Sherlock Holmes Chronicles – Das verwunschene Haus (42)

Seit die Hörspiel-Reihe „Sherlock Holmes Chronicles“ uns 2013 die Folge 1 (Die Moriarty Lüge) präsentiert hat, hat sie ihren festen Platz bei den Sherlock Holmes Fans. Regelmässig erscheinen in dieser Serie spannende, abstruse, fantastische Sherlock Holmes Pastiches. Zugegeben: Die Spannbreite der Qualität geht von „eher nicht so toll“ bis „absolut großartig“.

Bei den – meiner Meinung nach – weniger guten Hörspiel der Reihe lag es nie an den Sprechern. Holmes wird hier in der Regel von Till Hagen gesprochen, während der Erzähler, Watson, von Uwe Jacobs übernommen wird. Sie machen ihren Job richtig gut. Auch weitere SynchronschauspielerInnen finden sich in jedem Hörspiel und es sind zumeist gute, bekannte Sprecherinnen und Sprecher, die ihr Handwerk verstehen. Auch die Effekte überzeugen stets und die Musik ist zumeist sehr stimmungsvoll und passend. Wenn also eine Folge einmal weniger gut wurde, dann lag das, wie ich finde, stets am Skript, an der Geschichte. Aus meiner Sicht sind es Folgen wie „die Drachenlady“ oder „Der Orchideenzüchter“, die schon etwas von Drei-Groschen-Roman haben und zwar im eher biligen Sinne. Sensationslüsterne Geschichten, skandalumwitterte Ereignisse.

Dennoch bin ich ein Fan der Reihe, was gewiss an jenen Fällen liegt, die viel besser daher kommen. Darunter zu finden sind Titel wie „Der Fall Buffalo Bill“, „Die Moriarty Lüge“, „Holmes soll sterben“ oder die Umsetzung der Original-Fälle von Sir Arthur Conan Doyle, wobei ganz speziell der „Hund von Baskerville“ erwähnt werden soll, der meisterhaft geglückt ist, so bekannt er auch sein mag. Aber auch die Weihnachts-Specials (X-Mas – Specials), die jährlich erscheinen, machen Laune. Hierbei besonders hervorzuheben ist das erste Special, dass bei mir jedes Jahr um Weihnachten zu hören ist. „Der diebische Weihnachtsmann“ mit Titel. Speziell auf meinem Blog möchte ich noch auf Folge Nr. 2 eingehen: Die Zeitmaschine. Vielen puristischen Fans zu weit hergeholt, wird hier doch Bezug zu H. G . Wells bekanntem Roman (sowie George Pal´s Film) „Die Zeitmaschine“ aufgebaut. Für Geeks in jedem Fall einen Versuch wert.

Künstler: Mark Freier

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Der Fall des „verwunschenen Hauses“ ist wieder schön unheimlich. Ich mag es, wenn Hörspiele gruselig sind und am Ende eine (mehr oder minder) saubere Erklärung daher kommt. Es war wohl „Der Hund von Baskerville“, wo sich das Rezept von „Grusel und Holmes“ als erstes bewährt hat.

Im „verwunschen Haus“ geht es um eine Hexe, es geht um ein kleines Haus mitten im Wald, um Stimmen aus dem Nichts, eine Geistererscheinung und am Ende … ja, am Ende wird Holmes wieder einmal den Schleier des Unbekannten lüften und erklären, wie er dazu kam, dass zu tun, was er tat.

Ich möchte nicht zu sehr viel verraten. Was ich aber sagen kann ist, dass diese kleine, feine Geschichte Spaß macht. Sie ist atmosphärisch gelungen und dicht, die Stimmen (darunter Kaya Marie Möller und Thomas Petruo) sind sehr gut ausgesucht. Die Musik schön schaurig, die Geschichte fast schon zu kurz, aber mit 48 Minuten schön knackig – im Gegensatz zu sehr langgezogenen Hörspielen, die es ja auch gibt.

Die Story stammt übrigens von James A. Brett. Holmesianer erkennen es schon: Dies ist ein Künstlername, der sich auf den unvergleichlichen Jeremy Brett bezieht, der in der damaligen Serie von Granada TV den Sherlock Holmes darstellte. Er war einer der besten Darsteller, die es je gab – für manche der Beste überhaupt. Die Story „The hounted house“ wurde von „dem niederländischen Schriftsteller“, der auch auf

http://de.sherlockholmes.wikia.com/wiki/James_A._Brett

nicht genannt wird, 1995 geschrieben. Er habe das schreiben unter diesem Pseudonym inzwischen aufgegeben, heißt es dort weiter. Auf der Website von Romantruhe.de kann man  in der Serie „Sherlock Holmes & Co.“ drei weitere Vertoungen seiner Short Stories finden: „Die Hexe von White-Chapel“, „Der Mord ohne Leiche“ sowie „Das Geisterhaus“. Doch dieses „Geisterhaus“ unterscheidet sich inhaltlich wesentlich von „unserem“ hier. Offenbar hatte sich dieser Autor auf unheimliche Holmes-Geschichten spezialisiert.  Wer weiß, wie James A. Brett wirklich heißt, kann das ja mal in die Kommentare schreiben! 😉

Für Fans schauriger Detektiv-Geschichten / Holmes-Geschichten ist dieses Hörspiel in jedem Fall ein Treffer. Wer eher die arg komplexen Fälle mag, bei denen es beinahe schwer fällt, den Deduktionen zu folgen, wird hier vielleicht nicht auf seine Kosten kommen. Wer jedoch eine stimmungsvolle, leichte Unterhaltung mit Grusel und Sherlock Holmes hören möchte, wird hier bestens unterhalten.

Den digitalen Download der (meisten) Hörspiele der Reihe findet ihr hier:

http://www.winterzeitstudios.de/produkt-kategorie/sherlock-holmes-chronicles/

 

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