Willkommen auf starbase-fantasy.de!

Dieser Blog ist anders. Er ist kurios.

Einerseits findet ihr hier recht persönliche Gedanken, wie in der Kategorie „my two cents“ oder Lyrik oder eine Reisebeschreibung und dann gibt es andererseits Rezensionen, Kritiken an Film und Hörspiel, Merchandise, Spielzeugen u.a.

Meine Hauptinteressen liegen bei

  • Sherlock Holmes
  • Western
  • Star Trek
  • Star Wars
  • Harry Potter
  • Merchandise
  • Playmobil
  • Superhelden
  • Hörspielen
  • uvm.

#Gewinnspiele: Ab und zu gibt es übrigens mal ein Gewinnspiel dank Unterstützern wie Closeup.de oder Panini. Danke an dieser Stelle dafür!

#Beiträge abonnieren: Wenn ihr nichts verpassen wollt, was hier gepostet wird, könnt ihr euch auch per Newsletter informieren lassen, wenn es etwas Neues gibt. Dazu könnt ihr euch oben rechts anmelden.

#Juni 2019 (Abo´s): Hast Du meinen Blog abonniert, wirst Du nun nicht mehr im Spam nach den entsprechenden Mitteilungen suchen müssen, wenn ich einen neuen Text veröffentlicht habe. Hope so. Wenn DOCH, schreib das bitte in einen Kommentar.

#Update Juli 2019 (Lyrik): Wer Interesse an meiner Lyrik hat, benötigt neuerdings ein PW. Warum ich das so mache? Weil meine Lyrik, im Gegensatz zu allen anderen Texten hier, teils recht emotional und persönlich ist. Das soll nur lesen, wer es auch lesen will und einen Draht zu Poesie hat. Wenn Du also lesen willst, was ich so lyrisch fabriziere, bekommst Du von mir ein PW. Schreibe dazu in einen beliebigen Kommentar, dass Du daran Interesse hast. Ich sehe das dann und antworte innerhalb von vier Wochen. Spätestens.

#Update November 2019 (Abo): Ich habe den Lyrik-Bereich vorübergehend freigeschaltet.  Muss noch überlegen, was daraus werden soll.

Viel Spaß beim Stöbern!

Matthias

Persönlicher Gruß für die Ohren:

 

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Sherlock Holmes grösster Fall (A study in Terror, 1965), auf Blu – Ray

Der bestialische Mord an fünf Prostituierten sorgt im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts für Aufsehen. Als der als Jack the Ripper bekannte Täter weitere Morde ankündigt, schaltet sich Londons berühmtester Detektiv in den Fall ein: Sherlock Holmes. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Watson folgt er der blutigen Spur des Serienkillers bis in adelige Kreise und in das von den Morden aufgeschreckte Armenviertel von Whitechapel. Das Aufeinandertreffen zweier Legenden der britischen Kriminalgeschichte scheint unausweichlich…

„Sherlock Holmes grösster Fall“ ist seit einiger Zeit als Blu-Ray bei Koch erschienen. John Neville verkörpert in dieser Variante eines Aufeinandertreffens von Sherlock Holmes und Jack the Ripper, den Meisterdetektiv. Ihm zur Seite steht Donald Houston als schneidiger Dr. Watson, der dem der Originalgeschichten ähnelt, kluge Beiträge liefert und auch mal mit Hand anlegt, wenn es zu einer Rangelei kommt. Ganz der Soldat, der an sich im Burenkrieg eine Verwundung zugezogen hat, aber im Herzen immer noch wagemutig geblieben ist.

(c) Koch Media. Mycroft Holmes, Dr. Watson, Sherlock Holmes und Lestrade

Weitere Darsteller sind z.B. John Fraser als Lord Carfax, der dem männlichen Schönheitsideal der späten 60er entspricht (der Film stammt von 1965), Anthony Quale als Doctor Murray, Frank Finlay, der hier – wie auch in dem „Holmes-Ripper-Film“ Mord an der Themse (1979) – Inspector Lestrade darstellt, eine sehr junge Judy Dench als Sally sowie der Charakterdarsteller Robert Morley als Mycroft Holmes.

Wer die Zeichnungen von Sidney Paget zu den Originalgeschichten von Sir Conan Doyle kennt, der wird erkennen, wie frapant ähnlich Robert Morley dem älteren, untersetzten Bruder des Meisterdetektivs aussah!

Lange Zeit hatte ich Schwierigkeiten mich diesem Film zu öffnen, was in meinem Fall vor Allem an den vielen Gesangseinlagen im Pub lag, die mich immer wieder abschreckten (manchem gefällt das ja, aber ich fand sie zu lang und auditiv wenig ansprechend).

Als alter Holmes – Fan musste ich mir den Film aber natürlich wenigstens einmal ansehen und sei es nur, um eine Meinung dazu zu haben. Da kam mir die Blu-Ray von Koch gerade Recht. In der Tat wirkt der Film inden nunmehr brillantenFarben und mit einem weit besseren Bild auf der Blu-Ray viel reizvoller alsl je im Fernsehen.

(c) Koch Media. Frank Finlay in seiner ersten Darstellung Lestrades

Das ich ihn mir nunmehr auch ganz ansehen „konnte“ war durchaus zu meinem Vorteil: Der Film ist gut, spannend und hat auch die eine oder andere unerwartete Wendung. Vor Allem aber zeigt sie ein glaubwürdiges, tolles „Holmes – Watson – Gespann“. Gewisse Kameraeinstellungen und Frisuren erinnern etwas an die 60er Jahre (bzw. sind „typisch“ für diese Zeit) und auch der Ablauf der Ripper – Morde ist nicht korrekt dargestellt (kein Opfer wurde in Wirklichkeit je in einem Wassertrog gefunden…z.B.), dennoch kommt ein positiver Gesamteindruck auf und man bewegt sich geistig im Vor-vorigen Jahrhundert auf den Straßen Londons. Was will man als Sherlock Holmes Enthusiast mehr?

(c) Koch Media. Doctor Murray: Ist er Jack the Ripper?

Die – sehr zu empfehlende – Blu-Ray (klasse Bildqualität, guter Ton!) beinhaltet obendrein noch eine Bildergalerie und einen Trailer. Regie zu dem Werk, das seinerzeit noch härter und stimmungsvoller wirkte als in unseren Zeiten, wurde vom Regisseur James Hill verfilmt.

Hier bekommt ihr die Blu-Ray:

https://www.amazon.de/Sherlock-Holmes-gr%C3%B6%C3%9Fter-Fall-Blu-ray/dp/B074W99R21/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=sherlock+holmes+gr%C3%B6%C3%9Fter+fall+blu+ray&qid=1578485096&sr=8-2

 

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John Williams- der Maestro unter den Filmkomponisten

(Diesen Text schrieb ich für den Fedcon Insider, wo er Anfang 2018 erschienen ist.)

Präludium

Ich sitze gerade an meinem Schreibtisch und sehe aus dem Fenster heraus. Die Sonne scheint, viele Menschen tummeln sich im Hof, während ich „The menu“ aus dem Score von„Jaws 2“ höre. Durch die Musik wirkt das bunte Treiben beinahe ironisch, ähnlich wie das Treiben am Strand in „Der weiße Hai 2“ zu jener Musik. Selbiges habe ich mit Williams schon öfter erlebt. Etwa während einer Bahnfahrt. Ich hörte mir „The mountain“ aus „Close Encounters of the third kind“ an, während wir durch einen Tunnel fuhren. Als wir den Tunnel verließen, ertönt das erste Crescendo im Stück, danach wird es ruhiger und die Landschaft, die an dem Zug vorbei“fährt“ verschmilzt scheinbar mit der Musik.

Die Filmmusik von John Williams bezaubert mich seit meiner Kindheit. Schon bevor ich die großen Steven Spielberg Filme oder „Star Wars“ überhaupt sehen durfte, hörte ich schon seine Musik und spürte, wie großartig die Filme wohl sein mussten, die dazu gehörten.

Damals noch unwissend, dass es sich dabei um Filmmusik von John Williams handelte, fand ich schon das Eingangsthema der Serie „Time Tunnel“ ausgesprochen innovativ und magisch.

Williams verdanke ich viele spannende, wunderbar emotionale Momente. Seine Musik ist wie Malerei. Kaum hört man ihre Klänge, sieht man Bilder vor seinem geistigen Auge. Seine Musik ist Magie, sie füllte schon viele Filme mit einer wunderschönen „Seele“.

Es wird Zeit, diesem so genialen wie bescheidenen Künstler einen Artikel zu widmen.

Schlaglichter um ein Genie

John Williams, geboren am 8. Februar 1932 in New York, ist seit den 1970er- Jahren jedem ein Begriff, der sich auch nur ansatzweise für Filmmusik interessiert. Im Musik-Genre nennt man ihn den „Maestro“. Kein Wunder, denn die Liste seiner Preise füllen schon mindestens zwei Leben aus. Seinen ersten „Golden Globe“ und seinen ersten „Oscar“ erhielt er 1975 für seine eingängige Musik zu „Der weiße Hai“.

Spielberg, für den dies nach „Sugarland Express“ (1974) die zweite Zusammenarbeit mit Williams war, erzählt bezüglich „Jaws“ oft folgende Geschichte: Williams wollte Spielberg seine Idee zu dem Thema von „Jaws“ auf dem Klavier vorspielen. Steven Spielberg erwartete etwas unheimliches, etwas wie seltsame „Weltraum – Musik“, nur „unter Wasser“. Doch statt einer groß angelegten, orchestralen Melodie verwendete Williams nur zwei Zeigefinger um ihm das uns heute bekannte Thema des weißen Hais vorzuspielen. Spielberg lachte zunächst darüber, meinte das sei ein Scherz. Aber mit der Zeit passte es immer besser und schließlich erkannte Spielberg, dass dies in der Tat ein brillantes, passendes Thema war. John Williams fand es deshalb so schön, weil es je nach Tempo und Intensität gespielt unterschiedlich verwendet werden konnte. Es konnte einen Hai „darstellen“, der in der Ferne lauert, einen der näher kommt und – einen, der zupackt.

1977 erhielt der Komponist seinen zweiten „Golden Globe“ (und seinen zweiten „Oscar“) – für „Star Wars“. In einem Interview mit dem Music Express Magazine wurde Williams einmal gefragt, wie er an das Schreiben von Themen herangeht. Themen seien das Schwierigste, meinte Williams daraufhin, aber er würde den Charakter analysieren, für den er ein Thema schreibt. In Darth Vaders Fall: „Da ist große Autorität, große Macht, auch in mancher Hinsicht beängstigend, jemand, der auch ein militärisches Verhalten aufweist. Das sind für mich die Ausgangspunkte, die dazu führen, dass ich ein Thema finde, dass den entsprechenden Charakter auszeichnet.“

1982 folgte der dritte „Golden Globe“ und der dritte „Oscar“, den er für „E.T.“ erhielt. Schon auf dem LP – Cover des Soundtracks gab es damals eine kleine Notiz von Steven Spielberg, in der er sagt, „Williams sei E.T.“, was er 2016, während des AFI Life Achivment Awards, in dem das Lebenswerk von John Williams geehrt wurde, noch mehr ausführte. Williams würde den Filmen Glaubwürdigkeit einhauchen, sagte der Regisseur. Ohne die Magie seiner Musik würden „keine Männer mit roten Capes fliegen können, es gäbe keine „Macht“, Dinosaurier würden nicht auf der Erde wandeln und Besen nicht in Quidditch-Matches fliegen können. Wir wären nicht erstaunt, würden nicht weinen, würden nicht glauben [was wir sehen].“ Er endete seine Rede mit den Worten: „John, you breath belief into every film we have made.“

1994 erhielt er noch einen „Oscar“ für seine Filmmusik zu Steven Spielbergs „Schindlers Liste“. Hier zeigten sich Spielberg und Williams beiderseits von einer anderen, ernsteren Seite. Als John Williams von Spielberg erfuhr, dass er die Musik zu diesem Film schreiben würde, sagte er: „Dafür brauchst du einen besseren Komponisten!“ Spielberg antwortete schlagfertig: „Ja, ich weiß, aber die sind alle tot!“

Genial sein ist nicht genug, Williams ist zudem auch noch äußerst bescheiden: J. J. Abrams erzählte in einem Interview, dass auf dem PBS SoCal Chanel in Amerika gezeigt wurde – es ging um dessen Zusammenarbeit aufgrund von „The Force Awakens“ – John Williams sei „der ehrlich bescheidenste Mensch auf der Welt. […] Man muss sich einmal diese Filme ohne seinen Soundtrack ansehen, das wäre eine gänzlich andere Erfahrung. Man kann die Wichtigkeit der Rolle, die er für die Filme gespielt hat, für die er komponiert hat, nicht genug betonen. Und er spricht nicht wie ein Mensch, der irgendetwas erreicht hätte! Er spricht über seine Musik in der bescheidensten Art und Weise, Das ist eine der schönsten Dinge, er ist authentisch und […] einfach nur der Künstler, der […] uns mit seiner Musik berührt.“

Wer sich ein Interview mit John Williams ansieht, versteht, was J. J. Abrams hier anspricht. Williams Art ist auf angenehme Weise schlicht. Er kommt nicht mit Stolz geschwellter Brust daher als müsse er behandelt werden wie ein „Maestro“, sondern eher wie der Nachbar, den man im Supermarkt trifft. Dabei hätte er allen Grund, auf seine Werke stolz zu sein.

Selbst in dieser unvollständigen Betrachtung seines Werks darf „Hedwig´s Theme“ und überhaupt der komplette Soundtrack zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“ nicht fehlen. Chris Columbus selbst, der Regisseur des ersten Teils der Zauberer-Geschichte nach J. K. Rowling, bat John Williams darum, dass er den Soundtrack schreibt. Später – als die Geschichten ernster werden und die Regisseure wechseln – ändern sich auch die Komponisten, aber „Hedwig´s Theme“ ist die Erkennungsmelodie für Harry Potter überhaupt geblieben.

Seinen vierten und bislang letzten „Golden Globe“ erhielt John Williams 2005 für seine Musik zu dem Film „Die Geisha“. Dies war der erste Film, um dessen Mitwirkung Williams bat und der Regisseur, Rob Marshal, war sehr überrascht von dieser Anfrage, denn schließlich war er überglücklich, John Williams für den Film bekommen zu haben. Williams überraschte Rob Marshal nochmals als er den bekannten Violinisten Itzhak Perlman sowie den berühmten Cellisten Yo-Yo Ma mit an Bord nahm, um dem Film seinen musikalischen Anstrich zu verleihen. Hier suchte Williams eine Herausforderung, experimentierte mit konservativen und traditionellen, chinesischen Instrumenten. Wer die Musik hört, erkennt seinen „Pinselstrich“. Ein „echter Williams“.

Biografisches

Als Esther Williams, geborene Towner, und Johnny Williams 1932 in New York ihren frisch geborenen Sohn in Händen hielten, war dessen Schicksal schon vorgezeichnet, denn sein Vater war Schlagzeuger in dem „Raymond Scott Quintet“. John verstand sich gut mit seinem Vater, der ihm schon im Alter von 3 Jahren erste Notenkenntnisse vermittelte. Mozart lässt grüßen.

Nach dem Weltkrieg, 1948, zog die Familie nach Los Angeles. Dort besuchte er die „University of California“. Der italienische Komponist Mario Casteluovo Tedesco (1895 – 1968) unterrichtete ihn hier in Komposition.

Nach seinem Wehrdienst bei der Air Force zog er wieder zurück nach New York, besuchte hier die Juilliard School. Dort erhielt er Klavierunterricht von der russischen Rosina Lhevinne. Schon bald spielte er als Jazz-Pianist in vielen New Yorker Jazz-Clubs. Da mag es auch nicht verwundern, wie er den weltberühmten „Cantina Song“ komponieren konnte, obwohl er doch sonst eher der Klassik zu zugehören scheint. 1951 veröffentlichte er seine erste Klavier-Sonate, er begann an diversen klassischen Werken zu schreiben und arbeitete erstmals – wieder zurück in Los Angeles – für Film und Fernsehen.

Er heiratete 1956 die Schauspielerin und Sängerin Barbara Ruick. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Jennifer (* 1956), Mark (* 1958) und Joseph (* 1960). Joseph ist seinerseits Filmkomponist und Sänger der Gruppe Toto.

Den ersten Durchbruch erlebte John Williams als Komponist im Jahre 1972 durch die Musik zu „Höllenfahrt der Poseidon“.

1974 starb seine Frau während der Dreharbeiten von „California Split“ an einer Hirnblutung. Somit verlor John Williams – gerade 42 Jahre alt – vollkommen unerwartet jemanden „der mir sehr, sehr, sehr nahe stand“, sagte er 2014 in einem Interview. „Vor diesem Moment in meinem Leben wusste ich nicht, was ich tue. Aber nach diesem Moment – egal, ob es um mein Schreiben oder um meinen musikalischen Ansatz ging oder sonst irgendetwas – fühlte ich nun sicher und klar, was es ist, was ich tun möchte und kann – mit der kleinen Gabe, die mir gegeben wurde. Es war ein großer emotionaler Wendepunkt in meinem Leben, der noch immer in mir nachklingt. Der mir beibrachte, wer ich bin, was ich tue und was das bedeutet. Es ist eine tief emotionale Sache und in gewisser Weise eines der größten Geschenke, wenn man das von außen betrachtet, die ich je erhalten habe, ein entscheidender Augenblick in meinem Denken, in meinem Leben.“

Liegt es an jenem entscheidenden Wendepunkt seines Lebens, dass er 1975 für „Jaws“ und 1977 für „Star Wars“ einen Oscar erhielt? Niemand kann das mit Gewissheit sagen, aber der lang anhaltende Ruhm, der folgen sollte, hat sicher etwas mit dem zu tun, was damals in dem Menschen und in dem Komponisten John Williams geschah.

Mit Sicherheit hat sein Erfolg indes etwas mit der Magie der Musik an sich zu tun. Nach der „Power of music“ in eben jenem Interview (im LACMA’s Bing Theater im Juli 2014) gefragt, zitierte er den berühmten Alfred Hitchcock: „Im Film sagt die Musik das, was mit Worten nicht gesprochen werden kann“. Wie Recht sie doch beide damit haben!

Seit 1980 ist John Williams mit Samantha Winslow verheiratet. Er lebt noch immer in Los Angeles. Die Reisen nach England, zum London Symphonie Orchestra, mit dem er immer wieder für „Star Wars“ zusammenarbeitete, sind ihm zu beschwerlich geworden. Seiner Musik tut dies keinen Abbruch. In dem Soundtrack zu „Star Wars – The Force Awakens“ ist sogar ein besonders frischer, jungendlicher Williams zu hören. Manch einer vermisst zwar solche Ear-Catcher wie „Duel of the fates“ oder „Across the stars“, aber „The Scavenger“, „March of the Resistance“ oder auch „The Jedi Steps“ sind nur drei Highlights des neuen Soundtracks.

Mit 85 Jahren ist John Williams immer noch ein viel beschäftigter Mann. Seine Auträge enden derzeit erst 2019 mit Episode IX. Die Filmmusik zu „The last Jedi“ wurde bereits aufgenommen und ist abgeschlossen.

Letzte Gedanken…

Anbetracht seines nicht ganz unbeträchtlichen Alters wurde in „Rogue One“ bereits ein anderer Komponist eingeführt, nämlich Michael Giacchino. Eigentlich sollte es Alexandre Desplat sein, vielleicht wäre das eine klügere Wahl gewesen, aber nun ja… jetzt ist es eben Giacchino. Obwohl dieser sich – wie so ziemlich jeder Filmkomponist – vor Williams persönlich und musikalisch verneigt, kann er ihn doch bei Weitem nicht erreichen. Viele seiner Themen wirken auf eine merkwürdige Weise schwülstig und dann wieder „vom Band“, beliebig, austauschbar. So haben alle seine Actionszenen ähnliche Musik, egal ob man sich jene bei „Star Trek“ oder bei „Rogue One“ anhört. Zwar kann man dies in gewissem Maße auch John Williams vorwerfen, aber sein Pinselstrich ist raffinierter, selbst, wenn er sich wiederholt. Giacchino ist an sich kein schlechter Komponist, aber er ist ein schlechterer als Williams, behaupte ich. Letzten Endes ist das natürlich immer eine Frage des Geschmacks.

Wir haben das Glück in einer Zeit zu leben, in der ein Genie lebt. Sollte John Williams eines Tages sterben, wird er eine klaffende Lücke hinterlassen. Seine Werke werden jedoch weiterhin die Herzen von Cineasten und Musikliebhabern berühren.

 

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The Rise of Skywalker – Der Aufstieg Skywalkers: Kurze Stellungnahme

Kaum ist „Der Aufstieg Skywalkers“ im Kino, schon folgen die in der Regel gemischten oder negativen Zeilen in der Presse und im Internet. Negative Schlagzeilen machen sich gut und werden gelesen. Aber sie beeinflussen auch die öffentliche Meinung. Darum ist es so fatal, wenn viele Leute Schlechtes schreiben, um gelesen zu werden und nicht unbedingt, weil ihre Texte auch ihre wahre Meinung darstellen. Manchmal wird auch voneinander abgeschrieben… Ich denke da immer an diesen schmutzigen Witz: „Tausend Fliegen können nicht irren! Esst Scheiße!“

J.J. Abrams, der sehr wohl weiß, dass sein neuester Geniestreich nicht jeden zufrieden stellen wird, hat Großes geleistet. Nach seinem sehr erfolgreichen Film, „Das Erwachen der Macht“ (2015) folgte Rian Johnsons „Die letzten Jedi“ (2017). Johnson bog viele Male anders in seinem Drehbuch ab als J.J. Abrams dies getan hätte. „Die letzten Jedi“ spaltete die Fans mehr als irgendein anderer Film. Natürlich schwang sich das Internet auch zu jener Zeit auf, sich an Negativität zu überbieten. Vielleicht beeinflussten auch damals die unvorsichtig geäußerten Meinungen selbsternannter Journalisten auch jene Massen, die sich dann berufen sahen, einzelnen Schauspielerinnen Drohungen zu schicken. Die Verhältnismässigkeit in den Medien wird schon lange nicht mehr gewahrt.

Dennoch zeigte Episode 8, das Herzstück der neuen Trilogie, ein Problem auf: Es gab keine Roadmap, keine Storyline. J.J.Abrams und Lawrence Kasdan, die gemeinsam „Das Erwachen der Macht“ gebastelt hatten, hatten zwar eine grobe Idee, wo es hingehen könnte, aber Rian Johnson wurde dann Narrenfreiheit gewährt (warum auch immer) und so wirkten die Episoden VII und VIII nicht wie aus einem Guß. Auch, wenn man die Episode VIII mag (ich finde sie durchaus solide, angefüllt mit sowohl liebenswerten wie unsinnigen Momenten), wird man nicht umhin kommen zu erkennen, dass „Die letzten Jedi“ dem letzten Regisseur / Drehbuchautoren der Sequels ein Schlachtfeld hinterlies.

Der in „VII“ aufgebaute Oberbösewicht wurde zum Freak im goldenen Schlafrock und wurde schließlich geötet. Luke Skywalker: Getötet. Captain Phasma: Getötet. Leia: FAST getötet. Die Herkunft von Rey: Als unwichtig erklärt! Am Ende von VIII hatte ich keine Ahnung, in welche Richtung die Fahrt gehen soll. Ich meine: Am Ende der „Episode II“ (oder: „Angriff der Klonkrieger“) konnten wir mit Spannung die berühmten Klonkriege erwarten und wussten, dass da ein dunkles Schicksal auf Anakin Skywalker wartet. Spannend! Am Ende von Episode V erfuhren wir, dass Vader der Vater von Luke Skywalker ist und Han Solo war gerade in Carbonit gefroren zu Jabba the Hutt gebracht worden! Spannend! Aber am Ende von Episode VIII gab es keinen Spannungsbogen. Nichts, worauf man hätte gespannt sein können, denn alles schien klar zu sein – bis auf das, was man – wie Snokes oder Reys Herkunft – einfach ignorierte. Der Widerstand war kleiner, die Erste Ordnung mächtiger. Aber war das nicht schon am Anfang von Episode VII – „Das Erwachen der Macht“ – der Fall? Nein, VIII, „Die letzten Jedi“ wies in keine Richtung. Alles war offen, es gab nichts, was zu erwarten gewesen wäre. So gut „Die letzten Jedi“ einigen gefiel, so sehr gingen noch sehr viel mehr mit einem „?“ über dem Kopf aus dem Kino.

Und genau aus dieser Situation musste nun J.J. Abrams etwas „stricken“, was einigermaßen gefällig daher kam. Mit atemberaubendem Tempo tut er das in „Der Aufstieg Skywalkers“ auch. Keine große Vorgeschichte. Es geht schon mit dem ersten Satz des typischen Schrift-Vorlaufs ans Eingemachte. Das bleibt auch so, bis die Musik zum Nachspan ansetzt. Ohne groß zu spoilern will ich sagen: Vielleicht ist Episode IX kein absolut perfekter Film, aber es ist dennoch beileibe ein großartiger Film. Abrams und Terrio, sein Co-Autor, sind Künstler. Sie vermochten es „aus Kehrdreck Pfeffer“ zu machen, wie eine alte Redensart sagt. So nutzten sie Episode VIII für den Abschlußteil, korrigierten ihn, ohne ihm weh zu tun oder zu verändern und führten die Story dann mit Furore und Tempo in ein großes, emotionales Finale.

Keiner jener negativen Kritiker, so behaupte ich, hätten Episode IX besser schreiben können.

Eine ausführliche Kritik wird in den nächsten Monaten noch im „Fedcon Insider“ zu lesen sein…

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Titania Medien: Sherlock Holmes – „Eine Frage des Teers“ (39) und „Die dritte Botschaft“ (40)

Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle (40) – Eine Frage des Teers

Schon die Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle hingen von einem Detail ab. Denke man an „The man with the twisted lip“ zum Beispiel oder an „das Ereignis mit dem Hund in der Nacht“ in der Story „Silver Blaze“. Auch in „Eine Frage des Teers“ geht es am Ende um ein Detail, eben jene „Frage des Teers“, die den Raub jener wertvollen Tiara aufklärt, die John Falconer aus seinem Haus entwendet wurde.

Der Kreis der Verdächtigen ist klein, das größte Motiv hat offenbar der „Verlobte in spe“ seiner Tochter, der bekannt für seine Schulden und seinen beruflichen Mißerfolg ist. Das sich die Tochter, Beryl, damit an Sherlock Holmes wendet, weil sie an dessen Unschuld glaubt, erweist sich – wie sollte es anders sein – als eine sehr gute Idee.

Wieder verwöhnt uns Titania mit einem opulenten Stück „Kopfkino“. Effekte, Musik und Stimmen runden die Handlung ab. Neben den überzeugenden Stammsprechern (Joachim Tennstedt und Detlev Bierstedt) kommen so charismatische Sprecherinnen und Sprecher wie Fabienne Hesse, Valentin Stroh, Gerhard Fehn, Christian Stark, Horst Naumann, Martina Linn Naumann, Claudia Urbschat-Mingues, Danila Gehrmann, Dirk Petrick und der unvergleichliche Eckart Dux (in einer Nebenrolle) zu Wort.

Speziell am Anfang (Stichwort „Holmes und Ordnung“) bekommt der geneigte Hörer auch einen intimen Einblick in die Baker Street 221B, den wir sonst noch nie erleben durften. Ich musste schmunzeln…

Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle (41) – Die dritte Botschaft

An den Fall „Die fünf Orangenkerne“ erinnert „Die dritte Botschaft“. Sir James Brackenbury kam eigentlich durch einen Unfall ums Leben. Zuvor jedoch erhielt er einen seltsamen anonymen Brief, dessen bloße Existenz ihn in helle Aufregung brachte und noch etwas ist auffällig: Er stürzte gerade an dem Ort zu Tode an dem er – dem Brief folgend – ein Dokument hinterlegen sollte. Holmes stellt dem vermeintlichen Mörder eine Falle… Mehr soll dazu nicht verraten werden.

Bei diesem Hörspiel macht es besonders Freude, der Chemie zwischen Holmes und dem Inspektor (Joachim Tennstedt und Rainer Gerlach) zu lauschen. Die beiden verstehen sich nämlich so gar nicht, wobei sie dies aber nicht direkt aussprechen. Es kommt zu dem einen oder anderen originellen Schlagabtausch.

Die wohlklingenden Stimmen von Helmut Zierl, Peter Weis, Valentin Stroh, Dirk Petrick, Christian Stark und Rainer Gerlach ergänzen die eingespielten Stammsprecher Joachim Tennstedt und Detlev Bierstedt.

Im Fazit sind beide Hörspiele wieder ganzer Genuß fürs Kopfkino dank spannender Geschichten, toller Stimmen und fulminanter Hintergrundgeräusche sowie passender Musik, die einem diese Geschichten wie einen alten Hollywood – Streifen vor Augen führt.

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Die seltsame Stimmung vor Episode IX – The Rise of Skywalker – Der Aufstieg Skywalkers (Ende November 2019)

Als 2015 „Das Erwachen der Macht“ in die Kinos kam, wurde für mich ein Traum wahr. Ich fühlte mich wieder wie in den frühen 80er – Jahren. Der Film bot Spaß, war eine rasante Achterbahnfahrt und führte eine gehörige Prise Nostalgie und Fanservice im Schlepptau. Genau dafür scholten viele Episode VII. Für mich war das ein absoluter Pluspunkt. Nun steht Episode IX vor der Tür, doch die Fans sind gespalten, das fühlt man auch…

Episode VIII, „Die letzten Jedi“, von dem ich inzwischen denke, dass er ein sehr guter Film, aber ein schlechter zweiter Teil dieser Star Wars Trilogie ist, tat genau das Gegenteil von seinem Vorgänger: Wurde in „Force awakens“ der oberste Anführer Snoke noch düster und geheimnisvoll aufgebaut, wurde er in Episode VIII zum Träger eines „goldenen Bademantels“ und schrumpfte, trotz immer noch imposanter Größe, auf „etwas über Chewbaccas Augenhöhe“. Zudem wurde er kurzerhand von seinem Lieblingsschüler getötet. Mutmaßte man noch in Episode VII, Rey sei eine Skywalker, so wurde dies – wenigstens zunächst – in VIII von der Hand gewiesen. Ihre Herkunft konnte kaum belangloser sein als es uns Rian Johnson hier erzählte. Und das Lichtschwert, welches im symbolischsten Cliffhanger aller Zeiten Luke überreicht wird, wird von diesem im „letzten Jedi“ achtlos weggeworfen. Der ganze achte Teil zelebriert im nostalgischen Gewand von VII, die Verachtung des filmischen Vorgängers. Er bietet Fanservice, aber mit einer Scheibe Zitrone und Salz. Viel Salz, denkt man an Crait…

Statt jedoch ein totaler Gegenentwurf zu werden, um wenigstens die Hater von „Erwachen“ abzuholen, gibt es merkwürdige Wendungen und Windungen im Nachfolger. Ja, Rey ist die Tochter von Schrotthändlern, aber es kann auch eine Lüge sein, die von Snoke erdacht wurde… Ja, es gibt eine „Beinahe – Verwandlung“ von Rey in Richtung dunkler Seite der Macht und angedeutete Liebe zwischen Kylo und Rey, aber am Ende ist alles wie am Ende von VII: Sie blieben Antagonisten. Ja, Yoda verbrennt den alten Baum mit den uralten Jedi-Texten, aber am Ende hat Rey sie doch im „Falken“ dabei: Exemplarisch für den Film, der so wirkt wie ein roter Ferrari, der an der Ampel immer wieder Gas und Bremse drückt, um Eindruck zu schinden, aber dann absäuft, wenn es grün wird.

Diese Ambivalenz des Films, weder eine „runde“ Fortzsetzung seines Vorgängers zu sein noch wirklich gewagt und konsequent neue Wege zu gehen, liegt vielen noch schwer im Magen. Es wird nicht besser dadurch, dass man den Film, wenn man ihn sieht, an manchen Stellen dennoch „toll“ findet. Es reicht für ein „gut“, aber nicht für ein „sehr gut“. Schon Yoda wusste, dass nur eindeutige Sichtweisen Erfolg bringen: „Tu es oder lass es. Es gibt kein versuchen.“ Das hätte sich Rian Johnson zu Herzen nehmen sollen, der vielleicht einfach zu viel erreichen wollte. Ein guter Film, aber keine gute Fortsetzung kam dabei heraus. Just my opinion. Viele sind dabei weniger gnädig und hassen den Film.

Am Ende von Episode V – „Das Imperium schlägt zurück“ – gab es eine klare Ansage: Vader ist Lukes Vater! Das hat gesessen und dann kam schon der Abspann. So hätte ich mir auch das Ende von „Die letzten Jedi“ erhofft. Aber das, womit der Film mich zurücklies war das Gefühl, dass die Story nicht wesentlich weiter kam. Keine Antworten, nur noch mehr Fragen – und das unangenehme Gefühl, dass die neuen „Macher“ von Star Wars vielleicht nicht mal einen Plan für diese Trilogie hatten, denn der Mittelteil einer Story soll ja – wie einst in der Schule gelernt – am meisten Inhalt bringen. War nicht so.

Was „Solo“ betrifft, jenen letzten Anthologiefilm, den so ziemlich jede/r im Nachhinein doch irgendwie gut fand, so patzte hier Disney ganz gewaltig, denn die Zuschauer waren längst daran gewöhnt zu Weihnachten einen Disney – Film zu sehen. „Solo“ nur etwa ein Viertel Jahr nach Episode VIII zu zeigen war einfach dumm. Disney-Chef Bob Iger gab zu, zu gierig gewesen zu sein. Daher muss das nicht weiter erläutert werden. Seltsam, dass sie nun die Anthologiefilme ganz sein lassen statt einfach nur weiterhin auf das Weihnachtsgeschäft zu hoffen; verstehe ich nicht, aber auch das ist ein anderes Thema.

Episode VIII (und weniger der Film „Solo“ als das ganze Gerede drumherum), das schlechte Marketing um „Solo“ und sein unüberlegter Veröffentlichungstermin, sorgten insgesamt für Unmut bei den Fans. „Die letzten Jedi“ hatte die Geschichte um Rey, Finn, Poe und Kylo nicht weiter gebracht. Die Story hatte nur im Schlamm gewühlt und nachdem dieser sich wieder setzte, sah alles fast so aus wie vorher. So what? Und genau das beschreibt – wie ich das sehe – die Stimmung, wenigstens meine Stimmung, vor „Der Aufstieg Skywalkers“.

Ich habe keine Erwartungen an den Film. Ein Gefühl von Gleichgültigkeit hat sich ergeben. Durchsetzt mit der Hoffnung darauf, dass es trotzdem ein ganz großes Ding wird, ein richtiger Oberhammer.

Äußerungen von J.J. Abrams (https://www.moviepilot.de/news/j-j-abrams-star-wars-8-hat-episode-9-nicht-ruiniert-1121022), der final trailer und die mit Charakteren bedruckten Coladosen bei Rewe (lol) ergaben bei mir aber dennoch genau das, worauf jede Rebellion basiert: Hoffnung 😉

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Sherlock Holmes (die neuen Fälle) – Fall 43 – Der Sturm des Unheils

Dieses Hörspiel ragt leuchtend und schön aus der Serie um die „neuen Fälle“ hervor. Autor ist Marc Freund. Er war bereits verantwortlich für „Die Gesellschaft des Schreckens“, „Das Haus auf dem Hexenhügel“, „Die letzte Symphonie“ und viele andere bemerkenswerte Hörspiele der Reihe.

Anfangs wird man direkt von Holmes, Watson und Derek Brody angesprochen. Die drei Hauptfiguren des Hörspiels sind für sich schon ein tolles Gespann. Holmes und Watson sowieso, denn Rode und Groeger sind auch dieses Mal – wie immer – ein eingespieltes Team, aber auch Brody, gesprochen von Lutz Riedel, ist äußerst unterhaltsam. Er soll als Kronzeuge – selbst ehemaliger Anwalt von Carson – nun gegen diesen aussagen. Hierzu soll er in die Obhut von Inspektor Stout übergeben werden. Die Übergabe soll auf Burgh Island im dortigen Hotel stattfinden. Bis dahin sind Holmes und Watson für ihren Schützling verantwortlich. Dieser befürchtet an jeder Ecke getötet zu werden und klagt in jeder Szene, dass es vielleicht ja doch keine so gute Idee von ihm gewesen war, Kronzeuge zu werden…

Die Rahmenbedingungen des Hörspiels sind geradezu klassisch: Das Hotel auf der Insel ist umgeben von peitschendem Sturm und einer aufgebrachten See. So wird das Hotel zum besten Ort und zugleich zum schlechtesten, denn in der Tat wird schon bald eine Leiche gefunden. Zu allem Übel soll diese von einem Geist getötet worden sein…

(c) Romantruhe

Schon „Der Hund der Baskervilles“ von Sir Arthur Conan Doyle zeigte, dass die Mischung von gruseligen Elementen und brillanter Deduktionsarbeit die unterhaltsamsten Holmes-Geschichten hervorbringt. Nach ähnlichem Rezept ging hier Marc Freund vor. Dabei kommt er ganz ohne „Ekel“ aus. Keine verwesenden Leichen oder Schmeißfliegen, einfach nur Spannung pur.

Der im August verstorbene Helmut Krauss wirkt hier ebenfalls mit. Er ist Archibald Nettleford, ein harmloser Ornithologe. Bodo Wolf spricht – wie immer souverän und gut anzuhören – Charles Monroe, der gerade seine Arbeit im Hotel angenommen hat und es schon bald am Liebsten wieder verlassen würde. Jochen Schröder spricht einen etwas grummeligen, aber nicht ganz unsympathischen Inspektor Stout. In weiteren Rollen, jeweils überzeugend und solide gesprochen, sind mit dabei: Achim Buch, Ulrike Stürzbecher und Martin Kautz.

Die begleitende Musik von Stephan Eicke passt dieses Mal genau, wirkt nicht zu aufdringlich, sondern rundet das Hörspiel ab. Regie führte, wie immer, Gerd Naumann.

Lidia Beleninova sorgte wieder für ein hübsches Cover.

Für mich ist dies bisher der schönste Fall der Reihe, weil es – zumal wenn der Sturm gerade um das eigene Haus fegt – eine ungemein gemütlich-schaurige Atmosphäre erschafft.

Der einzige „Fehler“ der Hörspiels ist wohl der, dass es so schnell zu Ende ist. Tatsächlich geht Holmes mit einem Auftrag von der Insel nach London und da hätte es doch gepasst daraus eine 2CD zu machen. Dennoch: Wenn man am Ende eines Hörspiels gerne mehr desselben hätte, ist das kein schlechtes Zeichen für dessen Qualität. Gut gemacht!

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Die Geschichte von Glas und Stein

Ein Bahngleis. Der Wind ist kalt. Jorgos zieht sich die Regenjacke etwas höher. Nutzlos. Züge kommen und gehen. Der Regen wallt auf. Er geht in die Halle. Menschen. In allen Größen. Grobe Gesichter, die ihn erschrecken, sanfte Gesichter, die er sofort sympathisch findet. Gelbe Regenjacken, ein Rollstuhl mit einem Kind darin. Die Reifen beklebt mit Spider Man Bildern. Verzweifelte Augenpaare. Ein junger Mann fragt, ob er etwas Kleingeld bekommen könnte. Jorogs schüttelt den Kopf, fühlt sich dabei mutlos und falsch. Dann steigt er wieder die Treppen hinauf. Bahnsteig 4. Er geht zwanzig Schritte bis zu der Bank. Gestern noch saß er hier mit Anke. Alles war möglich. Die Welt aus den Angeln reißen. Seine Sehnsucht war so hoffnungsvoll gewesen.

Er musste zurück denken. Als sie auf dem Dach saßen. „Mein Herz schlägt wie verrückt. Ich liebe dich, das weißt du doch?“ fragte sie ihn und er lies sich von seiner Leidenschaft hinreißen, küsste sie. Während sie miteinander schliefen, in dieser warmen Sommernacht, ganz in der Nähe des Schornsteins auf dem Dach, hörte er in sich ein Präludium von Johann Sebastian Bach, er dachte an die farbenfrohen Bilder von Monet und die flirrenden Werke von Vincent van Gogh, aber auch Werke von Rodin kamen ihm vor Augen, während er mit seinen Händen ihren Körper liebkoste. Sie wertschätzte. Sie ehrte. Frei fühlte er sich wie ein Vogel.

„Ich muss gar nichts tun!“ antwortete er wenig später seinem Vater, doch dieser regte sich auf: „Aus dir wird nichts werden, wenn du keinen Beruf ergreifst!“ Das weiß ich doch, Papa, hätte er ihm gerne gesagt, aber er konnte nicht. Weißt du nicht, wie es ist, wenn man sich so frei und glücklich fühlt wie ein Adler, der über das Land fliegt? Wenn das wahre Leben zum Traum wird?

Doch, ich weiß es, hätte dieser vielleicht gewantwortet. Aber als ich so träumte, kam der Krieg und verwandelte meinen Traum in einen Alptraum. Aber auch er konnte nichts sagen. Außer das, was schon sein Vater gesagt hatte, weil schon ihm die Worte gefehlt hatten. Du wirst auf der Straße landen!

Ohne Geld wird man auch nicht glücklich, hört er sich zu sich selbst sagen – oder hat er es nur gedacht? Neue Züge fahren im Bahngleis ein. Neue Menschen entsteigen den Anhängern. Wieder bunt gemischt.

Er setzt sich neben einen alten Mann, der Tauben füttert. „Gestern saß ich hier“, sagt er zu dem alten Mann. Der alte Mann lächelt ihn an. Er scheint taub, aber glücklich zu sein. „Ich kniete mich vor ihr nieder und reichte ihr den Ring.“ Er fühlt eine Träne. Der alte Mann legt eine alte Hand auf seine und sieht ihn an, wie einst sein Vater, in jenen stillen, seltenen Momenten, in denen sein Blick mehr sagte als tausend Worte.

Die Uhr tickte schwere Minuten. „Vater, ich wäre gerne ein besserer Sohn und wüsste gerne jetzt, was ich dir sagen sollte, aber mir fehlen die Worte.“ „Uns fehlten immer die Worte, nicht wahr?“ „Ja.“ Tränen. „Hast du Angst?“, fragte Jorgos. Wieder keine Worte. Ein Blick jedoch und Tränen, die auch dem Vater herunterliefen. Keine Umarmung. Warum nur keine Umarmung? Abschied – als wäre es nicht für immer.

„Sie lachte nur. Sie sprach von Spaß haben und nicht gleich heiraten.“ Der alte Mann sieht ihn an. Alle dachten immer, er sei geistig verwirrt. Und nun dieser Blick. „Kennst du die Geschichte von Glas und Stein?“, fragt der alte Mann. Er verneint. Der alte Mann erzählt. „Es waren einmal ein Mann und eine Frau. Sie konnten nicht sprechen und wollten sich etwas schenken, was ihre Gefühle ausdrückt, die sie füreinander empfanden. Die Frau wählte das Glas, weil ihre Gefühle so rein waren wie das Glas. Der Mann wählte einen Stein, weil seine Liebe so unzerstörbar war, wie ein Stein. Als sie sich ihre Geschenke zeigten, begannen sie beide zu weinen, denn sie erkannten, dass sie – bei aller Liebe – nie zueinander passen würden.“

Die Züge fahren weiter. Menschen sammeln sich an roten Ampeln und strömen weiter in ihrem gigantischen Mäuselabyrinth. Das Leben rollte weiter, der Fluß floß weiter. Kinder wurden weiter gezeugt und wurden weiter erzogen, Kriege wurden weiter geführt und Frieden ausgehandelt, „Kluge Leute“ redeten weiter dumm daher und der „Dummen“ Leute Klugheit blieb weiter verborgen, blieb weiter ungehört.

Er sitzt am Grab seines Vaters und erzählt ihm alles, was er ihm immer erzählen wollte. Er weint mit ihm, er lacht mit ihm. Dann steht sein Vater vor ihm. Geh jetzt. Es ist Zeit. Suche nicht nach den verlorenen Worten, sondern finde Neue für neue Menschen. Lebe, mein Sohn!

Der wundervolle Sonnenuntergang schien den ganzen Himmel in Brand gesetzt zu haben. Jorgos streckte sich und hatte das Gefühl, seine Seele würde bis zum Himmel reichen – und weiter. Dann lies er sich in die hohen Blumen fallen, die ihn umgaben.

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Sherlock Holmes (Titania) – Folge 38 – Das Haus mit den Zwingern

Heute stelle ich euch mein erstes „Sherlock Holmes“ – Hörspiel aus dem Hause Titania vor. Obwohl… es ist nicht mein allererstes, dass ich kennenlerne, denn schon 2003 hörte ich damals das Hörspiel „Das Zeichen der Vier“ an. Ich konnte die Atmosphäre des Hörspiels mit einem Satz zusammenfassen: „Sherlock Holmes goes Hollywood“. Und so ist es bis heute geblieben, das kann ich jetzt schon sagen.

Der Grund dafür sind zunächst einmal die charismatischen Sprecher. Allen voran wären das Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes und Detlev Bierstedt als Dr. Watson. Schon damals entstand vor meinem geistigen Auge das Bild eines John Malkovich als Sherlock Holmes, denn Tennstedt ist natürlich dessen Stamm – Synchronstimme. Der Watson ähnelte aus gleichem Grund – vor meinem geistigen Auge – stets einer Mischung von Jonathan Frakes (Riker in Star Trek: TNG) und George Clooney. Ja, Stimmen machen viel aus.

Damals wie heute brillieren die Hörspiele von Titania darüber hinaus mit einem äußerst passenden „Soundtrack“, gespielt auf zeitgenössischen Instrumenten wie Violine und Klavier.Um die Atmosphäre abzurunden wurden die Hörspiele mit vielen, schönen Effekten versehen. In der Wohnung der Baker Street hört man das brausende Kaminfeuer, aber auch kleine Geräusche, die man vernachlässigen könnte, hier das schieben eines Stuhls, dort das Faltgeräusch eines Papiers, Naturgeräusche im Freien, Glockenläuten etc. werden hier opulent zu Gehör gebracht.

Titania Medien werben auf ihrer Website damit, dass sie atmosphärische Hörspiele produzieren. Und genau so ist es auch. Auf der Atmosphäre liegen bei diesen Hörspielen ein Schwerpunkt. Schön für Leute wie mich, die sehr gerne beim hören eines Hörspiels die Augen schließen und sich dabei alles vorstellen, was geschieht.

In Hörspiel Nr. 38, „Das Haus mit den Zwingern“, wurden zudem auch die weiteren Stimmen liebevoll ausgesucht. So spricht Sigrid Burholder die Nancy Millingtom, eine junge Frau, die Holmes und Watson besucht, weil es in ihrem Ort seit einer Weile merkwürdig zugeht:

Die junge Miss Nancy Millington wird in der Baker Street 221b vorstellig, da sie sich Sorgen wegen ihrer neuen Nachbarn macht, welche nicht nur ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, sondern vor allem eine Reihe Hundezwinger mit höchst aggressiven Tieren auf dem weitläufigen Grundstück aufgestellt haben…

Der Fall verläuft äußerst interessant, aber für mich – als Wiedereinsteiger in diese Hörspiel-Serie,  dem das miteinander zwischen Holmes und Watson stets mindestens genau so wichtig war, wie die Genialität der Fälle und ihrer Klärung – fiel besonders auf, dass Tennstedt und Bierstedt hier eine neue Variante des befreundeten Gespanns abgeben. Ähnlich wie bei dem legendären Christian Rode – „Holmes“ und seinem Watson, Peter Groeger, entwickelten diese beiden Sprecher eine eigene Dynamik, einen eigenen Witz und eine eigene Art und Weise, Sherlock Holmes und Dr. Watson zu interpretieren. Dabei erinnert Watson in seiner etwas ungeschickten Art – wie auch seiner körperlichen Beschreibung… – eher dem Nigel Bruce aus den bekannten Universal – Verfilmungen aus den 40er – Jahren (mit Basil Rathbone als Sherlock Holmes), während der Holmes etwas menschlicher dargestellt wird als wir es von z.B. einem Jeremy Brett kennen.#

 

Ungewöhnlich offen ist er für die Probleme von Nancy Millington, noch bevor er weiß, wie interessant der Fall eigentlich wird. Aber das mag auch daran liegen, dass sie die Schwester eines alten Freundes ist. Das Holmes durchaus Freunde neben Watson hat – so unvorstellbar das manchmal ist – wissen wir spätestens aus dem „Ritual der Musgraves“. Seine gelegentlichen Seitenhiebe gegen die Fettleibigkeit seines Kumpanen sind eher untypisch, aber sorgen immerhin für einen Abschlußlacher.

In weiteren Rollen finden sich die angenehmen Stimmen von

Jean Paul Baeck als Tom Millington

Ursula Sieg als Mrs. Hamilton

Matthias Lühn als ihr Neffe

Thomas Balou martin als Italiener

Bert Stevens als Mr. Mr. Aymington und

Lutz Reichert als Inspektor Lestrade

Für das Hörspiel-Skript zeichen Herman Cyril McNeile und Marc Gruppe verantwortlich.

Zum atmosphärisch dichten Hörspiel passen auch die hübschen Zeichnungen auf dem Cover und dem Inlay. Die Cover-Illustartion stammt von Ertugrul Edirne und die Illustartion von Firutz Askin, das Layout entstammt der Kreativität von Doreen Enderlein.

Fazit: Mit „Das Haus mit den Zwingern“ konnte ich in eine atmosphärisch dichte, vertraute und doch neuartige Welt von Sherlock Holmes eintauchen. Tolle Stimmen, stilvolle Musik und eine spannende Geschichte entführten mich für eine Stunde in die Baker Street 221 B und aufs englische Land.

Gerne möchte ich wieder dorthin zurückkehren.

Hier findet ihr interessante Interviews mit Marc Gruppe u.a.:

Interessante Interviews mit Marc Gruppe u.a.

Hier könnt ihr euch einen Überblick über die bisherigen Hörspiele machen und sie euch auch bestellen:

Infos und Bestell-Möglichkeiten

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Europa Grusel 5 – Dracula – Tod im All

Der Titel dieses Hörspiels ließ mich zunächst Schlimmes befürchten. Dracula im Weltraum. Das klang so dermaßen nach Trash – Film! Trotzdem war ich gespannt.

In den ersten Minuten wird man mit einer Raumschiff – Crew bekannt gemacht. Valentina Alexandrowa als Captain der Crew wird von Captain Janeway, sorry, Gertie Honeck, gesprochen. Die Stimme passt natürlich. Zur Crew gehören außerdem noch Stella Dupront (Merete Brettschneider), Björn Hellström (Romanus Fuhrmann), Tarik Thomalla (Peter G. Dirmeier), Anna Carlsson (Diana Labahn) sowie Walther Beenstock (Jürgen Uter).

Die Crew wirkt interessant, denn es sind unterschiedliche „Typen“, die hier zusammen gemischt wurden und deren Stimmen sorgsam ausgewählt worden sind, um diese Unterschiede noch zu unterstreichen. Die Sprecher agieren miteinander, was ihnen leicht fiel, denn sie saßen alle gemeinsam an den Mikros. Heute eine Seltenheit.

Was mich zudem positiv für das Hörspiel eingenommen hat, ist der Erzähler. Niemand Geringeres als Christian Brückner, „the Voice“, gibt uns zwar selten, aber als wahren Ohrenschmaus, Informationen darüber, was durch die wörtliche Rede im Hörspiel nicht berichtet werden kann. Das macht Spaß. Ich hoffe sehr, dass er auch bei zukünftigen Folgen der Reihe gelegentlich den Sprecher geben wird.

(c) Europa

Schließlich trifft die Besatzung dann auf „Dracula im All“. Und so trashig sich das auch anhört, so gelungen ist doch das Zusammentreffen mit dem Vampir aus den Karpaten, der von einem bestens aufgelegten Udo Schenk gesprochen wird. Schön, wie gewisse Vampir-Phänomene in die Zukunft und auf ein Raumschiff transferiert wurden. Ich sage nur: „Spiegel!“

Sicher, wann immer ein Raumschiff von einem Monster oder einem Unwesen heimgesucht wird, beginnt man sich an „Alien“ und Co. zu erinnern. Aber das hier ist ein ganz eigenständiges, leicht verrückt – gruseliges Werk, das Laune macht.

Begleitet wird das Hörspiel von den Ohrwürmern aus den 80er Jahren, die schon „Perry Rhodan“ und Co. begleitet haben. Tolle Hörspielmusik. Stimmungsvoll und passend.

So wie die ganze Folge. Mit „Tod im All“ hat die Serie mich absolut abgeholt. Ich hoffe, es wird auch in Zukunft weitere Folgen geben. Leider ist keine sechste Folge angekündigt worden. Ich hoffe nur, das EUROPA weiter macht!

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Die geheimnisvolle Insel (1961)

Sieben Flüchtlinge aus dem amerikanischen Bürgerkrieg retten sich in einem Ballon auf eine unbewohnte Insel. Ihre Hoffnungen auf eine Rettung werden zunichte gemacht, als ein Piratenschiff auftaucht und die Inselbewohner unter Feuer nimmt. Doch dann explodiert das Piratenschiff vor ihren Augen und versinkt samt Besatzung. Die Schiffbrüchigen versuchen, das Schiff zu heben, bevor auf der Insel ein Vulkan ausbricht.

Wenn Produzent Charles H. Schneer, Bernhard Herrmann als Filmkomponist und Ray Harryhausen als Spezialeffekt – Künstler zusammenkommen, klingt das verheißungsvoll und erinnert an den Filmklassiker „Sindbads siebte Reise“ , jenen Filmklassiker aus dem Jahre 1958.

Wenn jedoch die Sindbad – Filme, die Schneer produzierte vor Allem einfach gestrickte Abenteuer waren, bei denen man sich jeweils auf den nächsten und übernächsten Effekt freuen konnte, bietet „Die geheimnisvolle Insel“ eine großartige literarische Vorlage von Jules Verne (1828 – 1905): „Lísle mysterieuse“ aus den jahren 1874/1875.

Die geheimnisvolle Insel – Blu-Ray (c)Colombia Pictures, Koch

Die Kombination aus literarischer Klasse und großartigem filmischen Handwerk erschuf hier eine Version des literarischen Vorbilds, die sich, im wahrsten Sinne, sehen lassen kann.

Es sind Nordstaatler, die während des amerikanischen Sezzesionskrieges (1861 – 1865), bei den Südstaatlern in Gefangenschaft geraten. Sie flüchten, während eines Unwetters, mit einem Heißluftballon, wobei die sechs Nordstaatler noch einen Südstaatler mitnehmen (müssen, da er den Ballon zu fliegen weiß). Die Gruppe, die hier zusammen kam ist bunt gemischt, was für manchen Streit und manche Freude sorgt, wenn sie gemeinsam den Gefahren der Natur trotzdem und den Plan nach ihrer Flucht verfolgen.

Typisch „Harryhausen“ begegnen sie nicht nur einer riesigen Krabbe, sondern auch noch anderen großen Lebewesen, die bedrohlich, aber weniger fantastisch sind als bei den Sindbad-Filmen.

Die Riesenkrabbe greift an (c) Colombia Pictures, Koch

Auch Captain Nemo (gespielt von Herbert Lom) kommt in dem Film vor.

Großartig ist die Bildqualität dieser Blu-Ray aus dem Hause Koch. Bonusmaterial hat die Blu-Ray auch noch zu bieten: „Ray Harryhausen über MYSTERIOUS ISLAND“, „Islands of Mystery“,“ Original Kinotrailer“,“ TV Spots“,“ Bildergalerie“.

Im Fazit kann ich diese Blu-Ray nur wärmstens empfehlen. Hatten die Sindbad – Filme noch manch erzählerische Schwäche (bei allem optischen Reiz), so kommt dieser Film auch noch mit einer packenden, spannenden Geschichte daher, die noch um ein oder zwei kleine Varianten, gegenüber dem Vorbild, verändert wurden. Großes Kino!

„Die geheimnisvolle Insel“ auf der Website von Koch Films

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