Grußfrequenzen offen!

Dieser Blog ist anders. Er ist kurios.

Einerseits findet ihr hier recht persönliche Gedanken, wie in der Kategorie „mein Senf“ oder Lyrik oder eine Reisebeschreibung und dann gibt es andererseits Rezensionen, Kritiken an Film und Hörspiel, Merchandise, Spielzeugen u.a.

Meine Hauptinteressen liegen bei

  • Sherlock Holmes
  • Western
  • Star Trek
  • Star Wars
  • Harry Potter
  • Merchandise
  • Playmobil
  • Superhelden
  • Hörspielen
  • uvm.

Ich schreibe gerne und ein Autor, egal wie „klein“, hat nur einen Sinn, wenn er auch gelesen wird. Darum danke ich Dir, dass Du hier vorbeischaust.

Ab und zu gibt es übrigens mal ein Gewinnspiel dank Unterstützern wie Closeup.de oder Panini. Danke an dieser Stelle dafür!

Wenn ihr nichts verpassen wollt, was hier gepostet wird, könnt ihr euch auch per Newsletter informieren lassen, wenn es etwas Neues gibt. Dazu könnt ihr euch oben rechts anmelden. Aber danach unbedingt in euren SPAM – Ordner schauen! Denn dort wird ein Bestätigungslink auf euch warten (warum auch immer DORT… keine Ahnung).

Nachtrag: Alle NEWS um den Blog landen nach eurem Abo in eurem Spam-Ordner. Ich suche noch nach einer Lösung dafür.

Viel Spaß beim Stöbern!

Matthias

Persönlicher Gruß für die Ohren:

 

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Weihnachtsgedanken 2018

„Früher war alles besser…“

Wer so spricht, ist alt. Da war ich lange Zeit ganz sicher und muss mich nun selbst überführen, denn ich sehe es langsam genau so. Ich sehe, wie meine lieben Kinder sich immer teurere Dinge zu Weihnachten wünschen, gelenkt durch gut durchdachte, überall anwesende Werbung. Wenn ich heute in der Werbung etwas entdecke, was meinen Kindern Spaß machen könnte, wissen sie schon ALLES darüber. Werbung, Youtubvideos und andere Quellen machen es möglich.

Wie sehr liebe ich es da, mich an „früher“ zu erinnern. Die Vorweihnachtszeit lag unter einem doppeltem Glanz. Zum Einen war es der Glanz des allgegenwärtigen Schnees und der Kälte, dann der Glanz dieser irgendwie verzaubert wirkenden Zeit. Mutter versteckte Geschenke im Schlafzimmer, mal im Schrank, mal unter dem Bett. Es dauerte Jahre, bis ich dahinter kam und mir so einen Großteil des Spaßes nahm, ein wenig von meiner eigenen Unschuld raubte.

Einst wie heute liebte ich die feierlich geschmückten Fenster an allen Orten. In der Grundschule wurden – je näher es an die Feiertage ging – auch mal ein oder zwei Stunde dem Vorlesen durch die Lehrerin gewidmet, während wir Kerzen anzündeten und der Duft von Mandarinen in der Luft hing.

Die Süßigkeiten am Nikolausmorgen… ja, es war schon so: Als Kind war ich bereit alles zu glauben. Auch die Anwesenheit vom Nikolaus. So mag es nicht verwundern, dass ich einmal durch das Schlüsselloch in die Festtagsstube blickte, in der es eigentlich nichts überirdisches zu sehen geben konnte. Aber ich war mir sicher, dass ich ein Kind in einer Krippe sah und einen heiligen Schein!

Neben all dem Zauber jener Zeit gab es natürlich auch bei uns die Sehnsucht, ja ich sage es offen: die SEHNSUCHT nach einem Geschenk. Etwas, was heute rar geworden ist: Der Wunsch nach DEM EINEN Geschenk! Hätte mich jemand drei Wochen vor Weihnachten gefragt, was ich mir zu Weihnachten wünsche, hätte ich es zu berichten gewusst: In allen Einzelheiten! Viele Kinder können das heute nicht mehr. Unsere Kinder sind zum Teil instrumentalisiert worden. Sie wurden von der Werbung den Bedürfnissen der Marktwirtschaft angepasst. Früher war es noch etwas anders: Spielzeugwerbung etwa war so dermaßen selten, dass ich immer froh war, wenn es mal welche zu sehen gab. Ging es dann dabei auch noch um „mein“ ersehntes Spielzeug, klopfte mein Herz noch lange nach…

Dann gab es damals so wunderbare Filme zu sehen. Jimmy Stewart in „Ist das Leben nicht schön“ oder „Jede Frau braucht einen Engel“ mit Cary Grant. „Wir sind keine Engel“ mit Peter Ustinov und anderen gesellte sich später noch dazu. Im Kinderprogramm gab es hier und da einen Bezug auf Weihnachten und Heiligabend selbst die „Weihnachtswartesendung“.

Freilich lebten damals auch noch mehr Familienmitglieder. Meine liebe Oma, mein Vater, meine Tanten und meine Onkel und mein Großvater. Mein Vater fehlt selbstverständlich sehr, so ganz gewöhnt man sich daran nie, wenn ein Elternteil gestorben ist… Aber „sein Geist“ ist anwesend. Meine Oma war um Weihnachten früher auch immer bei uns und ich genoss es, denn sie war besonders.

Familientreffen sind etwas, was der / die Einzelne höchst subjektiv wahrnimmt. Es wäre eine Lüge zu sagen, dass im Übermut der Feiertage nicht auch mal mehr oder weniger verletztende Worte gewechselt worden, aber Dramen – wie ich es von anderen Familien gehört habe – gab es bei uns nie.

Älter zu werden ohne zu erkennen, wie viel Berechnung seitens der Wirtschaft in Bezug auf Weihnachten vorherrscht hieße ewig Kind bleiben. Ein vielleicht schöner Zustand, doch ohne Entwicklung. Schade ist das, aber im Kleinen war das früher schon so. Na gut, es war viel kleiner früher….

Wie dann noch Weihnachten genießen? Je nachdem, wie fest man im christlichen Glauben ist, kann der Glaube selbst dazu beitragen. Glaubt man aus sich heraus, dann kann man Weihnachten vielleicht sogar am Meisten genießen und erkennen als das, was es wirklich sein soll.

Und dann erinnere ich mich noch an eine Geschichte meiner Tante. Sie war einmal recht verzagt, wie jeder Mensch mal verzagt ist. Da meinte ihr damals noch junger Neffe: „Dann mach es doch einfach mal so wie zu der Zeit als es dir gut ging! Mach doch mal alles so wie früher!“ Das fand sie sehr klug und ich finde es inzwischen auch sehr klug. Man muss nichts neu erfinden: Wenn ich mich früher mit Cary Grant gut unterhalten und in Stimmung versetzt fühlte, warum nicht heute? Wenn ich früher mit kleineren Geschenken zufrieden war, warum nicht heute? Usw. Usf.

Last but not least ist Dankbarkeit ein Schlüssel. Zählen Sie einmal auf, wofür sie im Moment dankbar sein können. Und wenn sie schon dabei sind, schreiben sie auch auf, was jetzt gerade, in der Weihnachtszeit, das ist, was sie am Meisten schätzen und mögen. Und dann geben Sie sich dem hin. Außer es ist Schokolade, da sollte die Waage eine Rolle spielen 😉

Ich wünsche allen Besuchern meines Bloggs eine schöne Vorweihnachtszeit und ein besinnliches Weihnachtsfest!

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Des Matrosen Klage

Einsam, Sterne, blinken

sind so weit

weg, so weit weg.

Einsam, die Träume, glüh´n,

tief in mir, so tief in mir.

 

Das Schiff, es schaukelt in der Nacht,

„Gib´s Steuer her, ich übernehm die Wacht“

Kalter Wind, Regen, Eiskristalle, Schnee –

in mir nach einer Heimat tut´s sehnsuchtsvoll weh…

 

Weihnacht, einsam, Sehnsucht

das Meer ist rauh, doch heute raunt es still

mit meiner Seel,

heute raunt es still und spendet Trost,

weil Gott es will.

 

Keine Heimat, Freunde, keine Heimat,

das Herz zu wärmen,

mich erwartet niemand

nirgendwo…

doch das Meer, es raunt mit mir und tröstet so.

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DVD – Besprechung, „Die Rückkehr zur Schatzinsel“ (Pidax)

Die Geschichte um „die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson wurde zig Mal verfilmt. Es gibt Unmengen Hörspiele, Hörbücher, ja, sogar ein Musical. Wen wundert es da, dass, zumal ja noch nicht alle Schätze auf der legendären Insel gehoben worden sind, viele Fortsetzungen zu der einmaligen Geschichte entstanden sind?

John Goldsmith hat den Roman einer dieser Fortsetzungen verfasst. Die Buchvorlage liest sich beinahe so als wenn sie wirklich aus der Feder von Stevenson stammen würde. Antiquarisch ist sie recht günstig zu bekommen.

https://www.amazon.de/Die-R%C3%BCckkehr-Schatzinsel-John-Goldsmith/dp/3802550463/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1542047196&sr=8-1&keywords=John+Goldsmith+R%C3%BCckkehr+zur+Schatzinsel

Doch diese Fortsetzung basiert auf der Fantasie keines anderen Menschen als der von Long John Silver höchstpersönlich: Ivor Dean (1917 – 1974). Der ist nämlich niemand anderes als der „Long John Silver“ in der berühmten TV-Serie mit Michael Ande aus den späten 60iger Jahren. Ein Juwel der „Adventsvierteiler“, übrigens ebenfalls auf DVD erschienen (siehe unten).

Scheinbar hatte nämlich auch er vermutet, dass da noch mehr Geld in der Schatzinsel steckt – oder er war einfach verliebt in den Stoff, wie so viele andere. Jedenfalls entwarf er „Die Rückkehr zur Schatzinsel“, auch, wenn John Goldsmith das ganze in Romanform brachte.

Ivor Deans Darstellung war wohl die beste überhaupt. Niemand sonst konnte gleichzeitig freundlich schauen und doch so als wenn er es faustdick hinter den leicht abstehenden Ohren hatte. Und insgesamt hat zumindest mich Dean´s Schauspielkunst davon überzeugt, dass er es ist: Der einzigartige Long John Silver, Schiffskoch und einst Weggefährte von niemand geringerem als Captain Flint.

Als ich auf Youtube über eine Dokumentation über die Serie, „Rückkehr zur Schatzinsel“ stolperte, wurde Ivor Dean leider nicht erwähnt. Eine Schande! Bedenkt man, dass er der geistige Vater der Reihe ist, wie es auch in jedem Vorspann jeder Folge genannt wird.

Er selbst hätte wohl auch den Silver gespielt, wäre er nicht verstorben, bis es endlich soweit war und die Dreharbeiten beginnen konnten. Es ist zum Jammern, denn er hätte das prachtvoll hinbekommen! Ich war daher gegenüber Brian Blessed etwas skeptisch. Er ein „Long John“? Zu klein, zu kompakt – und dann noch der Bart und: Keine Glatze! Zugegener Maßen hatte Ivor Dean zwar eine Glatze, die literarische Vorlage jedoch nicht, insofern mochte ich Blessed verzeihen. Und überhaupt hat er mich im Laufe der TV-Serie davon überzeugt zumindest ein guter Ersatz für den einen Long John zu sein. Er machte seinen „Job“ gut!

Auch die anderen Darsteller können sich sehen lassen. Schauspielerisch serviert die „Rückkehr zur Schatzinsel“ gute Leistungen. Die Serie ist kurzweilig. Zugegeben fragt man sich über den Großteil der äußerst abenteuerlichen Serie, weshalb die Geschichte als Rückkehr zur Schatzinsel betitelt wurde, denn bis es soweit ist , soviel sei verraten, passiert sehr viel.

Ich habe lange darauf gewartet, dass diese Verfilmung, die schon lange auf englisch zu erhalten war, auch auf deutsch erschien. Danke an Pidax an dieser Stelle!

(c) Pidax, HTV

Brian Blessed = Long John Silver

Christopher Guard = Jim Hawkins

Kenneth Colley = Ben Gunn

Reiner Schöne = Van der Brecken

uva.

(Als alter Star Wars Fan sei erwähnt,  dass Herr Schöne neuerdings den Lord Vader vertont…!)

Leider muss ich aber trotzdem auch etwas beklagen. Mitten in den Folgen sieht man ganz kurz Bilder von Szenen, die – so habe ich es mir erklärt – unsauber weggeschnitten wurden, weil sie die Handlung nur unnötig ? In die Länge zogen. Es ist ja bekannt, dass die „öffentlich rechtlichen“ seinerzeit alles taten, damit keine Folge zu lang war (damit die Nachfolge-Sendungen pünktlich beginnen konnten). Beispielsweise auch bei der Serie „Robin of Sherwood“, doch ist es dort zum Glück der Fall, dass man die nicht synchronisierten Bestandteile mit englischem Untertitel in den Folgen lies! Eine glücklichere Lösung, finde ich.

Die Filmmusik von Terry Oldfield (Bruder von Mike und Sally Oldfield) ist typische 80iger/90iger – Jahre – TV – Musik (Instrumente, Stil, wenngleich das ganze mit Mike Post und Co. natürlich nichts zu tun hat). Die Musik von Jan Hanus und Lubos Sluka zum Advents-Vierteiler von einst war meiner Meinung nach passender, stimmungsvoller. Die Oldfield-Musik wirkt sehr simpel und trägt wenig zur Atmosphäre der Serie bei. Schlecht ist sie aber nicht.

Auch schade finde ich, dass Jim Hawkins das ganze nicht wieder aus dem „off“ erzählt, so wie einst bei der alten“Schatzinsel“ im Fernsehen (durch die tolle Stimme von Helmut Lange).

Last but not least bin ich jedoch einfach froh, dass auch dieses Stück Filmgeschichte nunmehr käuflich zu erwerben ist. Die Serie hat starke und schwache Momente, doch ist sie dermaßen abwechselungsreich und die Handlung schreitet so schnell voran, dass Langeweile nicht aufkommt. Hier (u.a.) könnt ihr sie bestellen:

https://www.pidax-film.de/Serien-Klassiker/Die-Rueckkehr-zur-Schatzinsel::1376.html

Die Original-Schatzsinsel-Verfilmung mit Ivor Dean als Silver gibt es u.a. hier für einen Spott-Preis:

https://www.amazon.de/Die-Schatzinsel-DVDs-legend%C3%A4ren-TV-Vierteiler/dp/B000BT59OC/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1542046759&sr=8-1&keywords=Die+Schatzinsel+Vierteiler

Die stimmungsvolle Filmmusik zum „Advents-Vierteiler“ von einst ist hier zu finden:

https://www.amazon.de/Die-Schatzinsel-Lubos-Sluka-Hanus/dp/B01N7ITHA9/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1542046805&sr=8-1&keywords=Die+Schatzinsel+soundtrack

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Der einsame Mann und die Waldfee

Es war einmal ein Mann, der hatte keine Frau. Da ging er in die Welt hinein, weil er eine Frau finden wollte. Er ging in die Stadt. In der Stadt sah er viele Frauen. Alle sprach er an und fragte sie, ob sie bereit wären, mit ihm zu leben bis an ihr Lebensende. Eine Frau sagte: „Wir können darüber reden, wenn du mir dein Geld gibst.“ Da ging er weiter. Die zweite sagte: „Ich werde bei dir bleiben, wenn du fortan nur noch rückwärts sprichst.“ Diese war so schön, dass er es versuchte, aber bald schon daran verzweifelte. Also trennte er sich auch von ihr. Die dritte Frau meinte, sie würde ihn nie lieben, aber bei ihm bleiben, wenn er wolle.

So ging es immer weiter. Er verlies bald verzweifelt die Stadt und zog ins Land. Auch hier begegnete er vielen Frauen. Die erste meinte: „Du kannst bei mir bleiben, wenn du jeden Tag um 3 Uhr aufstehst und bis spät abends arbeitest. Küssen freilich darfst du mich nicht, dafür ist keine Zeit!“ Die verlies er wieder, denn das Küssen war etwas, was er nicht würde missen mögen. Er zog weiter und sah eine, die sich in ihn verliebte, aber sie war ihm viel zu dick. Dann traf er eine, die viel zu alt war und so zog er verzweifelt weiter und kam in den tiefen, dunklen Wald.

Im unheimlichen Wald fühlte er sich gleich doppelt so einsam wie sonst. Da begegnete ihm eine Waldfee. Die Waldfee sagte: „Ich kann dir keine Frau backen, aber ich kann dir trotzdem helfen, wenn du mir drei Proben bestehst!“ „Also gut“, sagte er. „Nur her mit den Proben. Wo sind sie denn?“ Die Fee lachte und sagte: „Die erste Probe wird dich heute Nacht ereilen.“ Dann verschwand sie.

In der Nacht jedoch bekam der Mann Schüttelfrost und fühlte sich ganz krank. Er warf sich hin und her und klagte laut: „Hätte ich jetzt eine Frau, dann würde sie mich zudecken und mir einen heißen Tee machen!“ Da erschien, wie von Geisterhand, eine Decke und eine Kanne Wasser und Teekräuter und ein Teesieb jenseits eines Haufens Holz. Dabei lag auch noch eine Streichholzschachtel. Da stand der Mann schlotternd vor Kälte auf und setzte den Haufen mit dem Holz zusammen, machte sich ein schönes Feuer, nahm sich die Decke und goß sich den Tee auf. Als er den ersten Schluck tat – und sich plötzlich wieder ganz gesund fühlte – erschien die Fee und sagte: „Gut gemacht! Morgen folgt die nächste Prüfung!“

Am nächsten Tag begegnete er einem alten Mann, der mit seinem Pferdekarren durch das Land zog. Als dieser an ihm vorbei ratterte, hielt er an und sagte: „Hey, Du. Bist du nicht der Sohn von der alten Mutter, die oben am Bach wohnt?“ „Ja“, sagte er. „Warum sagst du das?“ Da kratzte sich der am Kopf und sagte: „Weil deine Mutter gestorben ist. Gestern erst. Ich dachte, ich sage es dir lieber.“ Dann ratterte er mit seinem Wagen weiter. Doch der Mann blieb da stehen und er wurde so traurig, dass er sich auf einen Stein setzen musste. Sein Herz wurde schwer und er begann zu weinen. „Wenn ich jetzt eine Frau hätte“, sagte er, „dann würde sie mich in den Arm nehmen und trösten.“ Plötzlich – auch, wenn es ihm seltsam vorkam – umarmte er sich selbst mit seinen Armen und in seinem Innersten hörte er die Stimme seines Herzens, die ihm sagte: „Sei nicht arm, du Lieber, alles wird gut!“ Und der Verstand sagte ihm: „Am Bach, da leben viele alte Mütterchen. Warte es doch erstmal ab, ob es wirklich dien Mütterchen ist.“ Da ging es ihm schon etwas besser. Die Fee erschien und nickte. „Gut gemacht. Morgen nun wird die letzte Probe folgen.“

Am nächsten Tag, da fand er den Weg hinaus aus dem Wald, doch der Weg wurde immer matschiger. Zu spät merkte er, dass er sich im Sumpf verloren hatte. Bald schon sackte er tief hinein und nur noch sein Kopf schaute heraus als er in der Ferne ein paar Leute sah. Er dachte noch: „Ach, wenn ich jetzt eine Frau hätte, dann könnte sie mich hinaus ziehen“ als er begann um Hilfe zu rufen. Die Leute merkten ihn und schoben ihm einen Ast zu und zogen ihn aus dem Sumpf. Die Fee erschien ihm abermals, aber nur er konnte sie sehen, und zwinkerte ihm zu. „Nun ist es egal, ob du eine Frau findest, denn du kannst dich um dich kümmern. Du kannst dich versorgen und trösten und auch um Hilfe bitten, wenn du sie brauchst. Das ist mein Geschenk an dich.“

Über diese Worte dachte der Mann noch lange nach als er sich auf den Weg zu seiner Mutter gemacht hatte, die übrigens tatsächlich noch lebte. Es war wirklich ein schönes Geschenk gewesen zu erkennen, wie er sich so um sich kümmern konnte.

Völlig unerwartet begegnete er dann auch bald seiner Frau. Als er ihr von den wundersamen Proben der Waldfee berichtete, musste sie lachen, denn auch sie hatte alle bestehen müssen, ehe sie ihn traf.

Sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende, aber vielleicht leben sie auch heute noch.

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Aladdin – Teaser Trailer

Hier der Teaser Trailer zum Disney Real-Film „Aladdin“:

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PIDAX, Sherlock Holmes DVDs, Teil 1

Pidax.de haben wir Sherlock Holmes – Fans sehr viel zu verdanken. Sie synchronisierten die noch existierenden BBC Cushing – Folgen neu und brachten sie auf DVD auf den deutschen Markt, sie veröffentlichten „Die Rückkehr des Sherlock Holmes“ mit Anthony Higgins, „Sherlock Holmes muß sterben“ mit Edward Woodward und der Neuerscheinungen auf diesem Sektor scheint bei Pidax.de noch kein Ende gesetzt zu sein. Gerade erst wurde „Der Hund von Baskerville“ mit Tom Baker auf DVD angekündigt!

(c) BBC, Pidax.de

Hier möchte ich zwei Veröffentlichungen vorstellen: Ebenfalls einen „Hund von Baskerville“, nämlich den mit Stewart Granger und eine Sherlock Holmes Dokumentation, die ihr Erscheinen auch Pidax.de zu verdanken hat.

Der Hund von Baskerville

Stwart Granger (1913 – 1993) spielte in dem 1972 entstandenen Universal Television Film den großen Detektiv Sherlock Holmes.

Obwohl es sich offensichtlich um einen Fernsehfilm handelt, der mit einem geringen Budget zu kämpfen hatte, bietet er doch – neben dem Hauptdarsteller – Berühmtheiten wie William Shatner (Star Trek) und Anthony Zerbe (Der Omega Mann) auf.

Die recht guten Schauspieler bekamen zudem in der deutschen Version sehr gute Stimmen, die den Film noch einmal aufwerten: So spricht der „Magnum“ – Sprecher Norbert Langer mit seiner extrem sympathischen Stimme Sir Henry Baskerville (Ian Ireland). William Shatners deutsche Stimme, G. G. Hoffmann wurde indes von Stewart Granger gebraucht. Er erhielt jene von Peter Musäus.

Der Film gehört in die Sammlung eines jeden Sherlock Holmes Fans. Interessant sind die kleinen Abwandlungen gegenüber der Original-Geschichte: Holmes fährt zuerst mit nach Dartmoor, verabschiedet sich später, um Watson das Feld zu überlassen, wieder zu kehren und wieder (angeblich) zu verschwinden.

Die Geschichte um den ausgebrochenen Sträfling und seiner Schwester, der Haushälterin von Sir Baskerville, wird in aller Kürze nur aufgezeigt.

Obwohl die „Basil Rathbone“ – Version des Films nur wenige Minuten länger geht, lässt sie sich doch für die komplette Story viel mehr Zeit und erzählt diese ruhiger, ja, fast gemächlich, im Vergleich zu dieser Version.

Es fällt außerdem auf, dass Watson hier öfter mal etwas entdeckt. Holmes wirkt ein wenig blasierter als sonst, was eventuell an dem Darsteller liegt. Stewart Granger wird nachgesagt, er sei ein schwieriger Schauspiel-Kollege gewesen (so sein einstiger und leider verstorbener Film-Kollege Pierre Brice in einem Interview).

Für mich ist dieser Film, den es mittlerweile bei PIDAX auf DVD gibt, ein wertvolles Stück Holmes – Filmgeschichte.

(c) Universal Television, Pidax.de

https://www.pidax-film.de/Film-Klassiker/Sherlock-Holmes-Der-Hund-von-Baskerville-1972::1350.html

Der wahre Sherlock Holmes

Niemand geringeres als Sir Arthur Conan Doyle selbst kommt in dieser kurzweiligen Dokumentation um Sherlock Holmes zu Wort (samt deutscher Untertitel). Er erzählt davon, dass ihn diese ungewöhnlichen Detektivgeschichten Erfolg brachten und das ihn schon bald Autogrammwünsche erreichten. Nicht um sein Autogramm wurde er gebeten, sondern um das von Sherlock Holmes und Doktor Watson!

In „Der wahre Sherlock Holmes“ geht es aber nicht nur darum, die Ursprünge von Holmes zu erleuchten, sondern vielmehr seine Auswirkungen auf unsere moderne Zeit. So ist es immer wieder erstaunlich, dass die tatsächliche Polizei zu der Zeit, in der die Sherlock Holmes Geschichten erschienen, genau so rückständig war, wie Holmes sie in den Storys beschreibt. Holmes dagegen war in der Fiktion wissenschaftlich schon viel weiter als die tatsächlichen Polizisten. Heutige Forensiker können das ohne mit der Wimper zu zucken, bestätigen. So war Holmes in gewisser Hinsicht der „Erfinder“ der forensischen Spurensicherung.

Darüber hinaus ist Sherlock Holmes ein Meister der Täuschung, „Erfinder“ des „Profiling“ und generell eine Quelle der Inspiration aller Wissenschaftler seit seiner „Geburt“ in „A Study in Scarlet“.

„Der wahre Sherlock Holmes“ geht der Figur „Sherlock Holmes“ und ihrer Auswirkungen auf viele, viele Bereiche selbst heutigen Lebens auf den Grund – und das in einer schmissigen, kurzweiligen Art und Weise. Viele Fachleute kommen zu Wort, viele typische Orte von London werden gezeigt. Es macht Spaß sich diese Fakten anzuhören, egal, wie viel man über den einzig „beratenden Detektiv“ schon weiß.

Die Dokumentation erhielt diverse Auszeichnungen. So die des „best research“ (Yorkton Film Festival 2013).

(c) Pidax.de

Auch diese Dokumentation ist bei Pidax.de auf DVD erhältlich.

https://www.pidax-film.de/Gesamtkatalog/Der-wahre-Sherlock-Holmes::1136.html

 

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HASBRO „Meister der Macht Lichtschwert“ im Test

Das „Meister der Macht“ Lichtschwert ist etwas teurer als die anderen Hasbro – Lichtschwerter. Wir sprechen hier von den Spielzeug – Lichtschwertern, die man ausschieben kann. Ihre Länge ist dabei nicht sehr nahe am Original, aber sie sind relativ robust und reagieren durch Licht & Sound auf Bewegungen und Berührungen. Also ein richtiges Spiel-zeug im Sinne des Wortes. Jedi und Sith, die wissen, dass ein (solches) Lichtschwert nicht so belastbar wie eine Eisenstange ist, können damit legendäre Kämpfe im Kinderzimmer ausfechten.

Für ein übliches Lichtschwert mit Light & Sound (es gibt auch welche ohne, über die ich hier nicht spreche) kann man im Spielwarenladen in der Stadt schon mal so um die 30 EUR ausgeben. Im Internet ggf. um die 10 EUR weniger. Diese üblichen Schwerter haben eine einzige Farbe und den üblichen, bekannten, brummenden Klang, den Lichtschwerter eben so haben.

Das „Meister der Macht“ – Lichtschwert verspricht, es sei ein „4 – in – 1“ Lichtschwert. Eh, moment, wie soll das gehen? Der Griff kann sich ja schließlich nicht ändern! Und jeder Star Wars Fan weiß, dass jeder Jedi und jeder Sith einen anderen Griff an seinem Laserschwert hat. Nein, natürlich kann sich der Griff nicht mit – ändern. Zwar ist auch dieses Lichtschwert Teil der „Blade – Builder – Serie“, die eine gewisse Kompatibilität zwischen den Lichtschwertern ermöglicht (man kann sie teils zusammenstecken), aber der Griff bleibt, wie er ist.

Dafür allerdings sieht er sehr schön aus. Wenngleich wohl im ganzen Star Wars Universum niemand sonst so ein Lichtschwert hat, ist es wenigstens eines der schönsten, das ich je gesehen habe.

Meister der Macht Lichtschwert (Ausschnitt)

Das eigentlich Besondere, was hier gemeint ist,  ist, dass man mittels Knopfdruck die Farbe der Klinge ändern kann:

Grün (Yoda, Stimme aus Episoden I – VI)

Blau (Obi Wan, Episode IV und folgende)

Amethyst-farben (Mace Windu)

Rot (Lord Darth Vader, Episoden IV – VI)

Wenn man einen Helden ausgewählt hat, spricht er zu einem und wenn man dann noch einmal (Anleitung liegt bei) kurz drückt, bleibt man auch bei dem Helden, der gerade gesprochen hat, sprich: Die Farbe ändert sich nicht mehr.

Das weitere Besondere ist, dass der ausgewählte Held zu einem spricht, während man mit dem Lichtschwert „übt“. Nicht ständig, aber alle paar Minuten. So spricht Yoda vom „tiefen Ernst eines Jedi“, Vader meint, man würde schon „höchst beeindruckend kämpfen“ oder man „würde gerade erst beginnen die dunkle Seite der Macht kennenzulernen“ usw.

Was hier so klingt als würden diese Sätze nerven, ist in Wirklichkeit ein großer Spaß, der mir als Erwachsener ein Lächeln zauberte und der manchem Kind das Spiel mit dem „Leuchtstab“ viele Stunden in echter Star Wars Stimmung ermöglichen wird.

Der Preis ist entsprechend auch etwas größer als beim üblichen Lichtschwert. Statt 30 EUR will der Laden in der Stadt für dieses „Meister der Macht“ – Lichtschwert rund 40 EUR (Preis schwankt, je nach Anbieter, aber ca. 40 EUR sind es eigentlich immer). Auch hier lohnt eine Suche im Internet, wobei man aufpassen muss! Es sind billigere Plagiate aus dem fernen Osten unterwegs. Wer Qualität will, die sich zudem noch wirklich anhört wie „Star Wars“, sollte beim Original bleiben. Ist einfach meine Erfahrung.

(c)Hasbro

 

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Ein viel zu heißer Tag (Western Mini Story)

von Matthias Wieprecht

Es war einer von diesen Tagen an denen einem der Schweiß über die Stirn rinnt, wenn man über ein schwieriges Thema nachdenkt. Die Kühe auf den Weiden muhten erschöpft. Einige waren schon an Hitzschlag gestorben. Der Hufschmied hatte es sich in einer kühlen Ecke seiner Werkstatt gemütlich gemacht, nachdem er die Preise auf der Aushang-Tafel dermaßen erhöht hatte, dass niemand es wagen würde, ihn zu belästigen, wenn nicht das Leben des Pferdes davon abhängen würde.

John Johnson stand auf dem Absatz des Hotels, direkt vor dem Saloon. Hinter ihm schwankten noch die Türen. Er spürte, wie ein Schweißtropfen langsam, dann immer schneller über seine Stirn, schließlich seine Nase kroch. Aus einer anderen Pore sprang ein weiterer Tropfen geradezu heraus und folgte dem Ersten. Seine Hose klebte jetzt schon widerlich. Zudem war ihm sehr mulmig in der Magengegend. Unsicher tasteten die Finger seiner rechten Hand nach dem Revolver in seinem Halfter. Wie er ihn fühlte, erinnerte er sich an seine Kindheit. Damals als Tom und er „Cowboys“ spielten. Mit Platzpatronen. Er hatte noch nie einen Menschen getötet. Heute würde er auf Tom, seinen Bruder, schießen müssen – oder selber sterben.

Molly Cartwright sah teilnahmslos aus ihrem Hotelzimmer herunter. „Was für ein Feigling“, dachte sie. Ihr war es egal, ob sie ihm oder seinem Bruder gehören würde. Der wilde Westen war ein hartes Pflaster. Nachdem ihre Eltern vor zehn Jahren nach Amerika gekommen und zwei Stunden nach Ankunft in Philadelphia von Wegelagerern erschossen worden waren, kam es ihr nur darauf an zu überleben. Niemand konnte ihr daraus einen Vorwurf machen. Niemand tat es. Tief in ihrem Innersten verachtete sich Molly Cartwright dafür, sich selbst aufgegeben zu haben, nur, um zu überleben.

„Du kannst es dir noch überlegen, Tom!“ sagte Pfarrer Brady. „Er hat sie beleidigt, Hochwürden, er meinte, sie würde ihn lieben!“ rief er wütend vor sich hin. Er war ganz in schwarz gekleidet. Ein Freudenfest wäre das heute nicht, nein, sicherlich nicht. Schwarz wäre gottgefälliger, meinte er, der er bei Pfarrer Brady sozusagen „in der Lehre“ war, denn viele Pfarrer gab es hier nicht. Brady war ein Ire von gesunder Gesichtsfärbung und natürlich roten Haaren, die sich um sein fleischiges Antlitz kräuselten. Für seinen gewaltigen Appetit war er doch recht schlank. Er hatte ein Feuer in seinen blauen Augen und auf der Kanzel konnte er so eindrucksvoll predigen wie Petrus selbst. Jedenfalls behaupteten das die Cowboys, wenn sie nach der Predigt in den Saloon gingen, um einen Whiskey zu trinken oder zwei, ehe sie heimkehrten. „Zu töten ist eine Sünde, Tom!“ rief Brady nun voller Zorn und mit weit ausgerissenen Augen. Tom sah ihm eine Weile in die Augen, dann blickte er zu Boden. „Dann beten sie für mich, denn meine Seele ist verloren“, sagte er und verlies, mit Gürtel, Halfter und Revolver das Haus.

„Die beiden Brüder waren früher unzertrennlich.“ erklärte der Barkeeper im Saloon dem Fremden, der an diesem Tag zufällig in die Stadt gekommen war. Er hatte das ganze Getuschel in der Stadt und besonders im Saloon bemerkt und offen nachgefragt. Der Fremde hatte einen gewaltigen Bart, der von weißen Strähnen durchdrungen war und der insgesamt gekleidet war wie ein Trapper. „Ich kenne sie schon lange. Ein Jammer, dass sie sich heute töten müssen.“ „Das ist wirklich ein Jammer“, sagte der Trapper und schüttelte den Kopf. „Und dann auch noch wegen einer Frau.“ „Was haben sie denn dagegen, sich wegen einer Frau zu töten?“ fragte ein junger Mann, der Sohn des Hufschmieds, trotzig und spielte mit der Hand an seinem Colt herum, doch der Nebenmann, John Hughes, der Gemischtwarenhändler, zog ihm seinen Hut tief ins Gesicht. „Dafür bist du noch zu grün hinter den Ohren!“ sagte er und alle lachten – außer dem Barkeeper. „Sie kenne die Beiden wirklich schon lange, was?“ sagte der Trapper, vielleicht um etwas Mitgefühl zu zeigen. „Sie saßen – als sie klein waren – da drüben am Klavier und spielten immer mit … oh, Moment mal!“ Dann holte er sich eine kleine Leiter und holte aus einem Nebenschrank eine Kiste hervor, die recht verstaubt war. Er öffnete sie und holte zwei Zinnsoldaten heraus. „Damit spielten sie! Hatten sie aus ihrer Heimat, aus England, mitgebracht.“

John Johnson sah Tom nur etwa 300 Meter entfernt. Spät war er nie gewesen. Er wusste ganz genau, dass er heute sterben würde und, so merkwürdig das auch klingt, machte sich am meisten Sorgen darum, ob er seinen Bruder verletzen würde.

Wenig später standen sie sich gegenüber. Im Staub, der sogar zwischen den Zähnen knirschte und den sich mit dem Schweiß des Körpers mischte, um wie eine zweite Haut auf Händen, Hals und Gesicht zum Liegen zu kommen. Tom und John sahen sich lange an. Jeden Moment war es soweit. Tom merkte plötzlich, dass es ein verrückter Fehler wäre zu schießen, John sah die Frau, die sich unter die aufkommende Menge von Zuschauern gemischt hatte, und ihm wurde plötzlich klar, dass er seine Liebe nie wirklich von ihr erwidert worden war!

Vielleicht wäre der Schuss gefallen. Aber dazu kam es nicht, denn der Trapper stellte sich zwischen die Brüder, in seinen Händen hielt er die Kiste mit den Zinnsoldaten.

„Sie stehen im Weg, Sir“, sagte Tom und wunderte sich über seine augenscheinliche Selbstsicherheit.

Der Trapper hatte eine laute Stimme. „Kommt her, seht euch das hier an und wenn ihr euch dann noch töten wollt, nur zu!“ sagte er.

Sie sahen sich die Zinnsoldaten an, sie staunten und lachten und verfielen in viele Erinnerungen, bis Tom sagte: „Heute ist es eh zu heiß für ein Duell, oder?“ „Ja, genau“, sagte John, „verschieben wir es auf … irgendwann.“

Molly Cartwright stand wütend und bebend vor ihnen.

„Was immer du brauchst – von uns bekommst du es nicht.“ sagte John.

Als John, Tom und der Barkeeper dem Trapper danken wollten, war er jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Er war ein Geist, sagen die Einen. Er war ein guter Reiter, der keine Spuren hinterlassen konnte, sagten die Anderen. Aber seien wir ehrlich. Es blieb bis heute ein Rätsel, woher er kam und wohin er verschwand.

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Das Bild – ein Gedicht

Ein Maler malt

Sein Bild ist weiß.

Die Zeit so reich.

Alles hat er vor sich.

Ein Maler malt.

Das Bild halb voll,

Die Zeit wird knapp.

Wird es je wie geplant?

Ein Maler malt,

Seine Haare weiß.

Die Zeit bald vorbei.

Er ruft seine Enkel.

Seht, das ist mein Leben.

Heute würde ich es anders malen.“

„Aber“, sagt der Enkel. „Die Farben strahlen so schön!“

Der Maler lächelt – halb in sich hinein.

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Inspector Lestrade – Ein Fall für Scotland Yard 3/3 – Eine Kugel für den Liebsten

Das Hörspiel weist erstaunlich viel Eigenständigkeit auf. Wirken die ersten zwei Teile noch etwas darum bemüht, den eigenen Stil zu finden (oder den Holmes-gewohnten Zuhörer an den „Lestrade-Stil“ zu gewöhnen), wirkt „Eine Kugel für den Liebsten“ so als wenn der Autor (Andreas Masuth) plötzlich genau wüsste, in welche Richtung die „Lestrade Abenteuer“ führen sollen.

Ja, ich schreibe bewusst, „DIE“ Lestrade – Abenteuer, denn obwohl die ersten Abenteuer mit 1/3 bis 3/3 nummeriert waren und dadurch andeuteten, dass es nie mehr als diese drei Hörspiele geben würde, lässt sich im Innenteil der CD erkennen, dass ein Teil 4 im Oktober erscheinen wird. Auf romantruhe.de wird sogar schon ein vierter Teil in Aussicht gestellt.

Sollte sich die Qualität und Eigenständigkeit so weiter entwickeln, wie dieser Teil es in Aussicht stellt, kann ich das nur begrüßen.

Vielleicht war es von Anfang an nicht geplant, in diesem dritten Teil Rode und Groeger als Holmes und Watson brillieren zu lassen, vielleicht wurden die Aufnahmen aber auch nach ihrem überraschenden Tod Anfang dieses Jahres getätigt, in jedem Fall kommt das berühmte Gespann aus der Baker Street dieses Mal nicht zu Gehör.

Im Innenteil des Covers findet sich eine Danksagung an Christian Rode, Peter Groeger und Gerald Paradies. Alle Drei waren bekannte, wunderbare Stimmen, wobei Letzerer z.B. in der Sherlock Holmes (neue Fälle) – Folge „Die Untoten von Tilbury“ zu hören war. Er verstarb im Juni 2016, offenbar dem Produktionsjahr des Hörspiels, um das es hier geht.

Es tut dem Hörspiel meiner Ansicht nach jedoch gut, dass die auch von mir geliebten Holmes und Watson nicht auftauchen. Nur so kann Lestrade sich entfalten und ganz der Star sein und nicht nur der Nebendarsteller mit Extra-Spielzeit.

Die Story ist einfach gestrickt, aber fesselnd. Im Mittelpunkt steht ein Attentat auf den Premierminister. Nur knapp entgeht er einem Angriff auf sein Leben und somit tun sich viele Fragen auf. Ist es ein politischer Gegner? Ist es ein Mann, ist es eine Frau?

Die Geschichte ist, wie erwähnt, eher einfach gehalten, enthält kein „Ei des Columbus“, aber das hat mich nicht gestört, denn die Frage ist immer wie eine Geschichte erzählt wird. Die Dialoge zwischen Lestrade (Lutz Harder) und seinen Kollegen, sowie seinem Vorgesetzten Hawksley, der fantastisch von Bodo Wolf gesprochen wird, machen einfach Spaß. Dieser war mir zumindest nicht nur als Synchronstimme des Arztes in der Serie „Downtown Abbey“ bekannt, sondern als meiner Ansicht nach die beste aller Joker – Stimmen seit Joker eine deutsche Stimme hat. Siehe auch die Arkham – Gaming – Reihe.

Eckhard Dux und Helmut Krauss sind in kleineren Nebenrollen zu hören. Immer wieder schön, von ihnen zu hören.

Summa sumarum entwickelt sich die Reihe in eine hervorragende Richtung. Das Hörspiel bietet Kurzweil und lässt mich nur mit einer Frage zurück: Funktioniert das, was man am Ende erlebt, wirklich?

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