Willkommen auf meinem Blog!

Lieber Besucher, liebe Besucherin meiner Website,
ich war schon ein Nerd, als es dieses Wort (in Deutschland) noch nicht gab.

Ich bin es noch. 😉

Und da ich gerne schreibe, findest Du hier meine Meinung zu neuen Hörspielen, Comics und Filmen… zu allem, was mich als Nerd begeistert. Oder eben nicht begeistert.

Mir kommt es dabei darauf an, dass ihr MEINE Meinung bekommt. Ich schreibe nirgends ab.

FALLS euch diese Meinung interessiert, seid ihr herzlich willkommen.

Möge die Macht mit euch sein. Energie!
🙂

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Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs: Die Dame mit dem blauen Hut

Es fällt mir etwas schwer, diese Rezension zu schreiben, denn ich schätze die Serie um die „geheimen Fälle“ von Titania Medien sehr. Und gewiss ist die Qualität des Hörspiels als Solches auch wieder rundherum gelungen. Wer sich diese Folge kauft, wird gewiss gut unterhalten. Das vorab.

Spielfreude und Atmosphäre

Tennstedt und Bierstedt sind mittlerweile ähnlich gut eingespielt wie einst die legendären Groeger und Rode. Lutz Reichert in seiner herrlich schnoddrigen Art mimt genauso spielfreudig seinen Inspector Lestrade. Herrlich, wie sich besonders Watson und Lestrade immer mal wieder gegenseitig aufs Korn nehmen!

Auch der weitere Cast ist gut besetzt mit Bene Gutjan (Harold Spofford), Uschi Hogu (Catherine Winfield), Axel Lutter (Sir Alfred Braid), dem Schaffner (Bodo Primus) und dem Metzger Weasley, der von Thomas Balou Martin gesprochen wird. Abermals taucht auch diese Folge den Hörer in ein sprichwörtlich „atmosphärisches Hörspiel“ ein.

Das Haar in der Suppe?

Warum nun meine oben vorangestellte Skepsis?

Diese beruht im Wesentlichen auf der erste Szene und dem Aufbau des Hörspiels. Zur Erklärung muss ich etwas ausholen, werde dabei jedoch den Fall und speziell dessen Auflösung komplett unangetastet lassen. Es gibt also nur „sehr milde Spoiler“.

Holmes und Watson besuchen anfangs eine Vernissage. Dort treffen sie einen Kunstkritiker, der sehr charismatisch gespielt wird, jedoch später keine große Bedeutung mehr hat. Schließlich tritt der Künstler, Harold Spoffort, auf Holmes zu. Sie kommen auf die von Spofford häufig in seinen Bildern dargestellte Dame zu sprechen. Spoffort gibt zu, dass sie ihm lange Zeit mehr bedeutet hat, nun aber nicht mehr, zumal er in Kürze zu heiraten gedenkt. Seine ehemalige „Muse“, Edith Grant, möchte ein Kleinod, dass an ihre gemeinsame Zeit erinnert, nur ungerne herausgeben. Holmes wird darum gebeten, sein diplomatisches Geschick anzuwenden, um dies zu erwirken. Noch unwissend, dass es zu einem brutalen Mord an besagter Edith Grant kommen wird, nimmt Holmes diese Bitte an.

Als alter Sherlock Holmes Fan kann ich mir nur einfach nicht vorstellen, dass Holmes je diesen Auftrag angenommen hätte! In den Original – Fällen von Sir Arthur Conan Doyle zeigt sich immer wieder, wie wählerisch Holmes in Bezug auf die von ihm angenommenen Fälle ist. Oft beklagt er, dass die Verbrecher nicht mehr einfallsreich genug – für ihn – sind, seit er Moriarty (in „Das letzte Problem“) getötet hat. In „Die Blutbuche“ regt er sich zunächst darüber auf, nun als „Berufsberater“ tätig sein zu sollen. Dort hört er nur widerwillig der Geschichte von Violet Hunter zu, bis er interessante Aspekte erfährt, die ihn reizen. Holmes springt – generell – sofort an, wenn ein Fall ihn fordert, wenn er „Witterung aufnimmt“ – und dann ist es für ihn auch völlig egal, ob er für einen Bettler oder einen König aktiv werden soll.

Jedoch ein „diplomatisches Gespräch“ mit einer Dame, damit der zukünftig Ehemann besser vor seiner Frau dasteht – zumal Holmes Frauen zwar sehr achtete, aber nichts von der Ehe hielt – das würde er vermutlich nicht wirklich akzeptieren. Es wäre quasi unter seiner beruflichen Ehre. Damit er so einen „Auftrag“ annimmt, dafür hätte es gravierende weitere Argumente geben müssen.

So wirkt auf mich persönlich die ganze Eingangsszene, inklusive der etwas abseits stehenden und beobachtenden Edith Grant, die Holmes, grundlos, „möglicherweise in Gefahr“ wähnt, irgenwie nicht passend. Schön inszeniert, ganz klar, atmosphärisch dicht, aber nicht authentisch im „Sinne des Erfinders.“

Interessanter und glaubwürdiger wird der Fall als Holmes und Watson mit dem Mord an besagter Edith Grant zu tun bekommen. Hier habe ich mich gefragt, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, die Geschichte etwas umzustellen, denn ein Holmes, der in einen Zug einsteigt, in dem ein Mord stattfindet, das wäre eine Steilvorlage auch für den „Original – Holmes“. Er hätte auch einfach am selben Bahnsteig stehen können und wäre dann auf den Mord aufmerksam geworden. Alles weitere hätte man dann durch Vernehmungen und – teils dargestellte – Untersuchungen des Tatortes herausfinden können.

Fazit

Mir ist klar, dass man sich als Schöpfer neuer Holmes – Geschichten immer wieder herausgefordert sieht, frischen Wind in die Handlung zu bringen. Aus meiner Sicht sollte aber auch das im Rahmen bleiben. Tja, manchmal kann es einem im Weg sein, wenn man „zu viel“ weiß. Und so ist es für mich dieses Mal in Bezug auf mein Wissen um Sherlock Holmes und diesem Hörspiel, welches, aus dem „puristischen Kontext“ gelöst, nach wie vor ein sehr schönes Hörspiel ist.

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Flucht in die Zukunft (Time after Time) erstmals auf deutscher Blu-Ray!

I. Ich stelle vor: Nicholas Meyer!

Nicholas Meyer ist eine Legende, aber nicht jeder weiß das. Unter „Star Trek“-Kennern genießt er den Ruf, den vermeintlich besten Star-Trek-Film aller Zeiten gedreht zu haben: Star Trek II – Der Zorn des Khan. Übrigens war er hier nicht nur Regisseur, er überarbeitete auch das Drehbuch. Nach dem epischen, aber eher trockenen Star Trek – The Motion Picture war das für das Franchise 1982 ein echter Befreiungsschlag, der noch lange Jahre nachwirkte.

Der andere Star-Trek-Film, der mir bei Nicholas Meyer einfällt, ist Das unentdeckte Land, bei dem er wieder am Drehbuch beteiligt war und Regie führte. Nebenbei war dieser Film das vielleicht schönste Ende der Classic-Film-Ära von Star Trek, das man sich nur wünschen konnte.

Auch an dem sehr erfolgreichen Teil IV, dem „mit den Walen“, schrieb er mit. Für die moderne Star-Trek-Serie Discovery war er bei der ersten Staffel als Berater mit an Bord.

Sollte ich jedoch noch ein anderes „Franchise“ nennen, welchem ich so nahe stehe, wie „Star Trek“, dann wäre das „Sherlock Holmes“ – und was soll ich sagen? Meyer schrieb inzwischen ganze SIEBEN Sherlock-Holmes-Romane! Alle klug, witzig, nahe am Original und in seiner persiflierenden Art und mit den vielen Fußnoten von „Dr. Watson“, ein echter Genuss für jeden Holmes-Fan. In seinem ersten Roman – The Seven-Per-Cent Solution (Kein Koks für Sherlock Holmes) – begegnete Holmes niemand Geringerem als Dr. Sigmund Freud in Wien, in den folgenden Romanen begegnet er Bernard Shaw, Oscar Wilde, Bram Stoker und vielen anderen. Leider wurde nur die Hälfte dieser außergewöhnlichen Romane ins deutsche übersetzt. Liebe Verlage: Hier gibt es was zu tun! 😉

Unter der Regie von Herbert Ross erschien 1976 eine Verfilmung seines ersten Romans (in den Rollen als Holmes und Watson spielten Nicol Williamson und Robert Duvall. Alan Arkin gab Freud, während Laurence Olivier Professor Moriarty darstellte).

(c)Plaion – Wells (M. McDowell) mit Deerstalker. Holmes lässt grüßen 🙂

II. Jack the Ripper reist durch die Zeit

Karl Alexander ist der Autor des Romans Time After Time, in dem Jack the Ripper – auf der Flucht vor der Polizei – in das (damals) gegenwärtige San Francisco gelangt. Aber er war nicht ganz zufrieden mit seinem Drehbuchentwurf, den er verfasst hatte. So wandte er sich an seinen Freund Nicholas Meyer. Man kann sich vorstellen, dass der Holmes-Enthusiast eine Jack-the-Ripper-Handlung faszinierend fand. Er überarbeitete das Drehbuch von Alexander so umfangreich und gut, dass Orion Pictures ihm anbot, auch im Regiestuhl Platz zu nehmen.

Nun muss man wissen, dass Meyer niemals zuvor Regie geführt hatte!

Time After Time war 1979, mit einem Einspielergebnis von rund 13 Millionen Dollar, ein solider Erfolg und machte den Autoren Meyer über Nacht zum anerkannten Regisseur. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und führte – hier schließt sich der Kreis – direkt zu seinem Regieplatz in Star Trek II.

III. Die deutsche Blu-ray-Veröffentlichung

Hierzulande erschien nun der Film Flucht in die Zukunft (Time After Time) bei PLAION Pictures für rund 30,00 EUR auf Blu – Ray.

Bei der Veröffentlichung des Films, in dem David Warner (St. John Talbot in Star Trek V, Kanzler Gorkon in Star Trek VI, Gul Madred in einer ST:TNG-Doppelfolge), Malcolm McDowell (Dr. Tolian Soran in Star Trek VII) und Mary Steenburgen (Clara Clayton in Zurück in die Zukunft III) mitspielen, hat man sich viel Mühe gegeben. Es ist keine lieblose Produktion, die schnell auf den Markt geworfen wurde. In dem Mediabook, welches auch als Buch gestaltet ist, samt wunderschönem Covermotiv des originalen Kinoposters, befinden sich neben der DVD und der Blu-ray, neben großen Bildern, einige tiefe Einblicke in die Produktion des Films selbst.

 

(c)Plaion – Das schöne Mediabook bietet DVD, Blu-Ray und Lesestoff

IV. H. G. Wells’ Vermächtnis

Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich als Kind, stets um Silvester herum, den Film Die Zeitmaschine mit Rod Taylor sah. In der Tat ist dieser sehr stimmungsvolle Film ein ganz eigener Kultfilm.

Auch befasste ich mich in der Vergangenheit ausführlich mit H. G. Wells, dem viktorianischen Mann mit den ungewöhnlich modernen Sichtweisen. Ich fand ihn und sein Werk stets faszinierend. Der Krieg der Welten ist vielleicht „das“ andere Werk von Wells, welches bekannt ist und immer wieder einmal verfilmt wurde. Oft ging in den Verfilmungen, so schön sie waren, die soziale Botschaft von Wells etwas unter, was nur stört, wenn man davon weiß.

Ich habe Malcolm McDowells Darstellung in Time After Time darum als so sehr erfrischend wahrgenommen. Der Film ist mehr als ein „Krimi mit Zeitreise“ (was aufregend genug wäre). Der Film ist auch eine Gesellschaftskritik eines (kritischen) Idealisten aus dem 19. Jahrhundert zu „unserer“ Zeit (1979).

V. Wo die Liebe hinfällt…

Steenburgen spielt in ihrer Rolle als Amy Robbins die etwas naive, aber sehr moderne Frau im San Francisco jener Zeit äußerst charmant und überzeugend. Sie ist, wenn auch auf andere Art, ebenfalls „aus der Zeit gefallen“, ist ebenfalls eher ein Menschenfreund, ist emanzipiert, dabei auch gleichsam etwas unsicher. Das passt hervorragend zu McDowells verträumtem Wells – und ihnen alleine beim Flirten zuzusehen, ist schon eine Freude. Übrigens kamen sich McDowell und Steenburgen tatsächlich nahe und heirateten 1980. Aus der Ehe, die bis 1990 hielt, gingen zwei Kinder hervor: die Schauspielerin Lilly McDowell und der Regisseur Charlie McDowell.

Niemand würde diesem „Team“, wenn man es sich so ansieht, zutrauen, es mit Jack the Ripper (David Warner) aufzunehmen. Zwei Menschenfreunde gegen ein Monster! Das macht diesen Film auf eine tiefere Art spannend, denn es ist leicht, sich mit Wells und Amy zu identifizieren.

VI. Großes Kino!

So ist es am Ende nicht einfach nur die Frage, ob alles „gut“ wird. Es ist auch eine Wette: Wer wird gewinnen? Die Seite der anständigen, der „Guten“ oder die Seite des zynischen Monsters? Dabei wird Jack the Ripper vielschichtig dargestellt. Er ist intelligent und man kann seiner Sichtweise auf die 1970iger Jahre (wie umsomehr auf unsere Zeit) durchaus nachvollziehen, wenngleich Jack the Ripper natürlich ganz – sagen wir – „eigene“ Schlussfolgerungen aus seinen Beobachtungen zieht…

Was noch erwähnt werden sollte: Der große Hollywood-Komponist Miklós Rózsa (Ben Hur, Quo Vadis, Ivanhoe etc.) komponierte den Soundtrack zu diesem Film, was der Stimmung sehr zuträglich ist.

Time After Time ist ein mitreißender Film aus den 1970er Jahren. Zu unrecht vergessen, jetzt auf „Hochglanz poliert“ und überraschend gut gealtert. Empfehlenswert!

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Star Wars – Das Ultimative Buch: Neu und erweitert bei DK

Das „Ultimative Star Wars“-Buch ist in einer erweiterten Ausgabe bei DK erschienen. Noch bevor ich es ausgepackt habe, bemerkte ich, wie schwer das gute Stück ist. Nachdem ich es dann in den Händen hielt, war ich vor allem erst einmal von der neuen Aufmachung begeistert. Die alte Version hatte schlicht einen Kopf von Vader auf beinahe ganz weißem Hintergrund auf dem Cover, wobei dieser sein Lichtschwert entzündet hatte. Damals hieß es noch im „Untertitel“: „Journey to Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“. Seither hat sich viel getan…

Das neue Cover, gestaltet von Brian Rood, ist ein richtiges Artwork und präsentiert in braun-goldenem Ton viele der Hauptcharaktere aus dem sprichwörtlich kompletten Star-Wars-Universum, wie es sich heute darstellt. Ein Donald Glover als Lando gehört da genauso dazu wie ein gealterter Luke Skywalker, der Mandalorianer, Rey, Leia, Darth Maul und Ahsoka Tano, um nur ein paar zu nennen. Dass diese neue Version satte 96 Seiten mehr zu bieten hat, macht sie zusätzlich zu einem echten Hingucker. Ein „Coffee Table Book“, das man sich ab und zu schnappen kann, wenn man seinen Tee trinkt. Hingegen ist es mit Sicherheit als Bettlektüre zu schwere Lektüre – ganz wörtlich zu nehmen.

(c) DK, Star Wars, Cover der Enzyklopädie

Und was ist neu? Ich habe mir das für euch einmal genau angesehen.

Im alten Buch hat Anthony Daniels das Vorwort geschrieben, der gute alte C-3PO in Person. Dieses Mal stammt es von Rosario Dawson, der Darstellerin der Ahsoka Tano. Da es in dem Buch vor allem darum geht, uns Charaktere, Orte, Technik und Fahrzeuge vorzustellen, warte ich zunächst mit trockenen Fakten auf. Glaubt man allein dem Inhaltsverzeichnis (was man nicht tun sollte!), sind es 14 neue Charaktere, 5 neue Schauplätze, 1 weiteres Technikobjekt und 1 weiteres Fahrzeug, die den inhaltlichen Unterschied zum Vorgänger ausmachen. Aber diese allein stellen in Wirklichkeit nur die Hauptattraktionen dar.

Gefüllt ist das Buch nämlich zudem  mit Dutzenden von neuen und alten Nebencharakteren, die auch nur „kurz durchs Bild liefen“. Auch aus den anderen genannten Bereichen sind alle nur denkbaren Objekte zu finden. Diverse Blastergewehre, Droiden, Helme, Pistolen, Planeten, Orte auf Planeten, Ereignisse, Kreaturen und, und, und … finden sich in diesem Werk. Und alles – wie üblich bei DK-Büchern – prachtvoll illustriert. Das Team, das dieses Buch zusammengestellt hat, muss intensiv gearbeitet haben, um für jeden noch so kleinen Charakter und jeden irgendwo erwähnten Gegenstand ein Bild zu finden.

Nur auf die Zeitleiste, die im Vorgänger noch vorhanden war,  hat man verzichtet, aber dafür gibt es inzwischen ja auch ein eigenes Buch (https://www.dorlingkindersley.de/buch/cole-horton-jason-fry-kristin-baver-amy-richau-clayton-sandell-marc-winterstar-wars-timelines-9783831045082).

So nennt sich diese Neuerscheinung im Untertitel nicht umsonst „Die große Enzyklopädie der Star Wars Galaxis“. Genau das ist es.

Für wen ist das Buch?

Na ja, für dich, wenn es dich jetzt in den Fingern juckt, das Buch gleich zu bestellen. Das sowieso. Aber ich will mich nicht um diese Einschätzung drücken. Ich persönlich denke, es ist etwas für Leute, die den Überblick behalten wollen – und zwar nicht nur grob und begrenzt auf eine Trilogie oder Serie, sondern in Bezug auf alles, was bisher offiziell unter der Überschrift „Star Wars“ erschienen ist. Da es so viele neue Serien gibt – und demnächst auch wieder Kinofilme –, ist dies die bequemste Möglichkeit. Man bekommt alles in einem Buch präsentiert. Selbst im Zeitalter des Internets, wo zwar alles zu finden ist, man sich aber selbst die Arbeit machen muss, es zusammenzusuchen, ist dies eine komfortable Möglichkeit an „geprüftes Wissen“ zu kommen. Hier bekommt man wirklich „Alles“ ordentlich sortiert und illustriert. Meiner Meinung nach die beste Option.

Ihr könnt es  überall kaufen oder bestellen, wo es Bücher gibt. Preis: 49,95 EUR.

Weiterführender Link (zur Verlagsseite, wo es mehr Beispiel-Seiten u.a. gibt):
https://www.dorlingkindersley.de/buch/cole-horton-ryder-windham-patricia-barr-daniel-wallace-matt-jones-bray-adam-dan-zehr-amy-richau-marc-winter-kelly-knox-amy-ratcliffe-megan-crouse-dan-brooks-brandon-wainerdi-star-wars-d-9783831051854

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BATMAN: DIE KLASSIKER – neue Panini Reihe würdigt die Ursprünge (und darüber hinaus…)

Mein Interesse an Batman hat seine Wurzeln in meiner Kindheit. Es waren die 1970er Jahre und Leute wie Neal Adams, Irv Novick und Dick Giordano waren mir wohl vertraut. Oftmals kamen aus ihren Federn die Abenteuer „meines“ Batman. Des Batman der Bronze Ära. Jenseits von jedem Klamauk früher Comics, geschweige denn der Serie mit Adam West, zeigte sich Batman in diesen Abenteuern menschlich, verletzlich, ehrenhaft und zugleich, wie man es von einem Superhelden erwarten darf.

Ich habe Batmans Werden immer verfolgt, habe mittlerweile schon viele Batman‑Comics gelesen und einige auch rezensiert. Dennoch ist dieser Bronze‑Ära‑Batman „mein“ eigentlicher Batman. Obwohl die neuen Comics teilweise von einer viel größeren Komplexität, Kreativität und Spannung geprägt sind, trägt „mein“ Batman eigentlich immer diese blaue Maske mit dem blauen Cape.

Oft fragte ich – auch in meinen Reviews – ob wohl der Bronze‑Ära‑Batman je aufgefrischt auf den Markt kommen würde. Inzwischen hatte ich begonnen, mir einige Batman‑Comics dieser älteren Reihe im Original für den Kindle zu kaufen. Aber ein Buch in Händen zu halten – das wäre natürlich viel schöner gewesen.

Als wäre mein „Gebet“ erhört worden, bringt Panini seit September 2025 „Batman – Die Klassiker“ heraus. In Band I geht es um seine „größten Gegner“ (aus den 1940ern, Goldene Ära), während sich Band II mit seinen unheimlichsten Fällen der zitierten Bronze‑Ära zuwendet.

Die Bände sind mit rund 29 EUR nicht gerade als „billig“ zu bezeichnen. Aber sie kommen auch in Hardcover und im XL‑Format. Direkt etwas für Liebhaber, denn limitiert sind sie obendrein.

Band I beinhaltet neben den „Geheimnissen der Bat-Höhle“ und einem kleinen Rätsel, Geschichten, die sich mit dem Auftauchen der Erzfeinde von Batman beschäftigen. Der Joker, Catwoman, Two-Face und natürlich auch der Pinguin sind mit von der Partie. Diese sehr alten Geschichten aus den Anfangstagen verfangen bei mir nicht mehr wirklich. Dennoch gehören sie auf jeden Fall zumindest in meine Bibliothek.

Die unheimlichen Fälle gehören zu den Ausnahme‑„Fällen“, denn wir kennen Batman als Mitternachtsdetektiv, der reale Fälle löst. Mit Geistern und Vampiren hat er in der Regel nicht zu tun – hier schon! In fünf schaurigen Geschichten erleben wir leisen Grusel und können Zeuge werden, wie Batman sich auch unbekannten Mächten stellt.

Die Geschichten heißen:

  • Rotes Wasser. Purpurner Tod

  • Die Nacht der Fledermaus

  • Batman, wie ihn keiner kennt!

  • Der Dämon der Villa Gothos!

  • Ein Gelöbnis aus dem Grab

Ich habe die Geschichten allesamt gerne gelesen. Sie zauberten mir ein Lächeln auf die Lippen, denn sie treffen einen bestimmten „Ton“, den es so heute nicht mehr gibt. Batman wirkt hier nahbarer als heute, was ihn sympathisch macht. Etwas, das heute nur selten vorkommt, wenn überhaupt. Die Geschichten sind naiv-charmant und spannend gleichermaßen. Auch die Aufmachung erinnert stark an die Batman-Superbände, die ihre Designs stark von den amerikanischen Originalen übernommen hatten.

Die Serie wird im Frühjahr 2026 mit dem Band „Die Legende von Batman“ fortgesetzt. Ich bin gespannt, was noch alles für Leckerbissen aus den bronzenen Tagen des noch nicht ganz dunklen Ritters auf den Markt kommen werden.

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Sherlock Holmes – Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill und Die Perle des Mandarins

Nach längerer Pause erschienen bei Titania Medien zwei neue Sherlock Holmes Hörspiele mit den etablierten Stimmen von Joachim Tennstedt als Holmes und Detlev Bierstedt als Watson. Wie immer sind beide Hörspiele auch mit weiteren großartigen Stimmen besetzt und setzen auf Atmosphäre.

Dieses Mal sind es sogar zwei Doppel – CDs.

In Folge 69 finden wir uns in einer Adaption eines Falls von R. Austin Freeman wieder, einem Zeitgenossen von Sir Arthur Conan Doyle, der ebenfalls Detektiv – Geschichten schrieb. Sein Detektiv hieß Dr. Thorndyke.

Die Geschichte „Die Perle des Mandarins“ ist, wenn das Wortspiel gefällt, selbst eine „Perle“, denn die Adaption (von Marc Gruppe) in die Welt von Sherlock Holmes ist nicht nur großartig gelungen, sondern hier findet sich ein wirklich spannender Fall. Auch, wenn der erfahrene Krimi – Leser hier genug Indizien an die Hand bekommt, selbst die Lösung zu finden, ist dies einer von jenen Fällen, die auch zum dezenten Gruseln einladen. Grusel plus Holmes bedeutet, wenn es gut gemacht ist, immer besonders viel Freude. Nicht ohne Grund wurde Doyles Original – „Baskerville – Hund“ so ein berühmter Roman.

Es wird auch ein Thema berührt, welches wir Holmesians in gewisser Weise aus „Der blaue Karfunkel“  kennen: Adam Bradshaw kommt in den Besitz einer angeblich verfluchten Perle, die einst einem Mandarin gehört haben soll. Viele Vorbesitzer sollen auf ungewöhnliche Art verstorben sein, wie auch die Zeitung berichtet. Der verstorbene Mandarin selbst erscheint Adam Bradshaw – und verschwindet wieder. Als Bradshaw dies seinen Verwandten erklärt, wird er nur verspottet. Aber glücklicherweise findet sich jemand, der seinen merkwürdigen „Fall“ zu Sherlock Holmes trägt – und das Abenteuer kann beginnen…

Ich habe diese Geschichte sehr gerne gehört. Obwohl mir gegen Ende der ersten CD einiges relativ klar war – zumindest hatte ich einen Verdacht – hörte ich die Geschichte bis zum Ende mit Spannung.

Es hat mir große Freude gemacht auch wieder Inspector Lestrade – gesprochen von Lutz Reichert – zu hören. Ich musste mich an dessen schnoddrige Art erst gewöhnen, aber inzwischen sind es für mich Highlights, wenn er auftaucht. Ich mag ihn einfach – und dessen kleinen Zwist mit Dr. Watson.

Wie üblich in diesen Hörspielen, bekommt auch Mrs. Hudson mehr „Sätze“ als in den Original – Geschichten: Wie immer einzigartig von Regina Lemnitz gesprochen. Beide sprechen ihre Rollen zwar anders als ich sie mir vorgestellt hatte, während ich die Original Holmes – Geschichten erstmals las, aber sie haben ihren Rollen einen Stempel aufgesetzt, sie sich zu Eigen gemacht und das ist so authentisch, dass es Spaß macht.

Ebenfalls erschienen ist die Folge „Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill“, Folge 68.

Ich finde es ja schade, dass nicht (auch) diese Reihe – von Titania Medien – „Weihnachtsgeschichten“ mit Holmes produziert (es gibt auch entsprechende Pastiches in der Literatur!), aber das wurde für mich wieder damit ausgeglichen, dass „Blutiger Schnee in Bloomsbury Hill“ eine der eisigsten, verschneitesten Fälle ist, den ich kenne.

Die Geschichte stammt von Amy Onn (ein Pseudonym) und erschien vermutlich ähnlich in der Reihe „Die geheimen Fälle des Weltdetektivs“, einer Groschenheft – Reihe, die zwischen 1907 und 1911 mit 230 Heften auf dem Markt vertreten waren. Trotz intensiver Recherche konnte ich keine der Geschichten direkt als Vorbild erkennen. Marc Gruppe adaptierte aber eine Geschichte aus dieser Reihe gekonnt zu diesem Hörspiel.

In der Titania – Medien – Reihe ist die Baker Street 221 B ein etwas größerer Kosmos als man es aus den Originalen kennt. Das Miteinander zwischen Holmes, Watson und Mrs. Hudson bezieht sich auf einen viel größeren Bekanntenkreis aller Akteure und im Fall von Mrs Hudson denkt man da schnell an Mrs. Hudsons Cousine, Margery Mapleton, die wunderbar „nervtötend“ von der einzigartigen Philine Peters-Arnolds dargeboten wird. Eine Synchronschauspielerin, die mich auch als Star Trek Fan in „Strange new worlds“ als Commander Pelia, immer wieder erfreut. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls ist Margery Mapleton verschwunden. Holmes und Watson feixen erstmal erfreut über den zweifelhaften „Verlust“ und hoffen, dass sie irgendwo in der Ferne ihr Glück finden wird. Aber als Mrs. Hudson davon berichtet, dass sie zuletzt bei Professor Marconi, dem ausgeraubten, mutmaßlich ermordeten Archäologen, tätig war, wird Holmes hellhörig. In der Tat scheint ein Zusammenhang zwischen ihrem Verschwinden und dem des Professors zu bestehen.

Auch diese 2CD war für mich ein Hörgenuß. Atmosphärisch dicht werden die Ermittlungen des Meisterdetektivs und seines Kompanions, Dr. Watson, im kalten Schnee und in Marconis Anwesen (und Umgebung) dargeboten. Ich muss zugeben, dass die winterliche Atmosphäre (Watson tat mir wirklich leid und ich rechnete damit, er würde sich erkälten…), ihren Teil dazu beigetragen hat, dass ich die Episode so genießen konnte. Auch Lestrade taucht wieder auf, was das Hörspiel abrundet.

Fazit: Es hat sich gelohnt zu warten. Die 2CDs waren köstlich. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr 2CDs dieser Art veröffentlicht würden. So lange Geschichten können sich viel freier entwickeln – und man hat länger was davon. Die Synchronschauspieler haben ihren „Job“ alle sehr gut gemacht. Nun habe ich Lust auf weitere Hörspiele der Reihe 🙂 

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Das ist Musik! – anschauliche Musikgeschichte und mehr

„Das ist Musik!“ stammt aus dem DK – Verlag. Gleich ein ganzes Team von Autorinnen und Autoren hat sich daran gesetzt. Beraten haben dabei u.a. Richard Mallet aus dem London Philharmonic Orchestra, Ann Marie Stanley von der Univerity of Rochester, USA und Gareth Dawson, ein Komponist für Film und TV aus den UK. Das Buch ist also nicht einfach nur eine Sammlung von Wissen, wie man es aus dem Internet ziehen könnte, sondern es wurde von Fachleuten erstellt, die ein Auge für das Wesentliche haben.

Wer befürchtet, dass ein Buch über Musik dadurch trocken wird, kann beruhigt aufatmen: „Das ist Musik!“ macht neugierig und vermittelt Wissen auf eine sehr zugängliche Weise.

DK, gegründet 1974 in London, hat sich darauf spezialisiert, komplexe Themen übersichtlich und anschaulich zu präsentieren. Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür. Auf jeder Seite finden sich Illustrationen, kurze Infotexte und Diagramme, die Musik, Instrumente und Komponisten lebendig machen. Man merkt sofort, dass das Buch darauf ausgelegt ist, sowohl Einsteiger als auch musikinteressierte Leser abzuholen, ohne dabei belehrend zu wirken.

Von Klassik bis Hip-Hop. Eine umfassende und unterhaltsame Einführung in die Musik mit über 1000 farbigen Fotos. Für Kinder ab 10 Jahren – (c) DK-Verlag

Jede Epoche bekommt sein eigenes Kapitel, in dem sorgfältig ausgwählte Musiker / Komponisten kurz vorgestellt werden: Große Meister oder schlicht Berühmtheiten der Musik, von Bach über Mozart bis Duke Ellington, die Beatles und Beyonce. Es wird letztlich eine Art natürlicher Enwicklung seit den ersten primitiven musikalischen Versuchen der Menschheit bis hin zu den Sängerinnen und Sängern der Gegenwart aufgezeigt. Ja, „das ist Musik!“ ist kein zufälliger Titel. 😉

Aber das Buch bietet mehr als schön bebilderte Musikgeschichte von A – Z, es stellt auch wichtige Instrumente vor – und ihre bekanntesten Interpreten.

Davon ausgehend, dass heute jede/r Zugang zur Musik hat, wird immer mal wieder vorgeschlagen hier und da „reinzuhören“, um so sein Hörerlebnis- und Verständnis zu erweitern und zu vertiefen. So hört sich Leserin oder Leser vielleicht Stücke an, die er oder sie sonst nie gehört hätte.

Der größte Nachteil dieses Buches ist sein größter Vorteil: Dies ist kein trockenes, sehr tiefgehendes, wissenschaftliches Lehrwerk, sondern es macht fast so viel Spaß, wie die Musik selbst. Es verfolgt einen niederschwelligen Ansatz, um Jung und Alt für Musikgeschichte- und Zusammenhänge zu begeistern, sozusagen den „ersten Funken“ zu entzünden. Wer freilich schon ziemlich gut Bescheid weiß, der sollte woanders suchen, außer, es macht ihm / ihr Spaß, sein / ihr Wissen auf unterhaltsame Weise aufzufrischen.

Ich bin von diesem Buch ziemlich begeistert. Nimmt man es sich einmal zur Hand, grundsätzliches Interesse am Thema vorausgesetzt, legt man es nicht so schnell wieder weg.

Das Buch hat 144 Seiten und ist ab 10 Jahren empfohlen. Erhältlich ist es überall, wo es Bücher gibt für 19,95 EUR. Es handelt sich um eine 2024 aktualisierte Ausgabe (das Original von 2010 erschien 2011 in Deutschland).

Weiterführender Link :

https://www.dorlingkindersley.de/buch/christiane-wagler-das-ist-musik-9783831048861

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Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle – Folge 67: Watsons erster Fall

„Watsons erster Fall“ stammt dieses Mal nicht aus der Feder von Herman Cyril McNeile und ist auch keinem älteren Pastiche entlehnt, sondern es ist eine Originalgeschichte von R. Austin Freeman, die von Marc Gruppe geschickt in einen Fall des berühmten Sherlock Holmes umgewandelt wurde.

R. Austin Freeman (11. April 1862 in London – †28. September 1943 in Gravesend, Kent) war (wie Arthur Conan Doyle) ein britischer Arzt und Schriftsteller, bekannt für seine Kriminalgeschichten mit dem forensischen Ermittler Dr. John Thorndyke. Er gilt als Erfinder der „inversen Detektivgeschichte“, bei der der Täter zu Beginn bekannt ist und die Spannung durch die Aufklärung des „Wie“ und „Warum“ entsteht. Diese Technik beeinflusste später Autoren wie Agatha Christie und die Fernsehserie Columbo.

Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes, Detlef Bierstedt als Dr. John Watson und Regina Lemnitz als Mrs. Hudson liefern eine Darbietung mit viel Spielfreude. Ihre langjährige Zusammenarbeit in der Titania-Medien-Reihe sorgt für eine vertraute und lebendige Atmosphäre.

Die lange Eingangsszene zeigt uns etwas detaillierter als bei Doyle üblich, wie das Zusammenleben der drei ungleichen Charaktere unter dem Dach der Baker Street 221B wohl „tatsächlich“ ausgesehen haben mag, wobei ich gerne das unter Eingeweihten „große Spiel“ spiele und so tue, als hätte es Holmes gegeben.

Watson wird von einem Freund darum gebeten, dass er ihn – ebenfalls Arzt – aufgrund seiner Abwesenheit vertritt. Da Watson viel mehr Vertreter hat, hilft er dem Landarzt gerne aus, sehnt sich aber noch auf der Fahrt eigentlich wieder zurück in die vertrauten vier Wände. Vor Ort befindet sich Watson aber dann in einem ländlichen Idyll, welches beinahe an Charlotte Brontës Romane erinnert.

Das Idyll wird jedoch getrübt, denn das einzige, gerade sechsjährige Kind verschwindet! Watson ist allein und sieht keine andere Option, als sich dieses „Falls“ (zumindest erstmal) alleine anzunehmen.

Insgesamt lebt dieser Fall von einer schön beschriebenen und auch akustisch untermalten ländlichen Idylle, wie beschrieben, aber auch von einem gewissen Tempo. Obschon die Auflösung am Ende nicht unbedingt komplex zu nennen ist, ist es sehr vergnüglich, Watson, den örtlichen Inspector und schließlich auch Holmes dabei zu begleiten, dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Unpassend schien mir nur ein Augenblick, in dem Watson der mutmaßlichen Täterin, die er als Opfer der Umstände wähnt, damit tröstet, sowieso für sie da zu sein, egal, ob der Junge gefunden wird oder nicht. Waghalsig, Watson, so etwas zu versprechen. Oder nicht?

Am Ende habe ich das an einem einzigen Nachmittag bei Tee und Keksen selbst herausgefunden und ich kann es allen Freunden des britischen Detektivs nur empfehlen, es mir gleichzutun.

SprecherInnen – Ensemble: 

Sherlock Holmes – Joachim Tennstedt
Dr. John H. Watson – Detlev Bierstedt
Mrs. Hudson – Regina Lemnitz
Jane Hanshaw – Herma Koehn
Mabel Russel –  Petra Nadolny
Nick Russel – Freya McMenemy
Lucy Russel – Uschi Hugo
Anderson – Stephan Bosenius
Vagabund – Marg Gruppe
Inspektor Brix – Valentin Stroh
Schmied – Glenn Goltz
Der Fremde – Bert Stevens

Weiterführender Link:

https://titania-medien.de/album/folge-067-watsons-erster-fall

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Gegen alle Flaggen! – ein guter, alter Piratenfilm

Als ich noch ein Kind war, versammelten wir uns oft vor dem Fernseher – ähnlich wie sich wohl unsere Vorfahren um ein Feuer versammelten. Wir aßen gemeinsam, tranken dazu ein wenig Limonade oder Tee und verfolgten die Filme, die wir sahen, ohne jegliche Ablenkung durch Werbung, Smartphones oder Notebooks.

Gewiss waren die TV-Geräte damals noch ein wenig „verregnet“, oder zumindest war das Bild, wenn man Filme überhaupt in Farbe sehen konnte, etwas verwaschen wahrzunehmen. Doch wichtiger als eine Optik in glänzendem HD oder gar 4K war stets die Handlung.

Allerdings waren die Filme, die es damals gab – jene aus Hollywoods „goldener Ära“ – oftmals ganz anders als die, die heute produziert werden. Der „quasi-Realismus“, der sich inzwischen eingebürgert hat, wurde damals durch klischeehafte Darstellungen ersetzt – aber das war völlig in Ordnung so. Niemanden hat es gestört.

Piraten beispielsweise: Stirnband, weite Hosen, möglichst bunt – und irgendwo steckte ein Säbel, geformt wie aus einem Disney-Trickfilm.

Und dann gab es da noch diese Serien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in denen es thematisch um den Abenteuerfilm ging. Da wurden große Klassiker gezeigt, die als besonders repräsentativ für ihr Genre galten. Selbiges gab es auch für fantastische Filme, Gruselfilme, Science-Fiction – jedes Genre bekam seinen Ehrenplatz.

Einer jener Abenteuerfilme, die man damals dann und wann im Fernsehen sehen konnte, war Gegen alle Flaggen mit Errol Flynn und Anthony Quinn.

Gegen alle Flaggen (Against All Flags, 1952) ist ein Film, dem man sein Alter ansieht – doch gerade das macht seinen Charme aus. Errol Flynn (damals 43 Jahre alt) spielt einen britischen Offizier, der sich unter Piraten mischt, um eine geheime Mission zu erfüllen. Natürlich bleibt es nicht bei Spionage – es wird gefochten, gesegelt, geschossen, geliebt. Anthony Quinn gibt den grobschlächtigen Gegenspieler, während Maureen O’Hara  eine der wenigen Frauenrollen jener Zeit verkörpert, die nicht bloß schmückendes Beiwerk sind. Sie spielt eine Piratin, die sich in einer rauhen Männerwelt behaupten kann.

Heute würde manch einer über den Film lächeln. Zu klischeehaft, zu einfach, zu unrealistisch – aber das war nie der Punkt. Gegen alle Flaggen gehörte zu einer Zeit, in der es nicht darum ging, die Welt eins zu eins auf die Leinwand zu übertragen, sondern darum, sie zu vergrößern, zu verzaubern, uns für 90 Minuten in ein völlig anderes Universum zu entführen. Kein Blut, kein Dreck, kein zynischer Unterton – nur Abenteuer. Und das genügte.

„Gegen alle Flaggen“ ist unlängst bei Pidax auf DVD erschienen. Wer bereit ist, sich auf den alten „Prachtschinken“ einzulassen, wird mit „guter Unterhaltung“ belohnt – und vielleicht mit einer Zeitreise in die eigene Kindheit oder Jugend.

(c) PIdax – Gegen alle Flaggen

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Mr. Jones und das Alter…

Als Mr. Jones an diesem Morgen aufwachte und in die Küche zu seinen Medikamenten gehen wollte, kam er – wie jeden Morgen – an seinem Spiegel im Flur vorbei. Er sah sich nur kurz von der Seite an, aber das, was er da sah, brachte ihn dazu, noch einmal genauer hinzuschauen.

Graue, fast weiße Haare sah er, einen Alt-Männer-Bauch (er aß sehr wenig, aber irgendwie wusste das sein Körper nicht) und ein Grübchen an seinem linken Auge. Er zog sich den Stuhl von der Garderobe heran und setzte sich. Auf seinen Unterarmen zeigte sich die feine Maserung seiner Haut, jedoch mit einem unangenehm trockenen „Netzmuster“. Seine Schuppenflechte war ebenfalls dabei, sich auszubreiten.

Er sackte in dem Stuhl zurück und seufzte.

Sein 25jähriges Ich kam in diesem Moment ebenfalls aus dem Schlafzimmer und gähnte. Mr. Jones konnte ihn genau vor seinem inneren Auge sehen. Einen Bauchansatz hatte der auch, aber mein Gott, wie schlank er doch war! Der 25jährige hatte bisher nur drei Leistenbruch – Operationen hinter sich gebracht. Zum Vergleich: Mr Jones von heute hatte bereits fünf hinter sich und der letzte verlief so ungünstig, dass er regelmäßig Beschwerden hatte.

Er verfolgte sein jüngeres Ich ins Badezimmer, ohne zu indiskret zu sein, da kam er ihm schon wieder entgegen. Der junge Mann setzte sich an seinen Küchentisch, wobei er drei Brötchen dick mit Nougatcreme bestrich. Sein Kaffee war schon durchgelaufen und er genoss auch diesen in großen Schlücken.

Mr. Jones wurde sehnsüchtig um sein Herz. Wie gerne hätte er mal wieder so „unvernünftig“ gespeist! Aber seit gut 5 Jahren hatte er eine Mischung aus einem unangenehmen Reizdarm und einer nicht definierbaren Neigung zu Entzündungen im Verdauungstrakt entwickelt. Während hoch entwickelte Technik und gut ausgebildete Ärzte alle Fakten zusammentrugen, wurde klar, dass er „irgendetwas“ hat. Eine Definition blieb bisher aus und es gab Tage, an denen Mr. Jones nicht unglücklich darüber war, während er an anderen Tagen darüber schimpfte, wie „dilletantisch die heutige Medizin ist! Mein Gott, wir leben im 21. Jahrhundert!“

Aber dieser Kerl da am Frühstückstisch konnte wirklich essen, was er wollte. Er nahm offenbar nicht wirklich zu und, wie sich im Verlauf seiner Fantasie über die Vergangenheit, herausstellte, hatte er auch eine vernünftige Verdauung.

Dann fiel Mr. Jones eine gewisse Leichtigkeit an ihm auf, denn er begleitete den jungen Mann weiter durch seinen Tag, während er etwa im Pleasant Garden – Park spazieren ging. Er sah hübschen jungen Frauen – in seinem Alter! – hinterher. Aber er wurde leider von diesen kaum beachtet. Was Mr. Jones, der Ältere, nicht verstand. Während er versuchte, sich klar zu werden, woran das lag, fiel ihm erstmals eine gewisse Schwermut an dem jüngeren Jones auf. Aber viel mehr noch bemerkte er, wie viele wunderschöne Frauen in seinem Alter es gegeben hatte!

Er verfolgte den 25jährigen auch beim Einkauf. Keine Schwierigkeiten hatte er damit, eine Tüte Chips und eine ganze Rolle Prinzenkekse zu kaufen. Später wurde er Zeuge, wie der jüngere Jones beides an nur einen einzigen Tag verdrückte. Offenbar ein Ritual, dass ihm wie von selbst „passierte“.

Der jüngere Jones hatte Träume, Freuden und Hoffnungen, die auch der ältere Jones noch kannte. Leere Versprechungen eines glänzenden, damals noch fast „neuen“ Lebens als Erwachsener.

Jones Senior seufzte als er sich über Jones Juniors Schulter beugte, um zu lesen, was er in seinem Tagebuch schrieb. Er schrieb, wie schwer das Leben sei. Das er davon träume, eine Partnerin zu finden. Aber keine sei wirklich an ihm interessiert. Beruflich sei er „gefangen“, da er eine Ausbildung hinter sich gebracht hatte, die sich nie wirklich nach „ihm“ angefühlt hatte. Nun versuchte er in der Verwaltung einen Posten zu finden, der möglichst wenig mit Verwaltung und mehr mit Menschen und Kreativität oder Kultur zu tun hatte. Aber gab es sowas überhaupt?

Als Jones Jr. Sein Tagebuch schloss – stimmungsvoll in Gegenwart einer brennenden Kerze und eines Glases halbsüßen Weins – schloss Jones Senior seine Augen und nickte voller Verstehen und Mitgefühl.

Sein Leben war weitestgehend unverändert geblieben. Und er? Er war nur noch mehr der geworden, der er immer schon gewesen war. Ein junger Mann mit einem Herzen voller Träume. Nur das sein Körper nicht mehr so jung war. War es so, zu altern? Aus seinem Körper heraus in die Welt zu schauen, unverändert im Geist, und zuzusehen, wie sich um einen herum alles ändert, während man selbst im Auge des Sturms bleibt, bis er einen mit sich reißt?

Zum Glück bekam Mr. Jones, als er sich dies fragte, großen Hunger. In Wirklichkeit waren nur fünf Minuten vergangen, in denen er daran gedacht hatte, wie er früher gewesen war. Immer noch saß er vor dem Spiegel und obwohl ihm weder der Bauch, noch die trockene Haut oder die Falte an seinem Auge gefiel, lächelte er sich an. Dann streckte er sich die Zunge aus und lachte. Zeit für ein Frühstück!

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Batman – Gargoyle of Gotham, Band 3 – Rafael Grampá · Panini Verlag, 2025

Als ich begann, den Mehrteiler Batman – Der Gargoyle von Gotham zu lesen, war ich fasziniert von dieser neuen, frischen Art, Gotham zu zeichnen und „Batman“ zu erzählen. Detailreiche Zeichnungen, die fast schon an Wimmelbilder aus der Kindheit erinnerten, weil man dort so viele Details finden kann, wenn man richtig hinblickt, aber auch die leicht mystisch anmutende Handlung, das Unheimliche und die typische Detektivarbeit von Batman begeisterten mich.

I. Grausamkeit als Stilmittel

Nach langer Zeit kam mittlerweile der lang erwartete dritte Band auf den deutschen Markt, mit dem ich mich – zugegebenermaßen – etwas schwerer tat.

Ich würde meinen Lesern keinen Gefallen tun, wenn ich nur immer das Gute berichte, aber ist Gargoyle 3 schlecht? Eben genau das ist mein Problem.

Denn Batman – Gargoyle von Gotham 3 ist abermals brillant (und ganz eigenwillig, wie in den Bänden zuvor) gezeichnet, aber es gibt in diesem dritten Teil ein Element, das die schleppende Handlung in meinen Augen gravierend überschattet: Grausamkeit und Karikatur!

Ich will das erläutern, ohne zu spoilern, was fast unmöglich ist. Ich kann mir nicht anders erklären, als dass die Schöpfer mit dem dritten Teil hart und klar provozieren möchten. So viel Blut und so viele „fliegende Köpfe“ (wörtlich zu nehmen) habe ich bisher in keinem anderen Batman-Comic gesehen. Nun mag es unter der Leserschaft welche geben, die das feiern. Ich gehöre leider nicht dazu.

Für mich selbst definiere ich das so: Grausamkeit darf in Batman-Comics vorkommen, wenn sie für die Handlung wesentlich ist. In The Killing Joke etwa, wo sie auf perfide Weise wesentliches und tragendes Element der Handlung ist.

Aber hier ist sie – meiner Meinung nach – zu selbstverständlich, obwohl meist völlig unnötig!

II. Ein Kind als mörderische Karikatur

Auch eingeführt wird ein Kind (vermutlich ein Kind des Jokers), welches karikaturesk gezeichnet ist und sich völlig gewissenlos und ebenfalls grausam verhält. Das „Kind“ sieht – anders als die übrigen Charaktere im Comic – wirklich aus wie eine Karikatur und bricht damit beinahe (nicht ganz) den Zeichenstil.

(c) Der Gargoyle von Gotham 3 – Panini / DC

III. Spannung!

Die Handlung selbst wird nur langsam weitergebracht. Das, was hier geschieht, ist aber durchaus spannend! Es führt Gordon und Bruce Wayne an ihre Grenzen – oder darüber hinaus? Das bleibt noch abzuwarten. Gordon begegnet einem — Geist? Und Bruce wird unter gezielten elektrischen und narkotisierenden Behandlungen durch Dr. Geist dazu angeregt, seinem tiefsten inneren ‚Schatten‘ zu begegnen.

IV. Wir verlassen die Komfortzone

Am Ende von Gargoyle 3 angekommen, habe ich den Eindruck, aus meiner Komfortzone („Ich weiß, was in Batman-Comics geschieht“) herauskatapultiert worden zu sein. Das ist etwas wirklich Neues, aber auch etwas, was sich – zumindest für mich – auf unangenehme Weise „fremd“ anfühlt.

Für manche Leser:innen mag genau dies reizvoll sein. Bei mir – obwohl ich schon gerne wüsste, was aus Gordon und Wayne/Batman wird – ist der Schuss etwas nach hinten losgegangen. Während ich sehnsüchtig auf Band 3 gewartet habe, warte ich nun längst nicht mehr so sehnsüchtig auf Band 4. In mehr als einer Hinsicht „scheiden sich hier die Geister“.

Wer wissen will, wovon ich hier rede, mag sich selbst ein Bild machen.

Für 16 EUR auf Panini Comics bestellen …

Schöpferhinweis:
Das Werk stammt aus der Feder und dem Zeichenstift von Rafael Grampá, unterstützt von Colorist Mat Lopes (und in Band 3 zusätzlich Valentina Napolitano) sowie Letterer John Workman (panini.de, superherohype.com).

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