Willkommen auf meinem Blog!

Lieber Besucher, liebe Besucherin meiner Website,
ich war schon ein Nerd, als es dieses Wort (in Deutschland) noch nicht gab.

Ich bin es noch. 😉

Und da ich gerne schreibe, findest Du hier meine Meinung zu neuen Hörspielen, Comics und Filmen… zu allem, was mich als Nerd begeistert. Oder eben nicht begeistert.

Mir kommt es dabei darauf an, dass ihr MEINE Meinung bekommt. Ich schreibe nirgends ab.

FALLS euch diese Meinung interessiert, seid ihr herzlich willkommen.

Möge die Macht mit euch sein. Energie!
🙂

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[Archiv] 50 Jahre Mondlandung (2019)

Die Mondlandung feiert(e) Jubiläum

I. „Space Race“

Als ich im September 1969 geboren wurde, war ich eines der ersten Kinder, die in eine Zeit geboren wurden, in der jeder wusste, dass die Menschheit es zum Mond geschafft hatte. Inzwischen waren die Mondlandungen eine dermaßen große Routine geworden, dass die Medien kaum noch Notiz von den weiteren Landungen des „Apollo“ – Programms nahmen. Mittlerweile, wir schreiben das Jahr 2019, ist es sogar Mode geworden, die Mondlandungen als pure Fiktion zu deuten.

Gewiss, Amerika hatte in Russland einen ernstzunehmenden Herausforderer, so dass eine inszenierte Mondlandung auf dem ersten Blick Sinn gemacht hätte, ähnlich wie in dem Film „Unternehmen Capricorn“ aus dem Jahre 1978, in dem den Medien eine Landung auf dem Mars vorgegaukelt wird.

In gewisser Weise sind diese Zweifel schmeichelhaft, denn sie zeigen, wie unfassbar das „Apollo-Programm“ gewesen ist. So unglaubliches hat die Menschheit hier erreicht, dass sich heute Mythen und Märchen darum gebildet haben. Aber war das in der Menschheitsgeschichte nicht immer so? Legenden, die ihren Kern in einer wirklichen Begegebenheit hatten, wurden ausgeschmückt und umgedeutet.

Wer der Wissenschaft jedoch im Rahmen einer rationalen Vernunft folgt, der wird erkennen, dass der Aufwand rund um einen solchen Schwindel sogar noch größer gewesen wäre als das ohnehin großartige Apollo-Programm selbst. Viel zu viele Personen waren darin eingebunden. Wer sich im Detail damit befassen möchte, warum die Mondlandung berechtigte Fragen aufwirft, die aber allesamt wissenschaftlich erklärbar sind, findet bei Eingabe von „Harald Lesch“ und „Mond Fake“ ein paar befriedigende Antworten.

Die Sowjetunion war der eigentliche Vorreiter. Vor dem 4. Oktober 1957 flog noch nicht ein einziger Sattelit um die Erde. Es waren „die Russen“, welche an diesem historischen Tag „Sputnik 1“ in die Umlaufbahn der Erde schossen. Schon einen Monat später folgte mit „Sputnik 2“ der zweite Sattelit, der von vom Ostblock in den Weltraum geschossen wurde. Amerika nahm den Fehdehandschuh auf und schickte im Januar 1958 ihren Satteliten „Explorer“ in die Umlaufbahn. Daraufhin folgte etwa drei Jahre später, im April 1961, der erste bemannte Raumflug mit dem legendären Juri Gagarin, gefolgt von John Glenn, auf der amerikanischen Seite, im Feburar 1962.

So ging es weiter und bei jeder Aktion folgte eine Reaktion, die das Vorgehen des politischen Gegners noch übertreffen sollte.

Am 25. Mai 1961 hielt John F. Kennedy vor dem amerikanischen Senat jene Rede, in der er beschloss, dass noch in den nächsten zehn Jahren ein Amerikaner den Mond betreten würde. Das war damals mindestens so unfassbar als wenn ein Politiker in unserer Zeit sagen würde: „In zehn Jahren haben wir den Klimawandel gestoppt!“

Keine Frage: Hätte die Politik keinen Sinn im „Space Race“ gesehen, und wäre folglich kein Geld geflossen, dann wäre bis heute wohl nie ein Mensch auf dem Mond gewesen, obwohl es mittlerweile theoretisch möglich gewesen wäre. Kennedys Rede war jedoch eine Kampfansage. Die Wissenschaft, entsprechend seitens des Staates gefördert, lief langsam aber sich zu Höhenflügen auf, im wahrsten Sinne.

Als Vorbereitung auf die Apollo-Missionen lief 1965 und 1966 das Programm „Gemini“, welches den Erfahrungshorizont u.a. in Sachen „Weltraumspaziergänge“ und „Navigation“ erweitern sollte. Wie heiß es bei diesem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amerika und Russland ging, zeigt z.B., dass die Sowjetunion am 18. März 1965 mit Alexei Leonow den ersten Menschen eine „Außenbordmission“ durchführen lässt. Auf amerikanischer Seite stand schon länger Edward White hierfür in den Startlöchern, der schließlich, nur wenige Monate später, am 3. Juni 1965 seine E.V.A. Vollzog (EVA = Extra-vehicular Activity). Während dieses „Weltraumspaziergangs“ überzog Ed White die vorgegebene Zeit. Zu fasziniert war er von dem Anblick der Erde und des Weltraums. Als er schließlich zurück in das Raumschiff kommen sollte, sagte er wörtlich:

„I’m coming back in… and it’s the saddest moment of my life.”

II. Die Tragödie: „Apollo 1“

Am 27. Januar 1967 übten Virgil Grissom, Edward „Ed“ White und Roger Chaffee routinemäßig den erdgebundenen bis dahin als unkritisch geltenden „Plug out Test“, bei dem alle Verbindungen gekappt werden. Die Atmosphäre in der Kapsel, die sich in einem „Versorgungsturm“ befand, wurde mit 100% Sauerstoff gefüllt. Am Abend, um 18:31 Uhr meldete sich ein Astronaut, dass ein Feuer ausgebrochen sei: Alle drei Astronauten starben einen schrecklichen Tod in den Flammen. Ein öffnen der Luke war nicht möglich gewesen!

Dieser Tag brachte den Apollo-Missionen eine Schwere, die man sich wohl schwer vorstellen kann. Gene Kranz (geb. 1933), der Flugdirektor, trommelte einen Tag nach dem Unfall alle Mann zusammen und erklärte in treffender, nüchterner Weise, wie es zu diesem Unfall – jenseits von technischen Gründen – gekommen war:

[…] Wir sind die Ursache! Wir waren noch nicht bereit! Wir haben unseren Job nicht gemacht. Wir haben gewürfelt und gehofft, dass die Dinge bis zum Starttag irgendwie passen würden, wenngleich wir in unseren Herzen wussten, dass dazu ein Wunder nötig war.“

Und weiter:

[…] Von diesem Tag an wird Flight Control unter zwei Begriffen bekannt sein: „Hart“ und „Kompetent“.
Hart (tough) bedeutet, dass wir für immer verantwortlich sind für das, was wir tun oder was wir nicht tun. Wir werden unsere Verantwortung nie wieder aufs Spiel setzen. Jedes Mal, wenn wir
Mission Control betreten, wissen wir, wofür wir einstehen.
Kompetent heißt, dass wir nichts für selbstverständlich halten. Wir werden in unserem Wissen und in unseren Fähigkeiten niemals [wieder] zu schwach sein.
Mission Control wird perfekt sein. Wenn Sie dieses Meeting heute verlassen, gehen Sie in Ihr Büro und schreiben als Erstes „Tough and Competent“ an Ihre Tafel. Es wird niemals gelöscht. Jeden Tag, wenn Sie den Raum betreten, werden diese Worte Sie an den Preis erinnern, den Grissom, White und Chaffee gezahlt haben. Diese Worte sind der Preis für die Aufnahme in die Reihen der Mission Control.“

Kranz, der in seinem Buch „Failure is not an option“ erzählt, dass ihm damals klar wurde, dass sie zu vieles für selbstverständlich gehalten hatten, prägte hiermit die geistige Einstellung der NASA für die nahen weiteren Missionen und spornte gleichzeitig alle Beteiligten an, weiterzumachen. Dieser Vorfall, verbunden mit der Rede von Gene Kranz, ist ein Wendepunkt, denn von nun an wurde in der Tat härter und kompetenter gearbeitet. 

Die Witwen der verstorbenen Astronauten baten darum, dass der tödliche Test zu „Apollo 1“ umgetauft wurde.

Der Bitte wurde entsprochen.

III. Ein Wunder wird wahr

Erst 1968 kam es wieder zu einem beannten Flug – mit Apollo 7. Und Apollo 8, der 1968 stattfindenden Mission zur Weihnachtszeit, schickte Frank Borman, William Andres und James Lovell zu einer ersten Umrundung des Erdtrabanten in den Weltraum. Am 24. Dezember 1968 las die Crew der Apollo 8 Teile der biblischen Schöpfungsgeschichte über Funkverbindung vor und gaben dem, irdisch gesehen, schrecklichen Jahr, einen etwas friedlicheren Abschluss. 

Am 19. Juli 1969 erreichte letztlich die Besatzung der Apollo 11 – Mission, Neil Armstrong (*1930 – 2012), Edwin „Buzz“ Aldrin (*1930) und Michael Collins (*1930), die Mondumlaufbahn. Collins blieb am folgenden Tag im Kommandomodul „Columbia“, während Armstrong und Aldrin sich mit dem Landemodul (LEM = Lunar Excursion Module), „Eagle“, auf dem Mond landeten. Vor der Landung, die von rund 600 Millionen Menschen weltweit verfolgt wurde, gab es noch einen kleinen Zwischenfall. Beim Abkooppeln des LEM kam es zu einer kleinen Abweichung der geplanten Zielroute. Der Bordcomputer nahm nun eine Stelle ins Visier, die etwa 4,5 Kilometer hinter dem ursprünglich geplanten Landegebiet lag. Wer einmal „Lunar Lander“ gespielt hat weiß, wie fatal es sein kann, wenn die Landung nicht funktioniert (empfohlen sei auch der Apollo Simulator, bei dem Gene Cernan Pate stand: http://eaglelander3d.com/ ).

Als das Landemodul ca. 1,5 Kilometer über der Mondoberfäche war kam es zu weiteren Alarmmeldungen ( Fehler 1201 und 1202), was Armstrong hätte ablenken können. Er blieb dennoch ruhig und konzentriert, während sich herausstellte, dass die Fehlermeldungen ignoriert werden konnten.

Als sich vor Armstrong und Aldrin nun der große West-Krater auftat übernahm Armstrong kurzerhand die Handsteuerung der Eagle und suchte spontan selbst nach einer geeigneten Landestelle. Laut Anzeige hatten sie noch für 20 Sekunden Treibstoff als Neil Armstrong am 20. Juli 1969 um genau 20:17:39 UTC auf dem Mond aufsetzte. 19 Sekunden später erreichte ein Funkspruch Mission Control, der dort viele aufatmen lies:

Houston, Tranquility Base here. The Eagle has landed!“

Einen Tag später, am 21. Juli 1969, betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Seine Worte machten Geschichte:

That’s one small step for man, one giant leap for mankind!

IV. Perspektiven

Obwohl dies das Ergebnis des „Space Race“ gewesen war und später die amerikanische Flagge gehisst wurde, hatte Armstrong den „Geist“ der Mission mit seinen ersten Worten vollkommen erfasst. Es war die Menschheit, die den Mond erreicht hatte, nicht explizit Amerika. Vom Mond aus aus ist die Erde nur eine wunderschöne Kugel, einer Murmel gleich, ohne politische Grenzen und auf der Erde waren die Menschen allesamt begeistert davon, was die Menschheit geschafft hatte. Zwanzig Minuten nach Neil Armstrong betrat auch “Buzz” Aldrin die Mondoberfläche.

Die Rückkehr zur Erde verlief unproblematisch und am 24. Juli 1969 um 16:50 UTC wasserte die Kapsel mit allen drei Astonauten sicher im Pazifik, wurde mit Hilfe eines Helikopters geborgen und sicher zum Bergungsschiff, der U.S.S. Hornet, gebracht.

Wenn man etwas vorgeblich „Unmögliches“ für möglich hält und alles in seiner Macht stehende tut, um es umzusetzen, zumal wenn daran so viele begabte Menschen arbeiten, dann kann dieses „Unmögliche“ Realität werden! Für mich persönlich ist die Mondlandung von 1969 ein Sinnbild dafür, was die Menschheit alles erreichen kann, wenn diese Voraussetzungen gegeben sind. Idealismus, gepart mit viel Geld und einigen begabten, visionären Menschen kann sprichwörtlich „Wunder“ wirken.

Natürlich kann man die Mondlandung unter vielen Aspekten sehen und bewerten. Alleine als Muskelspiel im Rahmen des „kalten Krieges“, als eine Zeit großer technischer Innovationen oder eingestampfter anderer NASA – Projekte, die für die Mondlandung in der „untersten Schublade“ landeten.

Grund zum Feiern?

Schon Apollo 13 fand in der Öffentlichkeit kaum noch Beachtung und wurde dann nur durch jenen berühmten Unfall und wiederum Gene Kranz innovatives Eingreifen populär. Die Menschheit, die Jahrhunderte davon geträumt hatte, zu fliegen und dann vielleicht sogar den weit entfernten Mond zu erreichen, konnte sich in nur knapp 2 Jahren sehr schnell daran gewöhnen, dass dieser Traum wahr geworden war. Auch Wunder können „alltäglich“ werden.

Wie man es auch werten mag, so bleibt doch die Landung auf dem Mond im Jahre 1969, eine Sternstunde der Menschheit. Und genau dieses erstaunliche Ereignis jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin in Feierlaune.

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Yamaha NP 35 – Keyboard oder Digitalpiano?

Ich spiele hauptsächlich (klassische) Gitarre. Darauf liegt mein Hauptaugenmerk, und da lasse ich am meisten Zeit einfließen. Trotzdem wollte ich (wieder) ein wenig Klavier spielen. Ein wenig ernster als „just for fun“.

  1. Kein „echtes“ Digitalpiano

Dies wäre niemals mein No. 1 Instrument, würde ich das Klavier als mein No. 1 Instrument wählen. Nicht, weil es schlecht wäre, sondern weil es für rund 50 EUR mehr (ca.) das P‑145 von Yamaha gibt, welches eine Hammermechanik aufweist. Außerdem ist der Klang dort nochmal besser. Die Hammermechanik ist wesentlich, wenn man lernen will, den Klang in Abstufungen lauter oder leiser spielen zu können. Das ist zwar auf dem NP‑35 auch möglich, aber nicht mit so vielen Abstufungen. Der Klang ist weniger beherrschbar auf dem NP‑35.

Allerdings wäre ein P‑145, sieht man genauer hin, mehr als 50 EUR teurer, da man auch noch einen besseren, stabileren Ständer bräuchte: Die Hammermechanik sorgt dafür, dass es viel schwerer ist als ein NP‑35. Die Pedale (3) kämen auch noch dazu. All inclusive ist man bei rund 600 EUR.

  1. Zusätzliche Kosten (wenn man „alles“ haben will)

Da ist das NP‑35 schon viel günstiger. Das ist ein wesentlicher Pluspunkt. Sollte man sich für das NP‑35 entscheiden, sollte man sich auch den wirklich passenden Keyboard‑Ständer von Yamaha holen, der für dieses Keyboard entwickelt wurde, nämlich den Yamaha L‑2‑Keyboard‑Ständer (https://www.thomann.de/de/yamaha_l2c.htm). Der kostet rund 75 EUR, manchmal findet man ihn etwas günstiger.

Auch dazu empfehle ich das Yamaha‑Pedal – ich meine, es ist das Yamaha FC‑4A (https://www.thomann.de/de/yamaha_fc4_sustain.htm). Das richtige Pedal von Yamaha ist halb‑pedalfähig. Das heißt, dass der Sustain (Hall) halb gedrückt etwas geringer ist, als wenn man das Pedal durchdrückt. Viele andere Pedale funktionieren nicht wie gewünscht, das Original lohnt sich. Es kostet stolze 85 EUR. Meines habe ich gebraucht für die Hälfte bekommen.

So ist man all inclusive (wenn man nichts gebraucht bekommt) bei ca. 400–437 EUR.

Gute Kopfhörer (ab 50 EUR aufwärts gibt es schon was) sind für jegliches neues Yamaha‑Keyboard oder Digitalpiano gut, wenn man über Kopfhörer üben will. Billige verschlechtern den eigentlich schönen Klang. Nicht wesentlich, aber doch hörbar. Achtet auf „neutralen“ Klang.

  1. Für mich passt es sehr gut

Endlich die eigentliche Bewertung. Für mich waren, man mag es gemerkt haben, die Kosten nicht unwichtig. Ich wollte ursprünglich ein Startone‑Keyboard kaufen, weil es mir um eine Tastatur mit Anschlagdynamik ging, damit ich wieder ein wenig „Klavier spielen“ lernen kann. Ist Jahre her, und weit kam ich damals nicht. Wie gesagt, Gitarre ist mein Hauptinstrument. Dann fiel mir auf, dass ich EIGENTLICH ein Keyboard mit Spezialisierung auf „Klavier(klang)“ haben will, kein Tausendsassa mit zig Extras, Percussion und Soundeffekten. So kam ich zum NP‑35.

Wer nicht mehr als 300–400 EUR ausgeben will, um sich bei einem wirklich vernünftigen Klavierton etwas zu entwickeln oder Spaß zu haben, kann mit dem NP‑35 nichts falsch machen. Das NP‑35 hat mit 76 Tasten mehr als das NP‑15 und sogar mehr als seinerzeit Mozarts Pianoforte. Funfact am Rande.

Mozart hätte sich übrigens sehr über das NP‑35 gefreut, denke ich. Es hat, wie gesagt, einen schönen Klang, lässt sich gut spielen, fühlt sich NICHT wie Spielzeug an. Das ist schon ein „echtes Instrument“, was man da vor sich stehen hat.

Ich übe immer mit Kopfhörern (Nachbarn! Außerdem liebe ich es, spät abends / nachts zu spielen). Die Tasten, die ein wenig klappern, höre ich damit so gut wie gar nicht.

Klaviersound No. 1 ist für mich der, den ich in der Regel benutze. Ich bin damit komplett zufrieden. Das Metronom nutze ich inzwischen auch öfter mal (Bedienungsanleitung befindet sich notfalls auch im Internet). Auch die anderen Instrumente, besonders die Orgel, klingen großartig. Der Hall, die Stärke des „Widerstands“ beim Spielen kann – im Rahmen – eingestellt werden.

Fazit

Ich „liebe“ mein NP‑35. Da ich das nun gesagt habe: Gestern habe ich bei meinem Sohn ein 1000‑EUR‑Yamaha‑Digitalpiano probiert. Hätte ich nicht tun sollen 😉 Da liegen WELTEN zwischen. Trotzdem bleibt es, wie es ist: Für INSGESAMT ca. 400 EUR habe ich hier ein schönes Instrument mit passendem Ständer (Beinfreiheit!) und Pedal stehen, welches wenig Platz wegnimmt und das einen erstaunlichen Klang bringt. Es ist genug Digitalpiano, um so genannt zu werden und doch ist es eigentlich eher ein Pianoboard oder ein Keyklavier. Hm. Egal, ich gehe erstmal wieder spielen. Macht einfach Spaß 🙂

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Paul Dano: Der Riddler – Das erste Jahr

Als ich ein Kind war, war Batman für mich mehr als nur ein Superheld. Er war irgendwie auch eine väterliche Heldenfigur. Vielleicht mochte ich ihn gerade deshalb so sehr: Batman brauchte keine Superkräfte. Kein Kryptonit, keine Mutationen, keine göttliche Herkunft. Er war einfach ein Mensch. Einer, der etwas Schreckliches erlebt hatte und trotzdem – oder sogar deshalb! – versuchte, das Richtige zu tun.

Von Bronze zu „The Batman“

Besonders geprägt hat mich dabei, meine Leser wissen das inzwischen, die Bronze-Age-Zeit mit Neal Adams und anderen Künstlern dieser Ära. Das war für mich der perfekte Batman. Düster, aber nicht kaputt. Ernst, aber nicht hoffnungslos. Kein alberner Witzbold wie früher im TV („Batman hält die Welt in Atem“), aber auch kein „Wahnsinniger“, der zufällig auf der Seite der „Guten“ und ggf. des Rechts steht.

Für mich kommen in den besten Batman Comics auch keine „Superschurken“ vor. Nicht Monster, die Schurken darstellen sollen, sondern Monster, die aussehen wie normale Schurken, funktionierten für mich immer am Besten.

Vielleicht konnte mich deshalb „The Batman“ so überraschen.

Matt Reeves zeigte einerseits einen Bruce Wayne, verletzt, aber geerdet, nach Rache strebt, nur um zu erkennen, dass es mehr als Rache gibt. Andererseits gab es da den Riddler – und der ist hier mal wenigstens ebenso geerdet und überzeugend!

Eine Charakterstudie

Der Riddler in „The Batman“ hat kaum noch etwas mit der klassischen Comicfigur gemeinsam. Kein exzentrischer „Spinner“ mit Rätselstock. Kein bunter Superschurke wie in „Batman forever“. Sondern ein Täter, der erschreckend real wirkt.

Viele Szenen seiner eruptiven Gewalt waren im Kino schwer auszuhalten. Was es aber wirklich creepy für mich machte war, dass dieser Riddler einer inneren Logik folgt, wie es reale Täter oft auch tun. Er sieht sich selbst nicht als Monster. Sondern als jemand, der endlich „die Wahrheit“ ausspricht.

Und genau darum geht es auch in „Der Riddler – Das erste Jahr“.

Der Comic erzählt die Vorgeschichte von Edward Nashton und zeigt, wie aus dem stillen, unscheinbaren Mann langsam der Riddler wird.

Geschrieben wurde der Band von Paul Dano selbst, also dem Schauspieler aus dem Film. Dano lässt uns in die Seele seines dargestellten Charakters blicken. So begleitet der Leser Edward Nashton durch seinen trostlosen Alltag als Buchhalter in Gotham. Man sieht seine Einsamkeit, seine sozialen Probleme und seine wachsende Wut auf die Stadt.

Immer wieder zeigt der Comic, wie sehr Edward unter dem Gefühl leidet, unsichtbar zu sein. Die Charakterzeichnung fühlt sich manchmal merkwürdig an, wenn man als Leser plötzlich versteht, wie und warum Nashton so tickt, wie er es tut. In jedem von uns mag ein „Batman“ stecken, aber womöglich auch ein „Edward Nashton“? Ein gefährlicher Gedankengang…

Einbettung in Reeves Batman – Universum

Der gesamte Comic orientiert sich, verständlicher – und dankenswerter Weise, sehr eng an der Welt aus „The Batman“. Der Wayne Renewal Fund spielt eine wichtige Rolle, genauso die Korruption in Gotham und Edwards Vergangenheit im Waisenhaus.

Besonders interessant ist dabei, wie der Comic Edwards Obsessionen langsam aufbaut. Anfangs wirkt vieles noch harmlos. Seine Rätsel. Seine Gedanken. Seine Beobachtungen. Doch nach und nach steigert er sich immer tiefer hinein.

Gerade das macht den Comic teilweise unangenehm intensiv.

Gotham – ein finsterer Ort

Die Zeichnungen von Stevan Subic passen hervorragend dazu. Gotham wirkt hier dreckig, kalt und kaputt. Viele Panels haben etwas Fieberhaftes. Teilweise sehen sie fast aus wie verstörende Erinnerungen oder paranoide Gedankensplitter. Seitenweise Notizen können auch schon mal die Geduld des Lesers auf die Probe stellen, aber sind Teil dieses einzigartigen Comic – Erlebnisses, das eigentlich ein Abstieg in die Psyche von Edward Nashton ist.

Fazit

Wer einen Batman – Comic erleben will, sollte die Finger davon lassen. Wer in die Psyche eines erschreckend realistischen Killers aus dem „The Batman“ – Universum blicken will, der sei gewarnt, dass das hier erschreckend gut funktioniert.

Nachdem Dano diesen Comic über den Riddler geschrieben hat, wünsche ich mir nur noch einen Origins – Comic von Colin Farrel. Es mag sein, dass die Schauspieler, die die Charaktere verkörpern, ihnen in der Tat erstaunlich nahe kommen. Das Ergebnis dieses Comics hier jedenfalls ist erstaunlich.

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Sherlock Holmes Folge 71 (Titania Medien): Blaubarts Erben

Ein mysteriöser gelber Koffer samt schockierendem Inhalt wird in die Baker Street 221b geliefert und bringt Sherlock Holmes und Dr. Watson so auf die Spur eines schottischen Adligen, dessen Ehefrau offenbar um ihr Leben bangt. Die Herren zögern nicht, dem dringlichen Hilferuf zu folgen und machen sich auf in den hohen Norden der Insel …

Ein Titel, der zu viel verraten könnte…

Die Figur Blaubart stammt aus dem französischen Märchen La Barbe bleue von Charles Perrault (1697). Mir persönlich war nicht im Detail bekannt, worum es sich bei dieser Gestalt handelt, und hätte ich es gewusst, hätte ich mich vielleicht geärgert, weil sie schon so viel von diesem Fall vorweggenommen hätte.

Das wäre umso bedauerlicher gewesen, da dieses Hörspiel aus der Reihe „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ von Titania Medien mal wieder ein Volltreffer ist. Erst kürzlich berichtete ich von Folge 70 „Die Dame mit dem blauen Hut“ und kritisierte, dass sich Sherlock Holmes hier atypisch verhielt.

In der aktuellen Folge, „Blaubarts Erben“, stimmt meiner Meinung nach jedoch wirklich alles. Wo soll ich beginnen? Am besten am Anfang.

Ein rästelhafter Koffer und eine merkwürdige Einladung

Wir bekommen eingangs (endlich wieder) einen Schlagabtausch zwischen Holmes – Mrs. Hudson – Dr. Watson serviert. Ein gelber Koffer sei abgegeben worden, der für Missverständnisse und Mrs. Hudsons Unmut sorgt, zumal ein unangenehmer, chemischer Geruch von ihm ausgeht.

Der Koffer ist Teil der Bitte einer Lady Dungrave, hervorragend gesprochen von Marie Bierstedt (ja, die Tochter von unserem Watson, Detlev Bierstedt), Mr. Holmes möge sie inkognito besuchen. Der Inhalt des Koffers ist für Holmes (Joachim Tennstedt) ein gewichtiges Argument, dieser Bitte eilig nachzukommen.

Das Spiel beginnt!

So verschlägt es Holmes und Watson sehr bald, in der Rolle eines Künstlers und seines Gehilfen, in ein schottisches Schloss. Kälte, Sturm, zugige Gänge, ein äußerst charmant wirkender Lord Dungrave sowie dessen Verbot, bestimmte Räumlichkeiten zu meiden, sorgen für eine schaurig-mysteriöse Stimmung. Natürlich darf auch ein Butler nicht fehlen, schön ehrwürdig von dem wunderbaren Lutz Mackensy gesprochen.

Ohne ins Detail gehen zu wollen, erwärmte mir diese Geschichte das Fan-Herz, weil sie sich wirklich wie eine authentische Holmes-Story anfühlte. Vom Anfang bis zum letzten Klang der End-Title-Melodie wirkt dieses Krimi-Hörspiel einfach „gut komponiert“. Es gibt keine Längen, alles wirkt plausibel und auch Holmes verhält sich so, wie ich es von Holmes aus den Krimis kenne – natürlich mit der besonderen Konnotation des „Titania-Medien-Holmes“, und nichts anderes würde ich erwarten.

Fazit

Wer an einem verregneten Frühlingstag über 87 Minuten bei einem Tee und einem Gurken-Sandwich von Mrs. Hudson in kurzweiliger Gegenwart von Holmes und Watson verbringen will, kann hier getrost zugreifen.

 

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Panini Veröffentlichung: Die Legende von Batman – Erinnerungen und eine Empfehlung

Vor rund 46 Jahren…

Als Panini ankündigte, dass „Die Legende von Batman“ (erneut – dazu gleich mehr) erscheinen würde, fühlte ich mich sofort an die 1980er Jahre erinnert. Die Zeit, in der ich Batman für mich entdeckte. Wie so viele andere Comicfans war Batman für mich von Anfang an „der Beste“.

Heiß begehrt war daher nicht ohne Grund das „Batman – Superband Nr. 1“ vom Ehapa Verlag. Das dünne Comicbüchlein erschien 1974 und erzählte die Originalgeschichte etwas ausführlicher als zuvor. Mit „Die Legende von Batman“ bot der Ehapa Verlag in den 1980ern zudem ein Hardcover-Buch an, das in der Werbung gewaltig wirkte. Also bestellte ich es und wartete – lange vor Amazon – ein bis zwei Monate auf die Zusendung.

Auf dem Cover stand: „Die wichtige Sammlerausgabe! Alles über Batman!“ Als Kind stellte ich mir Skizzen, Risszeichnungen und Geheimnisse vor. Entsprechend war ich etwas enttäuscht, als sich das Buch letztlich als „nur“ ein Comic entpuppte. Die „Geheimnisse“ beschränkten sich auf wenige Seiten zur Bathöhle, Ausrüstung und Fahrzeugen. Immerhin gab es noch den Zusatz-Comic „Carnival of the Cursed“ (Batman No. 224).

Frische Farben, bessere Übersetzung

Als Panini nun eine neue „Legende von Batman“ ankündigte, war ich gespannt: Würde sich ein Kauf lohnen?

Zunächst muß gesagt werden, dass die Werbung von Panini für diesen Band sehr viel ehrlicher ist als es damals der Fall war. „Hier bekommt ihr einen Klassiker – Comic mit der Legende von Batman, wie sie in den 1980ern herauskam.“ Das schließt eine Enttäuschung mangels Inhalt schon mal aus.

Enthalten sind drei Geschichten: „Der Anfang“, „Mit Freunden wie diesen …“ und „Der Mann hinter der Maske“. Die Zeichnungen stammen vor allem von Jim Aparo, im ersten Teil auch von John Byrne, die Story von Len Wein, die Farben von Glynis Wein.

Besonders die Farbgebung überzeugt in dieser Neuauflage deutlich gegenüber der alten Ehapa-Version. Dass das großformatige Hardcover für 29 Euro hochwertiger ist, war zu erwarten – und wird erfüllt.

Auch die Übersetzung wirkt deutlich erwachsener. Batman wird heute ernster genommen, und das spiegelt sich in einer genauen Übersetzung wider. Während bei Ehapa etwa Mrs. Chilton sagt: „Schön, wieder einen Sohn zu haben… meine eigenen sind erwachsen“, heißt es bei Panini: „Ich hatte selbst Kinder, Bruce. Ich freue mich, wieder eins zu haben.“

Noch deutlicher wird der Unterschied beim Schwur am Grab der Eltern. Ehapa: „Hiermit schwöre ich, daß ich mein Leben dem Kampf gegen das Verbrechen widmen werde! Euer Mörder wird es büßen!“ Panini: „Ich schwöre, ich werde mein Leben und mein Erbe einsetzen, um euren Mörder zu fassen und Krieg gegen alle Verbrecher zu führen!“

Freilich sind das nur Nuancen, aber in der Summe wirkt der Comic einfach runder, eben so, wie er gemeint war als er erschaffen wurde.

Zusätzlich enthält der Band die drei Originalcover im Anhang, dessen letztes Cover, das ursprünglich für die Ehapa Version als Haupt – Cover genutzt wurde, die große Rückseite ziert. Die drei Seiten mit der Bathöhle usw. fehlen natürlich auch nicht.

(c) DC / Panini: Eintauchen in die LEGENDE VON BATMAN

Fazit

„Die Legende von Batman“ erzählt die bekannte Herkunftsgeschichte im Stil der Bronze Age. Natürlich wurde diese später – etwa in moderneren Interpretationen – deutlich ausführlicher und künstlerischer umgesetzt. Doch wer sehen möchte, wie diese Legende damals erzählt wurde, bekommt hier eine hochwertige, frisch kolorierte und akkurat übersetzte Ausgabe.

Es macht Spaß, diese Version neu zu entdecken – und zu erkennen, wie sich Batman langsam vom Golden-Age-Helden zum Dunklen Ritter entwickelte.

Link zu Panini:

Bei Panini ansehen

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Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs: Die Dame mit dem blauen Hut

Es fällt mir etwas schwer, diese Rezension zu schreiben, denn ich schätze die Serie um die „geheimen Fälle“ von Titania Medien sehr. Und gewiss ist die Qualität des Hörspiels als Solches auch wieder rundherum gelungen. Wer sich diese Folge kauft, wird gewiss gut unterhalten. Das vorab.

Spielfreude und Atmosphäre

Tennstedt und Bierstedt sind mittlerweile ähnlich gut eingespielt wie einst die legendären Groeger und Rode. Lutz Reichert in seiner herrlich schnoddrigen Art mimt genauso spielfreudig seinen Inspector Lestrade. Herrlich, wie sich besonders Watson und Lestrade immer mal wieder gegenseitig aufs Korn nehmen!

Auch der weitere Cast ist gut besetzt mit Bene Gutjan (Harold Spofford), Uschi Hogu (Catherine Winfield), Axel Lutter (Sir Alfred Braid), dem Schaffner (Bodo Primus) und dem Metzger Weasley, der von Thomas Balou Martin gesprochen wird. Abermals taucht auch diese Folge den Hörer in ein sprichwörtlich „atmosphärisches Hörspiel“ ein.

Das Haar in der Suppe?

Warum nun meine oben vorangestellte Skepsis?

Diese beruht im Wesentlichen auf der erste Szene und dem Aufbau des Hörspiels. Zur Erklärung muss ich etwas ausholen, werde dabei jedoch den Fall und speziell dessen Auflösung komplett unangetastet lassen. Es gibt also nur „sehr milde Spoiler“.

Holmes und Watson besuchen anfangs eine Vernissage. Dort treffen sie einen Kunstkritiker, der sehr charismatisch gespielt wird, jedoch später keine große Bedeutung mehr hat. Schließlich tritt der Künstler, Harold Spoffort, auf Holmes zu. Sie kommen auf die von Spofford häufig in seinen Bildern dargestellte Dame zu sprechen. Spoffort gibt zu, dass sie ihm lange Zeit mehr bedeutet hat, nun aber nicht mehr, zumal er in Kürze zu heiraten gedenkt. Seine ehemalige „Muse“, Edith Grant, möchte ein Kleinod, dass an ihre gemeinsame Zeit erinnert, nur ungerne herausgeben. Holmes wird darum gebeten, sein diplomatisches Geschick anzuwenden, um dies zu erwirken. Noch unwissend, dass es zu einem brutalen Mord an besagter Edith Grant kommen wird, nimmt Holmes diese Bitte an.

Als alter Sherlock Holmes Fan kann ich mir nur einfach nicht vorstellen, dass Holmes je diesen Auftrag angenommen hätte! In den Original – Fällen von Sir Arthur Conan Doyle zeigt sich immer wieder, wie wählerisch Holmes in Bezug auf die von ihm angenommenen Fälle ist. Oft beklagt er, dass die Verbrecher nicht mehr einfallsreich genug – für ihn – sind, seit er Moriarty (in „Das letzte Problem“) getötet hat. In „Die Blutbuche“ regt er sich zunächst darüber auf, nun als „Berufsberater“ tätig sein zu sollen. Dort hört er nur widerwillig der Geschichte von Violet Hunter zu, bis er interessante Aspekte erfährt, die ihn reizen. Holmes springt – generell – sofort an, wenn ein Fall ihn fordert, wenn er „Witterung aufnimmt“ – und dann ist es für ihn auch völlig egal, ob er für einen Bettler oder einen König aktiv werden soll.

Jedoch ein „diplomatisches Gespräch“ mit einer Dame, damit der zukünftig Ehemann besser vor seiner Frau dasteht – zumal Holmes Frauen zwar sehr achtete, aber nichts von der Ehe hielt – das würde er vermutlich nicht wirklich akzeptieren. Es wäre quasi unter seiner beruflichen Ehre. Damit er so einen „Auftrag“ annimmt, dafür hätte es gravierende weitere Argumente geben müssen.

So wirkt auf mich persönlich die ganze Eingangsszene, inklusive der etwas abseits stehenden und beobachtenden Edith Grant, die Holmes, grundlos, „möglicherweise in Gefahr“ wähnt, irgenwie nicht passend. Schön inszeniert, ganz klar, atmosphärisch dicht, aber nicht authentisch im „Sinne des Erfinders.“

Interessanter und glaubwürdiger wird der Fall als Holmes und Watson mit dem Mord an besagter Edith Grant zu tun bekommen. Hier habe ich mich gefragt, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, die Geschichte etwas umzustellen, denn ein Holmes, der in einen Zug einsteigt, in dem ein Mord stattfindet, das wäre eine Steilvorlage auch für den „Original – Holmes“. Er hätte auch einfach am selben Bahnsteig stehen können und wäre dann auf den Mord aufmerksam geworden. Alles weitere hätte man dann durch Vernehmungen und – teils dargestellte – Untersuchungen des Tatortes herausfinden können.

Der Tathergang, der später von Holmes herausgefunden wird, ist ebenfalls etwas … schwierig. Aber da bin ich weniger kleinlich in der Beurteilung, denn auch der geehrte Conan Doyle hat nicht ausschließlich brillante Fälle und Lösungen gebracht, besonders in den späteren Werken.

Mir geht es vor Allem darum, dass gewisse unerschütterliche Gesetze der „Holmes – Welt“ eingehalten werden sollten.

Fazit

Mir ist klar, dass man sich als Schöpfer neuer Holmes – Geschichten immer wieder herausgefordert sieht, frischen Wind in die Handlung zu bringen. Aus meiner Sicht sollte aber auch das im Rahmen bleiben. Tja, manchmal kann es einem im Weg sein, wenn man „zu viel“ weiß. Und so ist es für mich dieses Mal in Bezug auf mein Wissen um Sherlock Holmes und diesem Hörspiel, welches, aus dem „puristischen Kontext“ gelöst, nach wie vor ein sehr schönes Hörspiel ist.

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Flucht in die Zukunft (Time after Time) erstmals auf deutscher Blu-Ray!

I. Ich stelle vor: Nicholas Meyer!

Nicholas Meyer ist eine Legende, aber nicht jeder weiß das. Unter „Star Trek“-Kennern genießt er den Ruf, den vermeintlich besten Star-Trek-Film aller Zeiten gedreht zu haben: Star Trek II – Der Zorn des Khan. Übrigens war er hier nicht nur Regisseur, er überarbeitete auch das Drehbuch. Nach dem epischen, aber eher trockenen Star Trek – The Motion Picture war das für das Franchise 1982 ein echter Befreiungsschlag, der noch lange Jahre nachwirkte.

Der andere Star-Trek-Film, der mir bei Nicholas Meyer einfällt, ist Das unentdeckte Land, bei dem er wieder am Drehbuch beteiligt war und Regie führte. Nebenbei war dieser Film das vielleicht schönste Ende der Classic-Film-Ära von Star Trek, das man sich nur wünschen konnte.

Auch an dem sehr erfolgreichen Teil IV, dem „mit den Walen“, schrieb er mit. Für die moderne Star-Trek-Serie Discovery war er bei der ersten Staffel als Berater mit an Bord.

Sollte ich jedoch noch ein anderes „Franchise“ nennen, welchem ich so nahe stehe, wie „Star Trek“, dann wäre das „Sherlock Holmes“ – und was soll ich sagen? Meyer schrieb inzwischen ganze SIEBEN Sherlock-Holmes-Romane! Alle klug, witzig, nahe am Original und in seiner persiflierenden Art und mit den vielen Fußnoten von „Dr. Watson“, ein echter Genuss für jeden Holmes-Fan. In seinem ersten Roman – The Seven-Per-Cent Solution (Kein Koks für Sherlock Holmes) – begegnete Holmes niemand Geringerem als Dr. Sigmund Freud in Wien, in den folgenden Romanen begegnet er Bernard Shaw, Oscar Wilde, Bram Stoker und vielen anderen. Leider wurde nur die Hälfte dieser außergewöhnlichen Romane ins deutsche übersetzt. Liebe Verlage: Hier gibt es was zu tun! 😉

Unter der Regie von Herbert Ross erschien 1976 eine Verfilmung seines ersten Romans (in den Rollen als Holmes und Watson spielten Nicol Williamson und Robert Duvall. Alan Arkin gab Freud, während Laurence Olivier Professor Moriarty darstellte).

(c)Plaion – Wells (M. McDowell) mit Deerstalker. Holmes lässt grüßen 🙂

II. Jack the Ripper reist durch die Zeit

Karl Alexander ist der Autor des Romans Time After Time, in dem Jack the Ripper – auf der Flucht vor der Polizei – in das (damals) gegenwärtige San Francisco gelangt. Aber er war nicht ganz zufrieden mit seinem Drehbuchentwurf, den er verfasst hatte. So wandte er sich an seinen Freund Nicholas Meyer. Man kann sich vorstellen, dass der Holmes-Enthusiast eine Jack-the-Ripper-Handlung faszinierend fand. Er überarbeitete das Drehbuch von Alexander so umfangreich und gut, dass Orion Pictures ihm anbot, auch im Regiestuhl Platz zu nehmen.

Nun muss man wissen, dass Meyer niemals zuvor Regie geführt hatte!

Time After Time war 1979, mit einem Einspielergebnis von rund 13 Millionen Dollar, ein solider Erfolg und machte den Autoren Meyer über Nacht zum anerkannten Regisseur. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und führte – hier schließt sich der Kreis – direkt zu seinem Regieplatz in Star Trek II.

III. Die deutsche Blu-ray-Veröffentlichung

Hierzulande erschien nun der Film Flucht in die Zukunft (Time After Time) bei PLAION Pictures für rund 30,00 EUR auf Blu – Ray.

Bei der Veröffentlichung des Films, in dem David Warner (St. John Talbot in Star Trek V, Kanzler Gorkon in Star Trek VI, Gul Madred in einer ST:TNG-Doppelfolge), Malcolm McDowell (Dr. Tolian Soran in Star Trek VII) und Mary Steenburgen (Clara Clayton in Zurück in die Zukunft III) mitspielen, hat man sich viel Mühe gegeben. Es ist keine lieblose Produktion, die schnell auf den Markt geworfen wurde. In dem Mediabook, welches auch als Buch gestaltet ist, samt wunderschönem Covermotiv des originalen Kinoposters, befinden sich neben der DVD und der Blu-ray, neben großen Bildern, einige tiefe Einblicke in die Produktion des Films selbst.

 

(c)Plaion – Das schöne Mediabook bietet DVD, Blu-Ray und Lesestoff

IV. H. G. Wells’ Vermächtnis

Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich als Kind, stets um Silvester herum, den Film Die Zeitmaschine mit Rod Taylor sah. In der Tat ist dieser sehr stimmungsvolle Film ein ganz eigener Kultfilm.

Auch befasste ich mich in der Vergangenheit ausführlich mit H. G. Wells, dem viktorianischen Mann mit den ungewöhnlich modernen Sichtweisen. Ich fand ihn und sein Werk stets faszinierend. Der Krieg der Welten ist vielleicht „das“ andere Werk von Wells, welches bekannt ist und immer wieder einmal verfilmt wurde. Oft ging in den Verfilmungen, so schön sie waren, die soziale Botschaft von Wells etwas unter, was nur stört, wenn man davon weiß.

Ich habe Malcolm McDowells Darstellung in Time After Time darum als so sehr erfrischend wahrgenommen. Der Film ist mehr als ein „Krimi mit Zeitreise“ (was aufregend genug wäre). Der Film ist auch eine Gesellschaftskritik eines (kritischen) Idealisten aus dem 19. Jahrhundert zu „unserer“ Zeit (1979).

V. Wo die Liebe hinfällt…

Steenburgen spielt in ihrer Rolle als Amy Robbins die etwas naive, aber sehr moderne Frau im San Francisco jener Zeit äußerst charmant und überzeugend. Sie ist, wenn auch auf andere Art, ebenfalls „aus der Zeit gefallen“, ist ebenfalls eher ein Menschenfreund, ist emanzipiert, dabei auch gleichsam etwas unsicher. Das passt hervorragend zu McDowells verträumtem Wells – und ihnen alleine beim Flirten zuzusehen, ist schon eine Freude. Übrigens kamen sich McDowell und Steenburgen tatsächlich nahe und heirateten 1980. Aus der Ehe, die bis 1990 hielt, gingen zwei Kinder hervor: die Schauspielerin Lilly McDowell und der Regisseur Charlie McDowell.

Niemand würde diesem „Team“, wenn man es sich so ansieht, zutrauen, es mit Jack the Ripper (David Warner) aufzunehmen. Zwei Menschenfreunde gegen ein Monster! Das macht diesen Film auf eine tiefere Art spannend, denn es ist leicht, sich mit Wells und Amy zu identifizieren.

VI. Großes Kino!

So ist es am Ende nicht einfach nur die Frage, ob alles „gut“ wird. Es ist auch eine Wette: Wer wird gewinnen? Die Seite der anständigen, der „Guten“ oder die Seite des zynischen Monsters? Dabei wird Jack the Ripper vielschichtig dargestellt. Er ist intelligent und man kann seiner Sichtweise auf die 1970iger Jahre (wie umsomehr auf unsere Zeit) durchaus nachvollziehen, wenngleich Jack the Ripper natürlich ganz – sagen wir – „eigene“ Schlussfolgerungen aus seinen Beobachtungen zieht…

Was noch erwähnt werden sollte: Der große Hollywood-Komponist Miklós Rózsa (Ben Hur, Quo Vadis, Ivanhoe etc.) komponierte den Soundtrack zu diesem Film, was der Stimmung sehr zuträglich ist.

Time After Time ist ein mitreißender Film aus den 1970er Jahren. Zu unrecht vergessen, jetzt auf „Hochglanz poliert“ und überraschend gut gealtert. Empfehlenswert!

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Star Wars – Das Ultimative Buch: Neu und erweitert bei DK

Das „Ultimative Star Wars“-Buch ist in einer erweiterten Ausgabe bei DK erschienen. Noch bevor ich es ausgepackt habe, bemerkte ich, wie schwer das gute Stück ist. Nachdem ich es dann in den Händen hielt, war ich vor allem erst einmal von der neuen Aufmachung begeistert. Die alte Version hatte schlicht einen Kopf von Vader auf beinahe ganz weißem Hintergrund auf dem Cover, wobei dieser sein Lichtschwert entzündet hatte. Damals hieß es noch im „Untertitel“: „Journey to Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“. Seither hat sich viel getan…

Das neue Cover, gestaltet von Brian Rood, ist ein richtiges Artwork und präsentiert in braun-goldenem Ton viele der Hauptcharaktere aus dem sprichwörtlich kompletten Star-Wars-Universum, wie es sich heute darstellt. Ein Donald Glover als Lando gehört da genauso dazu wie ein gealterter Luke Skywalker, der Mandalorianer, Rey, Leia, Darth Maul und Ahsoka Tano, um nur ein paar zu nennen. Dass diese neue Version satte 96 Seiten mehr zu bieten hat, macht sie zusätzlich zu einem echten Hingucker. Ein „Coffee Table Book“, das man sich ab und zu schnappen kann, wenn man seinen Tee trinkt. Hingegen ist es mit Sicherheit als Bettlektüre zu schwere Lektüre – ganz wörtlich zu nehmen.

(c) DK, Star Wars, Cover der Enzyklopädie

Und was ist neu? Ich habe mir das für euch einmal genau angesehen.

Im alten Buch hat Anthony Daniels das Vorwort geschrieben, der gute alte C-3PO in Person. Dieses Mal stammt es von Rosario Dawson, der Darstellerin der Ahsoka Tano. Da es in dem Buch vor allem darum geht, uns Charaktere, Orte, Technik und Fahrzeuge vorzustellen, warte ich zunächst mit trockenen Fakten auf. Glaubt man allein dem Inhaltsverzeichnis (was man nicht tun sollte!), sind es 14 neue Charaktere, 5 neue Schauplätze, 1 weiteres Technikobjekt und 1 weiteres Fahrzeug, die den inhaltlichen Unterschied zum Vorgänger ausmachen. Aber diese allein stellen in Wirklichkeit nur die Hauptattraktionen dar.

Gefüllt ist das Buch nämlich zudem  mit Dutzenden von neuen und alten Nebencharakteren, die auch nur „kurz durchs Bild liefen“. Auch aus den anderen genannten Bereichen sind alle nur denkbaren Objekte zu finden. Diverse Blastergewehre, Droiden, Helme, Pistolen, Planeten, Orte auf Planeten, Ereignisse, Kreaturen und, und, und … finden sich in diesem Werk. Und alles – wie üblich bei DK-Büchern – prachtvoll illustriert. Das Team, das dieses Buch zusammengestellt hat, muss intensiv gearbeitet haben, um für jeden noch so kleinen Charakter und jeden irgendwo erwähnten Gegenstand ein Bild zu finden.

Nur auf die Zeitleiste, die im Vorgänger noch vorhanden war,  hat man verzichtet, aber dafür gibt es inzwischen ja auch ein eigenes Buch (https://www.dorlingkindersley.de/buch/cole-horton-jason-fry-kristin-baver-amy-richau-clayton-sandell-marc-winterstar-wars-timelines-9783831045082).

So nennt sich diese Neuerscheinung im Untertitel nicht umsonst „Die große Enzyklopädie der Star Wars Galaxis“. Genau das ist es.

Für wen ist das Buch?

Na ja, für dich, wenn es dich jetzt in den Fingern juckt, das Buch gleich zu bestellen. Das sowieso. Aber ich will mich nicht um diese Einschätzung drücken. Ich persönlich denke, es ist etwas für Leute, die den Überblick behalten wollen – und zwar nicht nur grob und begrenzt auf eine Trilogie oder Serie, sondern in Bezug auf alles, was bisher offiziell unter der Überschrift „Star Wars“ erschienen ist. Da es so viele neue Serien gibt – und demnächst auch wieder Kinofilme –, ist dies die bequemste Möglichkeit. Man bekommt alles in einem Buch präsentiert. Selbst im Zeitalter des Internets, wo zwar alles zu finden ist, man sich aber selbst die Arbeit machen muss, es zusammenzusuchen, ist dies eine komfortable Möglichkeit an „geprüftes Wissen“ zu kommen. Hier bekommt man wirklich „Alles“ ordentlich sortiert und illustriert. Meiner Meinung nach die beste Option.

Ihr könnt es  überall kaufen oder bestellen, wo es Bücher gibt. Preis: 49,95 EUR.

Weiterführender Link (zur Verlagsseite, wo es mehr Beispiel-Seiten u.a. gibt):
https://www.dorlingkindersley.de/buch/cole-horton-ryder-windham-patricia-barr-daniel-wallace-matt-jones-bray-adam-dan-zehr-amy-richau-marc-winter-kelly-knox-amy-ratcliffe-megan-crouse-dan-brooks-brandon-wainerdi-star-wars-d-9783831051854

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BATMAN: DIE KLASSIKER – neue Panini Reihe würdigt die Ursprünge (und darüber hinaus…)

Mein Interesse an Batman hat seine Wurzeln in meiner Kindheit. Es waren die 1970er Jahre und Leute wie Neal Adams, Irv Novick und Dick Giordano waren mir wohl vertraut. Oftmals kamen aus ihren Federn die Abenteuer „meines“ Batman. Des Batman der Bronze Ära. Jenseits von jedem Klamauk früher Comics, geschweige denn der Serie mit Adam West, zeigte sich Batman in diesen Abenteuern menschlich, verletzlich, ehrenhaft und zugleich, wie man es von einem Superhelden erwarten darf.

Ich habe Batmans Werden immer verfolgt, habe mittlerweile schon viele Batman‑Comics gelesen und einige auch rezensiert. Dennoch ist dieser Bronze‑Ära‑Batman „mein“ eigentlicher Batman. Obwohl die neuen Comics teilweise von einer viel größeren Komplexität, Kreativität und Spannung geprägt sind, trägt „mein“ Batman eigentlich immer diese blaue Maske mit dem blauen Cape.

Oft fragte ich – auch in meinen Reviews – ob wohl der Bronze‑Ära‑Batman je aufgefrischt auf den Markt kommen würde. Inzwischen hatte ich begonnen, mir einige Batman‑Comics dieser älteren Reihe im Original für den Kindle zu kaufen. Aber ein Buch in Händen zu halten – das wäre natürlich viel schöner gewesen.

Als wäre mein „Gebet“ erhört worden, bringt Panini seit September 2025 „Batman – Die Klassiker“ heraus. In Band I geht es um seine „größten Gegner“ (aus den 1940ern, Goldene Ära), während sich Band II mit seinen unheimlichsten Fällen der zitierten Bronze‑Ära zuwendet.

Die Bände sind mit rund 29 EUR nicht gerade als „billig“ zu bezeichnen. Aber sie kommen auch in Hardcover und im XL‑Format. Direkt etwas für Liebhaber, denn limitiert sind sie obendrein.

Band I beinhaltet neben den „Geheimnissen der Bat-Höhle“ und einem kleinen Rätsel, Geschichten, die sich mit dem Auftauchen der Erzfeinde von Batman beschäftigen. Der Joker, Catwoman, Two-Face und natürlich auch der Pinguin sind mit von der Partie. Diese sehr alten Geschichten aus den Anfangstagen verfangen bei mir nicht mehr wirklich. Dennoch gehören sie auf jeden Fall zumindest in meine Bibliothek.

Die unheimlichen Fälle gehören zu den Ausnahme‑„Fällen“, denn wir kennen Batman als Mitternachtsdetektiv, der reale Fälle löst. Mit Geistern und Vampiren hat er in der Regel nicht zu tun – hier schon! In fünf schaurigen Geschichten erleben wir leisen Grusel und können Zeuge werden, wie Batman sich auch unbekannten Mächten stellt.

Die Geschichten heißen:

  • Rotes Wasser. Purpurner Tod

  • Die Nacht der Fledermaus

  • Batman, wie ihn keiner kennt!

  • Der Dämon der Villa Gothos!

  • Ein Gelöbnis aus dem Grab

Ich habe die Geschichten allesamt gerne gelesen. Sie zauberten mir ein Lächeln auf die Lippen, denn sie treffen einen bestimmten „Ton“, den es so heute nicht mehr gibt. Batman wirkt hier nahbarer als heute, was ihn sympathisch macht. Etwas, das heute nur selten vorkommt, wenn überhaupt. Die Geschichten sind naiv-charmant und spannend gleichermaßen. Auch die Aufmachung erinnert stark an die Batman-Superbände, die ihre Designs stark von den amerikanischen Originalen übernommen hatten.

Die Serie wird im Frühjahr 2026 mit dem Band „Die Legende von Batman“ fortgesetzt. Ich bin gespannt, was noch alles für Leckerbissen aus den bronzenen Tagen des noch nicht ganz dunklen Ritters auf den Markt kommen werden.

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Sherlock Holmes – Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill und Die Perle des Mandarins

Nach längerer Pause erschienen bei Titania Medien zwei neue Sherlock Holmes Hörspiele mit den etablierten Stimmen von Joachim Tennstedt als Holmes und Detlev Bierstedt als Watson. Wie immer sind beide Hörspiele auch mit weiteren großartigen Stimmen besetzt und setzen auf Atmosphäre.

Dieses Mal sind es sogar zwei Doppel – CDs.

In Folge 69 finden wir uns in einer Adaption eines Falls von R. Austin Freeman wieder, einem Zeitgenossen von Sir Arthur Conan Doyle, der ebenfalls Detektiv – Geschichten schrieb. Sein Detektiv hieß Dr. Thorndyke.

Die Geschichte „Die Perle des Mandarins“ ist, wenn das Wortspiel gefällt, selbst eine „Perle“, denn die Adaption (von Marc Gruppe) in die Welt von Sherlock Holmes ist nicht nur großartig gelungen, sondern hier findet sich ein wirklich spannender Fall. Auch, wenn der erfahrene Krimi – Leser hier genug Indizien an die Hand bekommt, selbst die Lösung zu finden, ist dies einer von jenen Fällen, die auch zum dezenten Gruseln einladen. Grusel plus Holmes bedeutet, wenn es gut gemacht ist, immer besonders viel Freude. Nicht ohne Grund wurde Doyles Original – „Baskerville – Hund“ so ein berühmter Roman.

Es wird auch ein Thema berührt, welches wir Holmesians in gewisser Weise aus „Der blaue Karfunkel“  kennen: Adam Bradshaw kommt in den Besitz einer angeblich verfluchten Perle, die einst einem Mandarin gehört haben soll. Viele Vorbesitzer sollen auf ungewöhnliche Art verstorben sein, wie auch die Zeitung berichtet. Der verstorbene Mandarin selbst erscheint Adam Bradshaw – und verschwindet wieder. Als Bradshaw dies seinen Verwandten erklärt, wird er nur verspottet. Aber glücklicherweise findet sich jemand, der seinen merkwürdigen „Fall“ zu Sherlock Holmes trägt – und das Abenteuer kann beginnen…

Ich habe diese Geschichte sehr gerne gehört. Obwohl mir gegen Ende der ersten CD einiges relativ klar war – zumindest hatte ich einen Verdacht – hörte ich die Geschichte bis zum Ende mit Spannung.

Es hat mir große Freude gemacht auch wieder Inspector Lestrade – gesprochen von Lutz Reichert – zu hören. Ich musste mich an dessen schnoddrige Art erst gewöhnen, aber inzwischen sind es für mich Highlights, wenn er auftaucht. Ich mag ihn einfach – und dessen kleinen Zwist mit Dr. Watson.

Wie üblich in diesen Hörspielen, bekommt auch Mrs. Hudson mehr „Sätze“ als in den Original – Geschichten: Wie immer einzigartig von Regina Lemnitz gesprochen. Beide sprechen ihre Rollen zwar anders als ich sie mir vorgestellt hatte, während ich die Original Holmes – Geschichten erstmals las, aber sie haben ihren Rollen einen Stempel aufgesetzt, sie sich zu Eigen gemacht und das ist so authentisch, dass es Spaß macht.

Ebenfalls erschienen ist die Folge „Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill“, Folge 68.

Ich finde es ja schade, dass nicht (auch) diese Reihe – von Titania Medien – „Weihnachtsgeschichten“ mit Holmes produziert (es gibt auch entsprechende Pastiches in der Literatur!), aber das wurde für mich wieder damit ausgeglichen, dass „Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill“ eine der eisigsten, verschneitesten Fälle ist, den ich kenne.

Die Geschichte stammt von Amy Onn (ein Pseudonym) und erschien vermutlich ähnlich in der Reihe „Die geheimen Fälle des Weltdetektivs“, einer Groschenheft – Reihe, die zwischen 1907 und 1911 mit 230 Heften auf dem Markt vertreten waren. Trotz intensiver Recherche konnte ich keine der Geschichten direkt als Vorbild erkennen. Marc Gruppe adaptierte aber eine Geschichte aus dieser Reihe gekonnt zu diesem Hörspiel.

In der Titania – Medien – Reihe ist die Baker Street 221 B ein etwas größerer Kosmos als man es aus den Originalen kennt. Das Miteinander zwischen Holmes, Watson und Mrs. Hudson bezieht sich auf einen viel größeren Bekanntenkreis aller Akteure und im Fall von Mrs Hudson denkt man da schnell an Mrs. Hudsons Cousine, Margery Mapleton, die wunderbar „nervtötend“ von der einzigartigen Philine Peters-Arnolds dargeboten wird. Eine Synchronschauspielerin, die mich auch als Star Trek Fan in „Strange new worlds“ als Commander Pelia, immer wieder erfreut. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls ist Margery Mapleton verschwunden. Holmes und Watson feixen erstmal erfreut über den zweifelhaften „Verlust“ und hoffen, dass sie irgendwo in der Ferne ihr Glück finden wird. Aber als Mrs. Hudson davon berichtet, dass sie zuletzt bei Professor Marconi, dem ausgeraubten, mutmaßlich ermordeten Archäologen, tätig war, wird Holmes hellhörig. In der Tat scheint ein Zusammenhang zwischen ihrem Verschwinden und dem des Professors zu bestehen.

Auch diese 2CD war für mich ein Hörgenuß. Atmosphärisch dicht werden die Ermittlungen des Meisterdetektivs und seines Kompanions, Dr. Watson, im kalten Schnee und in Marconis Anwesen (und Umgebung) dargeboten. Ich muss zugeben, dass die winterliche Atmosphäre (Watson tat mir wirklich leid und ich rechnete damit, er würde sich erkälten…), ihren Teil dazu beigetragen hat, dass ich die Episode so genießen konnte. Auch Lestrade taucht wieder auf, was das Hörspiel abrundet.

Fazit: Es hat sich gelohnt zu warten. Die 2CDs waren köstlich. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr 2CDs dieser Art veröffentlicht würden. So lange Geschichten können sich viel freier entwickeln – und man hat länger was davon. Die Synchronschauspieler haben ihren „Job“ alle sehr gut gemacht. Nun habe ich Lust auf weitere Hörspiele der Reihe 🙂 

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