wie die Winter damals aussahen. Stunden habe ich als Kind im Schnee gespielt und kam mit roten Wangen und überseht von Schnee nach Hause. Ich erinnere mich daran, dass die Wege so voll von Schnee waren, dass an den Straßenränder kein Auto parken konnte. Schnee zur Weihnacht war auch damals selten, aber in der Vorweihnachtszeit oder rund um das Fest, das gab es oft.
  2. „Bescheidenheit“ bei den Geschenken. Ich habe es nie so erlebt, weil ich es unheimlich großzügig fand, dass wir uns von unseren Eltern etwas für 100 DM aussuchen konnten. Das war ja auch viel Geld. Ich weiß noch, dass ich immer ein „Hauptgeschenk“ hatte. Das, was mir am Wichtigsten war. In einem Jahr war das der Jeep von BIG JIM. Ich hatte ein Prospekt in meiner Tasche, dass immer unansehnlicher wurde, weil ich immer mit mir herumschleppte. Die aus meiner Sicht üppigen Geschenke waren nahezu immer „perfekt“.
  3. Die Stimmung. Ich laste es der immer größer werden wollenden Wirtschaftsleistung des Landes an, dass Weihnachten und die Weihnachtszeit immer mehr zu einer Geschenkeschlacht wird. Aber auch, dass es insgesamt hektischer geworden ist. Wir passen uns der Technik an, die immer schneller wird. Es wird Zeit, dass der Mensch sich darauf besinnt, dass die Technik ihm dienen sollte, nicht umgekehrt. Zudem war man damals meine ich – aber ich war noch ein Kind! – weniger ironisch und sarkastisch wie heute. Meine Eltern und Großeltern hatten 1 – 2 Kriege miterlebt und ich meine, dass der Mensch damals wusste, was wirklich zählt. Da ging eine innere Dankbarkeit von ihnen aus, wenn auch nur ein schönes Essen auf dem Tisch stand oder man sich in Frieden am Weihnachtsbaum versammelte. Aber ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten.

Vielleicht kann man es auch nicht wirklich „fassen“. Aber für mich war diese Zeit als kind wahrhaft heilig. Und besonders.

Natürlich ist es schon „Tradition“, dass die „älteren“ Generationen wissen, was früher „besser“ war, egal wie gut es wirklich war. Aber es war besser 😉

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Star Wars Episode VIII – Was erwartet uns?

2015 war für Star Wars Fans ein historisches Jahr. Erstmals gab es einen Disney-eigenen neuen Star Wars Film und egal, wie man dazu steht: Er war als „Star Wars“ wiedererkennbar, als jenes Star Wars genauer gesagt, welches „wir“ alten Fans zwischen 1977 und 1983 zu sehen bekamen. Kaum zu glauben, wie lange das schon her sein soll. Wow!

2017 folgt nun ein weiterer Star Wars Teil. Er wird wieder mit Luke und Leia sein. Das alleine beruhigt schon das aufgewühlte Gemüt, welches sowohl den fictionalen Tod von Han als auch den tatsächlichen Tod von Carrie Fisher (Leia) miterleben musste. Dieser Film wird der letzte Star Wars Film mit der Prinzessin sein. Traurig.

Ich mochte Jedis immer sehr gerne, war eher der Skywalker-Jedi-Typ als der „Lockere Sprüche“ – Han – Typ. So gesehen freue ich mich besonders auf Episode VIII, auch, wenn Mark Hamill deutlich gemacht hat, dass dieser Luke nicht „sein“ Luke ist. Sieht man sich die Historie an, ist klar, dass er – der große „Jedi-Meister-„Versager““ (so wurde es in E VII angedeutet) seine Probleme mit der Macht hat. Sein „bester Schüler“ wurde der Killer seines besten Freundes, der auch noch der Vater jenes „besten Schülers“ gewesen ist. Hätte ich diesen Balast auf MEINEN Schultern, wäre ich nicht der Sunny – Boy – Luke von 1983, das ist sicher. Ich traue es Rian Johnson komplett zu, dass er Luke Skywalker gut weiterführt. Ich hoffe, dass er ihm auch positives schenkt, z.B. die Möglichkeit, die Macht für sich neu zu entdecken!? Das wäre doch toll, wenn der Lehrer Luke von der Schülerin Rey lernen würde! WENN das so kommen sollte!

Sicher sind für mich nur zwei Dinge am Film (durch die Trailer): 1. Rey wird in gewissem Maße von Luke trainiert, 2. Snoke greift sich Rey und foltert sie. Beides war im Trailer zu sehen, wenn ich es nicht falsch interpretiert habe. Alles Andere – Weltraumschlachten usw. – können auch falsch gedeutet werden und kommen so oder so in jedem Star Wars Filmi vor, müssen es auch.

Die Pressevorführungen werden nächsten 11. Dezember stattfinden. Ab dem 12. Dezember um 18 Uhr darf es spoilerfreie erste Kritiken geben. Ich bin mehr als gespannt und hoffe sehnsuchtsvoll, dass kein „wenn“, „aber“, „trotzdem“ in meiner Kritik vorkommen wird, die allerdings erst irgendwann nach dem 15.12. hier zu lesen sein wird.

Hoffen wir einfach, dass die Macht mit Rian Johnson und den Seinen war! Und sein wird!

 

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Western Story. Die ganze Geschichte, ihr Anfang und Ende, aber doch weniger als Fleisch an einem Knochen ist, den Sam Tablun seinem Hund nach der Messe zuwirft. Am Ostermontag.

Es ist egal, wer ich bin. Ich werde eines Tages sterben und nur wenige werden sich an mich erinnern. Wichtig ist vielleicht eher Johnny McLeourd, der den alten Säufer, Bixby, davor bewahrt hat, erschossen zu werden. McLeourd war ein Rotschopf, ein Ire und wenn Iren etwas haben, ist es Feuer. Der alte Säufer Bixby (niemand wusst, wie sein wahrer Name war, aber Bixby war es sicher nicht) beleidigte nach der zweiten Flasche Fusel alles, was ihm in den Weg kam. Auch an jenem Sonntagnachmittag als McLeourd den Saloon betrat. McLeourd war da noch niemanden bekannt, auch mir nicht. Das sollte sich noch ordentlich ändern, aber dazu später. Sicher ist, dass McLeourd den Saloon betrat und gleich eine Salve Beleidungen an den Kopf geschmissen bekam. Nicht etwa er, sondern seine Begleitung, Jeff McGreedy, zückte bei so vielen ungerechtfertigen wie gerechtfertigten Verwünschungen gleich seinen Colt, doch McLeourd, auch ein Ire, aber viel reifer, schlug seinen Kumpel nieder, so dass er einen Zahn verlor. Dafür dankte er ihm später, denn der Zahn machte ihm schon lange Schmerzen, doch hatte McGreedy nie den Mut aufgesammelt, um beim Zahnarzt rein zu schauen und, bei Gott, wer will ihm das verdenken? Der letzte Besucher beim Zahnarzt konnte ein Jahr danach nur Brei essen, erst dann wieder Fleisch und das hat er mit uns gefeiert, das kann ich euch sagen.

Nun kann man sich vorstellen, dass der Kumpel von McLeourd erstmal nicht so begeistert von dem Schlag war, denn da wusste er noch nichts vom Segen dieses gezielten Schlags. Also rappelte er sich auf, wie ein Stier so wild und wollte jetzt sowohl Bixby, der seine Klappe immer noch nicht halten konnte, als auch seinem Freund ans Leder. McLeourd hatte aber dessen Waffe in Gewahrsam genommen und natürlich kam es wie es kommen musste: Zu einer Schlägerei. Was auch sonst sollten die Cowboys an einem Sonntagnachmittag tun? McLeourd hielt sich da aber eben so raus wie ich, der ich zufällig auch vor Ort war und darum davon zeugen kann.

Sowohl er als auch ich zogen uns – ohne voneinander zu wissen – ins Poker-Zimmer zurück und genehmigten uns dort je ein Glas Whiskey. In aller Ruhe. Die ganzen Spieler waren, neugierig vom Lärm nebenan , in den Saloon geeilt um dort an der Schlägerei teilzunehmen – oft auch unfreiwillig, denn bloße Gaffer und „Zeugen“ wurden oftmals in eine aktive Rolle gezwungen.

Jedenfalls saßen wir dann da und tranken und als wir uns dabei sahen, erschraken wir wohl beide. Denn auch er zuckte kurz zusammen. „Was, sie wollen da nicht mitmachen?“ fragte ich und deutete zum Nachbarzimmer von dem die Geräusche brechenden Holzes, Gegröle und Gestöhne zu hören waren. „Ich bin nicht irre, nur Ire“, sagte der Andere und wiederholte damit einen uralten Witz, den ich schon tausend Mal gehört hatte, aber in diesem Augenblick lies er mich laut losprusten vor Lachen, wobei ich den letzten Schluck Whiskey auf dem Pokertisch verteilte. Wir stellten einander vor, nachdem wir miteinander gelacht hatten. Ich kann euch sagen, wann und wen ihr auch immer wo kennenlernt: Geschieht es mit einem Lachen, freut euch des Lebens, denn das wird halten und viel abkönnen in der Zukunft!

Da ich mir den Nachnamen von McLeourd (eben jenen) erst nicht merken konnte, nannte ich ihn nur „Joe“, obwohl das gar nicht sein Name war und er nannte mich „Jack“. Er meinte, ich sähe aus wie ein „Jack“. Witzig, dachte ich, da mich meine Eltern Bartholomäus genannte hatten. Jack gefiel mir besser. Aber das behielt ich für mich. Damals jedenfalls.

„Was hat dich … eh…. euch hergetrieben? Gold?“

„Jup. Bei mir ist es einfache Neugier, bei meinem Kumpel ist es Gold. Würde sagen Goldfieber. Der Verrückte kann einfach nicht aufhören. Dabei hat er weiß Gott Pech gehabt. Den ganzen Yukon sind wir lang und das ist viel, viel Platz, den der einnimmt. Würde mich gerne mal erkundigen, wie lang der ist. Aber weiß ja keiner. Egal. Jedenfalls hat er mich tatsächlich vor einem netten Paar Indianer beschützt. Ja, ehrlich! Normalerweise ist er ein Draufgänger und Raufbold, aber …. Stell dir einfach vor, ich stand da und mir gegenüber, nur 50 Meter im leichten Morgendunst entfernt, zwei Indianer mit Kriegsbemalung. Da wirft er mir aus der Deckung einen Stein zu und winkt mich her. Wir haben uns unter einer Decke versteckt, auf der er ne Menge Erde gepackt hatte. Ich habe keine Ahnung, ob die Indianer mir überaupt ans Leben wollten, aber vielleicht gut, das ich das nicht weiß.“

Darauf tranken wir und unsere Gläser klirrten aneinander. Nicht zum letzten Mal. Dann begann ich von mir zu erzählen.

„Meine Frau ist mir weggelaufen. Ja, es ist ein Klischee. Haben uns oft gestritten. Die Erträge der Farm brachten nicht mehr so viel wie sie wollte. Sie wollte leben wie die Südstaaten-Damen, bei mir gab es nur Essen und ein Dach über dem Kopf, das reichte ihr nicht. Also ging sie weg. Ich begann zu triken, litt sehr darunter und dann verkaufte ich alles, nahm meine Ersparnisse, zog los und blieb hier in diesem Hotel stecken. Bisher. Ich habe keinen Plan, was kommen mag.“

Da bekamen die Augen von Jeff einen glänzenderen Ausdruck als es alleine vom Alkohol her möglich gewesen wäre.

„Ja“, sagte er, „das Leben ist manchmal ne schwere Sache.“

In dieser Art quatschten wir noch die ganze Nacht hindurch, wurde sozusagen im Eiltempo beste Freunde, während es nebenan ruhiger wurde, weil der Sheriff kam, der Arzt kam, aufgeräumt wurde und als der Saloon am frühen morgen schließen wollte, freute ich mich darüber, in mein Bett zu fallen, nachdem ich mich von meinem neuen Bekannten verabschiedet hatte.

Ich ging davon aus, das sei die erste und letzte Begegnung mit Jeff. Aber dabei blieb es nicht. Eigentlich wollte ich nichts weiter erzählen. Nur unser Kennenlernen beschreiben. Aber na gut…

Jeff und ich sahen uns erstmal nur noch im Vorbeilaufen, so lange er mit seinem Kumpel in der Stadt war, der natürlich mehr als ein blaues Auge davon getragen hatte und dem Sheriff nunmehr als Unruhestifter bekannt geworden war. Dann verlies er die Stadt. Wir trafen uns kurz davor im Drug-Store. „Wohin soll es gehen?“ fragte ich ihn. Er machte ein vielsagendes Gesicht, das ich nicht deuten konnte. „McGreedy meint, er weiß, wo es wirklich Gold zu finden gibt.“ sagte er dann. „Ist was dran?“ fragte ich ihn und er zuckte mit den Achseln. „Wir werden sehen.“

Eine Woche später erhielt ich einen Brief, in dem sich scheinbar nur Sand befand. Zum Glück rieselte es nicht auf den Boden, sondern auf ein frisches Blatt weißen Papiers auf meinem Schreibtisch. Dort erkannte ich, dass es GOLDSTAUB war.

Jack kam bald alleine zurück in die Stadt und bot mir an, mit mir den Rest des Goldes zu holen, dass sein Kumpel und er in einer Mine gefunden hatten. Ich war einverstanden. So begannen vier spannende Jahre, in denen es hoch und runter ging. Wir begegneten Bankräubern, Indianern, mussten mit Soldaten kämpfen und vor ihnen davon laufen. Wir wurden Teil einer Bande, um nicht aufzufliegen, lernten Mexiko kennen und fanden beide die Liebe unseres Lebens, ehe wir uns in zwei Häusern niederließen, die nahe beieinander standen.

Manchmal kam abends der Eine zum Anderen und wir sprachen über die „alten Zeiten“. Vielleicht werde ich auch mal darüber schreiben. Aber erstmal soll es das gewesen sein, denn meine Frau verlangt nach mir. Seltsam, wie mich das freut, denn vermutlich hat sie nur wieder etwas zu Tun für mich.

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Sexuelle Belästigungen und der evolutionäre Anspruch auf Fortpflanzung

In Amerika geht das Gespenst von der sexuellen Belästigung am „Film-Arbeitsplatz“ um. Wieder einmal kochen Gerüchte und wahre Geschichten hoch und stellen am Ende in Frage inwiefern der Mensch sich vom Tier unterscheidet… Ist der Mensch ein Trieb-Wesen oder nicht?

Schuld ist zunächst einmal die Evolution. Ich habe das aus der Sicht des Mannes erlebt. Mit Mädchen kam ich relativ gut klar bis zur Pubertät. Dann gab es plötzlich „die großen, unübersehbaren Unterschiede“ und alles wurde komplizierter.  Diese Unterschiede sollen ja gerade auffallen, darum sind sie da. Die Natur will nur eines: Das wir uns vermehren, das wir für unseren Fortbestand sorgen. Alles andere ist der Evolution / der Natur vollkommen gleichgültig.

Auch, ob wir schwul sind oder hetero. Das ist der Natur auch egal. Wenn Du auf Männer stehst als Mann, als Frau auf Frauen, ist der Natur das völlig egal. Abgesehen davon, dass Dir die Fortpflanzung dann unmöglich ist (per se), was die Antwort der Natur auf Homo-Beziehungen ist. „Macht ruhig, aber vermehrt euch nicht!“ Die Natur ist knallhart in so was. Die Natur diskutiert nicht. Sie ordnet an. Ständig. Da wird noch mehr kommen, wenn man sich anschaut, was die Menschheit seit Jahrzehnten mit der Natur macht. Auch darauf wird es einige Anordnungen geben und ob der Mensch danach noch da ist, hängt von ihm selbst ab. Die Natur hat totale Befugnins sozusagen.

Zurück zum Thema.

Es ist meiner Meinung nach idiotisch, wenn Frauen nicht als anziehend angesehen werden wollen. Sie können viel wollen, aber die Evolution hat dafür gesorgt, dass Mann gewisse Reize toll findet. Auf der Eben sind wir Tiere, ganz klar. Umgekehrt soll es ja nicht anders sein, auch, wenn Frauen sich offiziell öfter von dieser Theorie distanzieren. Ich finde das ja unehrlich, aber so ist es.

Darüber hinaus ist der Kopf ja mehr als eine Hutablage und es sollte klar sein, dass man sich einander gegenüber zivilisiert verhält, auf die Grenzen des Gegenübers achtet. Wenn zwei Menschen sich treffen und einer will Sex, der andere nicht, dann muss klar gesprochen werden. Mensch 1: Ich will, Mensch 2: ich nicht, Mensch 1: Dann ist gut, ich vergesse das mal wieder schnell. So einfach ist das eigentlich. Beide stehen in der Verantwortung an sich, klar zu machen, was gewollt wird, was nicht.

Schwierig wird es, wenn ein Mensch der beiden nicht so reif ist, „Nein“ sagen zu können. Oder wenn sich sogar Neugier mit dem klaren Gefühl mischt, dass man / frau das jetzt nicht will.  Und wenn dann noch Leute von Übergriffen reden, um Geld aus Geschichten zu ziehen, die nie stattgefunden haben, tun eben diese denen, denen wirklich was passiert ist, keinen Gefallen. Auch das sollte klar sein.

Im realen Leben kann eine solche mehr oder weniger eindeutige Handlung für Traumata sorgen. Traumata liegen stets im Auge des Betrachters.  Heißt: Was den einen kalt ließe, wird der andere sein Leben lang nicht los. Darum sollte man / frau vorsichtig im Umgang miteinander sein und einfach mal so ohne Grund auf Grenzen achten. Auch, wenn da kein Stacheldrahtzaun steht. Von sich aus.

Leichter wäre alles, wenn es Regeln geben würde, aber vielleicht wären das hier ja ganz gute Regeln?

Das ist jetzt mein Senf zu aktuellen Dingen…. oder nicht mehr aktuell, denn ich habe schon lange nichts mehr davon gelesen. Stimmt aber trotzdem.

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Drachen zähmen leicht gemacht – bei Playmobil!

Die Ghostbusters-Veröffentlichungen von Playmobil, früher in diesem Jahr, gaben wohl den Auftakt für diverse lizensierte Spielzeuge von Playmobil. Ich finde diese Entwicklung schön und das hat zwei Gründe. 1. bleiben die Playmobil-Produkte auch bei den lizensierten Spielzeugen immer noch preislich im Rahmen. 2. kann man mit Playmobil viel besser spielen als mit vielen anderen Lizenzprodukten, die vor Allem schön anzusehen sind, aber weniger dazu taugen, dass man mit ihnen spielt. Ach ja, 3. die Playmobil-Qualität!

Die Welt von „Drachen zähmen leicht gemacht“… (c) Playmobil
(c) dreamworks

Ich habe mir zwei Sets zu „Drachen zähmen leicht gemacht“ genauer angesehen. „Berk“ (9243) und „Hicks und Ohnezahn“ (9246). Heute geht es erstmal um BERK. „Ohnezahn“ folgt in Kürze.

BERK

Als Figuren sind Hicks und Haudrauf dabei. Die Figuren sind sehr hübsch gelungen. Der Bart von Haudrauf ist schön wild, sein Helm trägt die typischen weiten Hörner und dazu trägt er ein passendes Gewand. Hicks trägt hier seine „Privatkleidung“. Durch seine Frisur und seinen künstlichen Fuß ist sein Charakter eben so gut zu erkennen wir durch seine Kleidung.

Insgesamt finde ich es erstaunlich, wie sich die Playmobilfiguren seit ihrer Erfindung in den 70iger Jahren entwickelt haben. Heute ist es tatsächlich möglich, Figuren Charakterzüge zu geben, so dass sie nicht beliebig mit anderen zu verwechseln sind!

Hicks im BERK-Playset von Playmobil

Mit dabei sind verschiedene Schwerter, ein Umhang, Vögel, Fische, Krebse, Muscheln, Steine sowie ein „Buch der Drachen“ und zwei kleine Drachen.

Das gesamte Spielset von Berk ist am Ende immer noch sehr groß, aber auch kompakt, wenn man die einzelnen Teile zusammengefügt hat. Aber immer noch GROSS!  Erhalten geblieben ist dabei das unverwechselbare Design, welches man in der Serie und den Kinofilmen sehen kann. Aber Berk sieht nicht einfach nur schön aus. Es gibt einen Raum (der leider etwas klein geraten ist), den man durch eine schöne Flügeltür betreten kann. In dem Raum ist eine Falltür untergebracht, die vor Allem mit kleinen Händen wieder in ihre ursprüngliche Position gebracht werden kann.

In dem kleinen Raum fehlen mir zugegebener Maßen ein paar Möbel, weil ich weiß wie gut Playmobil so was „kann“. Vielleicht hätte man sogar eine Extra-Box herstellen können, in der die Einrichtung enthalten gewesen wäre? Aber das hätte dann die Größe von Berk gesprengt, denn es hätte ja alles in Relation zueinander bleiben müssen und Berk ist KEIN „Puppenhaus“. Es ist eher eine Kulisse für action-orientiertes Spielen, eben so, wie man es aus der Serie kennt.

Auf jeder Seite Neues zu entdecken: BERK…

Lastkran und Leiter sind schon u.a. aus der Piraten-Reihe bekannt, doch hier wurden sie für Berk neu entworfen und dem Gesamtbild schön angeglichen. Sowohl eine Fackel als auch eine unheimliche Winkinger-Statue können mittels Batterien beleuchtet werden und eine Steinschleuder macht das Set insgesamt perfekt.

Fazit zu Berk: Ein sehr schönes Set mit viel, zum Teil neu hierfür erstelltem, Zubehör, welches vor Allem für die kleinen Fans der Serie entworfen wurde, aber auch den großen Fans gefallen wird. Es gibt unzählige Spielmöglichkeiten. Bei der Größe hat man einen guten Kompromiss zwischen genialem Design und Bespielbarkeit sowie Preis gefunden.

Mehr Infos für groß und klein gibt es auf http://www.playmobil.de zu finden! Ein Besuch lohnt immer.

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Sherlock Holmes – die neuen Fälle: Die letzte Symphonie

Fiel meine letzte Hörspiel – Rezension zu den „neuen Fällen“ sehr gemischt aus, ist das aktuelle Hörspiel doch um Welten besser, obwohl es auch keinen wirklich „typischen Holmes Fall“ präsentiert.

Mit das schönste an Sherlock Holmes Geschichten ist sicherlich die Einleitung. Üblicherweise geht es dabei um eine schöne Lady, die bei furchtbarem Wetter Holmes aufsucht, hilflos und nach einem Retter Ausschau haltend. Dieser Ton vieler original Fälle, wie „Die einsame Radfahrerin“ oder „Das Haus bei den Blutbuchen“, hat den original Fällen von Sir Conan Doyle etwas von „Rittergeschichte“ gegeben.

In diesem Fall ergeht sich Watson zu Anfang einiger Betrachtungen über die Veränderungen der Welt zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist kaum anders möglich als das er recht trübsinnig ist, denn der 1. Weltkrieg zeichnet sich ab, nichts ist so wie es einmal war. Wie John H. Watson hier so zu Anfang über die Veränderungen der Zeiten resümiert, könnte dies auch auf unsere Epoche gemünzt sein. So gesehen ist schon der Anfang von „Die letzte Symphonie“ anders als üblicher Weise.

Besonders an der vorliegenden Geschichte ist, dass es eine unmittelbare Fortsetzung des letzten Falls und somit auch des letzten Hörspiels handelt, welches in der Reihe „Die neuen Fälle“ erschienen ist.

Holmes und Watson sind ihrem neuen Erzfeind, Farley Straker, auf der Spur. Dieser hatte ja im letzten Fall die Pläne für eine neue Waffe an sich gebracht. Holmes ist – ganz im Sinne der Geschichte „Seine letzte Verbeugung“ – mehr für sein Vaterland im Einsatz als als beratender Detektiv.

Ort der Handlung: Eine Herberge am Meer. Das Wetter: Ein wütender Wintersturm. In der Herberge finden sich allerlei seltsame Gestalten. Als Farley Straker sich dort ganz unschuldig gibt, werden Holmes und Watson sehr misstrauisch. Und wer ist die in dicken Verbänden auf einem Bett liegende Person? Was für ein seltsames Spiel spielt der Herbergs“vater“?

Man ahnt während des gesamten Hörspiels nicht, was für ein großer letzter Akt dieser Geschichte innewohnt. Als es dann soweit ist, scheint Sherlock Holmes sich in der Tat ein letztes Mal verbeugt zu haben.

In meiner letzten Rezension vermerkte ich noch, Straker sei zu theatralisch dargestellt worden, ja, stelle sich selbst zu übertrieben dar. Aber in dieser Episode geschieht alles im rechten Maß.

Ich würde mich freuen, wenn wir in Zukunft Sherlock Holmes Geschichten aus dem 20. Jahrhundert – mit gelegentlichen Rückblicken – hören könnten….

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Star Trek Discovery: Wirklich „Star Trek“?

Dieser Artikel erschien auch auf Trekzone.de! Trekzone.de sucht noch Mitarbeiter, die sich mti CMS auskennen sowie Autoren und mehr. Einfach E-Mail über den Kontakt auf Trekzone.de senden oder mir schreiben. Ich leite das dann weiter! 

Ist dies nun eigentlich „unser“ Star Trek oder ist es das nicht? Nachdem ich die aktuelle und vorerst (bis Januar) letzte Episode von „Star Trek: Discovery“ gesehen habe, bin ich nachdenklich geworden. Ich habe der neuen Serie von Anfang an eine faire Chance gegeben. Gerne wäre ich nun enthusiastisch oder völlig abgetörnt, aber ich bin unschlüssig. Spoiler, da ich die letzte Folge gesehen habe!

Wir haben die original Zeitlinie von unserem ersten Captain Kirk, wir haben überzeugende, spannende, wohl durchdachte Charaktere und überhaupt scheint alles an dieser Serie wohl durchdacht zu sein. Nichts wurde dem Zufall überlassen.

Die Idee eines superschnellen Schiffs, in dem eine Schwachstelle – das notwendige Mißbrauchen eines lebenden Wesens (sei es Stamets oder der Tardigrad) – eingebaut ist, verschaffte der „Discovery“ ein Alleinstellungsmerkmal, enthob sie den „langweiligen“ „Warp-Regeln“ und sorgte gleichzeitig für eine gute, moralische Erklärung, warum eben dieser Sporenantrieb in Zukunft nicht mehr machbar sein wird. Alles, was auf dem Schiff zu modern aussieht – für diese Zeitlinie – kann damit erklärt werden, dass es eben das SUPERschiff der Föderation ist. Damit hebt sich das Raumschiff so sehr von dem uns bekannten Star Trek ab, dass es optisch nur noch aufgrund von Warp-Gondeln und dreieckigen Abzeichen klar als „Star Trek“ erkennbar ist.

Das Design ist gefällig, aber leider auch weit weg von dem, was wir aus TOS kennen. Wird es hier die angekündigte Annäherung an das alte Design geben? Wie sollte das machbar sein? Wir dürfen gespannt bleiben, ob wir bald einen Captain mit gelbem Oberteil zu sehen bekommen werden. Ich wünschte es mir, denn im Moment kann ich mir zwar gut vorstellen, dass diese Serie eine optisch überzeugende Fortsetzung des ENT – Designs ist, aber nicht das angemessene Design vor TOS. Eine Herausforderung, mit der jedes Star Trek Prequel kämpfen muss.

Nun definiert sich „Star Trek“ über weit mehr als nur über das optische und eine Auffrischungskur seit den „wilden 60iger – Jahren“ musste natürlich sein. Wie sieht es aber mit Inhalten aus?

Der Captain ist unmoralisch. Er hat sein eigenes psychisches Problem. Sollte es eines Tages gelöst werden, wird er eine gewaltige Charakterentwicklung durchmachen (können). Bis dahin ist er gewissenlos und lässt gerne auch mal einzelne Crewmitglieder vor die Hunde gehen, wenn er nur sein Ziel erreicht, nie all zu viele Crewmitglieder zu verlieren, wie es ihm ja schon mal „passiert“ ist, wobei er auch da selbst die Verantwortung trägt. Er wollte seine ehemalige Crew nicht den Feinden überlassen und initiierte die Selbstzerstörung, wobei er – als Captain – nicht als Letzter sein Schiff verlies. Ja, ein in der Tat unmoralischer Captain mit fragwürdigen Methoden und Motiven. Aber verbissen, das ist er mit Sicherheit. Kein Captain, dem man vertrauen kann, was neu ist in einer Star Trek Serie. Solche Führungsoffiziere kamen sonst immer nur in Nebenhandlungen vor.

Aber um die Farbe „weiß“ sehen zu können, bedarf es „schwarz“ und so sorgt dieser merkwürdige Captain dafür, dass all das Gute, für das Burnham letztlich steht, die hier eine recht objektive Beobachterin ist, aufgrund dieses Mannes erst recht ins Gewicht fällt und ins Licht gerückt wird. Die Unmoralischen sind immer das Salz in der Suppe einer jeden Geschichte, besonders einer moralischen! Wäre sein Befehl, aus dem Tardigralen eine Waffe zu machen (im sprichwörtlichen Sinne) nicht gewesen, hätte Burnham nicht auf die wahre Natur und letztlich auch das Leiden des Wesens aufmerksam machen können. Sie wird sich ihm noch oft widersetzen und seine Entscheidungen in Frage stellen, wie ich das beurteile. Was sie alleine nie wieder machen wird ist zu meutern, denn „das letzte Mal“ sitzt ihr immer noch sehr in den Knochen. Es würde mich nicht wundern, wenn ihr natürlicher Mut und ihre loyale Einstellung sie zum Captain werden lassen, wenn Lorca abtritt, sei es nun indem er stirbt oder indem er sich einer (nötigen) Therapie unterzieht.

„Star Trek: Discovery“ ist eine spannende Serie mit tollen, komplexen Charakteren. Wenn ich in einem Punkt nach der ersten Season-Hälfte sicher bin, dann in diesem.

Aber ist es „Star Trek“?

Daran werden sich noch oft die Geister scheiden. Für jeden Fan ist Star Trek etwas anderes. Der eine findet, es muss sein wie TOS, der andere wie TNG, DS9 oder Voyager oder auch ENT. Vielleicht muss es auch sein wie die Filme der Kelvin-Zeitlinie?

Da sind die Macher von „Discovery“ gut beraten, es eben nicht jedem Recht machen zu wollen, denn das würde daneben gehen und genau das scheint ihnen klar zu sein! Die Überzeugung, das Selbstvertrauen des kreativen Teams hinter der Serie schimmert immer wieder durch die einzelnen Episoden durch, in denen die Handlung kompromisslos voran schreitet.

Rick Berman hat so eine klare Haltung meines Erachtens nach nur selten oder nie gehabt, wollte im TV wie – noch viel mehr – im Kino stets „Everybody´s Darling“ sein. Während beispielsweise das Star Wars Genre 100% zu dem steht, was es ist, versuchte Berman in seinen späteren Star Trek Serien und besonders in seinen Kinofilmen, Filme für „jedermann“ zu schaffen. Eine Philosophie, die Paramount leider noch immer verfolgt, weshalb dann spannende, teure Filme entstehen, denen man aber anmerkt, dass sie sich scheinbar etwas dafür „schämen“, „Star Trek“ zu sein. Die Handlungen müssen halt immer jedem gefallen und zu viel Philosophie oder Tiefe ist nicht gefragt. „Star Trek“ im Kino soll vor Allem Sommer-Popcorn-Kino sein. Auch nett, aber wie viel mehr könnte Paramount schaffen, wenn sie es mal mit etwas ernsterer „Trek-SciFi“ versuchen würden?! Zeit wurde es für ein Star Trek im TV mit mehr Tiefe und Entwicklung, mit mehr Potential.

In der letzten Folge, „Into the Forest I go…“, wird eine wesentliche Richtungsänderung angedeutet. Stamets wurde von Captain Lorca angedeutet, dass durch die „Sporen-Sprünge“ deutlich wurde, wie unendlich viele Möglichkeiten die Galaxis zum Erforschen bietet. Ja, es mag nach dem Krieg die uns so bekannte Suche nach fremdem Leben liegen, die ein wesentlicher Teil der Sternenflotten – Missionen und von Star Trek selber ist – oder sein sollte: Nach TNG gab es vergleichsweise wenig Suche nach außerirdischen Lebensformen! „Kann sich noch jemand an die Zeit erinnern als wir noch Forscher waren?“ fragte Jean-Luc Picard ganz zurecht in „Insurrection“ (Der Aufstand). Forschung schien dem Publikum (uns?) allerdings stets zu bieder zu sein, so dass die Serien, die diese hätten zeigen können in der Regel mit Kriegen und dergleichen daher kamen. Zuletzt geschehen in der unterschätzen Serie ENT, die abgesetzt wurde als sie so richtig gut wurde (wobei ich auch Staffel 1 ansprechend fand…).

Kleiner Diskurs: Das Zitat, welches im Titel der vorerst letzten Folge von Discovery angedeutet wird stammt übrigens von dem US-amerikanischen Naturphilosophen John Muir und heißt komplett: “And into the forest I go, to lose my mind and find my soul.“ Bezogen ist es sicherlich auf Stamets, der nun möglicherweise wahnsinnig ist, aber seine Seele gefunden haben mag, was immer das konkret bedeutet. Aber es könnte auch auf Tyler oder Burnham bezogen sein, die sich ihren eigenen Herausforderungen stellen müssen als sie auf das Klingonenschiff beamen und dort Tyler seine ehemalige Folterknechtin vorfindet, auf die er sich einlies, um bessere Karten zu haben. Jedoch nicht, ohne dabei seelische Narben von sich zu tragen.

Sollte die Richtung nun also langsam in die Richtun „Erforschung“ gehen, dann könnte sich auch bei mir allmählich ein stärkeres Gefühl von „Star Trek“ einstellen.

Dass die Serie Potential hat, war ja schon nach dem Pilotfilm klar. Nun ist es nur die Frage, ob dieses auch ausgeschöpft wird. Sollte das passieren, wird „Discovery“ noch viel besser werden, denke ich.

Erleichtert aufatmen können wir, weil sich „Discovery“ als zumindest gut herausgestellt hat. Aber die Spannung bleibt noch etwas erhalten, denn noch hat sich die Crew und die Handlung nicht ganz – bei mir zumindest – ins Herz gespielt. Aber sie ist auf dem Weg dorthin, das ist mal sicher.

Ab dem 8. Januar ab 9 Uhr wird die nächste Folge bei Netflix bereitstehen.

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