{"id":585,"date":"2017-11-02T08:50:50","date_gmt":"2017-11-02T07:50:50","guid":{"rendered":"http:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=585"},"modified":"2017-11-02T08:50:50","modified_gmt":"2017-11-02T07:50:50","slug":"nostalgia-oder-nicht-die-letzte-erinnerung-an-aschenbroedel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=585","title":{"rendered":"Nostalgia oder: Nicht die letzte Erinnerung an Aschenbr\u00f6del"},"content":{"rendered":"<p>Unser Leben ist schneller geworden, hektischer. Durch den Segen unserer Smartphones sind wir stets verf\u00fcgbar, auf Abruf. Fr\u00fcher hat man Leute mit \u201ePieper\u201c teils bedauert, weil sie keine richtige Ruhe finden konnten. Heute haben wir alle einen. F\u00fcr st\u00e4ndige Ablenkung ist gesorgt. Facebook? Mails? Spiele? Amazon? Was immer es ist, wie gut auch die Internetverbindung gerade ist, \u201ewir\u201c sind auf jeden Fall online. St\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sind die Stra\u00dfen von tausenden von Autos gef\u00fcllt und die Mentalit\u00e4t der Menschen entspricht mehr denn je dem Lied von Herman van Veen, welches er einmal sang: \u201eSchnell weg da, weg da, weg!\u201c<\/p>\n<p>Der Holl\u00e4nder hat schon in den 70iger Jahren die st\u00e4ndige Eile, das st\u00e4ndige besser und schneller sein, kritisiert.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Zwl2wrz_0cw\" title=\"Herman van Veen - Weg da!\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Zwl2wrz_0cw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Dabei ist es nat\u00fcrlich nicht die Zeit, die schneller wird, sondern das, was wir in diese Zeit quetschen wollen.<\/p>\n<p>Wer \u00fcber das \u201eJetzt\u201c meditiert, einfach mal mit seiner Aufmerksamkeit im \u201eHier und Jetzt\u201c verweilt, wirkt wie ein altes \u00dcberbleibsel aus einer Zeit, in der man wohl eben mehr Zeit hatte.<\/p>\n<p>In so einer Zeit wurde ich gro\u00df. 1969 geboren geriet ich gerade noch so in die Vor-Digitale Zeit. Was \u201ewir\u201c damals mit unserer Zeit anfingen, kann ich nicht sagen. Aber nat\u00fcrlich, was ich damals damit anfing. Als Kind hatte ich viel Fantasie und viele meiner Freunde auch (wenn sie mal Zeit hatten, was immer schwierig war). Aber egal ob alleine zuhause Fantasiegeb\u00e4ude aus Lego erzeugt wurden, der Spielplatz zu Br\u00fccke und Planeten einer neuen \u201eRaumschiff Enterprise\u201c &#8211; Folge wurde (oder der Wald zu einem \u201eMondbasis Alpha\u201c &#8211; Planeten), wir waren viel drau\u00dfen. Lebten in gewisser Weise viel im hier und jetzt.<\/p>\n<p>Ich habe zwei S\u00f6hne, habe ihre Grundschulzeit begleitet und bemerkt, wie selbst dort die Leistung im Vergleich zu damals anzog. Gerade aus dem Kindergarten gepurzelt mussten sie ihre Hausaufgaben selbst organisieren. Nicht als Versuch, sondern als zu benotende F\u00e4higkeit. Richard David Precht bemengelte es schon viel umfassender als ich es k\u00f6nnte: Unser Schulsystem basiert auf Angst. Angst vor schlechten Noten, Angst davor auf der Strecke zu bleiben \u2013 speziell im Vergleich zu anderen. Das \u201esich mit anderen vergleichen\u201c f\u00fchrt einen jedoch von sich selbst weg, was \u2013 wie Psychologen wissen \u2013 eine Voraussetzung f\u00fcr \u00c4ngste, Minderwertigkeitsgef\u00fchlen und mehr werden kann.<\/p>\n<p>Warum ich das alles schreibe ist etwas ganz Anderes. Ich fand eine Musik aus meiner Kindheit. Die Musik von Karel Svoboda zu dem (Vorweihnachts-)Kultm\u00e4rchen \u201eDrei N\u00fcsse f\u00fcr Aschenbr\u00f6del\u201c. Als ich diese Musik h\u00f6rte, erwachte (nicht zum ersten Mal in meinem Leben) wieder einmal die Begeisterung f\u00fcr jene tschechischen M\u00e4rchen!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HtUBf-Zq60Q\" title=\"Karel Svoboda - Drei Haseln\u00fcsse f\u00fcr Achenbr\u00f6del\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HtUBf-Zq60Q?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Das zarte St\u00fcck, welches \u201eAschenbr\u00f6del\u201c bezeichnet, die triumphalen Kl\u00e4nge rund um den Hofstaat mit K\u00f6nig und K\u00f6nigin sowie Prinzen an der Spitze&#8230; einfach herrlich! Das brachte mich dazu, wieder einmal die erste Folge der Serie \u201eDie M\u00e4rchenbraut\u201c zu sehen, in der \u2013 wie auch im Aschenbr\u00f6del \u2013 Vladimir Mensik (1929 \u2013 1988) \u2013 eine wichtige Rolle spielt. Diese Filme haben Witz und Fantasie, aber vor Allem ein Herz f\u00fcr Kinder im besten Sinne. Auch ein Herz f\u00fcr die Kinder, die wir einmal waren \u00fcbrigens.<\/p>\n<p>Als ich mich damit befasste, dachte ich nicht nur daran, wie ich diese Filme als Kind sah, ich sah mich auch gleich vor meinem geistigen Auge im \u201eVor-Klimawandel\u201c-Winter spielen. Dick eingepackt im hohen Schnee mit meinen Freunden wie verr\u00fcckt spielen, durchn\u00e4sst nach Hause kommend, mit roten Wangen und triefender Nase. Es war herrlich! Die Erinnerung an meine Kindheit, die ohne Smartphone und PS4 ablief, bringt mir auch heute noch, ein Gef\u00fchl f\u00fcr das \u201eim Moment\u201c sein. Ein \u00e4u\u00dferst gesundes Gef\u00fchl, das sich wirklich gut anf\u00fchlt.<\/p>\n<p>Kein \u201eweg da, weg da, weg!\u201c<\/p>\n<p>Gut so!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Leben ist schneller geworden, hektischer. Durch den Segen unserer Smartphones sind wir stets verf\u00fcgbar, auf Abruf. Fr\u00fcher hat man Leute mit \u201ePieper\u201c teils bedauert, weil sie keine richtige Ruhe finden konnten. Heute haben wir alle einen. 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