{"id":1656,"date":"2020-05-25T21:39:20","date_gmt":"2020-05-25T19:39:20","guid":{"rendered":"http:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=1656"},"modified":"2020-05-26T09:25:50","modified_gmt":"2020-05-26T07:25:50","slug":"bbc-one-verfilmung-von-wells-war-of-the-worlds-eine-erste-grobe-kritik-mit-milden-spoilern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=1656","title":{"rendered":"BBC One Verfilmung von Wells\u00b4 &#8222;War of the worlds&#8220; &#8211; eine erste, grobe Kritik mit Spoilern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es ist kein Zufall, dass Eleanor Tomlinson\u00b4s Rolle als Amy, wenn man bei IMDB die Miniserie &#8222;War of the world&#8220; nachschl\u00e4gt, an erster Stelle genannt wird. Die Frau, die mit George (Rafe Spall) in wilder Ehe lebt, steht im Mittelpunkt dieser Verfilmung des SciFi-Klassikers von H.G. Wells, wobei das \u201eG\u201c f\u00fcr \u201eGeorge\u201c steht. Daher wohl auch nennt sich der Zeitreisende in George Pal\u00b4s Verfilmung seiner \u201eZeitmaschine\u201c George und daher wird der m\u00e4nnliche Hauptdarsteller wohl auch hier \u201eGeorge\u201c genannt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schauspielern k\u00f6nnen sie alle \u2013 die Darsteller der BBC &#8211; Verfilmung. Unter ihnen findet sich Jonathan Aris als Priester. Er spielte in der ber\u00fchmten Reihe \u201eSherlock\u201c den \u201eAnderson\u201c. Auch der \u201eLestrade\u201c jener Reihe bekam hier eine gewichtige Rolle: Rupert Graves spielt Frederick, den Bruder von George.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ob nun das Musical von Jeff Wayne oder die Spielberg-Variante von 2005: Der Prolog des Klassikers ist stets dem literarischen Vorbild sehr nahe:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><strong><span style=\"color: #000000;\">\u201c<\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Niemand h\u00e4tte wohl in den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts geglaubt, dass die menschlichen Angelegenheiten sehr genau von Wesen beobachtet wurden, die weitaus intelligenter als der Mensch waren \u2026\u201d<\/span><\/span><\/span><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Trotzdem weder Amy noch Frederick im Original vorkommen (der Erz\u00e4hler hat sehr wohl eine Frau, aber sie leben nicht in wilder Ehe und es rangt sich auch sonst keine zus\u00e4tzliche Dramatik um ihre Beziehung), <strong>ist der erste Teil (von Zweien) dem Original sehr nahe:<\/strong> Das Ankommen der Aliens, die beginnende Zerst\u00f6rung. Es ist kein Wunder, dass alle Szenen aus dem offiziellen Trailer dem ersten Teil entspringen!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber zum Ende von Teil 1 zeigt sich, dass diese Verfilmung mehr Wert auf die Dramatik zwischen den Charakteren legt als darauf, dass wilde Kriegsgeschehen, welches im Original \u00e4u\u00dferst real beschrieben wird, darzustellen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wo der Erz\u00e4hler in H. G. Wells Roman zum Beispiel einem Artilleristen begegnet, der den verr\u00fcckten Plan geschmiedet hat, die Menschheit k\u00f6nnte unter der Erde weiterleben, da begegnet George hier zwar schon einem entsprechenden Soldaten, aber der hat keine Pl\u00e4ne bez\u00fcglich eines Lebens unter der Erde. Wo im Roman eine gro\u00dfe F\u00e4hre auf der Themse angegriffen wird, ist es hier ein kleines Boot und auch der Priester, der in den angreifenden Marsianern den Teufel sieht, erh\u00e4lt in dieser Adaption eine andere, sp\u00e4tere Rolle.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Alles in Allem ist es ohnehin Amy, die alles aus ihrer Sicht berichtet. W\u00e4hrend die erste Folge erahnen l\u00e4sst, dass wir bald wirklich gro\u00dfes Kino zu sehen bekommen, etwa ein viktorianisches London, dass St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in Schutt und Asche zerlegt wird, wird dies doch letzthin nur angedeutet (im Vergleich zum Roman). Und der zweite Teil findet ohnedies fast nur in einem mehr oder weniger -sic!- verlassenem Haus statt. Der ganz gro\u00dfe \u201eKrieg\u201c findet <em><strong>drau\u00dfen<\/strong><\/em> statt. Nicht in der kleinen Welt von George, Amy, Frederick und zwei weiteren Fl\u00fcchtlingen, auf die ich hier nicht weiter eingehen m\u00f6chte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=r-yas0yPbLU\" title=\"The War of the Worlds | Trailer - BBC\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/r-yas0yPbLU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>In einem Dialog wird einem auch Wells eigentliche Intention des Romans verraten: Er sollte n\u00e4mlich eine Art Gleichnis f\u00fcr die teils brutale Kolonialpolitik seiner Zeit sein. So, wie manches indigene Volk britischen Soldaten unterlegen war, so ist es die ganze Menschheit in Wells\u00b4Roman gegen\u00fcber den Marsianern. Aber der entsprechende Dialog zwischen George und Frederick, so l\u00f6blich er ist, ist nicht nur unzeitgem\u00e4\u00df, sondern auch platt insziniert. &#8222;Nicht sagen, sondern zeigen&#8220; ist eine alte Regel unter Autoren und Filmschaffenden und wo dies nicht m\u00f6glich ist, sollte man es vielleicht einfach lassen?<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und dann die Zwischenblenden. Man bekommt St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck mit, dass sich die Erde <em><strong>noch Jahre sp\u00e4ter<\/strong><\/em> in den H\u00e4nden der Marsianer befindet, die zwar irgendwie besiegt wurden, aber ohne das die Erde biologisch von ihrem Einfluss befreit w\u00e4re. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Ende der TV-Verfilmung ist weniger intelligent als jenes des Originals, so viel sei verraten. W\u00e4hrend das Original die Sinnlosigkeit des Kriegs und eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Ordnung heraufbeschw\u00f6rt, ist die &#8222;Moral von der Geschicht&#8220;, die Pr\u00e4misse dieses Zweiteilers, nur schwer zu finden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am Ende ist es einfach nur &#8222;eine weitere Adaption&#8220;. Gro\u00dfartige Schauspieler spielen hier\u00a0 nach einem mittelm\u00e4\u00dfigen Drehbuch, welches seine starken Momente in der Regel seinem gro\u00dfartigen Vorbild zu verdanken hat. Nicht auszudenken, wie genial diese Verfilmung h\u00e4tte werden k\u00f6nnen, w\u00e4re man nicht darauf erpicht gewesen, noch genialer zu sein als das Original. So ereilt gen Ende auch &#8222;War of the Worlds&#8220; ein \u00e4hnliches Schicksal wie das der BBC Produktion &#8222;Sherlock&#8220;: Man war nicht zufrieden damit, einfach nur &#8222;sehr gut&#8220; zu sein und wollte es noch besser machen. Und genau daran ist man gescheitert.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Serie ist unter dem Titel &#8222;War of the Worlds&#8220; derzeit auf Amazon Prime zu sehen. Sich ein Bild zu machen schadet nicht und, wie gesagt, die Schauspieler \u00fcberzeugen, nur die Handlung wird gen Ende immer d\u00fcnner&#8230;\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist kein Zufall, dass Eleanor Tomlinson\u00b4s Rolle als Amy, wenn man bei IMDB die Miniserie &#8222;War of the world&#8220; nachschl\u00e4gt, an erster Stelle genannt wird. 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