{"id":3155,"date":"2026-03-23T09:49:50","date_gmt":"2026-03-23T08:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=3155"},"modified":"2026-03-23T10:19:04","modified_gmt":"2026-03-23T09:19:04","slug":"flucht-in-die-zukunft-time-after-time-erstmals-auf-deutscher-blu-ray","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=3155","title":{"rendered":"Flucht in die Zukunft (Time after Time) erstmals auf deutscher Blu-Ray!"},"content":{"rendered":"<p><strong>I. Ich stelle vor: Nicholas Meyer!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nicholas Meyer ist eine Legende, aber nicht jeder wei\u00df das. Unter \u201eStar Trek\u201c-Kennern genie\u00dft er den Ruf, den vermeintlich besten Star-Trek-Film aller Zeiten gedreht zu haben: <em>Star Trek II \u2013 Der Zorn des Khan<\/em>. \u00dcbrigens war er hier nicht nur Regisseur, er \u00fcberarbeitete auch das Drehbuch. Nach dem epischen, aber eher trockenen <em>Star Trek \u2013 The Motion Picture<\/em> war das f\u00fcr das Franchise 1982 ein echter Befreiungsschlag, der noch lange Jahre nachwirkte.<\/strong><\/p>\n<p>Der andere Star-Trek-Film, der mir bei Nicholas Meyer einf\u00e4llt, ist <em>Das unentdeckte Land<\/em>, bei dem er wieder am Drehbuch beteiligt war und Regie f\u00fchrte. Nebenbei war dieser Film das vielleicht sch\u00f6nste Ende der Classic-Film-\u00c4ra von Star Trek, das man sich nur w\u00fcnschen konnte.<\/p>\n<p>Auch an dem sehr erfolgreichen Teil IV, dem \u201emit den Walen\u201c, schrieb er mit. F\u00fcr die moderne Star-Trek-Serie <em>Discovery<\/em> war er bei der ersten Staffel als Berater mit an Bord.<\/p>\n<p>Sollte ich jedoch noch ein anderes \u201eFranchise\u201c nennen, welchem ich so nahe stehe, wie \u201eStar Trek\u201c, dann w\u00e4re das \u201eSherlock Holmes\u201c \u2013 und was soll ich sagen? Meyer schrieb inzwischen ganze SIEBEN Sherlock-Holmes-Romane! Alle klug, witzig, nahe am Original und in seiner persiflierenden Art und mit den vielen Fu\u00dfnoten von \u201eDr. Watson\u201c, ein echter Genuss f\u00fcr jeden Holmes-Fan. In seinem ersten Roman \u2013 <em>The Seven-Per-Cent Solution<\/em> (<em>Kein Koks f\u00fcr Sherlock Holmes<\/em>) \u2013 begegnete Holmes niemand Geringerem als Dr. Sigmund Freud in Wien, in den folgenden Romanen begegnet er Bernard Shaw, Oscar Wilde, Bram Stoker und vielen anderen. Leider wurde nur die H\u00e4lfte dieser au\u00dfergew\u00f6hnlichen Romane ins deutsche \u00fcbersetzt. Liebe Verlage: Hier gibt es was zu tun! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Unter der Regie von Herbert Ross erschien 1976 eine Verfilmung seines ersten Romans (in den Rollen als Holmes und Watson spielten Nicol Williamson und Robert Duvall. Alan Arkin gab Freud, w\u00e4hrend Laurence Olivier Professor Moriarty darstellte).<\/p>\n<div id=\"attachment_3157\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3157\" class=\"wp-image-3157 size-full\" src=\"https:\/\/starbase-fantasy.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Wells.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/starbase-fantasy.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Wells.jpg 220w, https:\/\/starbase-fantasy.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Wells-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><p id=\"caption-attachment-3157\" class=\"wp-caption-text\">(c)Plaion &#8211; Wells (M. McDowell) mit Deerstalker. Holmes l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen \ud83d\ude42<\/p><\/div>\n<p><strong>II. Jack the Ripper reist durch die Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Karl Alexander ist der Autor des Romans <em>Time After Time<\/em>, in dem Jack the Ripper \u2013 auf der Flucht vor der Polizei \u2013 in das (damals) gegenw\u00e4rtige San Francisco gelangt. Aber er war nicht ganz zufrieden mit seinem Drehbuchentwurf, den er verfasst hatte. So wandte er sich an seinen Freund Nicholas Meyer. Man kann sich vorstellen, dass der Holmes-Enthusiast eine Jack-the-Ripper-Handlung faszinierend fand. Er \u00fcberarbeitete das Drehbuch von Alexander so umfangreich und gut, dass Orion Pictures ihm anbot, auch im Regiestuhl Platz zu nehmen.<\/p>\n<p>Nun muss man wissen, dass Meyer niemals zuvor Regie gef\u00fchrt hatte!<\/p>\n<p><em>Time After Time<\/em> war 1979, mit einem Einspielergebnis von rund 13 Millionen Dollar, ein solider Erfolg und machte den Autoren Meyer \u00fcber Nacht zum anerkannten Regisseur. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und f\u00fchrte \u2013 hier schlie\u00dft sich der Kreis \u2013 direkt zu seinem Regieplatz in <em>Star Trek II<\/em>.<\/p>\n<p><strong>III. Die deutsche Blu-ray-Ver\u00f6ffentlichung<\/strong><\/p>\n<p>Hierzulande erschien nun der Film <em>Flucht in die Zukunft<\/em> (<em>Time After Time<\/em>) bei PLAION Pictures f\u00fcr rund 30,00 EUR auf Blu &#8211; Ray.<\/p>\n<p>Bei der Ver\u00f6ffentlichung des Films, in dem David Warner (St. John Talbot in <em>Star Trek V<\/em>, Kanzler Gorkon in <em>Star Trek VI<\/em>, Gul Madred in einer <em>ST:TNG<\/em>-Doppelfolge), Malcolm McDowell (Dr. Tolian Soran in <em>Star Trek VII<\/em>) und Mary Steenburgen (Clara Clayton in <em>Zur\u00fcck in die Zukunft III<\/em>) mitspielen, hat man sich viel M\u00fche gegeben. Es ist keine lieblose Produktion, die schnell auf den Markt geworfen wurde. In dem Mediabook, welches auch als Buch gestaltet ist, samt wundersch\u00f6nem Covermotiv des originalen Kinoposters, befinden sich neben der DVD und der Blu-ray, neben gro\u00dfen Bildern, einige tiefe Einblicke in die Produktion des Films selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_3156\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3156\" class=\"wp-image-3156 size-full\" src=\"https:\/\/starbase-fantasy.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Flucht-in-die-Zukunft.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/starbase-fantasy.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Flucht-in-die-Zukunft.jpeg 300w, https:\/\/starbase-fantasy.de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Flucht-in-die-Zukunft-150x150.jpeg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-3156\" class=\"wp-caption-text\">(c)Plaion &#8211; Das sch\u00f6ne Mediabook bietet DVD, Blu-Ray und Lesestoff<\/p><\/div>\n<p><strong>IV. H. G. Wells\u2019 Verm\u00e4chtnis<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich als Kind, stets um Silvester herum, den Film <em>Die Zeitmaschine<\/em> mit Rod Taylor sah. In der Tat ist dieser sehr stimmungsvolle Film ein ganz eigener Kultfilm.<\/p>\n<p>Auch befasste ich mich in der Vergangenheit ausf\u00fchrlich mit H. G. Wells, dem viktorianischen Mann mit den ungew\u00f6hnlich modernen Sichtweisen. Ich fand ihn und sein Werk stets faszinierend. <em>Der Krieg der Welten<\/em> ist vielleicht \u201edas\u201c andere Werk von Wells, welches bekannt ist und immer wieder einmal verfilmt wurde. Oft ging in den Verfilmungen, so sch\u00f6n sie waren, die soziale Botschaft von Wells etwas unter, was nur st\u00f6rt, wenn man davon wei\u00df.<\/p>\n<p>Ich habe Malcolm McDowells Darstellung in <em>Time After Time<\/em> darum als so sehr erfrischend wahrgenommen. Der Film ist mehr als ein \u201eKrimi mit Zeitreise\u201c (was aufregend genug w\u00e4re). Der Film ist auch eine Gesellschaftskritik eines (kritischen) Idealisten aus dem 19. Jahrhundert zu \u201eunserer\u201c Zeit (1979).<\/p>\n<p><strong>V. Wo die Liebe hinf\u00e4llt&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Steenburgen spielt in ihrer Rolle als Amy Robbins die etwas naive, aber sehr moderne Frau im San Francisco jener Zeit \u00e4u\u00dferst charmant und \u00fcberzeugend. Sie ist, wenn auch auf andere Art, ebenfalls \u201eaus der Zeit gefallen\u201c, ist ebenfalls eher ein Menschenfreund, ist emanzipiert, dabei auch gleichsam etwas unsicher. Das passt hervorragend zu McDowells vertr\u00e4umtem Wells \u2013 und ihnen alleine beim Flirten zuzusehen, ist schon eine Freude. \u00dcbrigens kamen sich McDowell und Steenburgen tats\u00e4chlich nahe und heirateten 1980. Aus der Ehe, die bis 1990 hielt, gingen zwei Kinder hervor: die Schauspielerin Lilly McDowell und der Regisseur Charlie McDowell.<\/p>\n<p>Niemand w\u00fcrde diesem \u201eTeam\u201c, wenn man es sich so ansieht, zutrauen, es mit Jack the Ripper (David Warner) aufzunehmen. Zwei Menschenfreunde gegen ein Monster! Das macht diesen Film auf eine tiefere Art spannend, denn es ist leicht, sich mit Wells und Amy zu identifizieren.<\/p>\n<p><strong>VI. Gro\u00dfes Kino!<\/strong><\/p>\n<p>So ist es am Ende nicht einfach nur die Frage, ob alles \u201egut\u201c wird. Es ist auch eine Wette: Wer wird gewinnen? Die Seite der anst\u00e4ndigen, der &#8222;Guten&#8220; oder die Seite des zynischen Monsters? Dabei wird Jack the Ripper vielschichtig dargestellt. Er ist intelligent und man kann seiner Sichtweise auf die 1970iger Jahre (wie umsomehr auf unsere Zeit) durchaus nachvollziehen, wenngleich Jack the Ripper nat\u00fcrlich ganz &#8211; sagen wir &#8211; &#8222;eigene&#8220; Schlussfolgerungen aus seinen Beobachtungen zieht&#8230;<\/p>\n<p>Was noch erw\u00e4hnt werden sollte: Der gro\u00dfe Hollywood-Komponist Mikl\u00f3s R\u00f3zsa (<em>Ben Hur<\/em>, <em>Quo Vadis<\/em>, <em>Ivanhoe<\/em> etc.) komponierte den Soundtrack zu diesem Film, was der Stimmung sehr zutr\u00e4glich ist.<\/p>\n<p><strong><em>Time After Time<\/em> ist ein mitrei\u00dfender Film aus den 1970er Jahren. Zu unrecht vergessen, jetzt auf &#8222;Hochglanz poliert&#8220; und \u00fcberraschend gut gealtert. Empfehlenswert!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Ich stelle vor: Nicholas Meyer! Nicholas Meyer ist eine Legende, aber nicht jeder wei\u00df das. 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