{"id":766,"date":"2018-02-24T09:51:22","date_gmt":"2018-02-24T08:51:22","guid":{"rendered":"http:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=766"},"modified":"2018-02-28T11:35:00","modified_gmt":"2018-02-28T10:35:00","slug":"apollo-13-ein-drama-mit-happy-end","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/starbase-fantasy.de\/?p=766","title":{"rendered":"Apollo 13 &#8211; Ein Drama mit &#8222;Happy End&#8220;"},"content":{"rendered":"<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: small;\"><b>von Matthias Wieprecht<\/b><\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><em>(Dieser Artikel erschien urspr\u00fcnglich im Fedcon Insider, dem internen Magazin aller Fedcon &#8211; Besucher. Siehe auch Fedcon.de. Mein Ziel war es, ein m\u00f6glichst umfassendes, allen verst\u00e4ndliches Bild der damaligen Ereignisse zu vermitteln. Dabei merkte ich schnell, dass ich selbst noch sehr viel zu lernen habe. Trotz aller Fehler, die diesem Unfall vorausgingen, bleiben die Pioniere der Raumfahrt in Ost und West f\u00fcr mich Helden. Wahre Helden.)<\/em><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Apollo 13 &#8211; Ein Drama mit &#8222;Happy End&#8220;<\/b><\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>von Matthias Wieprecht<\/b><\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Wissen Sie, was Triskaidekaphobie ist? Das ist die Angst vor der Zahl 13. Es gibt Menschen, die die &#8222;13&#8220; meiden wie die Pest. In Hochh\u00e4usern &#8222;fehlt&#8220; manchmal die 13. Etage, auf Schiffen wird das 13. Stockwerk ausgelassen, bei der &#8222;Formel 1&#8220; wird die 13 bei der Nummerierung des Fahrzeuge ausgelassen, Napoleon f\u00fchrte an keinem 13. eine Schlacht an, Bismarck unterzeichnete nie an einem 13. einen Vertrag und bei der Numerierung von Flugzeug-Gates wird auch mal die 13 ausgelassen. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Grundlos, m\u00f6chte man meinen, haben so viele Menschen auf unserer ach so zivilisierten Welt Angst vor der Zahl &#8222;13&#8220;. Na gut, die Leute vom &#8222;Fedcon Insider&#8220; eher weniger und auch Sie, die Leser nicht, denn Sie lesen sie ja gerade: Ausgabe Nr. 13!<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Warum ist die &#8222;13&#8220; eine Ungl\u00fcckszahl? Der Ursprung f\u00fcr &#8222;des Teufels Dutzend&#8220;, wie die 13 auch mannchmal genannt wird, liegt im Christentum begr\u00fcndet. Genauer: Im Abendmahl, wo Judas, der &#8222;13.&#8220; am Tisch, ja nunmal den Verr\u00e4ter gab und Jesus ans Kreuz brachte. Seither gilt die 13 als Zahl f\u00fcr zu erwartendes Ungl\u00fcck. &#8222;Faszinierend&#8220;, w\u00fcrde Spock sagen und er h\u00e4tte Recht.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Jim Lovell erfuhr, dass er als Kommandant mit der Apollo XIII zum Mond fliegen sollte, hatte er anderes im Sinn als abergl\u00e4ubische Vorausahnungen. Er war einfach gl\u00fccklich, ausgew\u00e4hlt worden zu sein. Das Management der NASA hatte entschieden, Astronaut Alan Shepard &#8211; der eigentlich f\u00fcr die &#8222;Apollo 13&#8220; eingeteilt worden war &#8211; mehr Vorbereitungszeit f\u00fcr seinen Flug ins All zu geben., da er durch eine Ohr-Operation f\u00fcr eine Weile ausgefallen war. Lovell durfte daher nicht erst mit der &#8222;14&#8220;, sondern schon mit der &#8222;13&#8220; fliegen. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Lovell hatte schon eine Menge Erfahrung im Weltall. Als Pilot der Gemini 7 hatte er mit Frank Borman einen Rekord von 14 Tagen im Weltall aufgestellt. W\u00e4hrend des Gemini 12 &#8211; Flugs (dem letzten der Gemini-Reihe) war er Kommandant. Ihm zur Seite stand damals niemand geringeres als Edwin &#8222;Buzz&#8220; Aldrin, der zweite Mensch auf dem Mond. Schlie\u00dflich kam Lovell w\u00e4hrend des Apollo 8 Flugs dem Mond sehr nahe als er, gemeinsam mit Frank Borman und William Anders, am 24. Dezember 1968 &#8211; erstmals f\u00fcr die Menschheit &#8211; dessen Umlaufbahn erreichte und sie \u00fcber Funk aus der &#8222;Genesis&#8220; des Alten Testaments vorlasen.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Vor dem Apollo 13-Flug bereiteten sich Ken Mattingly, der als Pilot f\u00fcr die Kommandokapsel eingeteilt worden war und Fred Haise, Pilot der Landekapsel, f\u00fcr den Flug vor. Beim Training gab es auch eine Ersatzmanschaft. Diese sah unter Anderem Charles Duke als Ersatz f\u00fcr den Piloten des Landemoduls vor. Nur f\u00fcnf Tage vor dem Starttermin bekam Duke R\u00f6teln, gegen die Mattingly nicht imun war. Um sicher zu gehen, dass Mattingly sich nicht bei Duke angesteckt hatte, schied er aus dem Team aus. Nur 72 Stunden vor dem Start wurde John Leonard &#8222;Jack&#8220; Swigert als Steuermann f\u00fcr die Komandokapsel festgelegt. Mattingly bekam nie die R\u00f6teln.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Nur zwei Jahre vor dem Start der Apollo 13 &#8211; n\u00e4mlich 1968 &#8211; kam Stanley Kurbricks &#8222;2001 &#8211; a Space Odyssey&#8220; in die Kinos. Viele haben sicher daran gedacht als man erfuhr, dass das Kommandomodul, also das eigentliche Raumschiff der Mission, &#8222;Odyssey&#8220; genannt wurde. Anspielen sollte dieser Name allerdings eher an Homers &#8222;Odyssee&#8220;. Das Landemodul (LEM = Lunar Excursion Module = Landef\u00e4hre) erhielt den Namen &#8222;Aquarius&#8220; (nach dem Sternbild des Wassermanns). <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Abzeichen der Apollo XIII &#8211; Mission ist vielleicht das Sch\u00f6nste von allen. Es zeigt Apollo, der seine Pferde antreibt und dabei die Sonne mit sich f\u00fchrt. Weit hinter ihm hat er die Erde gelassen. Jim Lovell &#8211; in einem Interview mit Glen Sanson: &#8222;Warum (unsere) Namen (auf das Abzeichen) setzen? Wir entschieden uns, unsere Namen zu l\u00f6schen und daf\u00fcr in Latein &#8222;Ex Luna, Scientia&#8220; oder &#8222;Zum Mond, Wissenschaft&#8220; (auf das Abzeichen zu setzen).&#8220;<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">In der Tat sollte die &#8222;Apollo 13&#8220;- Mission die erste Mission sein, bei der es um die wissenschaftliche, u.a. geologische Auswertung geht als einfach nur darum &#8222;auf dem Mond&#8220; zu sein. So w\u00e4hlte man einen unbekannten Bereich auf dem Mond aus, den Fra Mauro &#8211; Krater, benannt nach dem M\u00f6nchen und Kartografen Fra Mauro, der einen Durchmesser von 95 Kilometern mi\u00dft.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Am 11. April 1970 startete die &#8222;Apollo 13&#8220; und zwar, wie sollte es anders sein, um 13:13 Uhr Milit\u00e4rzeit. Jim Lovell: &#8222;Die Faszination daran, in den Weltraum zu gehen, existierte hunderte von Jahren, doch wie wir diese Dinge tun und damit erfolgreich sind, beginnen die Leute sich zu langweilen.&#8220; Tats\u00e4chlich erlangte der Flug, der die dritte Mondlandung innerhalb von neun Monaten zeigen sollte, kein mediales Aufsehen. Dies sollte sich bald \u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Ausgerechnet am 13. April, nach 55 Stunden und 54 Minuten Flug, in einer Entfernung von 300.000 km zur Erde, gab es eine h\u00f6rbare Explosion an Bord, die zun\u00e4chst niemand erkl\u00e4ren konnte. Swigert erinnert sich: &#8222;Das deutlichste Ger\u00e4usch, dass ich h\u00f6rte und das mir sagte, dass etwas Schlimmes vorging, war wie das Zerquetschen einer Dose, ein metallenes Knirschen im Tunnel.&#8220; Swigert checkte seine Kontrollen und entdeckte, dass der &#8222;main B bus&#8220;, eine von zwei Stromsammelschienen, die die Energie f\u00fcr die Kommandokapsellieferten, ausgefallen war. Lovell erkl\u00e4rte der Bodenstation: &#8222;Wir hatten da gerade ein Problem!&#8220; und w\u00e4hrend seine Stimme recht gefasst klang, war sein Puls von 70 auf 130 Schl\u00e4ge angestiegen. Zuerst dachte er, sie seien von einem Meteor getroffen worden. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Was war geschehen?<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=C3J1AO9z0tA\" title=\"Apollo 13 (1995) - Houston, We Have a Problem Scene (4\/11) | Movieclips\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/C3J1AO9z0tA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>(c) Universal<\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Servicemodul beinhaltete vier Sauerstofftanks, die weit mehr liefern sollten als blo\u00df Sauerstoff. Jeffrey Kluger und Jim Lovell beschreiben dies in ihrem Roman &#8222;Apollo 13&#8220;: &#8222;Das eigentliche technische Wunderwerk kam erst zum Tragen, wenn Sauerstoff und Wasserstoff aus den superkalten Tanks ausstr\u00f6mte. Die Tanks n\u00e4mlich waren mit drei Brennstoffzellen verbunden, die wiederum mit drei als Katalysatoren wirkenden Platin-Elektroden verbunden waren. Sobald die Gase in die Zellen str\u00f6mten (&#8230;) kam es zu einer chemischen Reaktion, bei der drei Abfallprodukte entstanden: Strom, Wasser und W\u00e4rme.&#8220;<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"\">Nun zeichnete die Firma <\/span><span lang=\"\"><i>North American Aviation <\/i><\/span><span lang=\"\">f\u00fcr den Bau des gesamten urspr\u00fcnglichen Servicemoduls verantwortlich, doch hatte sie den Bau der Sauerstofftanks weiter an die Firma Beechcraft gegeben. Der Thermostatschalter der Sauerstofftanks war urspr\u00fcnglich auf 28 Volt Gleichspannung ausgerichtet. Als die NASA 1965 die Vorgaben f\u00fcr die Sauerstofftanks dahingehend \u00e4nderte, dass sie f\u00fcr 65 Volt ausgerichtet waren, verga\u00df Beechcraft, auch den Thermostatschalter der Tanks auf 65 Volt auszulegen! Niemand bemerkte dieses Vers\u00e4umnis. Der Thermostatschalter war daf\u00fcr da, alles abzuschalten, falls es zu hei\u00df wird. Bis zur Apollo 13 &#8211; Mission war es nie zu einer \u00dcberhitzung gekommen, weswegen dies nie aufgefallen war.<\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann war da noch der Sauerstoffbeh\u00e4lter Nr. 2. Eigentlich war er einmal in der Apollo 10 eingebaut worden, wurde jedoch damals &#8211; f\u00fcr eine Modifikation &#8211; ausgebaut, fiel dabei zu Boden und erlitt einen Schaden. Er wurde beiseite gestellt, um repariert zu werden und Apollo 10 bekam einen neuen zweiten Tank. Als es soweit war, testete man den &#8222;Apollo 10&#8220;-Sauerstoffbeh\u00e4lter. Er funktionierte an sich, doch zeigten sich Probleme beim Entleeren es Tanks, die jedoch niemand &#8211; einschlie\u00dflich der Crew &#8211; all zu ernst nahm. H\u00e4tte man sich daf\u00fcr entschieden, Tank Nr. 2 gegen einen neuen einzuwechseln, h\u00e4tte das Apollo 13 einige Monate gekostet. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Nachdem der Sauerstofftank 2 routinem\u00e4\u00dfig aktiviert worden war, zeigte er eine F\u00fcllstandsh\u00f6he von \u00fcber 100% an. Gab es Probleme mit dem F\u00fcllstand, ging man davon aus, dass das kryogene Sauerstoff (teils gasf\u00f6rmig, teils fl\u00fcssig) durchger\u00fchrt werden musste. Obwohl dies geschah, \u00e4nderte sich nichts am F\u00fcllstand. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Jack Swigert etwa 55 Stunden sp\u00e4ter den Sauerstofftank erneut in Gang setzte, kam es zum Kurzschlu\u00df: Da das Mischen des Sauerstofftanks Nr. 2 w\u00e4hrend des Flug l\u00e4nger als gew\u00f6hnlich gedauert hatte, wurden die Brennstoffzellen zu hei\u00df und der Thermostatschalter, der nicht auf 65 Volt ausgelegt war, wurde aktiviert und schmorte durch. Da es nun keine &#8222;Notabschaltung&#8220; mehr gab, wurden ca. 500 Grad Fahrenheit (ca. 260 Grad Celsius) erreicht! In der Sauerstoffatmosph\u00e4re breitete sich nun sehr schnell ein Feuer aus, bis die d\u00fcnnen W\u00e4nde des Servicemoduls dem Druck nicht mehr stand halten konnten und es zur Explosion kam.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Seymour \u201eSy\u201c Abraham Liebergot, der als EECOM (Electrical, Environmental and Consumables Manager) t\u00e4tig war, konnte nicht glauben, was ihm seine Anzeigen sagten. Sy Liebergot: &#8222;Wenn ich glauben sollte, was mir die Anzeigen sagten, hatte ich Sauerstofftank 2 vollkommen verloren, ich verlor Sauerstofftank 1 und zwei oder drei Stromversorgungssysteme.&#8220;<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Lovell sah aus dem Fenster und entdeckte, das etwas austrat: Sauerstoff! W\u00fcrde der Sauerstoff ausgehen (als ob das nicht schlim genug w\u00e4re), g\u00e4be es bald auch keinen Strom mehr, da die Elektrizit\u00e4t mit Sauerstoff erzeugt wurde. Ohne Strom h\u00e4tte es auch keine Steuerung mehr gegeben. Damit stand die Zukunft der Besatzung auf Messers Schneide, denn realistisch gesehen hatten sie eine Chance von h\u00f6chstens 10 Prozent (wie an in NASA-Kreisen munkelte) wieder lebend zur\u00fcck zur Erde zur\u00fcckzukehren. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Es war Zeit daf\u00fcr, dass Unl\u00f6sbare zu l\u00f6sen. Oder wie sagte es doch der leitende Flugdirektor, Gene Kranz? &#8222;Failure is not an option!&#8220; Versagen oder das Aufgeben war keine Alternative, die er und sein Team in Betracht ziehen wollten. Die Herangehensweise von Kranz und seinen Leuten war h\u00f6chst profesionell, ihre F\u00e4higkeiten vielseitig: Kreativit\u00e4t, die F\u00e4higkeit zur Zusammenarbeit, die F\u00e4higkeit, in einer schwierigen Situation die Ruhe zu bewahren und diszipliniert sowie mit know how an einem Ziel zu arbeiten.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Man entschied sich, die Mission als solche abzubrechen und das Raumschiff per &#8222;swing by&#8220;-Man\u00f6ver die Gravitation des Mondes ausnutzen zu lassen, um wieder in Richtung Erde zu fliegen. Durch dieses Mann\u00f6ver wurde mehr Strom gespart als wenn man versucht h\u00e4tte, direkt die Erde anzusteuern. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Zwei Stunden nach der Explosion schaltete die Crew das Kommandoschiff ab, um Strom zu sparen und retten sich in die Landef\u00e4hre, Aquarius. Die Aquarius war mit einem eigenen Strom- und Sauerstoffsystem versehen, welches zwei Menschen f\u00fcr zwei Tage versorgen konnte. Nun beherbergte das &#8222;Rettungsboot&#8220; drei Menschen und w\u00e4re etwa vier Tage unterwegs. Um die Luft zu filtern, dachten sich Kranz\u00b4Mitarbeiter aus, wie die Crew der Aquarius mit vorhandenen Mitteln &#8211; u.a. eine Socke und Klebeband &#8211; einen Luftfilter bauen konnten und funkten diese Bauanleitung der Besatzung zu. Kaum hatten sie den Filter installiert, sank der CO2 &#8211; Gehalt in der Kapsel. Lovell, Haise und Swigert waren dem \u00dcberleben gerade um einiges n\u00e4her gekommen. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Frage war nun, wie &#8211; und ob &#8211; man das Kommandomodul vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosph\u00e4re mit m\u00f6glichst wenig Energie wieder zum Laufen bringen konnte. An Bord der Aquarius herrschten Temperaturen wie im K\u00fchlschrank, selbst die Astronautennahrung war gefroren und Fred Haise dehydrierte und bekam hohes Fieber.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach etwa zweieinhalb Tagen trennten sie sich vom Servicemodul und sahen erstmals das beeindruckende Loch, welches die Explosion verursacht hatte und wie nahe sie dem sicheren Tod gewesen waren.<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Nur eine Stunde vor dem Eintritt wechselten die Astronauten von der Aquarius, die eigentlich auf dem Mond h\u00e4tte landen sollen und von der sie sich anschlie\u00dfend etwas wehm\u00fctig verabschiedeten, in die Kommandokapsel. Niemand wusste, ob sie intakt war: W\u00fcrde das Hitzeschild halten oder war es, durch die Explosion oder Frost besch\u00e4digt worden sein? Hatte die elektrischen Bestandteile durch Feuchtigkeit einen Schalden erlitten oder w\u00fcrde alles halten und funktionieren wie geplant? Zum wiederholten Male stand das Leben der Astronauten in Gefahr, ein fr\u00fches Ende zu finden. Die Auswirkungen, die so ein dramatisches Ende, auf das Apollo &#8211; Programm gehabt h\u00e4tte, kann man sich vorstellen. Es h\u00e4tte ein tragisches und j\u00e4hes Ende gefunden &#8211; oder w\u00e4re zumindest noch mehr gek\u00fcrzt worden als dies sp\u00e4ter der Fall war. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00dcblicherweise dauert die Eintrittsphase, in der die Astronauten nicht \u00fcber Funk erreichbar sind, drei Minuten. Diese 180 Sekunden verstrichen furchtbar langsam, nachdem die Landekapsel in die Atosph\u00e4re eintrat und deren Hitzeschild mehrere tausend Grad Celsius aushalten musste. Als die vierte Minute anbrach und noch immer nichts zu h\u00f6ren war, hielten nicht nur die Nasa-Mitarbeiter im Kommandozentrum den Atem an. Gene Kranz: &#8222;Ich denke, w\u00e4hrend der Zeit musste ich doch hart schlucken, weil ich an all die gef\u00e4llten, lebenswichtigen Entscheidungen dachte. Ich hatte Angst, dass wir doch etwas \u00fcbersehen h\u00e4tten.&#8220; Es hatte einen guten Grund, dass die Landekapsel l\u00e4nger brauchte als \u00fcblicherweise: Normalerweise h\u00e4tte sie Mondgestein an Bord gehabt und w\u00e4re dadurch schneller durch die Atmosph\u00e4re gerumpelt. Als sie endlich an den Hauptfallschirmen durch die Wolkendecke brach, gab es endlich Gewissheit: Apollo XIII legte eine &#8222;gegl\u00fcckte Notlandung&#8220; hin!<\/span><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen heute nur erraten, welche Erleichterung sich im folgenden Applaus in der Komandozentrale, in den Familien der Astronauten und in den Herzen vieler Menschen in der ganzen Welt, Luft machte. Die Besatzung der Apollo XIII kehrte lebend heim &#8211; und war in wenigen Augenblicken zu weltweiten Helden geworden!<\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Vielleicht ist die 13 gar keine Pechzahl, sondern eine Gl\u00fcckszahl, denn gerade bei dieser Mission waren so viele richtige Leute an richtigen Orten um das richtige zu tun. Jim Lovell sagte einmal, er habe aus dieser Geschichte eine gewisse Gelassenheit mitgenommen, da er seither jeden Tag als Geschenk betrachtet. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn Sie also, lieber Leser, bei der Zahl &#8222;13&#8220; \u00e4ngstlich werden, da Sie vermuten, es k\u00f6nne etwas Schlimmes passieren, denken Sie an die Apollo 13, deren Unfall vielen Menschen die M\u00f6glichkeit gab zu beweisen, dass das schier Unglaubliche m\u00f6glich ist. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Am 11. April 2015 ist der Start der Apollo XIII genau 45 Jahre her. <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Quellennachweis:<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8218;Why put names on it?&#8216; We decided to eliminate the names and instead put in the Latin &#8218;Ex Luna, Scientia&#8216; or &#8218;From the Moon, Knowledge.&#8216; (Jim Lovell, from an interview with Glen Swanson published in the Spring 1995 issue of Quest, The History of Spaceflight Magazine).<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8222;Ex-Astronaut Jim Lovell Back In Spotlight, Like Space Program &#8212; Speaks In Seattle, Urges Nation To Keep Exploring Final Frontier&#8220; by Janet I-Chin Tu, Seattle Times Staff Reporter<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Apollo XIII (Bonus DVD zum Film mit Tom Hanks)<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Apollo 13 (Roman zum Film von Jim Lovell und J. Kluger)<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">Wikipedia.de<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8222;Apollo 13 &#8211; Die wahre Geschichte&#8220; (Film &#8211; Dokumentation)<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/www.hq.nasa.gov\/alsj\/a13\/a13.summary.html\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"\"><u>https:\/\/www.hq.nasa.gov\/alsj\/a13\/a13.summary.html<\/u><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8222;Apollo 13&#8220; von J. Kluger und Jim Lovell <\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">weiterf\u00fchrene LInks:<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/www.apolloeecom.com\/\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"\"><u>http:\/\/www.apolloeecom.com\/<\/u><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-size: medium;\">(Liebergots website)Electrical, Environmental and Consumables Manager<\/span><\/p>\n<p lang=\"\" align=\"JUSTIFY\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Matthias Wieprecht (Dieser Artikel erschien urspr\u00fcnglich im Fedcon Insider, dem internen Magazin aller Fedcon &#8211; Besucher. Siehe auch Fedcon.de. Mein Ziel war es, ein m\u00f6glichst umfassendes, allen verst\u00e4ndliches Bild der damaligen Ereignisse zu vermitteln. 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