{"id":2660,"date":"2023-10-31T10:56:18","date_gmt":"2023-10-31T09:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=2660"},"modified":"2023-10-31T10:56:18","modified_gmt":"2023-10-31T09:56:18","slug":"the-magic-flute-das-vermaechtnis-der-zauberfloete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=2660","title":{"rendered":"The magic flute \u2013 Das Verm\u00e4chtnis der Zauberfl\u00f6te"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDie Zauberfl\u00f6te\u201c von Wolfgang Amadeus Mozart ist die vielleicht beliebteste Oper des ber\u00fchmten Komponisten. Wer so etwas verfilmen m\u00f6chte, muss sich gleich zu Anfang die Frage stellen: F\u00fcr wen? Was soll das Zielpublikum sein? Das Publikum, welches vielleicht schon viele Auff\u00fchrungen der Oper gesehen hat und sich \u201eauskennt\u201c? Musikkenner, die bereits die Symbolik hinter der freimaurerischen Oper er-kennen? Jugendliche, die vielleicht an klassischer Musik interessiert sind, es aber noch nicht gewagt haben, den Schritt in diese \u201eWelt\u201c zu tun?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein frischer Ansatz f\u00fcr eine neue Generation<\/strong><\/p>\n<p>Alleine schon der Titel \u201eDas Verm\u00e4chtnis der Zauberfl\u00f6te\u201c macht meiner Ansicht nach schon klar, dass es am Ehesten die Jugendlichen (und jung gebliebenen) sind, die hier adressiert werden.<\/p>\n<p>Die erste Szene ist unerwartet ergreifend. Ein ziemlich junger Mann (Tim Walker, gespielt von Jack Wolfe) besucht seinen im Sterben befindlichen Vater (Greg Wise) im Krankenhaus. Die Verbindung zwischen Beiden wirkt echt. Der Vater bittet den Sohn, nach seinem Tod an <em><strong>sich<\/strong> <\/em>zu denken, statt daheim zu bleiben und sich um die Familie zu k\u00fcmmern, und die Musikschule zu besuchen, zu der der Sohn schon immer gehen wollte und auf der auch er einmal sein \u201eGl\u00fcck\u201c gemacht hatte. Der Vater gibt dem Sohn ein dort einst \u201eentliehenes\u201c Buch mit den Noten (und einigen Zeichnungen) der Zauberfl\u00f6te mit, damit es dorthin zur\u00fcckkehrt, <em><strong>wo es hingeh\u00f6rt.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>So ist die Motivation des Jungen doppelt befl\u00fcgelt. Einerseits durch das am Sterbebett gegebene <strong>Versprechen<\/strong> an seinen Vater, andererseits aufgrund seiner eigenen <strong>Liebe zur Musik.<\/strong> Die Burg Hohenwerfen im Salzburger Land (bekannterma\u00dfen ist Salzburg die Geburtsstadt Mozarts) bot das \u00c4u\u00dfere der \u201e<strong>International Mozart School\u201c<\/strong>, w\u00e4hrend die <strong>Bibliothek des Schlosses \u201eLeopoldskron\u201c<\/strong> aus gleicher Gegend, das Portal in eine andere Welt bot.<\/p>\n<p><strong>Fast &#8222;Harry Potter&#8220; &#8211; Feeling<\/strong><\/p>\n<p>Das Setting, teils die angegebenen sehr h\u00fcbschen St\u00e4tten, teils durch CGI und ein wenig Kulisse entstandene Orte, erzeugen eine recht \u201elauschige\u201c Atmosph\u00e4re, die auf angenehme Weise an Momente der Harry Potter &#8211; Filme denken l\u00e4sst.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Zugfahrt zur \u201eMozart School\u201c\u00a0 (der Hogwarts-Express l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen) begegnet er Sophie (Nimah McCormack). Ihr schnelles Kennenlernen ist h\u00fcbsch inszeniert, wenn auch ein wenig unglaubw\u00fcrdig (nur meine Meinung). Obwohl Nimah McCormack und Jack Wolfe an sich beide gut spielen, f\u00fchlte es sich f\u00fcr mich, auch im weiteren Verlauf des Films, nie so ganz echt an, dass sich die beiden ineinander verliebt h\u00e4tten. Jedenfalls kommt Sofie im \u201eM\u00e4dchentrakt\u201c der \u201eMozart School\u201c unter, bleibt also in \u201eReichweite\u201c.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xUV-HbGyEiE\" title=\"THE MAGIC FLUTE: Das Verm\u00e4chtnis der Zauberfl\u00f6te Trailer German Deutsch (2022)\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xUV-HbGyEiE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Der Zimmergenosse und der strenge Professor<\/strong><\/p>\n<p>Kaum angekommen, wird Tim einem Zimmer zugeteilt, dass er sich mit seinem Zimmernachbarn Ellie (Paolo Tocci) teilen muss. Dem gef\u00e4llt es zuerst nur m\u00e4\u00dfig, einen neuen Zimmergenossen zu bekommen, stellt sich dann aber gl\u00fccklicherweise als netter Kumpel heraus. Nat\u00fcrlich gibt es auch das Gegenteil dazu, dargestellt durch Anton Milanesi (Amir Wilson). Dieser hat offenbar eigene Probleme, die er nur all zu gerne an anderen ausl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Dr. Longbow (F. Murray Abrahams, &#8222;Amadeus&#8220; l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen), ist ein \u00e4u\u00dferst konservativer, strenger Direktor, der sich seine Sch\u00fctzlinge genau anschaut, ehe er ihnen \u00fcberhaupt eine Chance gibt. Das Vorsingen f\u00fcr die Rolle des Tamino (aus der Zauberfl\u00f6te) vergeigt Tim, da er einen &#8222;operesken&#8220; Popsong (\u201eTime to say goodbye\u201c, Bocelli) vorsingt und Pop nicht gern auf dieser Schule geh\u00f6rt wird. Zum anderen wirft Longbow Tim vor, er w\u00e4re nicht er selbst, wenn er singt, sondern w\u00fcrde nur andere (hier: Andrea Bocelli) nachahmen.<\/p>\n<p><strong>Zur Zauberfl\u00f6te<\/strong><\/p>\n<p>Das Setting f\u00fcr den ersten Handlungsstrang ist damit gesetzt. Die Rollen in ihren Positionen, k\u00f6nnte man sagen. Ehe ich zum zweiten Handlungsstrang, der eigentlichen \u201eZauberfl\u00f6te\u201c komme, m\u00f6chte ich sagen, <strong>dass dieser erste Handlungsstrang nur sehr wenig Zeit hat, sich zu entfalten. Daf\u00fcr, dass das so ist, entwickelt sich sehr viel. Man musste hier einen Kompromiss finden.<\/strong> Es durfte nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig in der dargestellten Zeit von wenigen Tagen, passieren. Das ist meiner Ansicht nach zwar gut gegl\u00fcckt, <strong>aber dennoch h\u00e4tte dieser Film das Zeug zu einer Miniserie gehabt, in der man weit mehr Charakterentwicklung in der \u201ewahren Welt\u201c h\u00e4tte stattfinden lassen k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Tim sieht sich jedenfalls abends, vor dem Schlafen, noch einmal das Buch seines Vaters an, welches er noch nicht zur\u00fcckgestellt hat, da begegnen ihm drei strahlende Lichter, die ihn auffordern, ihm zu folgen. Er ist \u00fcberraschend wenig \u00fcberrascht, aber neugierig und folgt ihnen in die Bibliothek, wo er das Buch seines Vaters in die dort vorgesehene L\u00fccke steckt und sich pl\u00f6tzlich im Land der \u201eZauberfl\u00f6te\u201c befindet.<\/p>\n<p>Dort geht es auch endlich mit der eigentlichen Handlung der Oper los. Nat\u00fcrlich kann das Ungeheuer, die \u201elistige Schlange\u201c mit CGI 1000mal besser dargestellt werden als auf einer noch so gro\u00dfen und professionellen B\u00fchne. Das ist ein Pluspunkt dieser Operndarstellung.<\/p>\n<p>Ein Problem, welches viele Kritiker gesehen haben, tut sich schon in dem Moment auf, in dem die drei Dienerinnen der \u201eK\u00f6nigin der Nacht\u201c anfangen zu singen, denn dies ist nicht die Art von Gesangsstil, die man in der Oper \u00fcblicherweise zu h\u00f6ren bekommt. Das klingt ein wenig so als wenn Mariah Carey oder Rihanna singt (bei allen dreien, aber in unterschiedlichen Tonlagen). <strong>F\u00fcr den routinierten Operng\u00e4nger ist das erschreckend.<\/strong> Au\u00dfer, er ist bereit f\u00fcr Neues.<\/p>\n<p>Auch das zuvor von Tamino gesungene \u201eZu Hilfe! Zu Hilfe!\u201c wirkt etwas schr\u00e4g, k\u00f6nnte man sagen.<\/p>\n<p><strong>Ich denke mir jedoch, dass das alles gewollt war.<\/strong> <strong>Es ist ein niederschwelliger Zugang f\u00fcr Jugendliche in den Bereich der Opern \u2013 Musik.<\/strong> Zudem fand ich, der ich viele Einspielungen der Oper kenne, diese Variante interessant. Zugegebener Ma\u00dfen verstand ich viel mehr als sonst, was da eigentlich gesungen wurde. Ein Blick ins Libretto war nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend ist bei diesem Ansatz, dass die sp\u00e4ter aufkreuzende \u201eK\u00f6nigin der Nacht\u201c (wie auch Sarastro) durchaus so singen, wie man es von ihnen \u201eerwartet\u201c. Hier fehlt der \u201eMariah Carey\u201c &#8211; Ansatz. Vielleicht, weil es sich um so monumental ber\u00fchmte Arien handelt, dass man ihnen nichts \u201eantun\u201c wollte? Oder um den, nun in die Handlung gezogenen, jungen Zuschauer nun die \u201evolle Dr\u00f6hnung\u201c echter Opernmusik zuzumuten? Opernmusik kann, verstehe man mich nicht falsch, wundervoll sein, aber gerade der Einstieg ist oft m\u00fchselig. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war es, nachdem ich mich sogar Teilen der 12 \u2013 Ton \u2013 Musik ge\u00f6ffnet hatte, die letzte Pforte der klassischen Musik, der ich mich \u2013 \u00fcbrigens dank Mozart! &#8211; ge\u00f6ffnet habe.<\/p>\n<p><strong>So bietet dieser Film einen sanften Einstieg f\u00fcr Opern \u2013 Neulinge<\/strong>, der auf jeden Fall interessant ist.\u00a0 Ob dies geklappt hat, k\u00f6nnen jedoch nur jene berichten, die den Film gesehen haben und seither auch Opernmusik streamen.<\/p>\n<p><strong>Leichte Ver\u00e4nderungen und Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Aus dem \u201eSchwarzen\u201c wurde ein \u201eDiener\u201c, denn Diesen heutzutage singen zu lassen \u201e&#8230;weil ein Schwarzer h\u00e4sslich ist!\u201c, wie im Original von Schikaneder, wird heute so zurecht als so rassistisch empfunden, wie dies damals eben nicht der Fall war. Hier scheiden sich die Geister, jedoch ist ja l\u00e4ngst klar, dass es sich hier <strong>nicht<\/strong> um eine Pr\u00e4sentation der Oper handelt, der es vor Allem um &#8222;historische Korrektheit&#8220; geht! Sie soll zeitgem\u00e4\u00df sein und daher ist die Entscheidung dieser \u00c4nderung vollkommen plausibel und angebracht.<\/p>\n<p><strong>H\u00e4tten es sich der Drehbuchautor Christopher Zwickler und Regisseur Florian Siegel leicht machen wollen<\/strong>, h\u00e4tten sie einfach eine B\u00fchnenadaption mit CGI \u2013 Effekten gedreht. Mit Topstars der Opernszene. Es h\u00e4tte keinen b\u00f6se Stimme gegeben. Naja, fast keine. Es gibt immer jemanden, der schimpft.<\/p>\n<p><strong>Aber stattdessen haben sie sich wirklich Gedanken gemacht, wie man \u201eDie Zauberfl\u00f6te\u201c f\u00fcr ein neues Publikum interessant macht.<\/strong> Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die gr\u00f6\u00dften Schw\u00e4chen entstanden, meiner Ansicht nach, aus der K\u00fcrze des Films, da es eigentlich zwei Filme in einem sind. Ein 2- Teiler w\u00e4re mindestens eine gute Idee gewesen, aber heutzutage wei\u00df man ja nie, ob es dann auch zu einem zweiten Teil gekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst sind Blu-Ray, DVD und Stream auf dem Markt, u.a. hier:<\/p>\n<p>https:\/\/www.hugendubel.de\/de\/blu_ray\/andrew_lowery_florian_sigl_jason_young_christopher_zwickler-the_magic_flute_das_vermaechtnis_der_zauberfloete_bd-44885942-produkt-details.html<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Zauberfl\u00f6te\u201c von Wolfgang Amadeus Mozart ist die vielleicht beliebteste Oper des ber\u00fchmten Komponisten. Wer so etwas verfilmen m\u00f6chte, muss sich gleich zu Anfang die Frage stellen: F\u00fcr wen? Was soll das Zielpublikum sein? 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