{"id":1091,"date":"2018-12-12T20:44:52","date_gmt":"2018-12-12T19:44:52","guid":{"rendered":"http:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=1091"},"modified":"2018-12-12T20:59:11","modified_gmt":"2018-12-12T19:59:11","slug":"weihnachtsgedanken-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=1091","title":{"rendered":"Weihnachtsgedanken 2018"},"content":{"rendered":"<p>\u201eFr\u00fcher war alles besser&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Wer so spricht, ist alt. Da war ich lange Zeit ganz sicher und muss mich nun selbst \u00fcberf\u00fchren, denn ich sehe es langsam genau so. Ich sehe, wie meine lieben Kinder sich immer teurere Dinge zu Weihnachten w\u00fcnschen, gelenkt durch gut durchdachte, \u00fcberall anwesende Werbung. Wenn ich heute in der Werbung etwas entdecke, was meinen Kindern Spa\u00df machen k\u00f6nnte, wissen sie schon ALLES dar\u00fcber. Werbung, Youtubvideos und andere Quellen machen es m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wie sehr liebe ich es da, mich an \u201efr\u00fcher\u201c zu erinnern. Die Vorweihnachtszeit lag unter einem doppeltem Glanz. Zum Einen war es der Glanz des allgegenw\u00e4rtigen Schnees und der K\u00e4lte, dann der Glanz dieser irgendwie verzaubert wirkenden Zeit. Mutter versteckte Geschenke im Schlafzimmer, mal im Schrank, mal unter dem Bett. Es dauerte Jahre, bis ich dahinter kam und mir so einen Gro\u00dfteil des Spa\u00dfes nahm, ein wenig von meiner eigenen Unschuld raubte.<\/p>\n<p>Einst wie heute liebte ich die feierlich geschm\u00fcckten Fenster an allen Orten. In der Grundschule wurden \u2013 je n\u00e4her es an die Feiertage ging \u2013 auch mal ein oder zwei Stunde dem Vorlesen durch die Lehrerin gewidmet, w\u00e4hrend wir Kerzen anz\u00fcndeten und der Duft von Mandarinen in der Luft hing.<\/p>\n<p>Die S\u00fc\u00dfigkeiten am Nikolausmorgen&#8230; ja, es war schon so: Als Kind war ich bereit alles zu glauben. Auch die Anwesenheit vom Nikolaus. So mag es nicht verwundern, dass ich einmal durch das Schl\u00fcsselloch in die Festtagsstube blickte, in der es eigentlich nichts \u00fcberirdisches zu sehen geben konnte. Aber ich war mir sicher, dass ich ein Kind in einer Krippe sah und einen heiligen Schein!<\/p>\n<p>Neben all dem Zauber jener Zeit gab es nat\u00fcrlich auch bei uns die Sehnsucht, ja ich sage es offen: die SEHNSUCHT nach einem Geschenk. Etwas, was heute rar geworden ist: Der Wunsch nach DEM EINEN Geschenk! H\u00e4tte mich jemand drei Wochen vor Weihnachten gefragt, was ich mir zu Weihnachten w\u00fcnsche, h\u00e4tte ich es zu berichten gewusst: In allen Einzelheiten! Viele Kinder k\u00f6nnen das heute nicht mehr. Unsere Kinder sind zum Teil instrumentalisiert worden. Sie wurden von der Werbung den Bed\u00fcrfnissen der Marktwirtschaft angepasst. Fr\u00fcher war es noch etwas anders: Spielzeugwerbung etwa war so derma\u00dfen selten, dass ich immer froh war, wenn es mal welche zu sehen gab. Ging es dann dabei auch noch um \u201emein\u201c ersehntes Spielzeug, klopfte mein Herz noch lange nach&#8230;<\/p>\n<p>Dann gab es damals so wunderbare Filme zu sehen. Jimmy Stewart in \u201eIst das Leben nicht sch\u00f6n\u201c oder \u201eJede Frau braucht einen Engel\u201c mit Cary Grant. \u201eWir sind keine Engel\u201c mit Peter Ustinov und anderen gesellte sich sp\u00e4ter noch dazu. Im Kinderprogramm gab es hier und da einen Bezug auf Weihnachten und Heiligabend selbst die \u201eWeihnachtswartesendung\u201c.<\/p>\n<p>Freilich lebten damals auch noch mehr Familienmitglieder. Meine liebe Oma, mein Vater, meine Tanten und meine Onkel und mein Gro\u00dfvater. Mein Vater fehlt selbstverst\u00e4ndlich sehr, so ganz gew\u00f6hnt man sich daran nie, wenn ein Elternteil gestorben ist&#8230; Aber &#8222;sein Geist&#8220; ist anwesend. Meine Oma war um Weihnachten fr\u00fcher auch immer bei uns und ich genoss es, denn sie war besonders.<\/p>\n<p>Familientreffen sind etwas, was der \/ die Einzelne h\u00f6chst subjektiv wahrnimmt. Es w\u00e4re eine L\u00fcge zu sagen, dass im \u00dcbermut der Feiertage nicht auch mal mehr oder weniger verletztende Worte gewechselt worden, aber Dramen &#8211; wie ich es von anderen Familien geh\u00f6rt habe &#8211; gab es bei uns nie.<\/p>\n<p>\u00c4lter zu werden ohne zu erkennen, wie viel Berechnung seitens der Wirtschaft in Bezug auf Weihnachten vorherrscht hie\u00dfe ewig Kind bleiben. Ein vielleicht sch\u00f6ner Zustand, doch ohne Entwicklung. Schade ist das, aber im Kleinen war das fr\u00fcher schon so. Na gut, es war viel kleiner fr\u00fcher&#8230;.<\/p>\n<p>Wie dann noch Weihnachten genie\u00dfen? Je nachdem, wie fest man im christlichen Glauben ist, kann der Glaube selbst dazu beitragen. Glaubt man aus sich heraus, dann kann man Weihnachten vielleicht sogar am Meisten genie\u00dfen und erkennen als das, was es wirklich sein soll.<\/p>\n<p>Und dann erinnere ich mich noch an eine Geschichte meiner Tante. Sie war einmal recht verzagt, wie jeder Mensch mal verzagt ist. Da meinte ihr damals noch junger Neffe: \u201eDann mach es doch einfach mal so wie zu der Zeit als es dir gut ging! Mach doch mal alles so wie fr\u00fcher!\u201c Das fand sie sehr klug und ich finde es inzwischen auch sehr klug. Man muss nichts neu erfinden: Wenn ich mich fr\u00fcher mit Cary Grant gut unterhalten und in Stimmung versetzt f\u00fchlte, warum nicht heute? Wenn ich fr\u00fcher mit kleineren Geschenken zufrieden war, warum nicht heute? Usw. Usf.<\/p>\n<p>Last but not least ist Dankbarkeit ein Schl\u00fcssel. Z\u00e4hlen Sie einmal auf, wof\u00fcr sie im Moment dankbar sein k\u00f6nnen. Und wenn sie schon dabei sind, schreiben sie auch auf, was jetzt gerade, in der Weihnachtszeit, das ist, was sie am Meisten sch\u00e4tzen und m\u00f6gen. Und dann geben Sie sich dem hin. Au\u00dfer es ist Schokolade, da sollte die Waage eine Rolle spielen \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen Besuchern meines Bloggs eine sch\u00f6ne Vorweihnachtszeit und ein besinnliches Weihnachtsfest!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFr\u00fcher war alles besser&#8230;\u201c Wer so spricht, ist alt. Da war ich lange Zeit ganz sicher und muss mich nun selbst \u00fcberf\u00fchren, denn ich sehe es langsam genau so. 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