UFO 1978

Das Geräusch des laufenden Motors beruhigte ihn, wie er auf dem Rücksitz lag. Gerade acht Jahre alt. Er betrachtete die Linien, die sich durch die Heckscheibe zogen. Die Heizung, wie die Eltern ihm gesagt hatten, „falls es mal friert.“ Sein Vater saß vorne auf dem Beifahrersitz, kaute auf seinem Kaugummi, seine Mutter fuhr schweigsam. Dann und wann jedoch unterhielten sie sich, über langweiliges Zeug. Politik und über was sich Erwachsene eben so unterhielten.

Jetzt fuhren sie mitten durch einen Wald. Er konnte die hervorstehenden Äste und Zweige sehen. Als wären es Riesen, die auf ihn herabblickten. Schön war das, die Bäume so vorbeifahren zu sehen. Langsam wurde es dunkel.

„Wie lange noch?“ hatte er nun schon vor einer Weile gesagt, bevor sie bei der Tankstelle angehalten hatten. Er war auf die schmutzige Toilette gegangen, die so aussah als wäre sie seit Monaten nicht gereinigt worden. Mit spitzen Fingern und Servietten hatte er ein Brötchen gegessen, dass mit einem Klops Mett belegt war. Dazu eine Fanta und ein Bounty.

Nun lag er wieder satt auf der Rückbank. Die Eltern hatten das Radio eingeschaltet. Wenn es stimmte, was sie gesagt hatten, wäre es nur noch eine halbe Stunde bis sie zuhause wären. Oder wenigstens nicht viel mehr. Aus seiner Liege-Position konnte er ganz hoch schauen – bis in die Sterne, die jetzt so vorbei zogen wie zuvor noch die Äste der riesigen Bäume. Fern waren sie, doch wirkten sie so als wenn er sie ganz einfach so greifen könnte.

Er hockte sich jetzt hin, denn hinter ihnen waren keine Autos mehr, die mit ihren strahlenden Lichtern blenden konnten. Dort zog sich – im Kreis des Rücklichts – die Straße hin. Die unterbrochenen Striche auf der Straße schienen zu pulsieren. Bum – Bum – Bum… Oder waren es Laserstrahlen? Ja, genau! Piu! Piu! Die Striche bekamen etwas einschläferndes. Bald wäre er wieder zuhause. Seine älteren Geschwister waren dort, würden sicher wieder anfangen, ihn zu ärgern. Sie liebten es, ihn zu ärgern. Oft hatte er sich gefragt, warum das so war. Lag es daran, dass er nichts Böses wollte? Das er der Jüngste war? Er verstand es nicht. Egal. Jetzt waren da nur seine Eltern, er und die Striche auf der Straße, die sich in die Ferne zogen.

Vielleicht wäre er eingeschlafen, aber da sah er etwas, was er nicht glauben konnte. Er sah es zuerst in der Ferne, da wo ein Dorf zu sein schien. Da war ein seltsames Licht, das zu schweben schien. Es hing einfach so in der Luft, war aber zu weit entfernt, um wirklich erkennen zu können, was es war. Bestimmt nur eine optische Täuschung. Sie hatten einmal über optische Täuschungen im Unterricht gesprochen. Dann vergas er das Licht, was vielleicht daran lag, dass es plötzlich nicht mehr zu sehen war. Sie fuhren weiter. Das Geräusch des Autos, die Wärme der Heizung, die seine Eltern nun eingeschaltet hatten, ließen ihn noch müder werden. Bald wären sie zuhause…

Er legte sich wieder auf die Rückbank. Wieder blickte er in die Richtung der Sterne. Aber die Sterne waren fort. Es hatte sich wohl bezogen. Vielleicht würde es bald regnen? Nun inspizierte er die Muster der Sitzbank. Pfeile, die ineinander übergingen. Jetzt sah er wieder nach oben. Da erkannte er, dass die Sterne doch zu sehen waren, das es etwas anderes gewesen war, was ihm die Sicht genommen hatte – nicht die Wolken! Es war rundlich. Eine runde Scheibe, die über ihrem Auto schwebte! Er konnte es nicht glauben. Nun – als sie weiter fuhren – konnte er diese Scheibe im Ganzen sehen. Groß, ja, riesig und schwebend und plötzlich ging ein inneres Licht von dem Objekt aus. Er erkannte eine Art „Kuppel“. Ein grünlicher Strahl hangelte sich über die Fahrbahnmarkierungen auf ihn – auf ihr Auto – zu, wie eine zarte, vielgliedrige Hand aus Licht. Obwohl er sich sonst immer als Angsthase empfand und seine Geschwister ihn immer als „Mimose“ bezeichnet hatten, was ihn so oft verletzt und in ihm ein Gefühl der Ohnmacht ausgelöst hatte, fühlte er nun gar keine Angst. Es fühlte sich sogar erhebend an. Als wäre es genau so richtig, was hier geschah. Ganz natürlich.

Je älter er wurde, desto mehr verblasste das Ereignis jener Nacht und als er ein junger Mann war, ordnete er seine vagen Erinnerungen in dem Bereich seiner übersprudelnden Fantasie ein. Ein Teil von ihm jedoch wusste, dass das eine Lüge war. Das an jenem Abend auf dem Weg nach Hause etwas Besonderes mit ihm geschehen war. Etwas, was ihn für den Rest seines Lebens verändert hatte. Es war ein Samen in ihm gepflanzt worden. Ein Stück vom Weltraum existierte seither in ihm. Am deutlichste spürte er das immer dann, wenn er sehnsuchtsvoll in den von Sternen übersäten Nachthimmel blickte.

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Der Unsichtbare

Von oben sah es so aus als wenn viele tausend Farbtupfer über eine Fläche liefen. Näher betrachtet waren es viele tausend Menschen, ein jeder mit seinen Eigenschaften, die durch die Fußgängerzone von Oldville liefen. Eine grauhaarige, gebückt gehende Frau mit Kopftuch, ein smarter Bankangestellter im Anzug, der blank polierte schwarze Schuhe trug und wirkte als wenn ihm die Welt gehöre, eine Gruppe junger Türken, die sich lautstark unterhielten, Kinder, die von ihren Eltern über einen Straßenübergang gezerrt wurden, ein Stadtstreicher, der all sein Hab und Gut in einer großen Tasche mit sich herum trug und dann war da noch Sam. Er stach nicht sonderlich aus der Menschenansammlung hervor. Selbst von weit oben hätte er eher wie ein grauer Fleck als wie ein farbiger Tupfer gewirkt.

Als Kind hatte er die Kunstfertigkeit erlernt, sich unauffällig zu verhalten. Er öffnete Türen so leise, dass man sie nicht hören konnte und wenn er in der Nähe war, fiel er nicht auf. Niemand sah auf, wenn er einen Raum betrat. Das war eine beachtliche Leistung, denn er war fast zwei Meter groß und wog über 120 Kilogramm. Sein Gesicht wies trockene, rötliche Flecken auf, er hatte Schuppenflechte. Er fühlte sich wenig attraktiv und mied die Blicke der Anderen, denen er vielleicht würde anmerken können, dass sie ihn ebenfalls für wenig attraktiv oder sogar hässlich hielten.

Tief in Sam gab es einen Abenteurer, ja, einen Romantiker. Er hatte ein gutes Herz, liebte Kinder und betrachtete den Zynismus vieler anderer Erwachsener mit Befremdung. Irgendwie fühlte er sich nie so ganz als wenn er in diese Welt gehöre. Am Meisten wurde ihm das bewusst als er wieder einmal unerwartet auf ein verliebtes Pärchen blickte, dass Hand in Hand durch die Stadt ging. Sorglos wirkten sie, wie sie da lang schlenderten, sich anlächelten, küssten und wieder weiter gingen. Dieser Anblick erzeugte in Sam schon lange keinen Neid mehr, sondern Niedergeschlagenheit, Traurigkeit. Obwohl er so viel zu geben hatte, war er schon in der Schule immer der Typ gewesen, den sich die Frauen als „besten Freund“ aussuchten, rein platonisch eben. Ob es ihm nun gefiel oder nicht, das war nun mal sein Schicksal, wie er sich immer wieder sagte.

Diese Gedanken erzeugten in ihm eine unfassbare Kälte, weshalb er auf dem Weg zu seiner Arbeitsstätte – er arbeitete als Schreibkraft bei einem Anwalt – noch einmal kurz beim Konditor reinschaute und sich ein paar Rumkugeln gönnte. „Das ist mein Frust-Essen!“, hatte er mal seiner Mutter erzählt. „Die Leute können gut reden, wenn sie sich in einer glücklichen Beziehung befinden.“ Seine übergewichtige Mutter maßregelte ihn dann oft, weil er „so dick wie er ist, nie eine Frau finden würde.“

Vielleicht hatte sie ja recht. Andererseits war er ja sowieso unsichtbar. Da war es egal.

Die nächsten Stunden in der Anwaltskanzlei Morris verliefen relativ ereignislos. Er musste ein paar übliche Protokolle vom Diktiergerät abschreiben. In der Mittagspause hatte er entschieden im Büro zu bleiben, wobei er merkte, dass sein Rücken etwas schmerzte.

Als er das Büro verlies war es bereits dunkel. Ein leichter Regen hatte eingesetzt, es war kälter geworden. Sam entschied sich – seinem Rücken zur Liebe – zu Fuß zu gehen. Als er in die Straße einbog, die direkt zu seiner Wohnung führte, sah er, wie eine Frau von zwei Männern bedroht wurde. Sie schubsten sie hin und her. Sein Herz machte einen Satz. Wie ihm geschah, wusste er selbst nicht, aber er sah sich sozusagen zu, wie er auf die Gruppe zuging und die beiden Männder mit grollender Stimme anschrie. „Lasst sie in Ruhe! Haut bloß ab!“ rief er. Und die Männder trollten sich, Angst in ihren Augen. Die hübsche Frau hatte lange braune Haare und ebenso braune Augen. Sie lächelte Sam unwiderstehlich an, wobei sich  ihre Nase niedlich kräuselte. „Danke!“ sagte sie. „Die hätten wer weiß was mit mir gemacht.“ „Kein Problem“, sagte Sam. „Wollen wir zu mir gehen? Auf den Schrecken können sie sicherlich…“

In diesem Moment kam Anwalt Morris wieder aus der Mittagspause zurück und Sam schrak aus seiner Tragträumerei auf, wobei er ein Glas Wasser umsties. Morris erschrak. „Ich hatte gar nicht gemerkt, dass sie da sind!“

Als Sam wirklich heimkehrte, begegnete ihm keine Frau, die ihn bemerkt hätte. Er ging die Stufen zu seiner Wohnung hoch, nachdem er ein paar Mahnungen und Werbung aus seinem Briefkasten genommen hatte. Dann schloss er hinter sich die Tür. Er wärmte seine Suppe von gestern auf, dann lies er sich, ohne das Licht einzuschalten, in seinen Sessel fallen und blickte in die triste Dunkelheit seines Wohnzimmers.

Ein weiterer ereignisloser Tag im Leben eines Unsichtbaren.

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Task Force Police (TV Serie auf Pidax-DVD)

Ich erinnere mich noch genau an jene Sonntagnachmittage an denen mein Krimi-begeisterter Vater die Serie „Task Force Police“ sah. Besonders waren mir – vor der Veröffentlichung auf DVD – noch die Hauptcharaktere in Erinnerung.

Der rothaarige, etwas untersetzte Police Sergant Bob Evans (David Lloyd Meredith) etwa, der recht autoritäre, aber auch joviale Detective Chief Superintendent Barlow (Stratford Johns) sowie der mir einst aus „David Balfour“ bekannte Darsteller Frank Windsor, der hier Detective Superintendent John Watts spielt.

Aber was ist die „Task Force“ eigentlich? Das ist eine Sondereinheit, die von Barlow gebildet wird. Diese Sondereinheit soll „allzeit bereit“ sein. Barlow trifft am Anfang seiner Amtszeit noch auf einen relativ undisziplinierten Haufen, aber das bleibt nicht lange so und schon bald ist dies eine effektive, professionelle Einheit.

Jeder Charakter ist in dieser Serie fein gezeichnet. Jeder hat seine Eigenheiten, was manchmal zu Reibungen, manchmal zu hervorragendem Teamgeist führt. Die Menschen, mit denen die Task Force in Berührung kommt, kommen aus allen Schichten der britischen Gesellschaft. Gebildete, Eingebildete, einfache Gemüter, sanfte, noble und rohe Persönlichkeiten….

Die Polizisten agieren in der fiktiven Region Thamesford, die überaus britisch ist und – so stellte ich es mir immer vor – wohl nahe London liegen soll.

Die Fälle sind oft sehr hart an der Realität. Für die 70iger Jahre – dies ist eine der ersten in Farbe gedrehten Serien der BBC – oft erstaunlich nahe an den gelegentlich grausamen Tatbeständen. Beispiel: Zwar wurde damals noch keine Obduktion gezeigt, aber es wurde genug darüber erzählt. Den Rest konnte man sich denken.

Damals war die Serie super modern. Die Polizisten arbeiteten mit neuesten Erfindungen, die aus heutiger Sicht zum Schmunzeln anregen. Riesige Funksprechgeräte zum Beispiel.

„Task Force Police“ hat einen ganz eigenen Charme. Es waren eben die 70iger Jahre. Rollenbilder waren dabei sich zu ändern, die Möbel und Kleidungen der Protagonisten wirken heute oft auf eine charmante Weise alt und wer, wie ich, in den 70igern als Kind heranwuchs, der wird möglicherweise wieder an orangene Vorhänge damaliger Wohnungen oder die hochgesteckten Frisuren der Mutter denken – oder Ähnliches.

„Task Foce Police“ ist ein waschechtes Stück britischer Polizei – TV – Geschichte. Lange Jahre wurde die einst sehr erfolgreiche Serie nicht mehr ausgestrahlt. Zum Glück erbarmte sich auch dieses Mal wieder Pidax und holte den Schatz aus den Untiefen der Vergessenheit. Es sind nicht mehr alle (deutschen) Folgen verfügbar, aber was es noch gab, wurde von Pidax in guter Qualität auf DVD gebannt.

Einzelne DVDs kosten 14,90 EUR, alle zusammen kann man für nur 39,90 EUR sein Eigen nennen.

Hier der Link zum Kaufen: https://www.pidax-film.de/advanced_search_result.php?keywords=Task+force+police

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Depressionen – eigene Erfahrungen

 

„Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“ (Jiddu Krishnamurti)

 

Das Leben ist zwar kein Wunschkonzert. Einerseits. Andererseits ist es aber angeblich das BESTE, was es gibt.

Tatsächlich bin auch ich ein „Fan“ dieses Lebens. Ich liebe es, die Sonne aufgehen zu sehen, liebe meine Kinder,  höre gerne gute Musik, spiele super gerne mit Freunden über PS4 oder Brettspiele, lache gerne, laufe gerne usw. Das Leben an sich ist eine geile Sache. Voller Farben, Emotionen und alles in Dolby Digital und 3D.

Andererseits ist das Leben eine „Bitch“. Vertrauen gegen Vertrauen ist toll, auch ist es schön zu sehen, dass die Bemühungen um die eigene Gesundheit Früchte trägt oder das man in einer kollegialen Arbeitsumgebung arbeitet usw.,  aber manchmal bekommt man einen Tritt zwischen die Beine, wenn man vertraut, man wird – trotz bewusster Ernährung etc. – krank und die Kollegen sind oft genug auch sich selbst am Nähesten. Da wird auch mal am Stuhl gesägt… Das sind nur Beispiele.

In der Summe ist das Leben also gar nicht immer sooooo geil. Oft genug ist man geprellt, traurig, zornig, wütend, hasserfüllt, unzufrieden usw. Negative Gedanken sorgen für negative Gefühle, die dann sogar auf den Körper überspringen können: Bei „psychosomatischen Symptomen“. Es ist immer so: Die Gedanken – sie stehen immer am Anfang jeglicher Form von Angst oder Depression! –  sind dabei (bei Depressiven extrem) negative Interpretationen dessen, was wirklich geschah oder aktuell passiert.

Bei Depressiven läuft das Interpretieren von dem, was wirklich geschieht, automatisch ab. Es wird automatisch (man spricht hier auch von „Mustern“…) alles schlimmer gesehen als es ist, man fühlt sich nicht nur reingelegt, sondern „hintergangen“ und „hilflos“ (obwohl man in der Realität i.d.R. gar nicht hilflos ist, sondern sich nur so erlebt), man nimmt sich alles mehr zu Herzen als nötig und fühlt sich – tatsächlich – dadurch sehr viel schlechter als Menschen, bei denen diese „Interpretationen“ von Vorfällen und Situationen nicht automatisch abläuft (oder bei den „Meistern der Verdrängung“, die sich selbst gar nicht mehr spüren und eines Tages einen Herzschlag oder Ähnliches bekommen… Dieses Menschen-„Modell“ ist in unserer Leistungsgesellschaft sehr beliebt…!).

Diese „negativ interpretierende Sicht“ ist bei Depressiven der Grundton. Der variiert durchaus, aber der Ton des Lebens ist grundsätzlich ein Moll-Ton. Die Brille ist dunkel, so das selbst die Sonne finster wirkt. Jedenfalls bei einer unbehandelten Depression!

Das ist nicht alles, denn „Depression“ ist eine Krankheit, schulmedizinisch gesehen  eine Stoffwechselkrankheit, denn im Gehirn werden die „Glücksgefühls-Botenstoffe“ weniger freigiebig verteilt als bei „normalen“ Menschen. Sagt die Pharmazie.

Um dieses biochemische Ungleichgewicht im Gehirn etwas zu korrigieren kann man (statt oder neben dem berühmten Psychopharmaka)  auch joggen gehen. Joggen baut Stresshormone ab und ab einer gewissen Dauer werden sogar Glückshormone ins Blut geschickt. Das kann sonst nur ein Pharamazeutikum, nur mit Nebenwirkungen, die Joggen – neben Schlankheit und Ausdauer – nicht hat.

Zugegeben: Jeder Mensch ist anders und es mag solche geben, die mit joggen und Meditation alleine gut klar kommen, andere, die Tabletten und Therapie brauchen. Ein Gespräch mit dem Arzt / Therapeuten schadet nie und ist in der Regel zumindest am Anfang angeraten, bis man seinen Weg mit der Depression umzugehen, individuell erkennt.

Wer die Automatismen seiner negativen Gedanken obendrein „erkennen- und sich selbst kennen- lernt“, also von der „automatischen Intepretationen“ auf „Selbstverantwortlich“ / „Selbst-erkennend“ schaltet, hat einen Vorteil. Er / Sie kann auf diese Weise Abstand bekommen – von dem was „ist“, was „passiert“, aber auch von den eigenen katastrophierenden Gedanken:

Es ist immer schlecht, sich selbst zu glauben, wenn man sich Lügen erzählt…! Genau dies zu erkennen ist die „Aufgabe“ des Depressiven, der Linderung sucht. Generell tut so was jedem gut, aber Depressive können dadurch enorme Lebensqualität (zurück)gewinnen. Therapie, Yoga, Meditation, Achtsamkeit, Tai Chi und mehr können dabei helfen, weniger in „Moll“ zu schwingen. Sozusagen.

Das nur als Crashkurs in Sachen „Depressionen“: Ach ja! Natürlich sollte man als Depressiver einen Arzt / Therapeuten aufsuchen. Ein guter Therapeut hilft dabei aus den automatischen Depri-Interpretationen der Welt, die unser Wohlbefinden so beeinflussen können, auszusteigen.

Fazit: Jede Form von Angst / Depression beginnt mit – manchmal unbewussten – Mustern, also Interpretations – Gewohnheiten, die alles negativer erscheinen lässt als es ist. Dadurch kommt der Körper in Stress und fühlt sich extrem schlecht. Das kann durch Meditation, Unterbrechung der Muster, Therapie und evtl. auch Tabletten, individuell bis zu einem gewissen Grad korrigiert werden. Es geht vor Allem um Selbsterkenntnis!

Ich bin kein Arzt, das sind nur meine persönlichen Erfahrungen. Dieser Text ersetzt natürlich keinen Arztbesuch. Das sollte klar sein. Eine Therapie hilft! Zusätzlich sollte man sich aber auch immer selbst helfen (wollen)!

 

 

 

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Wofür ich lebe

Ich lebe nicht für den Schmerz
und nicht für den Kummer,
sondern für die Sonne, die Blumen
und das Lachen im Wind.

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PIDAX, Sherlock Holmes DVDs +und MP3-CD, Teil 2

Pidax.de haben wir Sherlock Holmes Fans seit einiger Zeit sehr vieles zu verdanken. Sie veröffentlichten diverse, teils nie zuvor veröffentlichte Sherlock Holmes Filme und schloßen damit einige Lücken.

So auch mit der 2018er – Veröffentlichung des folgenden Titels:

1)

„Sherlock Holmes: Der Hund von Baskerville – der komplette Vierteiler der BBC mit Tom Baker und Terence Rigby“.

Wohl kein Roman von Sir Arthur Conan Doyle wurde so häufig verfilmt, wie der „Hund“. Diese Verfilmung ist daher einzigartig, weil sie bisher nie veröffentlicht wurde. Hierfür musste man zwar einen Kompromiss eingehen (der Film liegt nur in „elektronischer Form“ vor und dies hat leichte Bildschwächen zur Folge), konnte aber diesen seltenen Vierteiler auf DVD bannen, so dass wir ihn uns nun in unseren Wohnzimmern zu Gemüte führen können.

Rom Baker ist kein „schöner“, „aparter“ Sherlock Holmes. Er unterscheidet sich sehr von solch charmanten Darstellern wie Basil Rathbone oder Peter Cushing. Doyle war ja nie der Meinung, Holmes sei per se als „schön“ zu bzeichnen, wobei dies natürlich im Auge des Betrachters liegt.

Als ich in den 80er Jahren, bei der Erstausstrahlung dieses Vierteilers, auf den „Tom Baker – Holmes“ stieß, war ich – zugegebener Maßen – etwas enttäuscht, da ich nur die Hollywood – Varianten kannte und mir das Original-Werk von Conan Doyle erst noch erschloß. Inzwischen bin ich auf bescheidene Weise zum Kenner der Materie geworden und vermag zu erkennen, dass diese Verfilmung dem literarischen Original recht nahe kommt.

Das „Bühnen-hafte“ Setting erinnert an die Cushing – Verfilmungen, wenngleich bei dieser hier weniger gespart werden musste, was man an opulenterer Kleidung und detailreicher Möbelierung der gezeigten Räumlichkeiten erkennt. Wer einmal in dem „Sherlock Holmes Museum“ in London gewesen ist – oder über eine gute bildhafte Vorstellung des literarischen Originals verfügt – wird in der Tat erkennen, dass diese Baker Street 221B – Wohnung dem Original viel näher kommt als beispielsweise die großen Räumlichkeiten in dem Film „Mord an der Themse“; den ich dennoch liebe, aber dazu mehr an anderer Stelle…

Die Geschichte des „Hundes“ ist allseits bekannt, es sei denn man ist noch „Anfänger“ in Sachen Holmes: Ein Zustand, den ich als beneidenswert erachte, weil einem dann noch so viel Schönes bevorsteht 😉 Hier wird die Geschichte ansprechend dargestellt, alleine den Watson finde ich hier und da etwas zu lethargisch, etwa in der Situation, in der Holmes sagt, Watson solle Henry Baskerville nach Dartmoor begleiten. Da scheint er fast im Stehen zu schlafen… Wer weiß? Vielleicht war das ja auch eine Regieanweisung!? Es wirkt aber komisch.  1983 ( 1 Jahr später) sollte er in der Ian Richardson Version des „Zeichens der Vier“ den Inspektor Layton spielen.

Tom Baker war den Zuschauern als „Dr. Who“ bekannt, was es vielleicht schwieriger machte, ihn als Holmes zu akzeptieren. Die Zuschauermeinungen waren damals gespalten, sie sind es wohl auch heute noch. Aber ganz sicher gehört diese Verfilmung in das Regal eines jeden „wahren“ Sherlock Holmes Fans. Solide genug ist sie allemal.

Für rund 15 EUR kann man auch nicht viel falsch machen 😉

https://www.pidax-film.de/Serien-Klassiker/Sherlock-Holmes-Der-Hund-von-Baskerville-1982::1443.html

2)

Sherlock Holmes – Krimibox (gelesen von Friedrich Schönfelder)

Ebenfalls in den 80er – Jahren wurden im Radio diverse Lesungen von Friedrich Schönfelder (1916 – 2011)ausgestrahlt. (Ich nahm sie damals mit Musikassette auf, soweit möglich). Zuletzt wurden sie 2007 veröffentlicht, waren seither aber nun schon lange nicht mehr neu verfügbar. Schönfelder´s Stimme ist unschlagbar. Er synchronisierte u.a. den Profefssor Higgins in dem Oscar-premierten Film-Musical „My fair Lady“. Seine Stimme hat eine eigene Eleganz, die einfach zu den Holmes – Geschichten passt.

Hier eine Auflistung der auf der bei Pidax  veröffentlichten MP3-CD enthaltenen Stories:

1. Ein Skandal in Böhmen (Teil 1)
2. Ein Skandal in Böhmen (Teil 2)
3. Die Liga der Rotschöpfe (Teil 1)
4. Die Liga der Rotschöpfe (Teil 2)
5. Der Mann mit der entstellten Lippe (Teil 1)
6. Der Mann mit der entstellten Lippe (Teil 2)
7. Das gesprenkelte Band (Teil 1)
8. Das gesprenkelte Band (Teil 2)
9. Die Beryll- Krone (Teil 1)
10. Die Beryll- Krone (Teil 2)
11. Silberstern (Teil 1)
12. Silberstern (Teil 2)
13. Abbey Grange (Teil 1)
14. Abbey Grange (Teil 2)
15. Sherlock Holmes auf dem Sterbebett

Ein Großteil hiervon wurde – wie erwähnt – schon früher einmal veröffentlicht. „Neu“, d.h. zuvor nicht auf CD veröffentlicht, sind die Geschichten „Sherlock Holmes auf dem Sterbebett“ und „Der Mann mit der entstellten Lippe“. Diese beiden Übersetzungen scheinen mir auch nicht – wie die anderen – vom Haffmans-Verlag zu stammen, da sich Holmes und Watson hier mit „Du“ anreden, was eher an die Ullstein-Übersetzung erinnert.

In jedem Fall ist die CD ein Hörgenuß und kann dem Fan ebenfalls für 9,90 EUR nur empfohlen werden.

https://www.pidax-film.de/Hoerspiel-Klassiker/Sherlock-Holmes-Krimibox::1432.html

 

 

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Kleine Geschichte zum Thema Weihnachten heute

Es kamen einmal drei Hirten nach Bethlehem. Sie sahen in der Ferne einen riesigen Stern leuchten, da trat ein Verkäufer an sie heran und fragte: „Na, toll, nicht wahr? Kaufen sie einen von unseren Adventssternen. Gibt es in allen Größen – für den kleinen Geldbeutel und für den Großen!“

Aber die Könige ließen sich nicht beirren und zogen weiter in Richtung des heiligen Lichts. Da sahen sie am Himmel einen Engel, der sprach – oder besser wollte sprechen, denn vorher fiel ihm ein Orchester ins Wort, welches ein amerikanisches Weihnachtslied zum Besten gab: „Here comes Santa Claus!“ Mitten drin wurde das Orchester leiser und eine halb nackte Frau trat auf, die eine Dose Hundefutter in der Hand hielt. „Gönnen Sie ihrem Hund auch mal was Besonderes zu Weihnachten!“ rief sie mit leuchtenden Augen, dann war das Orchester fertig und zog ab.

Der Engel blieb unbeirrt. Die Könige auch. So sprach der Engel: „Sehet, euch wurde ein Kind geboren in Bethlehem, das ist der Sohn Gottes…“

Die Könige fanden den Knaben süß, wie er da in der Krippe lag und zappelte. Aber er zappelte wohl vor Allem, weil das Stroh so hart war. So nahm ihn der erste König auf den Arm, was aber nirgends überliefert wurde. Er sah ihn sich lange beherzt an, dann ging es reihum. Jeder durfte den Knaben einmal auf seinen Arm nehmen.

„Er steht für den Frieden!“ befand der dritte König schließlich und gab ihn Maria wieder. Es war still für einen Augenblick. Man hörte das Atmen von Mensch und Tier im Stall. Kein Wunder, dass sich alle sehr erschraken als plötzlich ein Panzer vor rollte. Oben aus der Luke sah ein Mann, der den gleichen Panzer in klein zeigte. „Von uns – für dich! Wünsche dir diesen Panzer mit Light and Sound! So werden die Festtage ein Knaller!“

In diesem Moment ging ein Licht von Jesus aus und er sprach, obwohl er gerade erst geboren war: „Bitte, sorgt dafür, dass meine nächsten Geburtstage nicht so ausfallen, okay? Ich wünsche mir wirklich nur Frieden, okay?“

Damit waren alle einverstanden. Nur nicht der Programmchef, der begann zu diskutieren. Er sprach von Quoten und Geld. Sie diskutieren heute noch.

Und der Kameramann Ernst sagte zu seinem Kumpel Theo: „Ist es nicht verrückt, dass so viele Leute so viel Kohle damit machen, dass vor über 2000 Jahren ein Kind geboren wurde?“ Theo kratzte sich am Kopf und entschloss sich, nicht weiter darüber nachzudenken.

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Weihnachtsgedanken 2018

„Früher war alles besser…“

Wer so spricht, ist alt. Da war ich lange Zeit ganz sicher und muss mich nun selbst überführen, denn ich sehe es langsam genau so. Ich sehe, wie meine lieben Kinder sich immer teurere Dinge zu Weihnachten wünschen, gelenkt durch gut durchdachte, überall anwesende Werbung. Wenn ich heute in der Werbung etwas entdecke, was meinen Kindern Spaß machen könnte, wissen sie schon ALLES darüber. Werbung, Youtubvideos und andere Quellen machen es möglich.

Wie sehr liebe ich es da, mich an „früher“ zu erinnern. Die Vorweihnachtszeit lag unter einem doppeltem Glanz. Zum Einen war es der Glanz des allgegenwärtigen Schnees und der Kälte, dann der Glanz dieser irgendwie verzaubert wirkenden Zeit. Mutter versteckte Geschenke im Schlafzimmer, mal im Schrank, mal unter dem Bett. Es dauerte Jahre, bis ich dahinter kam und mir so einen Großteil des Spaßes nahm, ein wenig von meiner eigenen Unschuld raubte.

Einst wie heute liebte ich die feierlich geschmückten Fenster an allen Orten. In der Grundschule wurden – je näher es an die Feiertage ging – auch mal ein oder zwei Stunde dem Vorlesen durch die Lehrerin gewidmet, während wir Kerzen anzündeten und der Duft von Mandarinen in der Luft hing.

Die Süßigkeiten am Nikolausmorgen… ja, es war schon so: Als Kind war ich bereit alles zu glauben. Auch die Anwesenheit vom Nikolaus. So mag es nicht verwundern, dass ich einmal durch das Schlüsselloch in die Festtagsstube blickte, in der es eigentlich nichts überirdisches zu sehen geben konnte. Aber ich war mir sicher, dass ich ein Kind in einer Krippe sah und einen heiligen Schein!

Neben all dem Zauber jener Zeit gab es natürlich auch bei uns die Sehnsucht, ja ich sage es offen: die SEHNSUCHT nach einem Geschenk. Etwas, was heute rar geworden ist: Der Wunsch nach DEM EINEN Geschenk! Hätte mich jemand drei Wochen vor Weihnachten gefragt, was ich mir zu Weihnachten wünsche, hätte ich es zu berichten gewusst: In allen Einzelheiten! Viele Kinder können das heute nicht mehr. Unsere Kinder sind zum Teil instrumentalisiert worden. Sie wurden von der Werbung den Bedürfnissen der Marktwirtschaft angepasst. Früher war es noch etwas anders: Spielzeugwerbung etwa war so dermaßen selten, dass ich immer froh war, wenn es mal welche zu sehen gab. Ging es dann dabei auch noch um „mein“ ersehntes Spielzeug, klopfte mein Herz noch lange nach…

Dann gab es damals so wunderbare Filme zu sehen. Jimmy Stewart in „Ist das Leben nicht schön“ oder „Jede Frau braucht einen Engel“ mit Cary Grant. „Wir sind keine Engel“ mit Peter Ustinov und anderen gesellte sich später noch dazu. Im Kinderprogramm gab es hier und da einen Bezug auf Weihnachten und Heiligabend selbst die „Weihnachtswartesendung“.

Freilich lebten damals auch noch mehr Familienmitglieder. Meine liebe Oma, mein Vater, meine Tanten und meine Onkel und mein Großvater. Mein Vater fehlt selbstverständlich sehr, so ganz gewöhnt man sich daran nie, wenn ein Elternteil gestorben ist… Aber „sein Geist“ ist anwesend. Meine Oma war um Weihnachten früher auch immer bei uns und ich genoss es, denn sie war besonders.

Familientreffen sind etwas, was der / die Einzelne höchst subjektiv wahrnimmt. Es wäre eine Lüge zu sagen, dass im Übermut der Feiertage nicht auch mal mehr oder weniger verletztende Worte gewechselt worden, aber Dramen – wie ich es von anderen Familien gehört habe – gab es bei uns nie.

Älter zu werden ohne zu erkennen, wie viel Berechnung seitens der Wirtschaft in Bezug auf Weihnachten vorherrscht hieße ewig Kind bleiben. Ein vielleicht schöner Zustand, doch ohne Entwicklung. Schade ist das, aber im Kleinen war das früher schon so. Na gut, es war viel kleiner früher….

Wie dann noch Weihnachten genießen? Je nachdem, wie fest man im christlichen Glauben ist, kann der Glaube selbst dazu beitragen. Glaubt man aus sich heraus, dann kann man Weihnachten vielleicht sogar am Meisten genießen und erkennen als das, was es wirklich sein soll.

Und dann erinnere ich mich noch an eine Geschichte meiner Tante. Sie war einmal recht verzagt, wie jeder Mensch mal verzagt ist. Da meinte ihr damals noch junger Neffe: „Dann mach es doch einfach mal so wie zu der Zeit als es dir gut ging! Mach doch mal alles so wie früher!“ Das fand sie sehr klug und ich finde es inzwischen auch sehr klug. Man muss nichts neu erfinden: Wenn ich mich früher mit Cary Grant gut unterhalten und in Stimmung versetzt fühlte, warum nicht heute? Wenn ich früher mit kleineren Geschenken zufrieden war, warum nicht heute? Usw. Usf.

Last but not least ist Dankbarkeit ein Schlüssel. Zählen Sie einmal auf, wofür sie im Moment dankbar sein können. Und wenn sie schon dabei sind, schreiben sie auch auf, was jetzt gerade, in der Weihnachtszeit, das ist, was sie am Meisten schätzen und mögen. Und dann geben Sie sich dem hin. Außer es ist Schokolade, da sollte die Waage eine Rolle spielen 😉

Ich wünsche allen Besuchern meines Bloggs eine schöne Vorweihnachtszeit und ein besinnliches Weihnachtsfest!

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Des Matrosen Klage

Einsam, Sterne, blinken

sind so weit

weg, so weit weg.

Einsam, die Träume, glüh´n,

tief in mir, so tief in mir.

 

Das Schiff, es schaukelt in der Nacht,

„Gib´s Steuer her, ich übernehm die Wacht“

Kalter Wind, Regen, Eiskristalle, Schnee –

in mir nach einer Heimat tut´s sehnsuchtsvoll weh…

 

Weihnacht, einsam, Sehnsucht

das Meer ist rauh, doch heute raunt es still

mit meiner Seel,

heute raunt es still und spendet Trost,

weil Gott es will.

 

Keine Heimat, Freunde, keine Heimat,

das Herz zu wärmen,

mich erwartet niemand

nirgendwo…

doch das Meer, es raunt mit mir und tröstet so.

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DVD – Besprechung, „Die Rückkehr zur Schatzinsel“ (Pidax)

Die Geschichte um „die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson wurde zig Mal verfilmt. Es gibt Unmengen Hörspiele, Hörbücher, ja, sogar ein Musical. Wen wundert es da, dass, zumal ja noch nicht alle Schätze auf der legendären Insel gehoben worden sind, viele Fortsetzungen zu der einmaligen Geschichte entstanden sind?

John Goldsmith hat den Roman einer dieser Fortsetzungen verfasst. Die Buchvorlage liest sich beinahe so als wenn sie wirklich aus der Feder von Stevenson stammen würde. Antiquarisch ist sie recht günstig zu bekommen.

https://www.amazon.de/Die-R%C3%BCckkehr-Schatzinsel-John-Goldsmith/dp/3802550463/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1542047196&sr=8-1&keywords=John+Goldsmith+R%C3%BCckkehr+zur+Schatzinsel

Doch diese Fortsetzung basiert auf der Fantasie keines anderen Menschen als der von Long John Silver höchstpersönlich: Ivor Dean (1917 – 1974). Der ist nämlich niemand anderes als der „Long John Silver“ in der berühmten TV-Serie mit Michael Ande aus den späten 60iger Jahren. Ein Juwel der „Adventsvierteiler“, übrigens ebenfalls auf DVD erschienen (siehe unten).

Scheinbar hatte nämlich auch er vermutet, dass da noch mehr Geld in der Schatzinsel steckt – oder er war einfach verliebt in den Stoff, wie so viele andere. Jedenfalls entwarf er „Die Rückkehr zur Schatzinsel“, auch, wenn John Goldsmith das ganze in Romanform brachte.

Ivor Deans Darstellung war wohl die beste überhaupt. Niemand sonst konnte gleichzeitig freundlich schauen und doch so als wenn er es faustdick hinter den leicht abstehenden Ohren hatte. Und insgesamt hat zumindest mich Dean´s Schauspielkunst davon überzeugt, dass er es ist: Der einzigartige Long John Silver, Schiffskoch und einst Weggefährte von niemand geringerem als Captain Flint.

Als ich auf Youtube über eine Dokumentation über die Serie, „Rückkehr zur Schatzinsel“ stolperte, wurde Ivor Dean leider nicht erwähnt. Eine Schande! Bedenkt man, dass er der geistige Vater der Reihe ist, wie es auch in jedem Vorspann jeder Folge genannt wird.

Er selbst hätte wohl auch den Silver gespielt, wäre er nicht verstorben, bis es endlich soweit war und die Dreharbeiten beginnen konnten. Es ist zum Jammern, denn er hätte das prachtvoll hinbekommen! Ich war daher gegenüber Brian Blessed etwas skeptisch. Er ein „Long John“? Zu klein, zu kompakt – und dann noch der Bart und: Keine Glatze! Zugegener Maßen hatte Ivor Dean zwar eine Glatze, die literarische Vorlage jedoch nicht, insofern mochte ich Blessed verzeihen. Und überhaupt hat er mich im Laufe der TV-Serie davon überzeugt zumindest ein guter Ersatz für den einen Long John zu sein. Er machte seinen „Job“ gut!

Auch die anderen Darsteller können sich sehen lassen. Schauspielerisch serviert die „Rückkehr zur Schatzinsel“ gute Leistungen. Die Serie ist kurzweilig. Zugegeben fragt man sich über den Großteil der äußerst abenteuerlichen Serie, weshalb die Geschichte als Rückkehr zur Schatzinsel betitelt wurde, denn bis es soweit ist , soviel sei verraten, passiert sehr viel.

Ich habe lange darauf gewartet, dass diese Verfilmung, die schon lange auf englisch zu erhalten war, auch auf deutsch erschien. Danke an Pidax an dieser Stelle!

(c) Pidax, HTV

Brian Blessed = Long John Silver

Christopher Guard = Jim Hawkins

Kenneth Colley = Ben Gunn

Reiner Schöne = Van der Brecken

uva.

(Als alter Star Wars Fan sei erwähnt,  dass Herr Schöne neuerdings den Lord Vader vertont…!)

Leider muss ich aber trotzdem auch etwas beklagen. Mitten in den Folgen sieht man ganz kurz Bilder von Szenen, die – so habe ich es mir erklärt – unsauber weggeschnitten wurden, weil sie die Handlung nur unnötig ? In die Länge zogen. Es ist ja bekannt, dass die „öffentlich rechtlichen“ seinerzeit alles taten, damit keine Folge zu lang war (damit die Nachfolge-Sendungen pünktlich beginnen konnten). Beispielsweise auch bei der Serie „Robin of Sherwood“, doch ist es dort zum Glück der Fall, dass man die nicht synchronisierten Bestandteile mit englischem Untertitel in den Folgen lies! Eine glücklichere Lösung, finde ich.

Die Filmmusik von Terry Oldfield (Bruder von Mike und Sally Oldfield) ist typische 80iger/90iger – Jahre – TV – Musik (Instrumente, Stil, wenngleich das ganze mit Mike Post und Co. natürlich nichts zu tun hat). Die Musik von Jan Hanus und Lubos Sluka zum Advents-Vierteiler von einst war meiner Meinung nach passender, stimmungsvoller. Die Oldfield-Musik wirkt sehr simpel und trägt wenig zur Atmosphäre der Serie bei. Schlecht ist sie aber nicht.

Auch schade finde ich, dass Jim Hawkins das ganze nicht wieder aus dem „off“ erzählt, so wie einst bei der alten“Schatzinsel“ im Fernsehen (durch die tolle Stimme von Helmut Lange).

Last but not least bin ich jedoch einfach froh, dass auch dieses Stück Filmgeschichte nunmehr käuflich zu erwerben ist. Die Serie hat starke und schwache Momente, doch ist sie dermaßen abwechselungsreich und die Handlung schreitet so schnell voran, dass Langeweile nicht aufkommt. Hier (u.a.) könnt ihr sie bestellen:

https://www.pidax-film.de/Serien-Klassiker/Die-Rueckkehr-zur-Schatzinsel::1376.html

Die Original-Schatzsinsel-Verfilmung mit Ivor Dean als Silver gibt es u.a. hier für einen Spott-Preis:

https://www.amazon.de/Die-Schatzinsel-DVDs-legend%C3%A4ren-TV-Vierteiler/dp/B000BT59OC/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1542046759&sr=8-1&keywords=Die+Schatzinsel+Vierteiler

Die stimmungsvolle Filmmusik zum „Advents-Vierteiler“ von einst ist hier zu finden:

https://www.amazon.de/Die-Schatzinsel-Lubos-Sluka-Hanus/dp/B01N7ITHA9/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1542046805&sr=8-1&keywords=Die+Schatzinsel+soundtrack

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