Star Wars – Die Blaupausen: Die Architektur einer weit, weit entfernten Galaxis

Es wird langsam wieder die Zeit, in der die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und man es sich am liebsten mit einem guten Buch oder einem schönen Film gemütlich macht. Die kalte Jahreszeit hat für mich immer etwas Besonderes. Es ist die Zeit der Märchen, der Fantasy und der großen Geschichten. Harry Potter gehört für mich ebenso dazu wie Sherlock Holmes und natürlich J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“. Und auch Star Wars hat in dieser Jahreszeit einen festen Platz.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie schön es für mich war, als 2015 mit „Das Erwachen der Macht“ ausgerechnet kurz vor Weihnachten ein neuer Star-Wars-Film in die Kinos kam. Nach all den Jahren kehrte die Saga mit einer neuen Trilogie zurück. Das hatte für mich tatsächlich etwas von einem vorweihnachtlichen Geschenk. Die Vorfreude, die Rückkehr in diese vertraute Welt und schließlich das Wiedersehen mit Han Solo, Leia und Luke – das war schon etwas Besonderes.

Mittlerweile ist es für mich beinahe zu einem kleinen Brauch geworden, mich gegen Weihnachten herum wieder etwas intensiver mit Star Wars zu beschäftigen. Besonders schön finde ich es dabei, die Soundtracks von John Williams aufzulegen und immer wieder neu zu entdecken. Seine Musik gehört für mich untrennbar zu dieser Saga. Selbst nach all den Jahren fallen mir noch immer musikalische Feinheiten auf, die mich aufs Neue begeistern.

Vielleicht lohnt an dieser Stelle auch ein kleiner Blick darauf, was Star Wars für mich persönlich eigentlich ausmacht: Natürlich haben die Filme politische und gesellschaftliche Bezüge. Aber für mich war Star Wars immer in erster Linie ein modernes Märchen, eine große Abenteuer- und Fantasygeschichte im Weltraum. Es geht um Helden, Schurken, die Macht und eine Mythologie, die weit über die eigentliche Filmhandlung hinausreicht.

Zu dieser Welt gehören natürlich auch die Raumschiffe, die fremden Planeten, die Droiden und die unverwechselbaren Schauplätze. Und genau diesen Dingen widmet sich der großformatige Bildband „Star Wars – Die Blaupausen“ aus dem Hause DK.

Ein Blick hinter die Kulissen

Wer sich schon einmal näher mit der Entstehung der Star-Wars-Filme beschäftigt hat, weiß, wie viel gestalterische Arbeit hinter dieser Welt steckt. Die Raumschiffe und technischen Einrichtungen sind schließlich nicht einfach irgendwann am Computer entstanden. Ihnen gingen Zeichnungen, Modelle, Überlegungen und zahllose Entwürfe voraus.

Der Band versammelt mehr als 200 technische Zeichnungen und Konstruktionspläne aus den Archiven von Lucasfilm. Dabei reicht der Blick von Episode I bis Episode IX. Neben den bekannten Konstruktionen der ursprünglichen Trilogie und der Prequels finden sich also auch Entwürfe aus der Sequel-Trilogie.

Spannend ist dabei vor allem, wie sich die Arbeit der Filmcrews über die Jahrzehnte verändert hat. Während bei den ersten Filmen noch viel mit handgefertigten Modellen und klassischen Zeichnungen gearbeitet wurde, kamen später immer ausgefeiltere digitale Verfahren hinzu. Diese Entwicklung lässt sich anhand der gestalterischen Entwürfe wunderbar nachvollziehen.

Weitere Illustrationen auf der DK – Website

Eine Arbeit, die fortgeführt wurde

Das ursprüngliche Werk „Star Wars: The Blueprints“ erschien bereits 2011 (auf Deutsch 2012 bei DK). Verantwortlich dafür war J. W. Rinzler, der sich mit seinen umfangreichen Sachbüchern zur Entstehung der Star-Wars-Filme einen hervorragenden Ruf erworben hatte. Leider ist er 2021 verstorben.

Für die erweiterte Neuausgabe wurde Pablo Hidalgo hinzugezogen. Er gehört seit vielen Jahren zu den profiliertesten Kennern der Saga und hat zahlreiche Nachschlagewerke und Hintergrundbücher veröffentlicht. Seine Aufgabe bestand darin, das ursprüngliche Werk um die drei Filme der Sequel-Trilogie zu ergänzen.

Das ist eine rundum sinnvolle Erweiterung. Schließlich sind seit der Erstveröffentlichung zahlreiche neue Fahrzeuge, Raumschiffe und Schauplätze dazugekommen. Die Erste Ordnung hat ihre eigenen technischen Konstruktionen erhalten, der Widerstand verfügt über neue Schiffe und mit der Starkiller-Basis wurde eine weitere gewaltige Anlage in die Filmgeschichte eingeführt.

Auch die Schauplätze aus „Die letzten Jedi“ und „Der Aufstieg Skywalkers“ finden Berücksichtigung. Dazu gehören unter anderem das Schloss von Maz Kanata, Kijimi und Babu Friks Werkstatt. Es ist schön, dass die Betrachtung nicht bei den klassischen Filmen stehen bleibt, sondern die gesamte Skywalker-Saga einbezieht.

Wenn Zeichnungen Geschichten erzählen

Besonders faszinierend finde ich bei solchen Veröffentlichungen den Gedanken, sich einmal mit den Dingen zu beschäftigen, die im fertigen Film häufig nur für wenige Sekunden durchs Bild huschen.

Wir nehmen den Millennium Falken wahr, bewundern die gewaltigen Sternenzerstörer oder sehen einen X-Flügler in einer Weltraumschlacht. Dass hinter diesen Konstruktionen eine umfangreiche gestalterische und technische Arbeit steckt, gerät dabei leicht in Vergessenheit.

Genau hier setzt das Buch an. Es geht nicht allein um schöne Abbildungen, sondern auch um die Menschen, die an der Gestaltung dieser Filmwelt beteiligt waren. Die technischen Zeichnungen dokumentieren einen Teil der Filmgeschichte, der ansonsten eher im Hintergrund bleibt.

Zehn großformatige Ausklappseiten ermöglichen besonders detaillierte Einblicke. Dazu zählen Darstellungen des Millennium Falken und des Schlosses von Maz Kanata. Gerade bei technischen Zeichnungen ist ein solches Format extrem gewinnbringend, denn viele Details erschließen sich erst dann richtig, wenn man sie in Ruhe betrachten kann.

Für mich ist das ein wunderbarer Ansatz. Star Wars besteht eben nicht nur aus den großen Namen vor und hinter der Kamera. Es sind auch die zahlreichen Künstler, Zeichner, Konstrukteure und Modellbauer, die dieser Galaxis ihr unverwechselbares Gesicht gegeben haben.

Ein Bildband für Star-Wars-Liebhaber

Mit 336 Seiten und einem großformatigen Hardcover ist „Die Blaupausen“ eine gewaltige Veröffentlichung. Das Buch misst rund 31 mal 26 Zentimeter und bringt knapp 2,4 Kilogramm auf die Waage. Auch die zehn Ausklappseiten machen deutlich, dass DK hier nicht einfach ein gewöhnliches Nachschlagewerk vorlegt.

Klar ist aber auch: Der Band ist kein Buch für jedermann. Wer hauptsächlich an den Figuren und der Handlung interessiert ist, wird mit technischen Zeichnungen möglicherweise weniger anfangen können. Wer sich dagegen für die Entstehung der Filme, das Design der Raumschiffe und die Arbeit der Produktionsmannschaften begeistert, findet hier ein tiefgründiges und reizvolles Werk.

DK hat mit seinen Star-Wars-Veröffentlichungen schon häufiger bewiesen, dass man solche Themen ansprechend aufbereiten kann (siehe meine bisherigen DK Reviews). Auch deshalb ist die erweiterte Neuausgabe eine rundum gelungene Ergänzung für das Buchregal.

Fazit

Für mich gehört die technische und gestalterische Seite von Star Wars ganz selbstverständlich zu dieser Saga. Es ist faszinierend, wie aus ersten Ideen und Zeichnungen eine Welt entstanden ist, die uns inzwischen seit fast fünf Jahrzehnten begleitet.

Dass DK das ursprüngliche Werk von J. W. Rinzler aufgegriffen und durch Pablo Hidalgo um die Sequel-Trilogie erweitert hat, war eine hervorragende Entscheidung. Die Dokumentation wird damit stimmig in eine neue Filmepoche geführt.

Mit über 200 Zeichnungen, zahlreichen Hintergrundinformationen und den großformatigen Ausklappseiten hat der Band enorm viel zu bieten.

„Star Wars – Die Blaupausen“ ist eine Veröffentlichung, die sich den Menschen widmet, die dafür gesorgt haben, dass die Star Wars Filme eine so unverwechselbare visuelle Heimat bekommen haben. Es ist ein Buch zum schmökern und staunen. Ein Genuß für die Filmfans unter den Warslern.

Jetzt für 50€ bei eurem  Buchhändler.

Möge die Macht mit euch sein. Immer 🙂

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