Sherlock Holmes (Titania) – Folge 38 – Das Haus mit den Zwingern

Heute stelle ich euch mein erstes „Sherlock Holmes“ – Hörspiel aus dem Hause Titania vor. Obwohl… es ist nicht mein allererstes, dass ich kennenlerne, denn schon 2003 hörte ich damals das Hörspiel „Das Zeichen der Vier“ an. Ich konnte die Atmosphäre des Hörspiels mit einem Satz zusammenfassen: „Sherlock Holmes goes Hollywood“. Und so ist es bis heute geblieben, das kann ich jetzt schon sagen.

Der Grund dafür sind zunächst einmal die charismatischen Sprecher. Allen voran wären das Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes und Detlev Bierstedt als Dr. Watson. Schon damals entstand vor meinem geistigen Auge das Bild eines John Malkovich als Sherlock Holmes, denn Tennstedt ist natürlich dessen Stamm – Synchronstimme. Der Watson ähnelte aus gleichem Grund – vor meinem geistigen Auge – stets einer Mischung von Jonathan Frakes (Riker in Star Trek: TNG) und George Clooney. Ja, Stimmen machen viel aus.

Damals wie heute brillieren die Hörspiele von Titania darüber hinaus mit einem äußerst passenden „Soundtrack“, gespielt auf zeitgenössischen Instrumenten wie Violine und Klavier.Um die Atmosphäre abzurunden wurden die Hörspiele mit vielen, schönen Effekten versehen. In der Wohnung der Baker Street hört man das brausende Kaminfeuer, aber auch kleine Geräusche, die man vernachlässigen könnte, hier das schieben eines Stuhls, dort das Faltgeräusch eines Papiers, Naturgeräusche im Freien, Glockenläuten etc. werden hier opulent zu Gehör gebracht.

Titania Medien werben auf ihrer Website damit, dass sie atmosphärische Hörspiele produzieren. Und genau so ist es auch. Auf der Atmosphäre liegen bei diesen Hörspielen ein Schwerpunkt. Schön für Leute wie mich, die sehr gerne beim hören eines Hörspiels die Augen schließen und sich dabei alles vorstellen, was geschieht.

In Hörspiel Nr. 38, „Das Haus mit den Zwingern“, wurden zudem auch die weiteren Stimmen liebevoll ausgesucht. So spricht Sigrid Burholder die Nancy Millingtom, eine junge Frau, die Holmes und Watson besucht, weil es in ihrem Ort seit einer Weile merkwürdig zugeht:

Die junge Miss Nancy Millington wird in der Baker Street 221b vorstellig, da sie sich Sorgen wegen ihrer neuen Nachbarn macht, welche nicht nur ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, sondern vor allem eine Reihe Hundezwinger mit höchst aggressiven Tieren auf dem weitläufigen Grundstück aufgestellt haben…

Der Fall verläuft äußerst interessant, aber für mich – als Wiedereinsteiger in diese Hörspiel-Serie,  dem das miteinander zwischen Holmes und Watson stets mindestens genau so wichtig war, wie die Genialität der Fälle und ihrer Klärung – fiel besonders auf, dass Tennstedt und Bierstedt hier eine neue Variante des befreundeten Gespanns abgeben. Ähnlich wie bei dem legendären Christian Rode – „Holmes“ und seinem Watson, Peter Groeger, entwickelten diese beiden Sprecher eine eigene Dynamik, einen eigenen Witz und eine eigene Art und Weise, Sherlock Holmes und Dr. Watson zu interpretieren. Dabei erinnert Watson in seiner etwas ungeschickten Art – wie auch seiner körperlichen Beschreibung… – eher dem Nigel Bruce aus den bekannten Universal – Verfilmungen aus den 40er – Jahren (mit Basil Rathbone als Sherlock Holmes), während der Holmes etwas menschlicher dargestellt wird als wir es von z.B. einem Jeremy Brett kennen.#

 

Ungewöhnlich offen ist er für die Probleme von Nancy Millington, noch bevor er weiß, wie interessant der Fall eigentlich wird. Aber das mag auch daran liegen, dass sie die Schwester eines alten Freundes ist. Das Holmes durchaus Freunde neben Watson hat – so unvorstellbar das manchmal ist – wissen wir spätestens aus dem „Ritual der Musgraves“. Seine gelegentlichen Seitenhiebe gegen die Fettleibigkeit seines Kumpanen sind eher untypisch, aber sorgen immerhin für einen Abschlußlacher.

In weiteren Rollen finden sich die angenehmen Stimmen von

Jean Paul Baeck als Tom Millington

Ursula Sieg als Mrs. Hamilton

Matthias Lühn als ihr Neffe

Thomas Balou martin als Italiener

Bert Stevens als Mr. Mr. Aymington und

Lutz Reichert als Inspektor Lestrade

Für das Hörspiel-Skript zeichen Herman Cyril McNeile und Marc Gruppe verantwortlich.

Zum atmosphärisch dichten Hörspiel passen auch die hübschen Zeichnungen auf dem Cover und dem Inlay. Die Cover-Illustartion stammt von Ertugrul Edirne und die Illustartion von Firutz Askin, das Layout entstammt der Kreativität von Doreen Enderlein.

Fazit: Mit „Das Haus mit den Zwingern“ konnte ich in eine atmosphärisch dichte, vertraute und doch neuartige Welt von Sherlock Holmes eintauchen. Tolle Stimmen, stilvolle Musik und eine spannende Geschichte entführten mich für eine Stunde in die Baker Street 221 B und aufs englische Land.

Gerne möchte ich wieder dorthin zurückkehren.

Hier findet ihr interessante Interviews mit Marc Gruppe u.a.:

Interessante Interviews mit Marc Gruppe u.a.

Hier könnt ihr euch einen Überblick über die bisherigen Hörspiele machen und sie euch auch bestellen:

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Europa Grusel 5 – Dracula – Tod im All

Der Titel dieses Hörspiels ließ mich zunächst Schlimmes befürchten. Dracula im Weltraum. Das klang so dermaßen nach Trash – Film! Trotzdem war ich gespannt.

In den ersten Minuten wird man mit einer Raumschiff – Crew bekannt gemacht. Valentina Alexandrowa als Captain der Crew wird von Captain Janeway, sorry, Gertie Honeck, gesprochen. Die Stimme passt natürlich. Zur Crew gehören außerdem noch Stella Dupront (Merete Brettschneider), Björn Hellström (Romanus Fuhrmann), Tarik Thomalla (Peter G. Dirmeier), Anna Carlsson (Diana Labahn) sowie Walther Beenstock (Jürgen Uter).

Die Crew wirkt interessant, denn es sind unterschiedliche „Typen“, die hier zusammen gemischt wurden und deren Stimmen sorgsam ausgewählt worden sind, um diese Unterschiede noch zu unterstreichen. Die Sprecher agieren miteinander, was ihnen leicht fiel, denn sie saßen alle gemeinsam an den Mikros. Heute eine Seltenheit.

Was mich zudem positiv für das Hörspiel eingenommen hat, ist der Erzähler. Niemand Geringeres als Christian Brückner, „the Voice“, gibt uns zwar selten, aber als wahren Ohrenschmaus, Informationen darüber, was durch die wörtliche Rede im Hörspiel nicht berichtet werden kann. Das macht Spaß. Ich hoffe sehr, dass er auch bei zukünftigen Folgen der Reihe gelegentlich den Sprecher geben wird.

(c) Europa

Schließlich trifft die Besatzung dann auf „Dracula im All“. Und so trashig sich das auch anhört, so gelungen ist doch das Zusammentreffen mit dem Vampir aus den Karpaten, der von einem bestens aufgelegten Udo Schenk gesprochen wird. Schön, wie gewisse Vampir-Phänomene in die Zukunft und auf ein Raumschiff transferiert wurden. Ich sage nur: „Spiegel!“

Sicher, wann immer ein Raumschiff von einem Monster oder einem Unwesen heimgesucht wird, beginnt man sich an „Alien“ und Co. zu erinnern. Aber das hier ist ein ganz eigenständiges, leicht verrückt – gruseliges Werk, das Laune macht.

Begleitet wird das Hörspiel von den Ohrwürmern aus den 80er Jahren, die schon „Perry Rhodan“ und Co. begleitet haben. Tolle Hörspielmusik. Stimmungsvoll und passend.

So wie die ganze Folge. Mit „Tod im All“ hat die Serie mich absolut abgeholt. Ich hoffe, es wird auch in Zukunft weitere Folgen geben. Leider ist keine sechste Folge angekündigt worden. Ich hoffe nur, das EUROPA weiter macht!

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Die geheimnisvolle Insel (1961)

Sieben Flüchtlinge aus dem amerikanischen Bürgerkrieg retten sich in einem Ballon auf eine unbewohnte Insel. Ihre Hoffnungen auf eine Rettung werden zunichte gemacht, als ein Piratenschiff auftaucht und die Inselbewohner unter Feuer nimmt. Doch dann explodiert das Piratenschiff vor ihren Augen und versinkt samt Besatzung. Die Schiffbrüchigen versuchen, das Schiff zu heben, bevor auf der Insel ein Vulkan ausbricht.

Wenn Produzent Charles H. Schneer, Bernhard Herrmann als Filmkomponist und Ray Harryhausen als Spezialeffekt – Künstler zusammenkommen, klingt das verheißungsvoll und erinnert an den Filmklassiker „Sindbads siebte Reise“ , jenen Filmklassiker aus dem Jahre 1958.

Wenn jedoch die Sindbad – Filme, die Schneer produzierte vor Allem einfach gestrickte Abenteuer waren, bei denen man sich jeweils auf den nächsten und übernächsten Effekt freuen konnte, bietet „Die geheimnisvolle Insel“ eine großartige literarische Vorlage von Jules Verne (1828 – 1905): „Lísle mysterieuse“ aus den jahren 1874/1875.

Die geheimnisvolle Insel – Blu-Ray (c)Colombia Pictures, Koch

Die Kombination aus literarischer Klasse und großartigem filmischen Handwerk erschuf hier eine Version des literarischen Vorbilds, die sich, im wahrsten Sinne, sehen lassen kann.

Es sind Nordstaatler, die während des amerikanischen Sezzesionskrieges (1861 – 1865), bei den Südstaatlern in Gefangenschaft geraten. Sie flüchten, während eines Unwetters, mit einem Heißluftballon, wobei die sechs Nordstaatler noch einen Südstaatler mitnehmen (müssen, da er den Ballon zu fliegen weiß). Die Gruppe, die hier zusammen kam ist bunt gemischt, was für manchen Streit und manche Freude sorgt, wenn sie gemeinsam den Gefahren der Natur trotzdem und den Plan nach ihrer Flucht verfolgen.

Typisch „Harryhausen“ begegnen sie nicht nur einer riesigen Krabbe, sondern auch noch anderen großen Lebewesen, die bedrohlich, aber weniger fantastisch sind als bei den Sindbad-Filmen.

Die Riesenkrabbe greift an (c) Colombia Pictures, Koch

Auch Captain Nemo (gespielt von Herbert Lom) kommt in dem Film vor.

Großartig ist die Bildqualität dieser Blu-Ray aus dem Hause Koch. Bonusmaterial hat die Blu-Ray auch noch zu bieten: „Ray Harryhausen über MYSTERIOUS ISLAND“, „Islands of Mystery“,“ Original Kinotrailer“,“ TV Spots“,“ Bildergalerie“.

Im Fazit kann ich diese Blu-Ray nur wärmstens empfehlen. Hatten die Sindbad – Filme noch manch erzählerische Schwäche (bei allem optischen Reiz), so kommt dieser Film auch noch mit einer packenden, spannenden Geschichte daher, die noch um ein oder zwei kleine Varianten, gegenüber dem Vorbild, verändert wurden. Großes Kino!

„Die geheimnisvolle Insel“ auf der Website von Koch Films

„Die geheimnisvolle Insel“ auf Amazon erwerben

 

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NOVELMORE – Neues aus dem Hause Playmobil

In der Stadt Novelmore entwickeln der geniale Erfinder Dario Da Vanci und seine Freunde eine neue Idee nach der anderen. Beflügelt durch Erfindungen und den technologischen Fortschritt, erstrahlt Novelmore als Hoffnugnsschimmer in einer Welt, die langsam aber sicher in mittelalterlicher Düsternis versinkt.

In dieser Welt gibt es zwei verfeindete Gruppen: Auf der einen Seite steht der Königshof des Kriegsherrn Bayron. Er wurde vor langer Zeit aus Novelmore verbannt und ist heute der Anführer der Burnham Raiders. Kahboom, sein Handlanger, stachelt Bayron stets an, das nächste Feuer zu legen. Bayron hat einen Sohn, Brody. Dieser ist die Stimme der Vernunft in Burnham. Eines Tages verlässt er Burnham und geht alleine auf Reisen. Dort wird er sehr weise und erlernt die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen.

Auf der anderen Seite steht der Königshof, an dem auch Da Vanci lebt: Novelmore. Dieser wird besonders eindrucksvoll durch Prinz Arwynn – dem Erbe des Throns von Novelmore – repräsentiert. Wann immer es möglich ist, schleicht er sich sich davon, um aufregende Abenteuer zu erleben. Und dann wäre da noch Gwynn: Furchtlos, hartnäckig, rebellisch ist sie – und fest entschlossen, die erste Ritterin Novelmores zu werden und so in die Geschichte einzugehen.

Was sich wie ein Expose zu einer TV – Serie liest, ist genau das: 2020 wird eine Novelmore – TV – Serie die Kinderzimmer stürmen! Aber schon zuvor ist es den Kids möglich, sich mit den Spielzeugen zur Reihe eine Menge Geschichten auszudenken. Ich habe mir drei Spielsets genauer angeschaut und werde euch nun davon berichten.

GROSSE BURG NOVELMORE – 702020

Die neue Ritterwelt – Novelmore – unterscheidet sich von Allem, was es bisher bei Playmobil gab. Die große Burg Novelmore ist definitiv ein Werk von Dario Da Vanci. Sein großer Namensvetter DaVinci war, wie wir wissen, ein Kind der Renaissance. Wikipedia erklärt uns:

Eine generelle zeitliche Eingrenzung des Übergangs vom Spätmittelalter in die Renaissance ist nicht möglich.

Die Ritter von Novelmore sind – historisch betrachtet – in der Zeit aufkeimender, neuer Ideen der Renaissance, heimisch. Und in der Fantasy / Fantasie natürlich auch. Im Pressetext heißt es treffend:

In Novelmore begegnen sich Mittelalter und Fantasy, Hell und Dunkel, Feuer und Wasser.

Hätte ein Da Vinci oder, bleiben wir in der Welt von Playmobil, Da Vanci, eine Burg entworfen, wie hätte die ausgesehen?

Schon die Wappen von Novelmore zeigen ein Zahnrad: Dies ist ein Königshof, bei dem Erfindungen ganz oben stehen!

Die Zugbrücke der „großen Burg Novelmore“hat keine Schnüre zum Herabsenken der Zugbrücke, sondern Viertel – Zahnräder! Das sieht toll und elegant aus, wenn die Zugbrücke auf diese Weise geschlossen oder herabgesenkt wird.

Auch gab es bisher wohl noch nie eine Burg, die derart bewaffnet daher kam: Zwei Steinschleudern, eine statische Armbrust, zwei Kanonen (eben: Spätmittelalter) und – ganz neu! – ein ausgeklügeltes System mittels dem man Rittern, die vor der Burg stehen, Steine vor die Füße werfen kann. Dazu dreht man einen Plastikreifen, der in einem Turm platziert wurde und der diverse Fächer für Steine enthält. Der Turm hat eie freie Stelle und dreht man die Steine an diese Stelle, rutschen sie heraus und fallen nach unten. Muss man gesehen haben. Schöne Idee, die wiederum vom Mittelalter inspriert wurde und so noch nie bei Playmobil vorkam.

Die große Burg NOVELMORE (c) Playmobil

Insgesamt hat diese Burg ein ganz eigenes Design, dass unter Anderem durch die blauen Holztüren geprägt ist, welche sich „über Eck“ öffnen lassen. Natürlich gibt es auch die bekannten, oben abgerundeten Türen. Alle wurden mit den typischen Playmo – Schlössern versehen, mit denen man die Türen verriegeln kann.

Über einen großen Balken, der durch das Dach des Hauptgebäudes geht, führt ein Seil. An dessen Enden wurden große Eimer befestigt, die man leicht auch als Fahrstühle verwenden kann. Oder dienen sie dem Zweck, andere Dinge zu transportieren? Oder Beides?  Das bestimmt das spielende Kind. 😉

Da Vanci wurde in diesem Set besondere Aufmerksamkeit zuteil: Er bekommt ein Labor, einen kleinen Hochofen mit Amboss. Eine Lupe ist auch dabei und einige Skizzen von Erfindungen. Da Vanci sieht seinem Namensvetter aus unserer Welt recht ähnlich. Ein Hut mit einer Seitenfeder zeichnen ihn aus. Eine seiner geheimen Skizzen wurde einem Wolf auf seinen Sattel gebunden. Überhaupt scheinen die Novelmores mit den Wölfen, die sie wie Schneehunde verwenden und auch vor ihre Kutschen spannen (siehe unten), sehr verbunden zu sein.

Neben dem neuen Design und einigen neuen Ideen, bekam aber auch das alt-bewährte einen Platz: So der Thron, der große Tisch und die Sitzbänke dabei. All das kann sehr gut in dem großen Haus der Burg untergebracht werden.

Unterhalb des „Thronsaals“ (wenn man ihn so verwenden mag), befindet sich das Verlies. Natürlich befinden sich diverse Möglichkeiten, in jenes zu gelangen, Etwa über eine Falltür oder auch über ein typisches Gitter, welches im Boden eingelassen wurde. Um besser spielen zu können, ist es möglich, das Gemäuer großräumig zu öffnen. Aber auch ein Mauerdurchbruch ist möglich, hierfür wurde ein Teil der Mauer lose eingesetzt. An anderer Stelle wurde diese Idee in einem Stück der Außenmauer umgesetzt. Natürlich zu „beschießen“, damit sich die Mauer dort öffnet und die feindlichen Ritter in die Burg einfallen können.

Zimmer mit Aussicht: Blick in die Burg von NOVELMORE – (c) Playmobil

Einige der Hauptcharaktere sind, neben Da Vanci, auch noch mit dabei. Als erstes sei der König von Novelmore genannt, dessen beeindruckender weißer Bart mit Zöpfen durchdrungen sind und entfernt an „Wickinger“ erinnert. Das Design der Novelmore – Ritter ist besonders schön gelungen. Es wirkt – in seiner Kombination aus gelb und blau – besonders heldenhaft. Bei des Königs Sohn, Prinz Arvynn, wird das gelb der Rüstung durch seinen eigenwilligen Haarschopf noch unterstrichen. Erstaunlich, wie Playmobil den doch „immer gleich aussehenden“ Figuren von Playmobil Charakterzüge abgewinnen können!

Schließlich ist noch ein stattlicher Ritter dabei, der – wiewohl er offenbar Hosenträger über der Rüstung trägt – offenbar ein großer Kämpfer ist. Auch ein Streitross ist mit dabei.

Fazit zur großen Burg von Novelmore:

Die große Burg von Novelmore ist das große Einstiegspaket in eine neue, fantasievolle Ritterwelt. Sie erinnert daran, an wen sich Playmobil eigentlich wendet: An die Kinder, die offen und voller Fantasie abenteuerliche Geschichten erleben wollen. Frei vom historischen Gepäck und klischeehaften Erwartungen an das Mittelalter, wurde hier – gestützt und unterfüttert durch eine spannende Rahmenhandlung – der Boden für viele neue Geschichten gelegt, der – selbst in unserer digitalen Welt, in der Kinder regelmässig vor ihren diversen Bildschirmen sitzen – diese dazu einladen, mal ein Playmobil – Männchen in die Hand zu nehmen, um sich selbst durch das Spiel auszudrücken und ihren Alltag Erlebtes zu verarbeiten.

Preis: 169,99 EUR. Es lohnt sich auf der Playmobil – Website nach Bündeln zu suchen, die günstiger sind. Auch variiert der Preis von Spielzeugladen zu Spielzeugladen. So kann man sie aktuell (Herbst 2019) für „nur“ 119 EUR beim größten Internetkaufhaus erwerben…

Die Ritterburg von Novelmore kann übrigens durch weitere Sets vergrößert werden. Diese finden sich auf der Website www. Playmobil.de.

WOLFSGESPANN UND WASSERKANONE – 70225

Eine weitere innovative Idee der Novelmore – Reihe ist das „Wolfsgespann mit Wasserkanone“. Eine spezielle Kutsche, die von der Originalität der Reihe deutlich beeinflusst wurde, wird von vier Wölfen gezogen. Diese tragen Sättel, an denen die Kutsche über ein Gespann befestigt ist. Drei dunkle und zwei graue Wälfe sind es. Die Kutsche selbst könnte als „Feuerwehr des Mittelalters“ durchgehen – was durchaus verständlich ist, wenn man bedenkt, dass die Burnham Raiders mit dem Feuer im Bunde sind.

Mit dabei sind zwei Figuren, Gwynn und ein Soldat. Damit eine der wichtigsten Charaktere der neuen Playmobil – Serie.

Das Wolfsgespann: Fantasievoll!

Fazit zum Wolfgespann mit Wasserkanone: Stabil und innovativ kommt diese Kutsche daher, die man wohl zu Recht (wir werden das eines Tages in der TV – Serie sehen können) als „Feuerwehr“ und damit als wirkungsvolle Hilfe gegen die Burnham Raiders, daher kommt.

Preis: Variiert wiederum zwischen ca. 20 EUR und 14 EUR, je nach Anbieter.

TEMPEL DER ZEIT – 70223

Wichtig: In diesem eindruckvollen Set befinden sich zwei weitere Hauptcharaktere: Prinz Arwynn und sein Gegenspieler, Brody. Aber auch ein Magier ist mit von der Partie. Die Figuren sehen wieder einmal sehr schön aus, die Ausrüstungen der Gegenspieler sind liebvoll und detailiiert gestaltet, während die Kleidung des Magiers keltisch und mystisch wirkt. Playmobil ist hier mal wieder ein tolle Charakterzeichung gelungen – und das, obwohl es sich doch nur um die bekannten, stets grinsenden Plastikfiguren handelt, die es schon seit den 70iger Jahren gibt!

Der Tempel der Zeit und der Zauberer – (c) Playmobil

Dieses Set bietet eine klassische Idee: Es gibt eine Rüstung, die einen unverwundbar macht und welche von einem alten, weisen Magier bewacht wird, der sowohl an Merlin als auch an Gandalf erinnert. Natürlich wollen die beiden Streithähne – Arwynn und Brody –  beide an die Rüstung besitzen, die hier, schön drapiert im „Tempel der Zeit“ auf den „Sieger“ des Wettstreits wartet. Das Set wirkt wie eine alte keltische Kultstätte mit seinen Runen-artigen zeichen und dem an alte Tempel erinnernden Aufbau. Es gibt sogar einen Lichteffekt! Das Set ist schon etwas größer und lädt, aufgebaut, definitiv zum spielen ein.

Fazit zum Tempel der Zeit – 70223

Der „Tempel der Zeit“ bringt – neben zwei Hauptcharakteren – eine tolle neue Umgebung für die Figuren, die eine alte, aber nichtsdestotrtoz schöne Idee, nachspielen lässt.

Der Tempel der Zeit – (c) Playmobil

Wer alte Sagen kennt – wie Siegfrid und Co oder auch „Herr der Ringe“ mag, weiß, dass die Idee von einer Rüstung, die einen unverwundbar macht, so alt wie gut ist. Alles wird liebevoll dargeboten und ist so stabil, wie man es von Playmobil kennt.

Der Preis varriert wie immer und es lohnt sich defintitiv, dass Netz unsicher zu machen und nach dem besten Preis zu suchen. Aktuell befindet sich dieser zwischen 21 und 29 EUR.

Epilog:

Bei der Erfindung von Novelmore konnten sich die Erfinder selbst austoben und offenbar recht frei von Zwängen oder Vorgaben agieren. Das merkt man dem Produkt an, welches von Innovationen und „freiem Geist“ beseelt ist. Novelmore wendet sich gezielt und primär an die Kinder von heute, denn diese Spielewelt macht neugierig und lädt wirklich zum spielen ein. In einer digitalen Zeit ist das spielen mit Figuren und das damit verbundene – wörtliche – be-greifen umso wichtiger geworden, denn das fördert unsere Kinder. Ich kenne zumindest schon jetzt einige Kinder, die von der Novelmore – Welt fasziniert sind 🙂 

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Star Wars – Flucht vom Todesstern – Das Spiel

Ein kurzer Freudentaumel setzte bei mir ein als ich das Brettspiel „Flucht vom Todesstern“ wieder entdeckte. Das Spiel aus dem Jahre 1977 ist für 2 – 4 Spieler. Original-Publisher war einst Kenner. So ist es kein Wunder, dass das Verpackungs-Design im selben Stil wie die der einstigen Figuren gehalten ist. Nun kann man es wieder regulär im Handel erwerben…

Star Wars: Flucht vom Todesstern – Das Spiel (c) Disney, Hasbro

… und die NEUerscheinung des Spiele-Klassikers kommt mit einem Extra: Mit dabei ist die Figur von Grand Moff Tarkin und zwar aus der Retro-Collection, einer offenbar recht erfolgreichen Linie bei Hasbro, in der ausgewählte Figuren von einst genau so gegossen und verpackt daher kommen, wie wir sie als Kinder damals im Spielzeugladen erwerben konnten! Tolle Idee! In der Retro-Collection-Linie sind noch andere Figuren erschienen: Luke Skywalker, Darth Vader, Prinzessin Leia und Han Solo. Zugegeben, die Figuren sahen den Schauspielern schon damals nicht zu ähnlich, aber das störte nie. Ginge es nach mir, würden sie alle alten Figuren regulär wieder auflegen, denn das ist für viele (ältere) Fans heute das einzig „wahre“ Star Wars Spielzeug.

Grand Moff Tarkin – die Retro Collection Figur gibt es nur mit diesem Spiel! (c) Hasbro, Disney

Zurück zum Spiel. Es beginnt alles in der Müllpressanlage. Die Figuren „Luke/Leia“ und „Han/Chewie“ (die BEIDE in unterschiedlichen Farben von ALLEN Mitspielern gespielt werden!) splitten sich von hier aus auf: Ein „Paar“ geht zum Kontrollraum, das andere „Paar“ geht zum Traktorstrahl. Wer den Traktorstrahl mit genauer „Wurfzahl“ (zum „würfeln“ wird eine Drehscheibe verwendet) erreicht, erhält eine „Traktorstrahl-Karte“. Darauf zu sehen ist ein gezeichneter Ben Kenobi, der gerade den Traktorstrahl lahmlegt.

Das jeweils andere Team muss derweil in den Kontrollraum laufen, um dort die Pläne des Todessterns zu hamstern. Auch hierfür gibt es eine Karte. Diese ist blau und erinnert an eine Schema-Skizze des Todessterns.

Während des Trips zu den beiden Missionspunkten des Todessterns, landen die Abenteurer immer wieder auf blauen „Machtfeldern“. Wenn das geschieht, wird eine „Machtkarte“ gezogen, die hilfreich sein kann („Du zerstörst ein Feld mit deinem Blaster – ziehe 2 Felder vor“) oder eher schädlich („Stormtrooper im Gang – setzte einmal aus“). Auf den Karten sind auch immer passende Zeichnungen von Filmszenen zu sehen.

Ähnlich wie bei „Monopoly“ kann man auch im Inhaftierungsblock landen und nur mit einer bestimmten Karte oder einer „3“ wieder entkommen.

Am Ende landen die Helden in einem Gefecht mit Tie-Fightern, welches über die Drehscheibe – der amerikanischen Variante des Würfels bei jenem Spiel (bei deutscher Ersterscheinung war ein Würfel dabei, während in Amerika von Anfang an eien Drehscheibe dabei war) entschieden wird.

Der Charme des alten Spiels ging nicht verloren… (c) Disney, Hasbro

Im Internet wird das Spiel viel bemängelt, weil es von Anfang an keine „richtigen“ Spielfiguren dabei hatte, sondern „nur“ Pappaufsteller, die man in einen Ständer drückt, weil die Spielidee wenig ausgefeilt wäre usw. Ich persönlich konnte diese Kritik nie ganz verstehen, weil ich das Spiel selbst 1977 erstmals spielte. Damals – lange vor der Verwendung des Wortes „Merchandise“ – war man einfach froh, zumal in Deutschland, ein Spiel zu dem neuen tollen Film spielen zu können. Heute finde ich gerade die etwas karge, aber stimmungsvolle Aufmachung des Spiels reizvoll. Die Idee mit den „Machtkarten“ macht immer Spaß, weil sie dem Vorankommen ein Überraschungselement hinzufügt. Das Spiel ist so leicht wie der erste Film der Skywalker-Saga, bevor das Thema „Star Wars“ von millionen von Fantheorien überhäuft und beinahe erdrückt wurde, als es sich einfach noch um ein Abenteuer aus einer „weit weit entfernten Galaxis“ handelte, in der gut einfach gut und böse einfach böse zu sein schien. Gerade im Vorfeld der neuen Episode werde ich es sicherlich wieder einmal mit begeisterten Fans der Trilogien spielen.

Ihr findet das Spiel u.a. regulär bei Amazon.de, aber auch bei Elbenwald u. v. a. Versandhäusern.

Übrigens erschienen in den U.S.A. Zu Episode V – Das Imperium schlägt zurück – zwei andere Spiele, die es leider nicht nach Deutschland gebracht hatten. „Yoda – The Jedi Master Game“ und „Hoth Ice Planet Adventure Game“. Ich hoffe sehr, dass Kenner, sorry, HASBRO auch diese Spiele international erneut veröffentlichen wird.

In den nächsten Monaten werde ich öfter mal Merchandise rund um „Star Wars“ vorstellen, schließlich schreiten wir mit großen Schritten auf den letzten Teil der großen Star Wars Saga zu.

May the Force be with you!

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Sherlock Holmes (die neuen Fälle) 42 – Der Fluch der bösen Tat

Das eben ist der Fluch der bösen Tat,
Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären.

(Friedrich Schiller)

Als Inspector Lestrade Holmes und Watson in das Gewächshaus des Botanikers Bernhard Kentish bittet, ahnen diese noch nicht, dass sie mit dem wohl makabersten Leichenfund ihrer detektivischen Karriere konfrontiert werden. Die Ermittlungen führen sie in das akademische Milieu der Royal Botanic Gardens Society sowie zur bedauernswerten Julie Briscoe, die mit dem Mordopfer verlobt war. Über allem steht die Frage, ob die Entdeckung einer seltenen Orchideengattung etwas mit dem Verbrechen zu tun hat. Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?

Über etwa acht Tracks zieht sich die Beschreibung und die näheren Umstände bezüglich des Mordes, den Sherlock Holmes in diesem Fall untersucht. Nichts für schwache Nerven. Auch kein Hörspiel, dass man sich anhören sollte, während man gerade zu Mittag ißt.

Nachdem der Leichnahm geborgen und der Modus Operandi ausreichend besprochen wurde, entfaltet sich eine vielschichtige Kurzgeschichte, die entfernt an Agatha Christies short stories erinnern mag. So ganz leicht ist es dieses Mal nicht, dahinter zu kommen, wer hier getötet hat und warum. Aber wer wären Holmes und Watson, wenn der Fall unaufgeklärt bliebe?

Ist dieses Hörspiel zu empfehlen?

„Leider ja“ ist meine ehrliche Antwort. „Leider“, weil so ausschweifende Darstellungen von Gewaltverbrechen nicht gerade „typisch Conan Doyle“ (und auch nichts für mich) sind, „Ja“, weil die Geschichte (danach) eine Menge Spaß bietet. Man kann die Untersuchungen des „Dreamteams“ gut mitverfolgen, während Christian Rode und Peter Groeger in ihren bekannten Rollen als Holmes und Watson der Handlung eine leichtere Note geben.

Aber auch die bekannte und beliebte Stimme von Lutz Harder, dessen Lestrade dieses Mal – gemeinsam mit seinem Team, welches aus der „Lestrade“ – Reihe bekannt geworden ist – mehr in den Mittelpunkt gerückt wurde, trägt zur „guten Unterhaltung“ bei.

Andere bekannte Sprecher sind Michael Pink, Tino Kießling, Peter Weis, Wolfgang Condrus, Margit Straßburger, Martin Kautz, Bernd Vollbrecht, Ilka Teichmüller, Udo Schenk und Bodo Wolf.

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Bogenschieß – Tagebuch – 17.09.2019

Als ich noch ein Kind war, suchten wir uns dicke, biegsame Äste, fügten ihnen oben und unten tiefe Kerben mit unseren „Fahrtenmesser“ zu und wickelten Paketband oder Ähnliches um das obere Ende, spannten die „Sehne“ und verbanden sie – unter der Zugkraft des gebogenen Astes – mit dem anderen Ende des Bogens. Pfeile wurden ebenfalls aus der Natur organisiert. Lange, stabile, möglichst gerade Stöcker waren das, die natürlich angespitzt wurden. Nein, Federn hatten sie nicht. Aber es funktionierte alles. Einigermaßen.

Als ich in diesem Sommer (2019) mit meinem jügeren Sohn meinen Bruder in Unterföhring besuchte, lernten wir das „echte“ Bogenschießen kennen. Es hatte mich immer schon gereizt. Warum, das konnte ich gar nicht so genau sagen und kann es auch heute nicht. Eine Prise „Robin Hood“, eine Ahnung von der englischen Tradition des Langbogens, „Abenteuer“ – Flair… spielte und spielt sicherlich eine Rolle. Die ersten Schüsse mit einem echten Recurve-Sportbogen (no name) fielen mittelmässig aus. Mein Bruder lehrte uns seitlich und gerade zu stehen. Getroffen wurde nur mäßig, aber Spaß machte es, obwohl die Sonne heiß vom Himmel herab – glühte.

Wieder daheim in Hildesheim besuchten wir einen Volkshochschul-Kurs. Hier nun kamen weitere Kenntnisse hinzu. Das seitliche Stehen – ja, schon gut, aber vor Allem: Das ANKERN. Die Sehne weit hinaus zu ziehen und die „ziehende“ Hand immer an der gleichen Stelle (hinter dem Mund) zu ankern, war unsere Lektion Nummer 1.

Ganz nebenbei lernten wir den Bogen richtig zu spannen und zu entspannen, wir lernten diverse Köcher, den Armschutz und anderes kennen. Alles wurde gestellt.

Letzte Stunde, VHS-Kurs: Wir lernten, dass beim Bogenschießen alles fließend sein sollte. Das es möglich ist, den Atem als „Takt“ einer Schuß – Abfolge zu verwenden. Zum Beispiel: Seitlich hinstellen – Füße richtig stellen – Atemzug – mit der rechten Hand den Pfeil aus dem Seitenköcher nehmen – Atemzug – einlegen – Atemzug – spannend, dabei linken Arm leicht eindrehen – Atemzug – zielen – Atemzug – Schuss!

Das alles so umzusetzen, davon bin ich noch weit entfernt, aber eine Ahnung davon zu haben, das ist schon mal gut. Die Gemeinschaft der Gruppe  war toll, eine Fortsetzung ist geplant. Aber vorher geht es zum PSV Hildesheim am nächsten Freitag.

Ich werde berichten.

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Xanadu – Mediabook

Olivia Newton John sah mich jeden Tag an, wenn ich morgens aufwachte. Dabei ging ich noch zur Grundschule! Dennoch: Das Poster von der hübschen, blonden Frau prangte in meinem Teil des Zimmers, dass ich mit meinem älteren Bruder teilte, auf meinem Kleiderschank. Mein Bruder war wohl ein Fan und ich hatte ihn erlaubt, meine rechte Schranktür mit dem Poster zu zieren. Ein wenig verstand ich ihn ja, denn alleine schon die Songs waren allesamt Ohrwürmer und wurden von meinem Bruder dauernd gespielt: Magic, All over the world, I´m alive und wie sie nicht alle heißen.

Die Zeit verging, das Poster und schließlich auch mein älterer Bruder verließen das gemeinsame Kinderzimmer, die Songs jedoch blieben mir stets in Erinnerung. Als ich nun auf dieses Mediabook aufmerksam wurde, musste ich es haben und mir den Film endlich mal komplett ansehen. Er war ja mit Gene Kelly und wer den nicht kennt, lebt hinter dem Mond. Oder sah ihn nie durch Pfützen springend und „Singing in the rain“ singend. Gene Kelly: Das war ein echter Star des goldenen Hollywood!

Ich legte nicht die DVD, sondern die Blue Ray ein. Wenn schon, denn schon. Die Qualität des Streifens auf Blue Ray ist großartig. Obwohl die eigene Handlung nicht immer den heutigen Geschmack treffen mag, fegt einem doch mit ihr ein Sturm der frühen 80er Jahre um die Ohren. Mode, wie man miteinander umging, die Art des Films selbst, mit seinen Tanzeinlagen, dem Aufeinandertreffen von Kellys 40er – Jahre – Jazz und dem teils schrill anmutenden Stil der 80er, das wirkt schräg und gleichzeitig so richtig „typisch 80er“. Typisch ist auch die Zeichentrickeinlage, die entfernt an „Das letzte Einhorn“ und andere Zeichentrickfilme jener Zeit erinnert.

Gene Kelly (1912 – 1996) ist gut besetzt, denn die Jugend sprüht noch aus seinen Augen, auch, wenn seine Tanzeinlagen behutsamer von Statten gehen als zu seinen Glanzzeiten, aber immer noch sehens- und staunenswert.

Zugegebener Maßen gibt es im ganzen Film nur ein einziges richtiges Problem: Wie können die Muse und der Künstler zueinander kommen, wenn doch Zeus etwas dagegen hat? Die Antwort ist einfach, wenngleich sie nicht ganz eindeutig daher kommt, doch das Ende ist – auf seine eigene Weise – ein gutes Ende.

Erst im Nachhinein musste ich im Internet lesen, dass dieser Film einst die „goldene Himbeere“ erhalten hatte. Im 20seitigen Booklet, welches mit Fotos und Informationen angereichert ist, wird darauf eingegangen. Gut, dass ich erst im Nachhinein davon las, wie schlecht der Film angeblich ankam oder sein soll. Ich hatte nie einen Massengeschmack und sehe Xanadu als ein typisches Produkt der frühen 80er Jahre. Insofern ist der Film ein Zeitdokument, eine Quelle, die genutzt werden kann, um in jenen Zeitgeist einzutauschen.

Der größte Schwachpunkt ist wohl, dass viele Zuschauer, denen die 80er nichts bedeuten, auch mit dem Film nicht so sehr viel anfangen können. Oder doch? Das wäre mal interessant zu erfahren! Olivia Newton-Johns betörende Wirkung ist sicherlich zeitlos!

Das limitierte Mediabook ist für nur etwa 20 EUR im Handel erhältlich. Mit dabei ist auch Bonusmaterial: Die Dokumentation „Going back to Xanadu“ (OV), ein Audiokommentar von Cine Entertainment, Songs zum Mitsingen sowie das erwähnte Booklet.

https://www.amazon.de/Xanadu-Mediabook-Blu-ray-Olivia-Newton-John/dp/B07RJ9NWF6

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Laramie oder: Am Fuß der blauen Berge (Pidax)

Pidax hat schon vieles möglich gemacht. Die Firma brachte uns eine Neusynchronisation vorhandener Peter Cushing Sherlock Holmes – Filme, sie wird in Kürze DEN russischen Holmes in deutscher Variante herausbringen und sorgte immer wieder in den letzten Jahren für Überraschungen, wie z.B. die Publikation der Krimireihe „Task Force Police“. Viele kleine Kostbarkeiten der goldenen TV – Ära.

Da die Güte der Pidax – Reihen in der Regel garantiert ist einerseits und andererseits, weil ich ein großer Western – Fan bin, nahm ich mir auch die Western – TV – Reihe „Am Fuß der blauen Berge“ vor. Eine Serie aus den 60iger Jahren mit einem so anheimelnden Titel… Ich war zwar neugierig, aber gleichzeitig auch skeptisch. Ich rechnete mit langatmigen Geschichten, hoffte auf Spannung und meine Erwartungen wurden weit übertroffen! Diese Serie ist spannender als „Rauchende Colts“, „Die Leute von der Shiloh Ranch“ und „Bonanza“ zusammen.

Aber was macht die Serie, die im Original einfach „Laramie“ heißt, so genial? Zum Einen sind es natürlich passende Schauspieler, deren Rollen man so sympathisch findet, dass man ihnen immer wieder gerne auf der „Mattscheibe“ begegnet. Mit John Smith alias Slim Sherman und Robert Fuller alias Jess Harper ist das perfekt geglückt. Slim lebt zusammen mit seinem kleinen Bruder Andy (Robert Crawford Jr.) auf der Sherman Farm. Es handelt sich um eine Farm, deren Haupteinnahmequelle darin besteht, die vorbeifahrende Postkutsche mit neuen, frischen Pferden zu versorgen. Über die Jahre kommen und gehen auch langfristig Charaktere, die in die Farm ein- oder aus ihr ausziehen. So kommen später Spring Byingtom als Daisy und Dennis Holmes als der Junge Mike Williams hinzu, während Slims Bruder nicht mehr dabei ist und auch das Faktotum der Farm, Jonesy, gespielt von Hoagy Carmichael, sich später von der Serie verabschiedet.

Die Serie umfasste vier Staffeln mit 124 Folgen und wurde zwischen 1959 und 1969 in Amerika gedreht und gesendet.

Das Spezielle an der Serie ist wohl, dass jede Folge – oder zumindest jede, die Pidax für uns in Deutschland gerettet hat (dazu später mehr) – ein vollkommen durchdachtes, nahezu perfektes Drehbuch zugrund liegen hatte. Unerwartete, aber absolut glaubwürdige, Wendungen gehören zu den meisten Geschichten und der Spannungsbogen wird gezielt und schnell, oft in den ersten fünf Minuten, aufgebaut, so dass man von Anfang an bei den Storys ist und wissen will, wie sie zu Ende gehen.

Dabei werden die üblichen Wildwest – Themen – man bedenke die Zeit, in der die Folgen entstanden! – oft auf kontroverse, moderne Art angepackt. Die Indianer sind dort in der Regel nicht einfach nur die „bösen, wilden“ Indianer und die Weißen sind nicht nur die „Guten“. Manch ein Gauner zeigt sich auch von seiner freundlichen Seite und manch ein gesetztestreuer Bürger zeigt sich von seiner unschönen Seite. Nicht jeder, der angeschossen wird, ist deswegen sofort tot, wie das in vielen Hollywood-Klassikern jener Zeit der Fall war. „Laramie“ überrascht indes immer wieder mit erstaunlich „moralischen“ Folgen, ohne den Zeigefinger zu heben.

Dazu kommt eine stimmungstragende Musik, ursprünglich von Cyril Mockridge komponiert, sowie eben jene Hauptdarsteller, allen voran Slim und Jess, denen man das „Heldsein“ absolut abkauft. Beide haben ein gutes Herz und wissen sehr wohl Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit voneinander zu unterscheiden. Dafür treten sie auch des Öfteren ein! Jess hat allerdings zudem eine etwas verwegene Vergangenheit.

In den uns durch Pidax erhaltenen Folgen wird nicht alles geklärt, was ihre Vergangenheit angeht. Die 21 Folgen machen sogar einen großen Appetit auf mehr desselben! Aber wieso brachte Pidax „nur“ 21 Folgen heraus und inwiefern mussten uns diese „erhalten“ werden?

52 Folgen der Serie wurden damals von der ARD synchronisiert und ausgestrahlt (es gab nur wenige Wiederholungen bis 1970, lange vor der Zeit des Videorekorders). Übrigens war „Am Fuß der blauen Berge“ die erste Western-Serie, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde! Das unwissende Publikum hielt die erste Folge sogar für einen sehr kurzen Spielflm (so viel auch zum Anspruch der Drehbücher!).

Die deutschen Synchronaufnahmen waren ursprünglich nach Ausstrahlung 1970 vernichtet worden, das in aller Kürze. Diese eine Tatsache wurde von Pidax nach viel Recherchearbeit herausgefunden. Es fand sich überrschender Weise ein Fan der Reihe, der einstmals eine Folge auf Magnettonband aufgenommen hatte – und das offenbar in so guter Qualität, dass diese Aufnahme für Vol. 1 verwendet werden konnte: 3 Folgen Original – „Am Fuß der blauen Berge“ konnte auf diese Weise erstellt werden.

Das war es aber dann auch schon. Wer die Serie begonnen hat, weiß, dass drei Folgen gerade mal ein guter Appetitmacher sind.

Glücklicherweise kümmerte sich Pidax nunmehr darum, weitere Folgen komplett neu synchronisieren zu lassen. Das von Pidax beauftragte Synchronstudio hatte ein unglaublich gutes Gespür für die richtigen Stimmen und mischte den Sound im zeitgenößischen Original – Mono – Format ab. Das Ergebnis fühlt sich auch akkustisch an „wie von damals“. Die Arbeit ist geglückt.

Ausführlicher wird dies und anderes, rund um die Serie, in den umfangreichen Booklets der ersten Volumes, erklärt.

Jedes Volume – es sind sieben an der Zahl – kostet seine rund 15 EUR. Das ist nicht wenig Geld für je „nur“ 3 Folgen. Bedenkt man, wie viel Mühe in jedem einzelnen Volume steckt und dazu noch die Güte der Reihe, dann muss man zugeben, dass es die Serie wert ist. Oder man kauft gleich alle sieben Folgen und spart dabei.

Wer sich übrigens im Internet umschaut, erkennt schnell, dass „Laramie“ eine internationale Kultserie ist. Ich selbst bin Mitglied einer „Western“-Gruppe bei Facebook. Es ist eine amerikanische Gruppe und von dort aus bekam ich allerlei Hinweise, so zum Beispiel den auf diese offizielle Robert Fuller Seite:

http://robertfuller.info/

auf der auch allerlei Merchandise erstanden werden kann:

http://robertfuller.info/store/storeoth.html

Wer sich nach „Laramie TV Serie“ bei Google durchfragt, wird schnell erkennen, wie beliebt diese Serie heute noch ist. Ich wünschte mir zwar, Pidax hätte die ganzen Staffeln neu synchronisieren lassen, bin aber dankbar, dass wir diese wunderbaren 21 Folgen haben – als ein Vermächtnis an eine Serie, die es nicht verdient hätte, vergessen zu werden!

Hier u.a. für 14,90 EUR / DVD (je 3 Folgen) erhältlich:

https://www.pidax-film.de/advanced_search_result.php?keywords=am+fu%DF+der+blauen+berge

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Der Mehrgewinn der Brutalität

Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich von Freunden höre, dass sie die Brutalität in Serien und Filmen und Computerspielen entweder teilnahmslos oder sogar begierig aufnehmen. Ich sah die Serie „Gotham“ bis zu jener Folge, in der Victor Zsaz einen abgetrennten Kopf in seiner Hand hielt, der noch blutete. Das war in der Gegend der Folge, in der sich ein anderer Charakter mit einem Löffel ein Auge aus dem Schädel gedrückt hat, um aus ihrer perversen Gefangenschaft als potentieller Spender von Körperteilen entkommen zu können. In „Ripper Street“ gab es auch genügend Folterszenen, verweste Leichen und blutende Wunden, um für eine Strecke von Alpträumen zu sorgen. Beide Serien haben aber nicht nur ihre verheerende Brutalität zu eigen, sie sind darüber hinaus auch extrem spannend – und gelten hier nur als Beispiel einer Unzahl von hoch gefeierten Serien, Filmen, Spielen, sogar Hörspielen, in denen Grausamkeit offenbar von der Masse gern gesehen wird.

Darauf angesprochen argumentieren viele Fans von Brutalität, dass sie eben auf „Realität“ setzen. Ich nenne so was „Sofa-Brutalität“. Es erinnert an die Gladiatorenkämpfe im alten Rom oder die öffentlichen Hinrichtungen des Mittelalters. Bequem im Sofa fletzend schauen sich diese Anhänger von Grausamkeit quasi „reales“ Geschehen an.

Bei diesem Thema erinnere ich mich immer wieder daran, dass ich als Schuljunge – das war in den 1980er Jahren – mal einen kritischen Text zum Thema „Überreiz“ in Englisch analysieren musste. Der Text erklärte, dass es schon im damaligen Amerika in den Medien immer mehr zur Darstellung von Gewalt käme, weil die Zuschauer sonst nichts mehr dabei „spüren“ würden. Die Gewaltdarstellungen seien wie eine Droge, von der man immer mehr brauche, um das gleiche spüren zu können, wie „beim ersten Mal“.

Doch wie verpönt ist die, meiner Meinung nach gesunde, Einstellung, sich solchen optischen und akkustischen Gewaltdarstellungen widersetzen zu wollen? Jeder, der das wissen möchte, kann mal in einem entsprechenden Forum die Frage formulieren, ob man – in dem ansonsten genialen Spiel – „Red Dead Redemption II“ die Gewaltdarstellungen (Blut, Verstümmelungen) ausstellen kann. Wo immer man im Internet deutlich macht, dass man solche Gewalt nicht sehen will, bekommt man aggressiven Gegenwind. Unsachliche, fast beleidigende Reaktionen sind der Fall und zeigen, dass sich die Konsumenten von großer Gewalt offenbar selbst wie ganz rauhbeinige „Soldaten“ fühlen, die durch „Blut und Schlamm“ gewatet sind. Dabei ist das einzige, was in der Regel die Hand eines Zuschauers oder Gamers berührt eine verschüttete Cola ist. Mit Realität hat das alles nichts zu tun. Ein „Battlefield“ – Spieler, den man eine halbe Stunde an der ECHTEN Front im ersten Weltkrieg aussetzen würde, käme vermutlich weinend und seelisch zusammengebrochen wieder zurück in die Realität. Und er würde vermutlich nie wieder – oder mit einer ganz anderes Sichtweise– Battlefield spielen.

Ob sich unter den Gamern vereinzelt auch wahre Attentäter befinden, ist ein Thema für sich. Eltern, die ihren Kindern unzensiert und vor Allem unkommentiert in der heutigen Medienlandschaft machen lassen, was sie wollen, verstehen meiner Meinung nach nichts vom Erziehungsauftrag. Ich hatte das Glück einen Vater zu haben, der den zweiten Weltkrieg auf manch schmerzliche Weise erlebt hat. Durch das von ihm direkt überlieferte, wurde mir klar, dass „Krieg“ und Grausamkeit nichts ist, was der „Unterhaltung“ dienen sollte.

Dabei möchte ich eine Erfahrung aus dem Jahr 2002 anrbingen. Damals, am 11. September, stand mein Geburtstag kurz bevor und ich hatte mir ein Star Trek Spiel gewünscht, in dem es darum geht, als ehrenhafter Klingone in den Krieg zu ziehen. Es war ein Spiel, dass alleine auf Raumschiffe fixiert und gänzlich unbrutal war. Abgesehen davon eben, dass ich mit Torpedos feindliche Schiffe besiegen musste.

Nach dem realen Angriff auf die Zwillingstürme in New York, hatte ich jedoch keine Lust mehr das Spiel zu spielen. Die wahren Eigenschaften des Krieges waren durch den Anschlag näher gekommen, waren spürbar und bedrohlich geworden. Das hier waren „nur“ zwei Hochhäuser, die zum Einsturz gebracht worden waren, wie viel grausamer noch muss dann ein Krieg sein, in dem manche Städte ausradiert wurden / werden!? Die Trauer ergriff damals große Teile der Welt. Natürlich war die Politik der Amerikaner in mancher Hinsicht zweifelhaft und das Motiv für den Anschlag an sich vielleicht nachvollziehbar, aber hier ging es nicht um große politische Vorstellungen oder richtige und falsche Entscheidungen hoher amerikanische Politiker, sondern um einzelne Schicksale. Menschen mit Familien, Leute wie Du und ich, die von heute auf morgen unnötig aus dem Leben gerissen wurden und tiefe Wunden auf Generationen hinterließen.

Das ich dieses „Star Trek“ Spiel erstmal nicht anfasste war für mich ganz natürlich. Wie konnte ich jetzt vor dem PC sitzen und bei Chips und Cola Spaß am „Krieg spielen“ finden?

Doch die Werte verfallen, wie in jeder fortgeschrittenen Zivilisation. Es ist „wie im alten Rom“, das passt schon. Nein, ich glaube nicht, dass man ein „Weichei“ ist, nur, weil man in Serien und Filmen dargestellte Grausamkeit ablehnt. Für mich ist quasi reale Darstellung in einem ansonsten guten Film kein Mehrgewinn, sondern ein Hinderniss.

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