{"id":2916,"date":"2024-08-08T09:58:49","date_gmt":"2024-08-08T07:58:49","guid":{"rendered":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=2916"},"modified":"2024-08-08T09:58:49","modified_gmt":"2024-08-08T07:58:49","slug":"wie-cool-waren-die-1980er-wirklich-erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=2916","title":{"rendered":"Wie cool waren die 1980er wirklich? Erinnerungen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fernsehen!<\/strong><\/p>\n<p>Als jemand, der 1969 das Licht der Welt erblickte, genie\u00dfe ich den Ruhm der immer legend\u00e4rer werdenden 1980er Jahre. Keine Frage: Die Musik von damals war in gro\u00dfen Teilen innovativer als das, was heute in die Charts klettert. Es gab gro\u00dfartige Kinofilme, die allesamt so gut waren, dass sie heute mit Fortsetzungen oder Remakes bedacht werden. Die Mode war verr\u00fcckt. Es gab noch Kaufh\u00e4user in den Innenst\u00e4dten, darunter auch massig Spielzeugl\u00e4den, in denen coole Sachen wie Star Wars Figuren, Captain Future Mech und dergleichen verkauft wurde.<\/p>\n<p>Als ich ein Kind war, begann ich die Welt so etwa mit 5 Jahren erst richtig wahrzunehmen. Vermutlich teils auch vorher schon, aber so richtig mit 5, so dass meine Kindheit bewusst etwa Mitte der 1970er startete. Mittelpunkt der Familie war der Fernseher. Schwarzwei\u00df. R\u00f6hrenfernsehen, ist ja klar. H\u00e4tte man damals einen LED TV gesehen, h\u00e4tte man gedacht, das Teil muss kaputt sein, da fehlt was! Es gab, im Vergleich zu heute, nur wenig, aber ausgew\u00e4hltes im Fernsehen. Kinderserien wie \u201eLemmi und die Schm\u00f6ker\u201c, \u201eSinbad\u201c, \u201ePinocchio\u201c, \u201eBiene Maja\u201c, \u201eWicky\u201c, aber \u201eM wie Meikel\u201c, \u201ePlumpaquatsch\u201c und Co. Geh\u00f6rten zur guten Wochendverkostung am Fernseher.<\/p>\n<p>Manchmal gab es auch so tolle Serien \/ Filme wie \u201ePan Tau\u201c oder diese CSSR &#8211; M\u00e4rchen. Meine Eltern erlaubten mir recht fr\u00fch, die Special Effects Filme von Ray Harrihausen zu sehen, Sinbad und Co. Aber auch Jules Verne Verfilmungen fand ich immer spannend. \u201eRaumschiff Enterprise\u201c war besonders toll! Und dann die \u201eAdventsvierteiler\u201c!<\/p>\n<p>Ich frage mich, ob manche Serien den Kindern von heute in Zukunft noch mit so viel Liebe in Erinnerung kommen werden.<\/p>\n<p>Der Fernseher ersetzte das Lagerfeuer unserer pr\u00e4historischen Vorfahren. Es diente nicht nur dem Konsumieren, sondern versammelte die Familie. Manchmal zum Kaffeetrinken, manchmal abends.Gut, zuweilen wollte mein Vater auch seine Ruhe haben, wenn er \u201eTatort\u201c sah, aber das war eher selten der Fall. Er war auch kein Anh\u00e4nger der \u201eSportschau\u201c, sehr zu Gunsten von \u201eRauchende Colts, \u201eBonanza\u201c und eben auch \u201eRaumschiff Enterprise\u201c. Im Gro\u00dfen und Ganzen wei\u00df ich noch, wie die ganze Familie den Fernseh- Familien- Treffen zuarbeiteten.<\/p>\n<p>Einmal, ich wei\u00df es noch ganz genau, es war an einem Tag im Sommer und ich hatte erste, schmerzliche Erfahrungen mit dem Fahrrad erlebt, sollte am Abend \u201eMiss Marple\u201c kommen. Magareth Rutherford. Das war noch vor der Erfindung des VHS Abspielger\u00e4ts. Darum hatten die Filme, wenn sie kamen, einen gewissen Wert. Wenn man etwas st\u00e4ndig verf\u00fcgbar hat, ist es einfach nicht so wertvoll. Ist so. Wenn so ein Film kam, sah man ihn \u2013 oder man verpasste ihn und wann er dann mal wieder gezeigt wurde, wusste niemand.<\/p>\n<p><strong>Frische Luft und Grundschule<\/strong><\/p>\n<p>Gespielt wurde drau\u00dfen. Weder gab es Handys noch Computer. Spielkonsolen, die irgendwann auf den Markt kamen, waren zun\u00e4chst noch viel zu teuer und auch noch lange nicht so popul\u00e4r wie heute.<\/p>\n<p>Die Sommerferien waren f\u00fcr mich pers\u00f6nlich meist eine recht traurige Zeit. Nat\u00fcrlich war es super, der Schule 6 Wochen am St\u00fcck fern bleiben und ausschlafen zu k\u00f6nnen, aber es fehlte mir oft an Freunden, weil die mit ihren Eltern verreist waren. \u00dcberhaupt hatte ich schon damals nur wenige, daf\u00fcr gute Freunde. In den H\u00f6chstzeiten gab es sogar so eine Art Bande von Freunden, das war in meiner zweiten Grundschule.<\/p>\n<p>In der Grundschule \u201eanzukommen\u201c war jedoch nicht so leicht, also Kontakte zu kn\u00fcpfen, aber am Ende klappte es dann doch. Wir Freunde tauschten untereinander H\u00f6rspiele oder h\u00f6rten sie zusammen, gingen auf den Spielplatz um die letzte Folge \u201eEnterprise\u201c nachzuspielen, spielten verstecken, bauten Buden im Wald aus St\u00e4mmen, zuweilen zusammengebunden mit Efeuranken.Ein Pfadfindermesser war nat\u00fcrlich immer dabei. Es gab ein Spiel, dass ich mit einem guten Freund oftmals spielte. Man warf ein Messer und der andere musste es mit irgendeinem K\u00f6rperteil erreichen, ohne umzufallen. Dann warf der andere ein Messer usw. An diese Zeiten erinnere ich mich gut und gerne zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Im Winter schneite es immer. Nicht immer zu Weihnachten, das w\u00e4re gelogen. Aber es schneite immer im Dezember und im Januar, das war sicher. Und wenn es geschneit hatte, blieb der Schnee auch liegen. Zumindest ein paar Tage in aller Regel. Dann rutschten wir Kinder in gro\u00dfen Gruppen auf unseren Schlitten den einen oder anderen Berg herab. Ich war nie ein ganz gro\u00dfer Schneemann \u2013 Bauer, aber ein paar habe ich schon in die Welt gebracht.<\/p>\n<p>Wenn ich dann verschwitzt, aber mit roten Wangen, aus der K\u00e4lte heimkam und einen warmen Kakao trank, war die Welt einfach in Ordnung. Ich f\u00fchlte mich gro\u00dfartig.<\/p>\n<p>Nicht fehlen darf meine Erinnerung daran, wie ich einmal, an einer Tankstelle, ein erstes Playmobilm\u00e4nnchen geschenkt bekam. Es war ein, oder waren es zwei?, Bauarbeiter. Playmobil zog seither in vielen Facetten in meinem Zuhause ein. Lego war noch ein Kreativspielzeug und Big Jim brachte, von P\u00e4dagogen mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtet, &#8222;Puppen&#8220; ins Jungen &#8211; Zimmer. Es gab tolles Spielzeug!<\/p>\n<p>Solche (und mehr) Erinnerungen habe ich viele an die Grundschulzeit. Sie war \u2013 in meinem Fall und mit wenigen Ausnahmen \u2013 ziemlich sorglos und magisch.<\/p>\n<p><strong>Orientierungsstufe<\/strong><\/p>\n<p>Mir w\u00e4re es nie eingefallen, dass Erwachsene Fehler machen k\u00f6nnten. Echt witzig, denn wer sonst macht Fehler, wenn nicht Erwachsene? Aber so war damals meine Sicht. Die Orientierungsstufe war so ein Fehler. Unsere Klasse damals war so gemischt \u2013 angehende Hauptsch\u00fcler kamen mit angehenden Gymnasiasten in eine Klasse, wie h\u00e4tte es da anders sein k\u00f6nnen? Im Ergebnis wurden die Klassenarbeiten abenteuerlich bewertet, um bewertet werden zu k\u00f6nnen und aus dem, was sonst vielleicht eine 3 gewesen w\u00e4re wurde eine 2, aus einer 2 eine 1 usw. Ich verlies meine OS mit dem Gef\u00fchl ein Elitesch\u00fcler zu sein, ging, auf Wunsch der Eltern, an das gleiche Gymnasium wie meine Geschwister und erlitt schwersten Schiffbruch. Es hagelte Koffer und \u00dcberseekoffer. Und mein Selbstbewustsein wurde schwer gesch\u00e4digt. Hinzu kam eine Klasse, deren H\u00e4lfte es sich zum Spa\u00df ersonnen hatte, mich zu mobben. Und Lehrer, die nicht nur wegsahen, sondern \u2013 zumindest im Fall des Mathematiklehrers \u2013 auch noch H\u00e4me und Spott hinzumengten.<\/p>\n<p>Kein Wunder, dass diese Gymnasium \u2013 Zeit in schlechtester Erinnerung ist. Die OS \u2013 Zeit jedoch war klasse. Mit schwebender Leichtigkeit geh\u00f6rte ich zu den Besten in der Klasse, wurde gelobt und musste mir kaum M\u00fche geben. Bei den Schulkameraden war ich anerkannt, ich geh\u00f6rte einer kleinen Gruppe an und f\u00fchlte mich sauwohl.<\/p>\n<p>Nach dem Gymnasium f\u00fchlte ich mich \u201ezurechtgestutzt\u201c. Meine Eltern hatten ein Einsehen und ich ging auf die Realschule, wo ein Gro\u00dfteil meiner OS \u2013 Freunde abgeblieben war. Es wurde auch in dieser Klasse gemobbt, aber es gab auch genug Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die ein gewisses Ehrgef\u00fchl hatten. Es war ausgeglichener. Vieles w\u00e4re heute undenkbar, und so muss ich das zugeben: Die Sensibilisierung f\u00fcr Mobbing-Opfer in heutiger Zeit ist einfach nur gut! In der Hinsicht waren die damaligen Zeiten kein Vorbild!<\/p>\n<p>Die Zeit auf der Realschule war ziemlich gut. Die Noten wanderten zwar auch manchmal in den 5er Bereich (richtig Englisch lernte ich erst NACH meiner Schulzeit und h\u00e4tte es damals schon Youtube gegeben, h\u00e4tte ich auch damals bessere Noten geschrieben), aber ich schrieb auch mal eine 2. Ich bewegte mich im \u201eMittelfeld\u201c.<\/p>\n<p><strong>Ver\u00e4nderungen<\/strong><\/p>\n<p>Diese Zeit endete etwa 1986 und alles, was ich an magischen, legend\u00e4ren Erfahrungen in den 1980ern und 1970ern zu erz\u00e4hlen habe, endete damit so ziemlich.<\/p>\n<p>Woran das liegt?<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend lag das an zwei Fakten: 1) meine Geschwister hatte Partner(innen) gefunden und machten sich daran, die Familie zu verlassen, waren kaum noch da. Die \u201eBand\u201c l\u00f6ste sich zusehends auf. Ich war derjenige, der &#8222;auf dem Schiff zur\u00fcckgelassen wurde&#8220;. Famili\u00e4re Abende vor dem Fernseher wurden fortan \u00f6fter nur von meinen Eltern und mir bestritten. Der ganze Alltag \u00e4nderte sich. Obwohl meine Geschwister mich auch \u00f6fter ge\u00e4rgert hatten, fehlten sie mir. 2) Ich musste \u2013 aus Sicht meiner Eltern, weil sie mir eine Chance geben wollten \u2013 auf ein weiteres Gymnasium gehen.<\/p>\n<p>Ich kann es heute nicht begreifen, aber ich f\u00fchlte mich auf diesem zweiten Gymnasium wie ein einzelner Fisch in einem Ozean. Ich wollte da nicht hin, ich hatte keinen Plan, wie es \u00fcberhaupt mit mir weitergehen sollte. Ich hatte keinerlei Ehrgeiz, aus heutiger Sicht sehe ich das mit Bedauern, und tat das nur, \u201eum was um die Ohren zu haben\u201c. Ich lernte gerne! Nicht f\u00fcr die Zensuren, sondern weil ich immer noch neugierig war, aber das Schulsystem war auf Leistung aus, nicht auf Erkenntnisgewinn. Auswendig \u2013 Lerner hatten es gut.<\/p>\n<p>Freunde hatte ich damals nur wenige. Einer davon hatte dauernd eine neue Freundin, er &#8222;spielte&#8220; mit ihnen, w\u00e4hrend ich mich dauernd &#8222;ernsthaft&#8220; verliebte, aber nie eine fand, die \u201emit mir ging\u201c, vielleicht, weil ich nicht &#8222;spielte&#8220;?<\/p>\n<p>Mein bester Freund aus meinen fr\u00fchen Jugendjahren wechselte in eine Kirche, die es ihren Mitgliedern wohl nahe legte, sich von Menschen fernzuhalten, die nicht ihres Glaubens waren. Ob er sich mit Absicht zur\u00fcckzog, weil ihm das seine Kirche sagte, ob dies wegen seiner Freundin und sp\u00e4teren Frau geschah (ein Umstand, den ich bei vielen anderen Freundschaften beobachten konnte) oder ob er sich einfach ver\u00e4ndert hatte, wei\u00df ich nicht. In jedem Fall machte mich das traurig und zum ersten Mal in meinem Leben musste ich lernen zu akzeptieren, dass sich Umst\u00e4nde und Menschen \u00e4ndern k\u00f6nnen, egal, wie wenig man das m\u00f6chte. Seither musste ich das all zu oft&#8230;<\/p>\n<p>Nach der Schulzeit endeten die 1980er Jahre und gingen in die 1990er \u00fcber, die sich schon ein wenig k\u00fchler anf\u00fchlten&#8230;<\/p>\n<p>Ich empfinde die Zeit von 1975 bis 1985 als die sch\u00f6nste Zeit meines Lebens. Sp\u00e4ter sollte es noch einzelne Tage geben, die ich \u2013 auf andere Weise \u2013 mehr &#8222;feiern&#8220; sollte. Wie die der Geburtstage meiner S\u00f6hne. Aber wenn es rein um mich geht, war das die sorgloseste und sch\u00f6nste Zeit meines Lebens. Ich kann verstehen, dass viele die damaligen Zeiten als &#8222;legend\u00e4r&#8220; emfpinden. Die Lebensumst\u00e4nde waren anders. Ich sehe es sehr kritisch, dass wir durch Smartphones und Co. st\u00e4ndig mit Werbung bombardiert werden. Das Kinder kaum noch drau\u00dfen spielen und die Kommunikation viel zu oft \u00fcber die &#8222;sozialen Medien&#8220; abl\u00e4uft &#8211; und dann oftmals destruktiv.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich in den 2000ern nicht wirklich wohl. In den 1980ern sprachen die Erwachsenen von den verr\u00fcckten Zeiten, die sie im 2. Weltkrieg jugendlich oder selbst noch Kinder, erlebt hatten. Die Gro\u00dfeltern wussten noch mehr \u00fcber diese Zeit zu berichten. So f\u00fchlten sich die 1980er &#8211; und ich war da nicht so sehr an aktueller Politik interessiert &#8211; so an als h\u00e4tte die Menschheit das SChlimmste hinter sich gebracht. Heute bin ich da nicht mehr so sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fernsehen! Als jemand, der 1969 das Licht der Welt erblickte, genie\u00dfe ich den Ruhm der immer legend\u00e4rer werdenden 1980er Jahre. Keine Frage: Die Musik von damals war in gro\u00dfen Teilen innovativer als das, was heute in die Charts klettert. 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