The Rise of Skywalker – Der Aufstieg Skywalkers: Kurze Stellungnahme

Kaum ist „Der Aufstieg Skywalkers“ im Kino, schon folgen die in der Regel gemischten oder negativen Zeilen in der Presse und im Internet. Negative Schlagzeilen machen sich gut und werden gelesen. Aber sie beeinflussen auch die öffentliche Meinung. Darum ist es so fatal, wenn viele Leute Schlechtes schreiben, um gelesen zu werden und nicht unbedingt, weil ihre Texte auch ihre wahre Meinung darstellen. Manchmal wird auch voneinander abgeschrieben… Ich denke da immer an diesen schmutzigen Witz: „Tausend Fliegen können nicht irren! Esst Scheiße!“

J.J. Abrams, der sehr wohl weiß, dass sein neuester Geniestreich nicht jeden zufrieden stellen wird, hat Großes geleistet. Nach seinem sehr erfolgreichen Film, „Das Erwachen der Macht“ (2015) folgte Rian Johnsons „Die letzten Jedi“ (2017). Johnson bog viele Male anders in seinem Drehbuch ab als J.J. Abrams dies getan hätte. „Die letzten Jedi“ spaltete die Fans mehr als irgendein anderer Film. Natürlich schwang sich das Internet auch zu jener Zeit auf, sich an Negativität zu überbieten. Vielleicht beeinflussten auch damals die unvorsichtig geäußerten Meinungen selbsternannter Journalisten auch jene Massen, die sich dann berufen sahen, einzelnen Schauspielerinnen Drohungen zu schicken. Die Verhältnismässigkeit in den Medien wird schon lange nicht mehr gewahrt.

Dennoch zeigte Episode 8, das Herzstück der neuen Trilogie, ein Problem auf: Es gab keine Roadmap, keine Storyline. J.J.Abrams und Lawrence Kasdan, die gemeinsam „Das Erwachen der Macht“ gebastelt hatten, hatten zwar eine grobe Idee, wo es hingehen könnte, aber Rian Johnson wurde dann Narrenfreiheit gewährt (warum auch immer) und so wirkten die Episoden VII und VIII nicht wie aus einem Guß. Auch, wenn man die Episode VIII mag (ich finde sie durchaus solide, angefüllt mit sowohl liebenswerten wie unsinnigen Momenten), wird man nicht umhin kommen zu erkennen, dass „Die letzten Jedi“ dem letzten Regisseur / Drehbuchautoren der Sequels ein Schlachtfeld hinterlies.

Der in „VII“ aufgebaute Oberbösewicht wurde zum Freak im goldenen Schlafrock und wurde schließlich geötet. Luke Skywalker: Getötet. Captain Phasma: Getötet. Leia: FAST getötet. Die Herkunft von Rey: Als unwichtig erklärt! Am Ende von VIII hatte ich keine Ahnung, in welche Richtung die Fahrt gehen soll. Ich meine: Am Ende der „Episode II“ (oder: „Angriff der Klonkrieger“) konnten wir mit Spannung die berühmten Klonkriege erwarten und wussten, dass da ein dunkles Schicksal auf Anakin Skywalker wartet. Spannend! Am Ende von Episode V erfuhren wir, dass Vader der Vater von Luke Skywalker ist und Han Solo war gerade in Carbonit gefroren zu Jabba the Hutt gebracht worden! Spannend! Aber am Ende von Episode VIII gab es keinen Spannungsbogen. Nichts, worauf man hätte gespannt sein können, denn alles schien klar zu sein – bis auf das, was man – wie Snokes oder Reys Herkunft – einfach ignorierte. Der Widerstand war kleiner, die Erste Ordnung mächtiger. Aber war das nicht schon am Anfang von Episode VII – „Das Erwachen der Macht“ – der Fall? Nein, VIII, „Die letzten Jedi“ wies in keine Richtung. Alles war offen, es gab nichts, was zu erwarten gewesen wäre. So gut „Die letzten Jedi“ einigen gefiel, so sehr gingen noch sehr viel mehr mit einem „?“ über dem Kopf aus dem Kino.

Und genau aus dieser Situation musste nun J.J. Abrams etwas „stricken“, was einigermaßen gefällig daher kam. Mit atemberaubendem Tempo tut er das in „Der Aufstieg Skywalkers“ auch. Keine große Vorgeschichte. Es geht schon mit dem ersten Satz des typischen Schrift-Vorlaufs ans Eingemachte. Das bleibt auch so, bis die Musik zum Nachspan ansetzt. Ohne groß zu spoilern will ich sagen: Vielleicht ist Episode IX kein absolut perfekter Film, aber es ist dennoch beileibe ein großartiger Film. Abrams und Terrio, sein Co-Autor, sind Künstler. Sie vermochten es „aus Kehrdreck Pfeffer“ zu machen, wie eine alte Redensart sagt. So nutzten sie Episode VIII für den Abschlußteil, korrigierten ihn, ohne ihm weh zu tun oder zu verändern und führten die Story dann mit Furore und Tempo in ein großes, emotionales Finale.

Keiner jener negativen Kritiker, so behaupte ich, hätten Episode IX besser schreiben können.

Eine ausführliche Kritik wird in den nächsten Monaten noch im „Fedcon Insider“ zu lesen sein…

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