{"id":567,"date":"2017-10-18T20:56:52","date_gmt":"2017-10-18T18:56:52","guid":{"rendered":"http:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=567"},"modified":"2017-10-18T20:57:17","modified_gmt":"2017-10-18T18:57:17","slug":"ein-paar-fluechtige-gedanken-zu-star-wars-episode-i-iii-variante-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=567","title":{"rendered":"Ein paar fl\u00fcchtige Gedanken zu Star Wars Episode I \u2013 III, Variante II"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin kein \u201eHater\u201c, der die Prequels grundweg ablehnt. Ich liebe die Prequels aber auch nicht. Das hat ebenfalls seine Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p><strong>Episode I<\/strong><\/p>\n<p>Ich hatte kein Problem damit, dass Episode I Anakin Skywalker als Kind zeigen, auch hatte ich kein Problem mit Jar Jar Binks. Mir gefiel indes die Herangehensweise den B\u00f6sewicht der Zukunft erstmal als argloses Kind zu zeigen. Episode I vermittelt eines ganz klar: Anakin war urspr\u00fcnglich ein hilfsbereiter Kerl, erst, das man ihn von seiner Mutter l\u00f6st sorgt daf\u00fcr, dass sich in ihm die Traurigkeit, Sorge und Angst (um seine Mutter und weil er alleine ist) einnistet und zu Bestandteil seiner Pers\u00f6nlichkeit wird. Da Angst zur dunklen Seite f\u00fchrt, nicht ganz unwichtig das zu erkl\u00e4ren. In dem Zusammenhang kam mir die Idee, dass auch die Diktatoren und Tyrannen der Realit\u00e4t allesamt mal arglose Kinder gewesen sein mussten, denen \u00e4hnliches widerfuhr. Ein gewagter Blickwinkel also, den diese erste Episode einnahm. Der mit der Handelsf\u00f6deration kollaborierende Palpatine hat keinen Erfolg durch den Einsatz der Droidenarmee. So mag in ihm die Idee gekommen sein, eine Klonarmee zu schaffen, die notfalls \u2013 Order 66 \u2013 ganz seinem Willen gehorcht.<\/p>\n<p>Was Episode I falsch macht ist meiner Ansicht nach recht wenig. Aber auch in der ersten Prequel \u2013 Episode gibt es ein paar, sagen wir, unsch\u00f6ne Dinge. Im Wesentlichen Zwei. a) der Umstand, dass Anakin eine \u201eJungfrauengeburt\u201c sein soll und b) das Auftauchen messbarer Macht in Form von Midichlorianern.<\/p>\n<p>Luke war der Kumpel von Nebenan in Episode IV. Der \u201eJunge vom Lande\u201c. Naiv, ja, aber charakterlich voll in Ordnung. Never ever w\u00e4re jemals irgendwer auf die Idee gekommen, er sei urspr\u00fcnglich mal eine \u201eJungfrauengeburt\u201c gewesen. Na gut, wenn George Lucas (GL) so etwas behauptet, dann muss er es auch ausf\u00fchren, was genau er damit meint, aber das tat er nicht. Auch erkl\u00e4rte er nicht, warum die Macht, die in den Episoden IV \u2013 VI jeden und alles durchdringt und eher unfassbar, aber allgegenw\u00e4rtig ist, nun pl\u00f6tzlich irgendwas mit \u201em\u00e4chtigen Pantoffeltierchen\u201c zu tun haben soll. Haarstr\u00e4ubend. Lucas begann leider schon hier, gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen in den Prequels dem Publikum vorzusetzen, ohne sie zu erkl\u00e4ren. In den gesamten Prequels muss man sich hier und da immer selbst was erkl\u00e4ren oder mutma\u00dfen und das bleibt so bis zum Ende, womit der letzte Moment in Episode III den Zuschauer unbefriedigt zur\u00fcck l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Episode II<\/strong><\/p>\n<p>Episode II zeigt uns beeindruckende Orte, eine tolle Speeder-Verfolgungjagd in den Stra\u00dfenschluchten von Corruscant, eine imposante Klonarmee und spannende Wendungen viele Jahre sp\u00e4ter, die last but not least in den Klonkriegen m\u00fcnden. Au\u00dferdem zeigen sie uns die gro\u00dfe Liebesgeschichte von Anakin und Padme. Mit all dem habe ich kein (gro\u00dfes) Problem. Star Wars war immer etwas wie \u201eShakespeare\u201c in unserer Zeit. Pop-Kultur-Shakespeare k\u00f6nnte man sagen und da d\u00fcrfen meiner Meinung auch \u201eRomeo und Julia\u201c auftauchen. Alles gut damit, finde ich. Ja, vielleicht zu h\u00f6lzern, vielleicht sind die Dialoge nicht so ganz eines Shakespeares w\u00fcrdig, aber insgesamt okay.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PW95AtFtYUI\" title=\"&quot;Star Wars: Episode II - Attack Of The Clones (2002)&quot; Theatrical Trailer #3\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PW95AtFtYUI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Was mich wahnsinnig macht an Episode II ist jedoch, dass die Handlung auf eine Briefmarke passt, obwohl so viel zu erz\u00e4hlen ist. Das w\u00e4re das Erste. Und diese kleine Handlung (Die Klonarmee wird entdeckt und wird eingesetzt, womit die Klonkriege beginnen, wobei sich Anakin und Padme das \u201eJa-Wort\u201c geben und Palpatine zum Herrscher wird) wird auch noch ungeschickt und inkomplett erz\u00e4hlt. Das Skript ist einfach Mist. Es ist wie ein Flickenteppich, der ungeschickt zusammengen\u00e4ht wurde.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Story um die Klone. Ein paar offene Fragen gef\u00e4llig? Okay, los geht\u2019s. Wer hat die Klonarmee wirklich in Auftrag gegeben? W\u00e4re die Klonarmee auch eingesetzt worden, wenn sie nicht von Obi \u2013 Wan entdeckt worden w\u00e4re? Was w\u00e4re gewesen, wenn die Jedi \u2013 Ritter die Existenz der angeblich von einem Jedi in Auftrag gegebenen Klonarmee f\u00fcr sich behalten h\u00e4tten? Was waren die Pl\u00e4ne von Palpatine mit der von \u2026 \u00e4h, wem? \u2026 in Auftrag gegebenen Klonarmee? Warum hat ein JEDI (angeblich) ausgerechnet einen KOPFGELDJ\u00c4GER als Vorbild f\u00fcr die Klone genommen? (Au\u00dfer, dass dessen Sohn Boba bei den Fans so beliebt ist?).<\/p>\n<p>Was mich au\u00dferdem gewaltig st\u00f6rt, ist das Z\u00f6libat bei den Jedi-Rittern und die unendlich vielen Fehler, die die Jedi machen. Sie h\u00e4ngen eine Menge Zeit im B\u00fcro von Palpatine, sp\u00fcren aber nicht, dass er ein SITH \u2013 LORD ist? Wie blind kann man eigentlich sein? Und sollten sie etwas vermuten, warum wird das nicht (dem Zuschauer) gezeigt? Ich meine gezeigt \u2013 au\u00dfer dem scheelen Seitenblick von Yoda, wenn ihr wisst, was ich meine.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich Hayden Christansen f\u00fcr einen guten Darsteller halte, finde ich, dass das schreckliche Drehbuch von ihm verlangt hat einen unreifen Rotzbengel darzustellen. Nach Jahren der Unterweisung, der Meditation ist er&#8230;. DAS, was man da sieht? Das die Angst in ihm wohnt, okay, hatten wir oben schon. Ist okay. Aber diese gro\u00dfe Unreife ist schlimmer als die eines James Dean.<\/p>\n<p>Der Mord an den Tusken \/ der Mord an seiner Mutter. Noch so ein Punkt. H\u00e4tten die Tusken auf Befehl Palpatines gehandelt, h\u00e4tte Palpatine in diesem Teil daf\u00fcr gesorgt, dass die Angst und der Hass in Anakin gr\u00f6\u00dfer werden. Das w\u00e4re verst\u00e4ndlich gewesen. Aber nein, die Tusken, die nur an Schrott interessiert sind (Landspeeder in Episode IV) und damals Luke Skywalker lediglich bewustlos schlugen und dann achtlos liegen lie\u00dfen, weil sie eben am Schrott interessiert waren, sind nun pl\u00f6tzlich aggressive Folterer \u201ejust for fun\u201c? Das erz\u00e4hlt sich, aber es erz\u00e4hlt sich nicht rund.<\/p>\n<p>Zudem h\u00e4tte Anakin in einer echten Unterweisung a\u00b4la Episode V (und bei Anakin war vergleichsweise viel, viel Zeit!) gelernt, seine Angst und Aggressionen weit, weit besser unter Kontrolle zu halten und seine Lehrer h\u00e4tten seine \u00c4ngste weit, weit ernster genommen, die er \u00e4u\u00dfert als er von seinen Tr\u00e4umen und Emotionen spricht. Diese Lehrer jedoch verhalten sich ignorant. Sie \u201ewissen es besser\u201c, h\u00f6ren nicht zu. Es fehlt ihnen jede Weisheit.<\/p>\n<p>So bleiben am Ende von Episode II viele Fragen offen und einiges an Unzufriedenheit. Ich finde das immer besonders schade, denn ich wei\u00df noch, wie hei\u00df mich der damalige Trailer auf den Film machte, der so viel versprach und relativ wenig davon hielt.<\/p>\n<p>Das Yoda k\u00e4mpfen kann, zeigt sich am Ende des Films. Vielleicht w\u00e4re es besser gewesen, ihm die Rolle des \u201eGurus\u201c zu \u00fcberlassen und das K\u00e4mpfen anderen zu \u00fcberlassen?<\/p>\n<p>Wirklich unreif war das Drehbuch dieses Films und vielleicht dessen Autor.<\/p>\n<p><strong>Episode III<\/strong><\/p>\n<p>Dieser dritte und letzte Teil ist meiner Ansicht nach der St\u00e4rkste der Trilogie. Er beeilt sich teilweise Fehler aus Episode II wieder gut zu machen, in dem im Eilverfahren gezeigt wird, dass Anakin ein guter Pilot und Freund von Obi-Wan ist. Nebenbei wird er auch noch von Palpatine verf\u00fchrt und wendet sich ihm ab und dann wieder zu. Da in Episode III alles wie mit der \u201ehei\u00dfen Nadel\u201c gestrickt wirkt (und wurde?), kommt es unfreiwillig komischen Szenen oder solchen, die einem mit einem \u201eEcht jetzt?\u201c zur\u00fccklassen. So die rasante Entwicklung eines Anakin, der eben noch Palpatine vor das Gericht zerren will zu einem Sith-Lord, der Kinder t\u00f6tet. Jemand, der so derart sprunghaft ist, ist meiner Ansicht nach ein Fall f\u00fcr den Psychiater. Seine Beweggr\u00fcnde \u2013 die Angst wieder jemanden zu verlieren \u2013 sind zwar nachvollziehbar, aber seine daraus resultierenden Handlungen k\u00f6nnen vom Zuschauer nicht nachemfpunden werden.<\/p>\n<p>Das ist vielleicht eine der gr\u00f6\u00dften Schw\u00e4chen der Prequels: Ich fand niemanden in den Filmen, mit dem ich mich h\u00e4tte identifizieren k\u00f6nnen. Bei der ersten Trilogie gab es zwischen meinen Freunden und mir Leute, die Luke sein wollten oder Han Solo. In den Prequels wirken die Charaktere wie Kunsgebilde, zu denen man nur mit einem \u201eKunsthandbuch\u201c einen Zugang finden k\u00f6nnte. Leider hat GL dieses Buch nie ver\u00f6ffentlicht. Was er sich generell bei den Prequels dachte, bleibt oft verborgen und schwer nachvollziehbar.<\/p>\n<p>Das sich Leia in Episode VI an ihre Mutter erinnern kann, Luke jedoch nicht, muss sich der Zuschauer genau so selbst erkl\u00e4ren, wie die \u00c4u\u00dferung Obi-Wans in Episode IV, er h\u00e4tte den Namen Obi-Wan schon lange nicht mehr geh\u00f6rt, h\u00e4tte ihn schon vor Lukes Geburt abgelegt.<\/p>\n<p>Die Prequels sind f\u00fcr sich genommen gar nicht mal so schlecht. Sieht man sich die Prequels aber als Teil der Saga an, stimmt vieles nicht. Es ist so als h\u00e4tte GL darauf gepfiffen, was in seiner ersten Trilogie passiert ist und gesagt wurde. Er hat einfach eine neue Geschichte geschrieben, die ihm gefiel, ohne R\u00fccksicht zu nehmen. Am Ende von Teil 3 wird manches zurechtgebogen \u2013 und so f\u00fchlt es sich an, auch, wenn der romantische Zwei-Sonnen-Untergang zu John Williams genialer Musik zu sehen ist, die die gro\u00dfen Themen von Luke und Leia anstimmt.<\/p>\n<p><strong>Abschlie\u00dfende Gedanken<\/strong><\/p>\n<p>1988 ver\u00f6ffentlichte Lucasfilm einen Filim von Ron Howard, genannt \u201eWillow\u201c. Am Anfang des Films gibt es eine Szene, in der ein Baby aus dem Dorf gebracht wird, um esin Sicherheit vor den \u2013 ich sage mal plakativ \u201eB\u00f6sen\u201c, da ich den Film nicht mehr gut in Erinnerung habe \u2013 zu bringen. Als ich den Film damals sah, dachte ich daran, so m\u00fcsse die Szene aussehen, wenn Luke in Sicherheit gebracht wird.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TZFtUwAs0wk\" title=\"Willow Official Trailer #1 - Val Kilmer Movie (1988) HD\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TZFtUwAs0wk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wie viele tausend Fans auf der ganzen Welt, setzte auch ich meine Ideen \u00fcber die \u201ePrequels\u201c aus den Bausteinen zusammen, die mir die Filme gaben. Ich stellte mir eine ehrenvolle Zeit vor, in der Jedi-Ritter die gro\u00dfen, strahlenden Helden waren. Eine Fantasy-reiche Zeit voller Unholden und Monstern. Vor meinem geistigen Auge waren der junge Obi-Wan und Anakin aber dicke Freunde, beide zwischen 20 und 30 Jahre alt, begabte Piloten, wobei Anakin noch ein wenig besser war. Obwohl sie ab und zu miteinander herumflachsten, konnten sie im Jedi-Rat sehr ernst sein. Sie gaben sich oft ihren mystischen, beeindruckenden Meditationen hin, in denen sie gemeinsam sp\u00fcren konnten, welche Dinge geschahen, in jener Galaxie, weit weit entfernt&#8230;<\/p>\n<p>So ist es kein Wunder, dass Lucas die Fans entt\u00e4uschen musste, denn jeder Junge, jedes M\u00e4dchen jener Zeit hatte solche oder ganz andere Ideen, die sich aus den Anspielungen der Trilogie auf die Klonkriege und mehr n\u00e4hrten.<\/p>\n<p>Ich bin daher nicht entt\u00e4uscht, dass die Prequels anderes wurden als ich es mir vorgestellt hatte. Ich bin entt\u00e4uscht, dass sie nicht zur ersten Trilogie passen. George Lucas h\u00e4tte sich seine Filme einfach nur mal wieder ansehen sollen, ehe er zu Stift und Papier griff. Dann w\u00e4re das Produkt viel besser geworden. Seine Ignoranz gegen\u00fcber der ersten Trilogie ist auch seine Ignoranz gegen\u00fcber den Filmen. Er erschuf sie f\u00fcr sich selbst, so wie jemand, der einen Familienfilm dreht und zuhause allein schneidet, um ihn sich alleine oder mit der Familie mal anzusehen. Nur eben mit viel mehr Geld im R\u00fccken und einem leidlich h\u00f6heren Anspruch.<\/p>\n<p>Bei all den unn\u00f6tigen Remakes da drau\u00dfen, halte ich das Remake der Prequels f\u00fcr wirklich n\u00f6tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin kein \u201eHater\u201c, der die Prequels grundweg ablehnt. Ich liebe die Prequels aber auch nicht. Das hat ebenfalls seine Gr\u00fcnde. 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