I. Vertrautheit
Ohne zu viel über mein Leben preiszugeben, kann ich sagen: Die letzte Zeit war schwer! Solche Zeiten kennt sicher jeder Leser und jede Leserin meines Blogs.
Als ich dann die neue Sherlock-Holmes-Folge in den CD-Player legte (ja, so was gibt’s noch!) und Doktor Watson, gesprochen von Detlef Bierstedt, mit den vertrauten Worten begann, „Mein Name ist Doktor John Hamish Watson. Obwohl ich eigentlich bloß ein einfacher Militärarzt bin, kennt man meinen Namen doch auf der ganzen Welt…“, musste ich unwillkürlich lächeln. Ein Stück Vertrautheit.
Der misanthropische Holmes (Joachim Tennstedt), die etwas herrische Mrs. Hudson (Regina Lemnitz)… bald waren sie wieder alle da und ich saß gefühlt mit am prasselnden Kaminfeuer in der Baker Street 221B. Immer wieder ein herrliches Vergnügen.

II. Ein klassisch anmutender Fall
Der sich nun entfaltende Fall „Die trügerische Spur“ hat etwas Klassisches. Ähnlich wie im Fall „Der Baumeister von Norwood“ wird Holmes von jemandem besucht, der wegen eines Mordes gesucht wird, sich aber für unschuldig hält: Frank Belfield (Claus Thull-Emden), ein bekannter Einbrecher, der seine Haftstrafe allerdings abgebüßt hat. Ist er rückfällig geworden? Es hat fast den Anschein, denn die Beweise, die Inspektor Lestrade (Lutz Reichert) vorgefunden hat, sind mehr als eindeutig!
III. Kleine Kritik
Vielleicht zu eindeutig, dachte ich kurz, und auch habe ich mich gefragt, ob Claus Thull-Emden geixt wurde (wobei er – falls das so war – unabhängig von Tennstedt und Bierstedt seine Sätze eingesprochen hätte), denn seine Antworten wirkten oft viel vehementer als die Reaktionen seiner Dialog-Partner(innen). Aber ich mag mich irren. Das wären auch die einzigen Kritikpunkte am Hörspiel, über die ich aber problemlos hinwegsehen konnte, da es insgesamt einfach zu viel Spaß gemacht hat.
IV. Ein funktionierendes Rezept
Marc Gruppe hat auch dieses Mal wieder geschickt Motive von Doyles Zeitgenossen R. Austin Freeman – dem Schöpfer des Forensikers Dr. Thorndyke – mit der Welt von Sherlock Holmes verwebt.
Das Hörspiel überzeugt wie immer durch das lebendige Zusammenspiel des Ensembles – neben den gewohnten Stimmen habe ich mich wieder über Philine Peters-Arnolds als Mrs. Hudsons redefreudige Cousine Margery Mapleton gefreut, sowie über Bodo Primus und Marc Gruppe selbst. Stimmungsvolle Effekte und passende Musik runden das Hörspiel gekonnt ab.
V. Das Abenteuer geht weiter!
Da die Tage kürzer und ungemütlicher werden, freue ich mich schon auf die nächsten Erscheinungen, denn jetzt fängt die Hörspiel-Saison so richtig an.
Sherlock Holmes, Folge 73: „Die trügerische Spur“ kann überall erworben oder gestreamt werden, wo es Hörspiele gibt, und kostet 10,99 EUR.
Die weiteren Veröffentlichungen der Reihe in diesem Jahr:
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30.10.2026: Folge 74: Botschaft aus dem Jenseits (Doppel-CD)
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27.11.2026: Folge 75: Der Fall Oscar Brodski