Sherlock Holmes grösster Fall (A study in Terror, 1965), auf Blu – Ray

Der bestialische Mord an fünf Prostituierten sorgt im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts für Aufsehen. Als der als Jack the Ripper bekannte Täter weitere Morde ankündigt, schaltet sich Londons berühmtester Detektiv in den Fall ein: Sherlock Holmes. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Watson folgt er der blutigen Spur des Serienkillers bis in adelige Kreise und in das von den Morden aufgeschreckte Armenviertel von Whitechapel. Das Aufeinandertreffen zweier Legenden der britischen Kriminalgeschichte scheint unausweichlich…

„Sherlock Holmes grösster Fall“ ist seit einiger Zeit als Blu-Ray bei Koch erschienen. John Neville verkörpert in dieser Variante eines Aufeinandertreffens von Sherlock Holmes und Jack the Ripper, den Meisterdetektiv. Ihm zur Seite steht Donald Houston als schneidiger Dr. Watson, der dem der Originalgeschichten ähnelt, kluge Beiträge liefert und auch mal mit Hand anlegt, wenn es zu einer Rangelei kommt. Ganz der Soldat, der an sich im Burenkrieg eine Verwundung zugezogen hat, aber im Herzen immer noch wagemutig geblieben ist.

(c) Koch Media. Mycroft Holmes, Dr. Watson, Sherlock Holmes und Lestrade

Weitere Darsteller sind z.B. John Fraser als Lord Carfax, der dem männlichen Schönheitsideal der späten 60er entspricht (der Film stammt von 1965), Anthony Quale als Doctor Murray, Frank Finlay, der hier – wie auch in dem „Holmes-Ripper-Film“ Mord an der Themse (1979) – Inspector Lestrade darstellt, eine sehr junge Judy Dench als Sally sowie der Charakterdarsteller Robert Morley als Mycroft Holmes.

Wer die Zeichnungen von Sidney Paget zu den Originalgeschichten von Sir Conan Doyle kennt, der wird erkennen, wie frapant ähnlich Robert Morley dem älteren, untersetzten Bruder des Meisterdetektivs aussah!

Lange Zeit hatte ich Schwierigkeiten mich diesem Film zu öffnen, was in meinem Fall vor Allem an den vielen Gesangseinlagen im Pub lag, die mich immer wieder abschreckten (manchem gefällt das ja, aber ich fand sie zu lang und auditiv wenig ansprechend).

Als alter Holmes – Fan musste ich mir den Film aber natürlich wenigstens einmal ansehen und sei es nur, um eine Meinung dazu zu haben. Da kam mir die Blu-Ray von Koch gerade Recht. In der Tat wirkt der Film inden nunmehr brillantenFarben und mit einem weit besseren Bild auf der Blu-Ray viel reizvoller alsl je im Fernsehen.

(c) Koch Media. Frank Finlay in seiner ersten Darstellung Lestrades

Das ich ihn mir nunmehr auch ganz ansehen „konnte“ war durchaus zu meinem Vorteil: Der Film ist gut, spannend und hat auch die eine oder andere unerwartete Wendung. Vor Allem aber zeigt sie ein glaubwürdiges, tolles „Holmes – Watson – Gespann“. Gewisse Kameraeinstellungen und Frisuren erinnern etwas an die 60er Jahre (bzw. sind „typisch“ für diese Zeit) und auch der Ablauf der Ripper – Morde ist nicht korrekt dargestellt (kein Opfer wurde in Wirklichkeit je in einem Wassertrog gefunden…z.B.), dennoch kommt ein positiver Gesamteindruck auf und man bewegt sich geistig im Vor-vorigen Jahrhundert auf den Straßen Londons. Was will man als Sherlock Holmes Enthusiast mehr?

(c) Koch Media. Doctor Murray: Ist er Jack the Ripper?

Die – sehr zu empfehlende – Blu-Ray (klasse Bildqualität, guter Ton!) beinhaltet obendrein noch eine Bildergalerie und einen Trailer. Regie zu dem Werk, das seinerzeit noch härter und stimmungsvoller wirkte als in unseren Zeiten, wurde vom Regisseur James Hill verfilmt.

Hier bekommt ihr die Blu-Ray:

https://www.amazon.de/Sherlock-Holmes-gr%C3%B6%C3%9Fter-Fall-Blu-ray/dp/B074W99R21/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=sherlock+holmes+gr%C3%B6%C3%9Fter+fall+blu+ray&qid=1578485096&sr=8-2

 

Titania Medien: Sherlock Holmes – „Eine Frage des Teers“ (39) und „Die dritte Botschaft“ (40)

Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle (40) – Eine Frage des Teers

Schon die Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle hingen von einem Detail ab. Denke man an „The man with the twisted lip“ zum Beispiel oder an „das Ereignis mit dem Hund in der Nacht“ in der Story „Silver Blaze“. Auch in „Eine Frage des Teers“ geht es am Ende um ein Detail, eben jene „Frage des Teers“, die den Raub jener wertvollen Tiara aufklärt, die John Falconer aus seinem Haus entwendet wurde.

Der Kreis der Verdächtigen ist klein, das größte Motiv hat offenbar der „Verlobte in spe“ seiner Tochter, der bekannt für seine Schulden und seinen beruflichen Mißerfolg ist. Das sich die Tochter, Beryl, damit an Sherlock Holmes wendet, weil sie an dessen Unschuld glaubt, erweist sich – wie sollte es anders sein – als eine sehr gute Idee.

Wieder verwöhnt uns Titania mit einem opulenten Stück „Kopfkino“. Effekte, Musik und Stimmen runden die Handlung ab. Neben den überzeugenden Stammsprechern (Joachim Tennstedt und Detlev Bierstedt) kommen so charismatische Sprecherinnen und Sprecher wie Fabienne Hesse, Valentin Stroh, Gerhard Fehn, Christian Stark, Horst Naumann, Martina Linn Naumann, Claudia Urbschat-Mingues, Danila Gehrmann, Dirk Petrick und der unvergleichliche Eckart Dux (in einer Nebenrolle) zu Wort.

Speziell am Anfang (Stichwort „Holmes und Ordnung“) bekommt der geneigte Hörer auch einen intimen Einblick in die Baker Street 221B, den wir sonst noch nie erleben durften. Ich musste schmunzeln…

Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle (41) – Die dritte Botschaft

An den Fall „Die fünf Orangenkerne“ erinnert „Die dritte Botschaft“. Sir James Brackenbury kam eigentlich durch einen Unfall ums Leben. Zuvor jedoch erhielt er einen seltsamen anonymen Brief, dessen bloße Existenz ihn in helle Aufregung brachte und noch etwas ist auffällig: Er stürzte gerade an dem Ort zu Tode an dem er – dem Brief folgend – ein Dokument hinterlegen sollte. Holmes stellt dem vermeintlichen Mörder eine Falle… Mehr soll dazu nicht verraten werden.

Bei diesem Hörspiel macht es besonders Freude, der Chemie zwischen Holmes und dem Inspektor (Joachim Tennstedt und Rainer Gerlach) zu lauschen. Die beiden verstehen sich nämlich so gar nicht, wobei sie dies aber nicht direkt aussprechen. Es kommt zu dem einen oder anderen originellen Schlagabtausch.

Die wohlklingenden Stimmen von Helmut Zierl, Peter Weis, Valentin Stroh, Dirk Petrick, Christian Stark und Rainer Gerlach ergänzen die eingespielten Stammsprecher Joachim Tennstedt und Detlev Bierstedt.

Im Fazit sind beide Hörspiele wieder ganzer Genuß fürs Kopfkino dank spannender Geschichten, toller Stimmen und fulminanter Hintergrundgeräusche sowie passender Musik, die einem diese Geschichten wie einen alten Hollywood – Streifen vor Augen führt.

Sherlock Holmes (Titania) – Folge 38 – Das Haus mit den Zwingern

Heute stelle ich euch mein erstes „Sherlock Holmes“ – Hörspiel aus dem Hause Titania vor. Obwohl… es ist nicht mein allererstes, dass ich kennenlerne, denn schon 2003 hörte ich damals das Hörspiel „Das Zeichen der Vier“ an. Ich konnte die Atmosphäre des Hörspiels mit einem Satz zusammenfassen: „Sherlock Holmes goes Hollywood“. Und so ist es bis heute geblieben, das kann ich jetzt schon sagen.

Der Grund dafür sind zunächst einmal die charismatischen Sprecher. Allen voran wären das Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes und Detlev Bierstedt als Dr. Watson. Schon damals entstand vor meinem geistigen Auge das Bild eines John Malkovich als Sherlock Holmes, denn Tennstedt ist natürlich dessen Stamm – Synchronstimme. Der Watson ähnelte aus gleichem Grund – vor meinem geistigen Auge – stets einer Mischung von Jonathan Frakes (Riker in Star Trek: TNG) und George Clooney. Ja, Stimmen machen viel aus.

Damals wie heute brillieren die Hörspiele von Titania darüber hinaus mit einem äußerst passenden „Soundtrack“, gespielt auf zeitgenössischen Instrumenten wie Violine und Klavier.Um die Atmosphäre abzurunden wurden die Hörspiele mit vielen, schönen Effekten versehen. In der Wohnung der Baker Street hört man das brausende Kaminfeuer, aber auch kleine Geräusche, die man vernachlässigen könnte, hier das schieben eines Stuhls, dort das Faltgeräusch eines Papiers, Naturgeräusche im Freien, Glockenläuten etc. werden hier opulent zu Gehör gebracht.

Titania Medien werben auf ihrer Website damit, dass sie atmosphärische Hörspiele produzieren. Und genau so ist es auch. Auf der Atmosphäre liegen bei diesen Hörspielen ein Schwerpunkt. Schön für Leute wie mich, die sehr gerne beim hören eines Hörspiels die Augen schließen und sich dabei alles vorstellen, was geschieht.

In Hörspiel Nr. 38, „Das Haus mit den Zwingern“, wurden zudem auch die weiteren Stimmen liebevoll ausgesucht. So spricht Sigrid Burholder die Nancy Millingtom, eine junge Frau, die Holmes und Watson besucht, weil es in ihrem Ort seit einer Weile merkwürdig zugeht:

Die junge Miss Nancy Millington wird in der Baker Street 221b vorstellig, da sie sich Sorgen wegen ihrer neuen Nachbarn macht, welche nicht nur ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, sondern vor allem eine Reihe Hundezwinger mit höchst aggressiven Tieren auf dem weitläufigen Grundstück aufgestellt haben…

Der Fall verläuft äußerst interessant, aber für mich – als Wiedereinsteiger in diese Hörspiel-Serie,  dem das miteinander zwischen Holmes und Watson stets mindestens genau so wichtig war, wie die Genialität der Fälle und ihrer Klärung – fiel besonders auf, dass Tennstedt und Bierstedt hier eine neue Variante des befreundeten Gespanns abgeben. Ähnlich wie bei dem legendären Christian Rode – „Holmes“ und seinem Watson, Peter Groeger, entwickelten diese beiden Sprecher eine eigene Dynamik, einen eigenen Witz und eine eigene Art und Weise, Sherlock Holmes und Dr. Watson zu interpretieren. Dabei erinnert Watson in seiner etwas ungeschickten Art – wie auch seiner körperlichen Beschreibung… – eher dem Nigel Bruce aus den bekannten Universal – Verfilmungen aus den 40er – Jahren (mit Basil Rathbone als Sherlock Holmes), während der Holmes etwas menschlicher dargestellt wird als wir es von z.B. einem Jeremy Brett kennen.#

 

Ungewöhnlich offen ist er für die Probleme von Nancy Millington, noch bevor er weiß, wie interessant der Fall eigentlich wird. Aber das mag auch daran liegen, dass sie die Schwester eines alten Freundes ist. Das Holmes durchaus Freunde neben Watson hat – so unvorstellbar das manchmal ist – wissen wir spätestens aus dem „Ritual der Musgraves“. Seine gelegentlichen Seitenhiebe gegen die Fettleibigkeit seines Kumpanen sind eher untypisch, aber sorgen immerhin für einen Abschlußlacher.

In weiteren Rollen finden sich die angenehmen Stimmen von

Jean Paul Baeck als Tom Millington

Ursula Sieg als Mrs. Hamilton

Matthias Lühn als ihr Neffe

Thomas Balou martin als Italiener

Bert Stevens als Mr. Mr. Aymington und

Lutz Reichert als Inspektor Lestrade

Für das Hörspiel-Skript zeichen Herman Cyril McNeile und Marc Gruppe verantwortlich.

Zum atmosphärisch dichten Hörspiel passen auch die hübschen Zeichnungen auf dem Cover und dem Inlay. Die Cover-Illustartion stammt von Ertugrul Edirne und die Illustartion von Firutz Askin, das Layout entstammt der Kreativität von Doreen Enderlein.

Fazit: Mit „Das Haus mit den Zwingern“ konnte ich in eine atmosphärisch dichte, vertraute und doch neuartige Welt von Sherlock Holmes eintauchen. Tolle Stimmen, stilvolle Musik und eine spannende Geschichte entführten mich für eine Stunde in die Baker Street 221 B und aufs englische Land.

Gerne möchte ich wieder dorthin zurückkehren.

Hier findet ihr interessante Interviews mit Marc Gruppe u.a.:

Interessante Interviews mit Marc Gruppe u.a.

Hier könnt ihr euch einen Überblick über die bisherigen Hörspiele machen und sie euch auch bestellen:

Infos und Bestell-Möglichkeiten