Vor rund 46 Jahren…
Als Panini ankündigte, dass „Die Legende von Batman“ (erneut – dazu gleich mehr) erscheinen würde, fühlte ich mich sofort an die 1980er Jahre erinnert. Die Zeit, in der ich Batman für mich entdeckte. Wie so viele andere Comicfans war Batman für mich von Anfang an „der Beste“.
Heiß begehrt war daher nicht ohne Grund das „Batman – Superband Nr. 1“ vom Ehapa Verlag. Das dünne Comicbüchlein erschien 1974 und erzählte die Originalgeschichte etwas ausführlicher als zuvor. Mit „Die Legende von Batman“ bot der Ehapa Verlag in den 1980ern zudem ein Hardcover-Buch an, das in der Werbung gewaltig wirkte. Also bestellte ich es und wartete – lange vor Amazon – ein bis zwei Monate auf die Zusendung.
Auf dem Cover stand: „Die wichtige Sammlerausgabe! Alles über Batman!“ Als Kind stellte ich mir Skizzen, Risszeichnungen und Geheimnisse vor. Entsprechend war ich etwas enttäuscht, als sich das Buch letztlich als „nur“ ein Comic entpuppte. Die „Geheimnisse“ beschränkten sich auf wenige Seiten zur Bathöhle, Ausrüstung und Fahrzeugen. Immerhin gab es noch den Zusatz-Comic „Carnival of the Cursed“ (Batman No. 224).
Frische Farben, bessere Übersetzung
Als Panini nun eine neue „Legende von Batman“ ankündigte, war ich gespannt: Würde sich ein Kauf lohnen?
Zunächst muß gesagt werden, dass die Werbung von Panini für diesen Band sehr viel ehrlicher ist als es damals der Fall war. „Hier bekommt ihr einen Klassiker – Comic mit der Legende von Batman, wie sie in den 1980ern herauskam.“ Das schließt eine Enttäuschung mangels Inhalt schon mal aus.
Enthalten sind drei Geschichten: „Der Anfang“, „Mit Freunden wie diesen …“ und „Der Mann hinter der Maske“. Die Zeichnungen stammen vor allem von Jim Aparo, im ersten Teil auch von John Byrne, die Story von Len Wein, die Farben von Glynis Wein.
Besonders die Farbgebung überzeugt in dieser Neuauflage deutlich gegenüber der alten Ehapa-Version. Dass das großformatige Hardcover für 29 Euro hochwertiger ist, war zu erwarten – und wird erfüllt.
Auch die Übersetzung wirkt deutlich erwachsener. Batman wird heute ernster genommen, und das spiegelt sich in einer genauen Übersetzung wider. Während bei Ehapa etwa Mrs. Chilton sagt: „Schön, wieder einen Sohn zu haben… meine eigenen sind erwachsen“, heißt es bei Panini: „Ich hatte selbst Kinder, Bruce. Ich freue mich, wieder eins zu haben.“
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Schwur am Grab der Eltern. Ehapa: „Hiermit schwöre ich, daß ich mein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen widmen werde! Euer Mörder wird es büßen!“ Panini: „Ich schwöre, ich werde mein Leben und mein Erbe einsetzen, um euren Mörder zu fassen und Krieg gegen alle Verbrecher zu führen!“
Freilich sind das nur Nuancen, aber in der Summe wirkt der Comic einfach runder, eben so, wie er gemeint war als er erschaffen wurde.
Zusätzlich enthält der Band die drei Originalcover im Anhang, dessen letztes Cover, das ursprünglich für die Ehapa Version als Haupt – Cover genutzt wurde, die große Rückseite ziert. Die drei Seiten mit der Bathöhle usw. fehlen natürlich auch nicht.

(c) DC / Panini: Eintauchen in die LEGENDE VON BATMAN
Fazit
„Die Legende von Batman“ erzählt die bekannte Herkunftsgeschichte im Stil der Bronze Age. Natürlich wurde diese später – etwa in moderneren Interpretationen – deutlich ausführlicher und künstlerischer umgesetzt. Doch wer sehen möchte, wie diese Legende damals erzählt wurde, bekommt hier eine hochwertige, frisch kolorierte und akkurat übersetzte Ausgabe.
Es macht Spaß, diese Version neu zu entdecken – und zu erkennen, wie sich Batman langsam vom Golden-Age-Helden zum Dunklen Ritter entwickelte.
Link zu Panini: