Sherlock Holmes – die geheimen Fälle… Nr. 51: Was das Feuer übrigliess

Am Anfang dieses Hörspiels wird sich der eine oder andere Sherlock Holmes Fan die Augen reiben – oder besser die Ohren spitzen, denn anfangs wirkt er verblüffend ähnlich zu der Kurzgeschichte „Das Haus bei den Blutbuchen“ von Sir Conan Doyle, in der eine Hausangestellte – hier weiblich – exakt nach ihrem Äußeren ausgesucht wird und dies, wie sollte es anders sein, aus niederen Motiven.

Doch gerade als ich anfing zu glauben, dies sei eine Homage, Persiflage oder sonstige Variation der genannten Kurzgeschichte, da erinnerte sie mich glatt entfernt an Robert Louis Stevensons „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“.

Die Geschichte, die Marc Gruppe verfasst hat, wird dann jedoch erfrischend eigenständig und führt das hörende Publikum in einen spannenden Fall, bei dem Holmes und Watson sich viel Mühe geben müssen, um die schlimmste Greueltat zu verhindern. Ob sie es schaffen?

Dies kann man am Besten erfahren, wenn man sich das Titania – Hörspiel „Was das Feuer übrigliess“ aus der Reihe „Sherlock Holmes – die geheimen Fälle des Meisterdetektivs

Der 51. Fall, der hier mit Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes und Detlev Bierstedt als Dr. Watson vertont wurde, ist wie gewohnt mit zahlreichen Effekten und Musik unterlegt, womit sich wahres „Kopfkino“ einstellen kann. Dafür ist diese Reihe ja bestens bekannt.

Ich hatte großen Spaß mit dem Hörspiel und überlege noch, ob das daran liegt, weil oder trotzdem mir der Anfang so verdächtig bekannt vorkam. Vermutlich liegt es am Ehesten am spannenden Ende.

https://titania-medien.de/album/folge-051-was-das-feuer-uebrigliess

 

 

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Merlin – die neuen Abenteuer

Worum es geht

Auf ganze fünf Staffeln hat es die britische NBC / BBC Serie aus den Jahren 2008 – 2012 namens „Merlin – die neuen Abenteuer“ gebracht. Merlin (Colin Morgan) ist natürlich der Zauberer aus der Artus – Legende. Jedoch ist er hier erstmal nur ein junger Mann, der seine Zauberkräfte verbirgt, weil König Uther das zaubern verboten hat. Wer zaubert, wird geköpft.

So schickt ihn seine Mutter aus seinem Dorf, weil er dort sonst zu sehr auffällt und vielleicht einmal verraten wird. Das will sie natürlich verhindern. Sie schickt ihn daher zu einem Freund, nämlich zum alten Gaius (Richard Wilson), der früher einmal selbst gezaubert hat, nun jedoch – „geläutert“ – am Hofe von König Uther den Heiler gibt.

Da Merlin seine Zauberkräfte kaum beherrscht und zudem Gaius vor den Folgen eines Sturzes von einer Leiter retten möchte, wird Gaius sehr schnell Zeuge seiner Fähigkeiten. Jedoch verrät er ihn nicht. Im Gegenteil. Das zaubern wird ihr gemeinsames Geheimnis. Merlin soll sich möglichst unauffällig in Camelot verhalten, so der Rat von Gaius.

Schon bald jedoch stößt Merlin ausgerechnet mit dem Kronprinzen, Arthur (Bradley James) zusammen und fordert ihn sogar zum Kampf heraus, weil er dessen arrogante Art mit anderen umzugehen nicht leiden kann. Wer jedoch hätte gedacht, dass Merlin schon bald die Möglichkeit dazu erhält – und sie auch nutzt – ihm, Artus, das Leben zu retten? Aus Dankbarkeit dafür, dass er das Leben seines Sohnes gerettet hat, setzt er ihn als Diener von Arthur ein.

So kommt es, dass Artus, der eigentlich nicht auffallen sollte, nun täglich bei Hofe seinen Dienst verrichtet. Dabei lernt er auch die freundliche Ziehtochter von Uther, Morgana (Katie McGrath) und deren Dienerin Gwen (Angel Coulby) kennen.

Wer die Original – Sage kennt, wird spätestens jetzt stutzig werden. Gwen, soll das etwa Guinever aus der Sage sein? Ist es nicht seltsam, dass sie hier eine Dienerin ist?

Und genau da beginnt der eigentliche Spaß der Serie.

Die Arthur – Legende einmal anders

Die Stützpfeiler der Arthur – Legende werden während der Serie durchaus eingehalten und so steht im Prinzip auch schon vieles fest, jedoch wird mit den Charakteren der Sage hier gespielt. Das sorgt für ein gewisses Element der Unsicherheit. Im Prinzip weiß man, was geschehen wird, so man die Sage kennt, aber hier kann es doch alles ein klein wenig anders ausfallen.

Was ebenfalls zur außerordentlichen Spannung der Serie beiträgt ist, dass diese Serie uns die Sage um König Artus und die Ritter der Tafelrunde so erzählt, wie wir sie uns vielleicht, mehr oder minder, als Kinder ausgemalt hatten, ehe wir sie – meist durch eine Hollywood – Verfilmung – kennenlernten. Sagen wir es frei heraus: Die Original – Sage ist, besonders in der alten Version von Chretien de Troyes, nicht unbedingt zeitgemäß erzählt. Ehren sollte man sie für die Grundzüge der Geschichte und dafür, dass die Sage überhaupt überliefert wurde zu einer Zeit, wo kaum jemand schreiben konnte. Die wohl origialgetreueste Version von Artus im Film findet man in John Boormans „Excalibur“, der sowohl das faszinierende zeigt als auch das, was uns heute merkwürdig an der Originalsage vorkommt.

Stellten wir uns als Kinder jedoch nicht immer Drachen, Ungeheuer, Kobolde, Hexen und Zauberer vor, wenn wir von den „Rittern der Tafelrunde“ erfuhren? Wo sind die Heldentaten, in denen wir unsere Helden gegen echte Gefahren antreten sehen? Diese Serie hat all das. Speziell ein Drache wird zu einem Weggefährten von Merlin. Er teilt ihm auch mit, dass Merlins Aufgabe darin besteht, das Leben von Arthur zu schützen.

Das ist der dritte Punkt, der diese Serie so großartig macht. Merlin wird zum geheimen Lebensretter von Arthur – und das nicht nur einmal. Dabei gelingt es ihm immer wieder völlig teilnahmslos am Geschehen und zuweilen gar nutzlos zu erscheinen.

Dennoch entwickelt sich eine rauhe Freundschaft zwischen Merlin und Arthur, die mit der Zeit viel tiefer geht. Oberflächlich gibt es stets „dumme Sprüche“, aber eigentlich halten sie eine Menge voneinander.

Man hat sich bewusst dafür entschieden, Menschen mit dunkler Hautfarbe mit einzubauen. Sogar Gwen fällt darunter. Im Mittelalter gab es in Europa vermutlich keine Menschen mit dunkler Hautfarbe (zumal als Ritter). Insofern nimmt sich die Serie eine gewisse Freiheit, passt sie auch in dieser Hinsicht – neben der erzählerischen – unserer Zeit an.

Und warum auch nicht? Sicherlich hat auch manch „farbiges“ Mädchen und manch „farbiger“ Junge einst davon geträumt, Ritter oder Königin in Camelot zu sein und findet sich nun in dieser Serie wieder.

Erste Staffel zu Ende sehen! Der Rest kommt von selbst!

Sämtliche Schauspieler vermögen zu überzeugen. Zusammen sind sie einfach großartig. Die Chemie zwischen allen Protagonisten stimmt einfach.

Dennoch muss man die Serie erst kennenlernen, ehe sie so wirklich Spaß macht. Die ersten Folgen der ersten Staffel sind für sich zwar spannend und witzig aber sie fühlen sich noch nicht nach „Epos“ an, noch nicht nach großer, gewaltiger Legende, die einen nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Weinen zu bewegen vermag. Aber all das kommt im Laufe der folgenden Staffeln. Man bekommt in manchen Episoden sogar richtig großes Kino geboten

Wer die Original – Sage kennt, wird die Serie mit der Zeit umso mehr zu schätzen wissen, da sie gekonnt dafür sorgt ganz anders, aber trotzdem genauso zu sein. Es ist ein wenig als würde man eine „wahre Geschichte“ sehen. „So war es wirklich“.

DVDs, Soundtracks, Figuren…

Wer skeptisch ist, kann sich die Folgen auf Netflix ansehen. Polyband hat jedoch auch dankenswerter Weise sämtliche Staffeln auf DVD veröffentlicht. Diese DVDs sind für „wahre Fans“, denn sie beinhalten nicht nur die Serie, sondern auch einen Haufen Zusatzmaterial. Eine Menge Interviews, „Behind the scenes“ und Making of´s laden dazu ein, die Entstehung der Serie und die darin vorkommenden Schauspieler besser kennenzulernen.

https://polyband.de/ceemes/page/show/964/search=merlin

Eine halbe Staffel auf DVD kostet etwa 15 EUR beim bekanntesten Internet – Kaufhaus.

Merlin (c) Polyband, NBC, BBC

Zudemist zu den ersten vier Staffeln der Soundtrack von Rob Lane und anderen veröffentlicht worden. Angeblich sei die Filmmusik für Staffel 5 alleine aus dem bestehenden Material entstanden, daher gab es nie einen fünften Soundtrack. Während sich die physischen CDs nur noch zu erhöhten Preisen finden lassen, kann man die MP3s z.B. bei Amazon für rund 10 EUR bekommen.

Seinerzeit kamen auch eine Handvoll Figuren auf den Markt, die an jene von Hasbro zu Star Wars erinnern. Diese findet man ggf. auf Ebay.

Fazit

„Merlin – die neuen Abenteuer“ erfreut sich einer großen Fangemeinde, die immer noch hofft, dass es nach dem Ende der Serie doch noch weitergeht. Ich persönlich hatte immer das Gefühl, dass die Serie wirklich gut durchgeplant worden ist – von Anfang bis Ende. Und das Ende ist stimmig. Es zahlt sich doch immer wieder aus, eine Geschichte komplett zu kennen, ehe man sie verfilmt, nicht wahr, DISNEY! (-> Star Wars Sequels!)…

Eine Fortsetzung der Serie macht meiner Ansicht nach weniger Sinn. Spannend wären allerdings Kinofilme, die die Geschichten zwischen den Staffeln erzählten. Hier könnte man noch mehr von den Abenteuern der Ritter der Tafelrunde erzählen. Aber daran scheint kein Studio Interesse zu haben. Schade eigentlich.

So bleibt mir nur, die Serie immer wieder mal von vorne zu sehen, die mittlerweile in einen in Vergessenheit geratenden Edelstein mutiert , weswegen ich dieser fantastischen Serie hier diese Zeilen widme und vor so viel Kreativität und Liebe zu Handlung, Setting und Charakteren nur den Hut ziehen kann.

Für Camelot!

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Totengesang – Nachwort einer Liebesgeschichte

Diese kleine Geschichte dachte ich mir um 1998 aus. Im übertragenen Sinne gibt es biografische Ähnlichkeiten. Vor Allem aber faszinierte mich die Szenerie und das Ende… Wie man hören wird, ist dies ein – gewollt! – dramatische Stück.

Dies ist mein zweiter Versuch einen Text in dieser Form zu präsentieren und der erste mit einem so vergleichweise langen Text. Beim Anhören höre ich selbst viele Stelle, die ich besser hätte einlesen können…. Vielleicht, eines Tage 😉

Danke an Pixabay, für die tollen, freien Fotos! Für dieses Gedicht gilt, wie immer: (c) Matthias Wieprecht. Also nur nach Absprache mit mir nutzen, falls!

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Freiheit

Frei. Ein Gedicht von 1996. Heute würde ich mit „Frei“ anderes assoziieren. Schön ist´s trotzdem. 🙂 Auf den Titel klicken, falls meine Youtube – Lesung hier noch nicht erscheint.

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Mel Brooks – Dracula – Tot, aber glücklich!

Mel Brooks

Der 1926 in Brooklyn, New York, geborene Mel Brooks ist wohl allen ein Begriff. Komödien wie „Frankenstein Junior“, „Spaceballs“ und „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ gingen in die Filmgeschichte ein. Sein Humor ist speziell, sein Wortwitz  allseits bekannt, wobei er auch ein Freund von Doppeldeutigkeiten ist. Er produziert also genau die Art von Filmen, bei denen man abschalten kann und was zu lachen hat.

Schon „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ kam nicht zufällig gerade mal zwei Jahre nach der Costner – Verfilmung des bekannten Stoffs auf dem Markt, auch „Dracula – Tot aber glücklich“ (1995) bezieht sich auf einen seriösen Publikumsmagneten, nämlich Francis Ford Coppolas „Bram Stokers Dracula“ (1993).

Kein großer Erfolg – aber deshalb schlecht?

„Dracula – tot, aber glücklich“ war bisher Mel Brooks letzter Streich. Sehr erfolgreich an den Kinokassen, speziell in Amerika, war dieser leider nicht, obschon Leslie Nielsen hier voller Spielfreude in die Rolle des rumänischen Vampirs schlüpft.

In Deutschland allerdings war der Film offenbar erfolgreicher als im „Rest der Welt“, wenn man Kino.de (laut Wikipedia) glaubt:

Dracula auf Blu-Ray bei (c) Pidax

„Für Mel Brooks Verhältnisse ist seine aktuelle Witzmär überraschend verhalten ausgefallen, finden sich doch ungewohnt wenige jener Geschmacklosigkeiten, mit denen sich der Blödelmeister einen Namen gemacht hat. […] Zudem hält Brooks die Gagfrequenz überraschend niedrig. Dafür kann der Altmeister mehr Treffer verbuchen als in seinen letzten Filmen. Während sich die Begeisterung in den USA in Grenzen hält, ist Mel Brooks „Dracula – tot, aber glücklich!“,  nach dem
Riesenerfolg von „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ (2,1 Mio. Zuschauer) im
kalauervernarrten Deutschland eine todsichere (Blut-)Bank.“

Die Cinema und das Lexikon des internationalen Films gehen etwas pessimistischer mit diesem Film ins Gericht. Aber wie gut ist der Film wirklich? Durch die Veröffentlichung bei Pidax auf DVD und Blu-Ray konnte ich mir (noch einmal – nachdem ich ihn seinerzeit im Kino gesehen hatte) ein Bild machen.

Ich persönlich kann sagen: Ich  wurde gut unterhalten, da ich die persifilierten Vorlagen sehr gut kenne. Nicht nur den Coppola, sondern auch den 1931er Fim mit Bela Lugosi. Kennt man diese gut, weiß man auch, worauf angespielt wird und die ohnehin witzigen Slapstickeinlagen bekommen eine Prise Witz mehr, wenn man weiß welche Originalszene auf den Arm genommen wird.

Seltsame Gestalten und ganz viel Knoblauch (c)Pidax

Problematisch finde ich, dass viele der großen, überraschenden Gags schon im Trailer des Kinofilms verbraten wurden. Daher habe ich hier auch keinen solchen verlinkt. Wenn man dem Film neu begegnet, hält er durchaus ein paar Schenkelklopfer parat. Es ist aber speziell Leslie Nielsens Schauspiel, welches das Grinsen im Gesicht hält, weil er es einfach drauf hatte wie kein anderer, solche Rollen mit einer eigenen Art paradoxen Tiefgangs zu versehen. Dieser Dracula ist aus dem selben Stoff wie „die nackte Kanone“.

Die Synchronisation ist übrigens auch äußerst gut gelungen. Welche andere Stimme als jene von Horst Schön könnte Leslie Nielsen angemessen synchronisieren? Van Helsing, der von Mel Brooks selbst gespielt wird, wurde von Wolfgang Völz synchronisiert, einer weiteren legendären Synchronstimme.

Die Bildqualität der Blu-Ray ist sehr gut und in den Extras erleben wir u.a. einen witzigen, gut gelaunten Leslie Nielsen, der in seiner Role offenbar sehr aufging (auch hinter der Kamera) und – gemeinsam mit seinen Kollegen – eine gute Zeit am Set hatte.
Den schaurig – witzigen Spaß bekommt man bei Pidax oder z.B. Amazon für rund 10 EUR.

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Batman – Die Maske im Spiegel – Der Sammelband

Erstmals im Sammelband!

Erst seit kurzer Zeit kämpft Batman in seiner Stadt Gotham City gegen das Verbrechen, doch er ist bereits zur düsteren Legende geworden, vor der die Kriminellen und korrupten Geschäftemacher und Cops zittern. Dann aber taucht ein Doppelgänger auf, ein Mörder in Batman-Kostüm, der Verbrecher vor der Kamera tötet, und die Polizei macht auf einmal Jagd auf den Dunklen Ritter. Während Bruce Wayne alias Batman seinen Nachahmer zu fassen versucht, um weitere Morde zu verhindern und seinen Namen reinzuwaschen, kommt die Polizistin Blair Wong ihm persönlich und seinem Geheimnis gefährlich nahe …

Die eigenständige, packende Batman-Story von Filmemacher Mattson Tomlin (Project Power) und Ausnahmekünstler Andrea Sorrentino (JOKER: KILLER SMILE) erstmals komplett als Sammelband.

Ein „richtiger“ Batman – Comic

Ich habe mir nun in Form des Sammelbandes (https://paninishop.de/batman-superhelden-comics/batman-die-maske-im-spiegel-sammelband-dblcol002) die komplette Story durchgelesen (Teil I der Hardcover – Variante hatte ich euch ja schon vorgestellt). Was mir gefallen hat ist, dass es sich hier wirklich um einen „richtigen“ Batman – Comic handelt. Ähnlich wie beim Film „The Batman“ ist dies keine völlig simple Story, wenngleich sie auch nicht hochkomplex ist. Genau das richtige also für eine entspannte Zeit. Es ist ein Kriminalfall und Batman arbeitet hier als maskierter Ermittler, wie wir es kennen und lieben.

Der Titel des Comics, „Die Maske im Spiegel“ ist nicht nur gewählt worden, weil er sich gut anhört. Wenn sich Batman im Spiegel anschaut, was sieht er dann? Sieht er Batman, weil er ganz zum Fledermau- Mann geworden ist oder sieht er den maskierten Bruce Wayne? Wieviel Bruce Wayne steckt in Batman? Da sich Bruce Wayne hier seiner langjährigen Psychotherapeutin stellen muss, wird er auch immer wieder damit konfrontiert, wer er eigentlich ist – und, wichtiger noch, was mit ihm eigentlich los ist!

Batman – Die Maske im Spiegel (Titelbild) (c) DC, Panini

Würde es einen Batman – Comic geben, in dem lediglich die Therapie-Stunden von Bruce Wayne beinhaltet wären, könnte das schon höchst lesenswert und spannend sein. Zu tief geht Waynes Therapeutin jedoch leider nicht. Sie kennt ihn allerdings auch schon sehr lange und vieles ist längst besprochen worden, wie eine Rückschau in seine Kindheit zeigt, in der er seine Therapeutin kennenlernte. Dennoch hätte ich gerne noch viel mehr darüber erfahren, was in diesem „Typen“ eigentlich vor sich geht.

Der Titel deutet aber auch an, dass hier ein weiterer Batman unterwegs ist, der sein Unwesen treibt. Ähnlich wie die „Riddler-Bande“ in „The Batman“ die Schattenseite des Helden gespiegelt hat, so zeigt dieser andere Batman, wie wichtig es ist, dass „unser Batman“ Regeln befolgt.

Während Batman innerlich und äußerlich seine Dämonen besiegen möchte, befeuert die Lokalpresse die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Batman – den Einen wie den Anderen-, denn sie weiß ja nichts davon, dass aktuell zwei von der Sorte unterwegs sind…

Ein Kunstwerk!

Absolut lesenswerter Stoff, was alleine die Story angeht. Könnte ich mir auch gut als animated Movie vorstellen.

Kunstwerke im Comic… (c) DC, Panini

Immer wieder werden die normalen Comic – „Kästchen“, die professionell und gut gezeichnet die Handlung erzählen, von kleinen „Kunstwerken“ unterbrochen, die ebenfalls Teil der Geschichte sind und dazu einladen bei ihnen einen Moment zu verweilen.

Bild und Text vereinen sich hier kunstvoll und so hatte ich bei der Lektüre dieses Comics das Gefühl ein „Kunstwerk“ zu lesen, nicht nur einen „normalen“ Comic. Natürlich sind die Batman Comics, die heute erscheinen, in der Regel recht kunstvoll gehalten, aber manchmal wird einem das besonders bewusst – wie in diesem Fall.

 

Die Auflösung der Story und das Fazit

Die Auflösung der Geschichte ist, soviel sei gesagt, relativ unspektakulär. Logisch, nachvollziehbar und sie funktioniert auch, aber der Weg zur Auflösung dieses Falls macht mehr Spaß als die Auflösung selbst. Andersherum allerdings wäre es ja auch fatal.

So kann ich den Sammelband „Batman – Die Maske im Spiegel“ nur wärmstens allen Freunden der Fledermaus empfehlen. Besonders jenen, die „The Batman“ mochten, da es sich hier nicht nur um einen relativ jungen, ungeformten, rohen Batman handelt, sondern auch, weil die Story weniger Action-Abenteuer als Krimi darstellt.

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Verliebt in Chopin – DVD – Veröffentlichung bei PIDAX

Der Film heißt im Original „Impromptu“. Nur Musikliebhaber, speziell der Romantik, werden verstehen, dass es sich bei einem „Impromptu“ (französisch: Aus dem Stehgreif, überraschend – Wikipedia), um ein kleineres Musikstück, meist Klavierstück handelt. 

Überraschend charmant und witzig ist die Handlung, in der es darum geht, wie sich zwei Personen aus der Geschichte begegnen, die sich auch tatsächlich einst begegneten: Frederic Chopin und George Sand, die sich gerne Männerklamotten anzog als das noch ein Aufreger war und in Wirklichkeit Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil hieß.

George Sand und eine gute ? Freundin… (c)Pidax

Das ungleiche Paar – auf der einen Seite die freigeistige Schriftstellerin und auf der anderen Seite der kränkliche, empfindsame Chopin – gingen tatsächlich um 1838 eine Liebesbeziehung ein, die leider nicht ewig hielt und im wahren Leben auch einen nicht ganz glücklichen Ausgang hatte, was aber für diesen Film keine Rolle spielt.

Denn dieser Film will vor allem unterhalten und zwar, ganz stilecht, auf romantische und – im Sinne des Impromptu – auch überraschende Weise. Hugh Grant, der 1982 ins Filmgeschäft kam, spielte in diesem 1990er Film den großen Komponisten und Klaviervirtuosen, während Judy Davis die George Sand spielt. Auch Emma Thompson, bekannt aus Harry Potter und den Branagh – Shakespeare – Verfilmungen, ist mit von der Partie.

Das der Film für das deutsche Publikum den Titel „Verliebt in Chopin“ erhielt, könnte dazu verleiten anzunehmen, dass man das deutsche Publikum für begriffsstuzig hält. Wer weiß. Sicher ist, dass dieser Film allen, die mit leichten, romantischen, historischen Komödien und idealerweise auch mit klassischer Musik etwas anfangen können, eine gute Zeit beschert.

Der Film ist bei PIDAX für den Preis von 11,90 EUR erschienen und ist jeden Cent wert.

https://www.pidax-film.de/Historien-Klassiker/Verliebt-in-Chopin-Impromptu-Remastered-Edition::2374.html

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EUROPA Gruselserie 9: Ouija – Terror im Geisterhaus

Aus einer Laune heraus überredet Claudia die Gäste ihrer Geburtstagsfeier zu einem unheimlichen Experiment. Bei einer Seance beschwört die vergnügte Runde den Geist eines berüchtigten Massenmörders. Die Situation gerät binnen Minuten außer Kontrolle und die Party entwickelt sich zu einer Odyssee des Grauens…

Endlich geht es weiter…

Soweit der Klappentext zur 9. Ausgabe der neuen EUROPA Gruselserie. Ich – als alter Fan der damaligen Gruselserie von H. G. Francis – bin verdammt froh, dass es diese Serie gibt und das die Macher hinter der Serie, allen voran Andre Minninger und die Hörspielkönigin, Heikedine Körting, sich nicht von der verwöhnten, stets unzufriedenen Schar in den sozialen Medien davon abbringen lassen, dran zu bleiben. Es wird natürlich immer verglichen und es wird immer so sein, dass „früher alles besser war“. Nur, das wir 50er von heute damals um die 12 Jahre alt waren und weder Erwartungshaltung kannten noch Vergleiche zu anderen Serien zogen, weil es die schlicht nicht gab. Die neue EUROPA Gruselserie funktioniert zumindest für mich sehr gut.

Kritik mit kleinen Spoilern (wer keine Spoiler will, einfach zum Fazit springen)

Was mir an dieser neuen Folge besonders gut gefällt ist die Hinleitung zu den eigentlichen Vorkommnissen. Die Freundinnen, deren Charaktere deutlich gezeichnet werden, die zuerst noch herrlich albern sind und wie kleine Mädchen Spaß daran haben, mit ein wenig „Spuk und Einbildung“ die Nacht zu verbringen – ehe dann die Stimmung mächtig kippt. Das ist sehr gut gelungen.

Mein Lieblings – Drei ??? – Sprecher, Andreas Fröhlich, übernahm eine, wenn nicht gar die Hauptrolle. Dem Fröhlich kann ich ewig zuhören (empfohlen seien seine Erlend Loe – Roman – Hörbücher). Neben seiner angenehmen Stimme schauspielert er auch überzeugend, was gerade für seine Rolle so wichtig ist.

Reinhilt Schneider war vielleicht die erste Synchronsprecherin, in deren Stimme ich mich verliebte, ohne ohne sie zu kenne als ich vor langer Zeit das „Schloß des Grauens“ hörte. Hier ist sie in der Rolle von Birgit wieder dabei. Wunderbar!

Maxi wird von Sandra Schwittau gesprochen. deren charismatische Stimme man mindestens von Bart Simpson kennt.

Alle SprecherInnen machen ihren Job sehr, sehr gut. Professionell eben.

Die Effekte und die Musik stimmt natürlich. Anders ist man es aus dem Hause EUROPA ja auch nicht gewohnt, nicht wahr?

Hätte ich etwas an diesem Hörspiel zu bemängeln, dann höchstens, dass man die Möglichkeiten eines ganzen Hauses (auch, wenn es klein ist), nicht genügend ausgelotet hat. Es bleibt am Ende dann doch eher ein Kammerspiel. Ein gutes, unterhaltsames, spannendes und gruseliges Kammerspiel. Warum aber nicht den Keller, den Boden und andere Räumlichkeiten erkunden? Warum nicht länger andeuten, ehe die Gefahr körperlich wird?

Fazit

Wir haben hier einen mehr als ordentlichen 9. Teil der neuen EUROPA Gruselserie. Die gruselige Stimmung wird besonders in den ersten Akten gut eingefangen. Da man diese Serie immer mit der damaligen H.G.Francis – Reihe vergleicht, würde ich sagen, es ist eher eine „Monsterspinne“ als „Draculas Insel“, was aber immer noch sehr gut ist.

Wenn es nach mir ginge, würde es noch lange weitergehen mit der Gruselserie. Auch, wenn Dreamland Grusel das schon getan hat, würde ich gerne ein paar Fortsetzungen zu damaligen Kulthörspielen aus dem Hause EUROPA direkt von EUROPA hören.

Nachtrag: Details zum Hörspiel:

Claudia – Stephanie Kirchberger
Birgit – Reinhilt Schneider
Susanne – Manuela Dahm
Maxi – Sandra Schwittau
Heidi – Regine Lamster
Detlef Rot – Andreas Fröhlich
Polizist – Christian Rudolf
Meyer – Rasmus Borowski
Klaus – Achim Buch

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Buch und Effekte: André Minninger
Redaktion Hilla Fitzen
Geräusche Helge Halvé
Regie und Produktion: Heikedine Körting
Musik: Tonstudio EUROPA
(P) & © 2022 EUROPA, a division of Sony Music Entertainment Germany GmbH
SONY MUSIC ENTERTAINMENT (GERMANY) GmbH

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Arthur & George – Eine Miniserie für Sherlock Holmes Fans – ohne Sherlock Holmes!

Wusstet ihr, dass der Cousin von Martin Clunes, dem britischen Schauspieler, der auch „Doc Martin“ spielt, niemand geringeres ist als der ehrenwerte Jeremy Brett? Jetzt sagt nicht, ihr wisst nicht, wer Jeremy Brett ist.

Kurzer Abstecher in eine andere Serie…

Okay, Jeremy Brett´s (1933 – 1995) weltberühmte Darstellung von Conan Doyles Meisterdetektiv Sherlock Holmes wurde vor dem Mauerfall in Westdeutschland ziemlich stiefmütterlich behandelt, was man auch an der Synchronisation seiner „Sherlock Holmes Serie“ merkt, die zunächst nur vom „Fernsehen der DDR“ synchronisiert und ausgestrahlt wurde. Die Qualität der Synchronisation war allerdings recht mittelmäßig. Allein der Hauptdarsteller (Jeremy Brett) erhielt im Laufe der Serie drei verschiedene Synchronstimmen. Später kamen durch Nachzügler-Synchronisationen noch zwei weitere Synchronstimmen hinzu. Aber auch die Übersetzung war nicht gerade galant, hörte sich teils an als hätte man sie mit einem Englisch – Deutsch – Wörterbuch übersetzt, wobei der englische Satzbau nur selten dem deutschen angepasst wurde, was teilweise seltsam wirkte.

Ich reite nur deshalb auf der sehr wechselhaften und mittelmäßigen Synchronisation der – wie gesagt – weltberühmten und anerkannten Serie so herum, weil das zeigt, wie wenig man sich im „West Fernsehen“ damals um die Serie kümmerte, die in vielen anderen Ländern – von Europa bis Amerika – so sehr gepriesen wurde. Ich habe das bis heute nicht ganz begriffen und wünschte mir, man würde der Serie ein einziges Mal eine einheitliche, wirklich gute Synchro verpassen, zumal bis heute noch vier Folgen gänzlich unsynchronisiert sind. Unfassbar!

Würde sich z.B. Pidax einer gesamten, einheitlichen Synchronisation annehmen, wären viele deutsche Sherlock Holmes Fans dankbar. Das nur am Rande. Jetzt aber endlich zu…

Arthur & George

und damit auch zurück zu Martin Clunes. Was hat der Kerl nun mit Holmes zu tun, abgesehen von seiner Verwandtschaft mit Jeremy Brett? Nun, genau so viel wie Arthur Conan Doyle in gewisser Weise, denn diesen spielt er in dem Fernseh – 3 – Teiler „Arthur und George“.

Pidax brachte diesen 3 – Teiler kürzlich auf den Markt und überraschte zumindest mich damit komplett, da ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, dass irgendetwas in der Art von itv Studios je gedreht worden war. Dabei bin ich ein ausgemachter „Holmesian“. Die Serie ging einfach an mir vorbei.

Sir Arthur Conan Doyles Leben liest sich selbst wie das Leben eines Abenteurers. Ähnlich wie der reale Jules Verne erlebte auch Doyle diverse Reisen mit allerlei Abenteuern, machte diverse Abstecher ins Reich des Spiritismus – und löste einen Fall!

Julian Barnes schrieb genau darüber ein Buch, in dem es eben darum geht, wie Arthur Conan Doyle und Alfred Wood, genauer Major Alfred Herbert Wood, den Doyle immer „Woody“ nannte, sich eines Falls annahmen. (Woody war ein ehemaliger Schuldirektor und zwischen 1897 und 1930 Conan Doyles Freund, Privatsekretär und „Manager“.)

Den hier beschriebenen „Fall Edalji“ gab es tatsächlich. Aber ob er sich in jedem Detail genau so zugetragen hat, wie hier zu sehen ist, weiß niemand. Jedenfalls kann man sich das aber gut so vorstellen. Das Ende, wie ich fand, war zu schön in Szene gesetzt als das es sich wirklich exakt so abgespielt haben könnte. Die Grundlagen der Story stimmen auf jeden Fall.

Edalji landete wegen Tierverstümmelungen drei Jahre im Gefängnis. Mir scheint fast, heute würde man – zu Unrecht!- besser bei einer solchen Straftaten davon kommen, aber das ist ein anderes Thema. Als Vorbestrafter wurde George Edalji – ein angehender Rechtsanwalt – aus der „Law Society“ ausgeschlossen. Conan Doyle nahm sich des Falls an und stellte während seiner Ermittlungen, in denen er teilweise so brillierte wie sein literarisches Geschöpf Sherlock Holmes, einige Fehler während der polizeilichen Ermittlungen fest. Außerdem wurde der angehende Anwalt, der in Bombay geboren wurde, mit rassistischen Vorurteilen konfrontiert. Woody half Doyle dabei ähnlich wie Watson es bei Sherlock Holmes tat.

Diese „wahre Geschichte“ wurde mit hervorragenden Schauspielern in einem aufwendigen, zeitgenössischen Ambiente produziert. Auch die deutschen Synchronsprecher sind durch die Bank weg gut gewählt.

Wer sich für Sherlock Holmes interessiert, dem wird auch dieser 3 – Teiler gefallen. Aber vorsicht: Die mutwillige Verstümmelung von Pferden wird nicht nur erwähnt, sondern teilweise auch gezeigt bzw. deren Folgen. Das sollte man vorher wissen.

Fazit: „Arthur und George“ ist eine beeindruckende, spannende Produktion und für alle Freunde viktorianischer Krimis empfehlenswert und kostet nur rund 15 EUR.

https://www.pidax-film.de/Serien-Klassiker/Arthur-George::2232.html

 

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Inspector Lestrade Fall 14: Die Tode des Adrian Abernethy

Als sich Adrian Abernethy das Leben nimmt, scheinen seine Gemahlin und die Töchter beinahe erleichtert zu sein. Wenig verwunderlich, hatte sich doch der erfolgreiche Unternehmer nach dem gewaltsamen Tode seines Bruders immer mehr zu einem tyrannischen Zerrbild seiner selbst gewandelt. Niemand im Hause Abernethy blieb davon verschont. Aber so nachvollziehbar die Gefühle der Hinterbliebenen auch scheinen, Lestrade und Dash haben das seltsame Gefühl, dass mehr hinter der Sache steckt. Und ihre Ahnung soll sie nicht täuschen…

Es deutete sich schon länger an, dass sich die Lestrade Hörspielserie von der „Sherlock Holmes“ Reihe völlig emanzipieren würde. Dieser Schritt ist nun gelungen. Dieser Fall findet wohl etwa zur Zeit des ersten Weltkriegs statt, wie man durch eine beiläufige Bemerkung von Comissioner Hawksley (Bodo Wolf) erfährt. Somit haben wir (längst) das viktorianische Zeitalter verlassen. Obwohl Holmes in der erst kürzlich erschienen Sherlock Holmes („neue Fälle“) – Folge 51 („Ein Schilling für den Tod“) dem Inspector begegnete, sprach er an anderer Stelle von Holmes (in der „Lestrade“-Reihe) bereits in der Vergangenheit.

Aber nicht nur zeitlich hat sich die Serie „freigeschwommen“. Auch inhaltlich. Das Ensemble an Mitarbeitern rund um Inspector Lestrade (Lutz Harder) ist ein eingespieltes Team. Inspector Dash (Michael Pink) steht dem Inspector als direkter „Assistent“ zur Seite, Dr. Thomas Lovell (Jörg Hengstler), der die Leichen nach unappetitlichen Ungewöhnlichkeiten untersucht und McKinstry (Tino Kießling). Ich frage mich manchmal, wie die Original – Sherlock Holmes – Fälle aus Sicht DIESES Lestrade beschrieben worden wären.

Der Fall lebt sich nicht nur in Bezug auf abscheuliche Details der Verstorbenen aus, es gibt nun auch mindestens ein „FSK 12“, was die Erotik angeht, so viel sei verraten. Natürlich nur kurz und andeutungsweise, aber vielleicht ist das ja auch richtungsweisend? Wir werden es erleben.

So haben wir hier ein recht „erwachsenes“ Hörspiel, jedenfalls nichts, was man seinen Kindern zum Einschlafen geben sollte, das zudem Anfang des 20. Jahrhunderts handelt. Wer bereit ist, diesen selbstbewussten Schritt der Hörspielserie mitzugehen, erlebt ein ansprechendes Hörspiel aus der Feder von Andreas Masuth, der ja auch schon eine eigene „Scotland Yard“ Reihe erfand (die meines Wissens nach noch immer fortgesetzt wird).

Als sollte es unterstrichen werden, dass man sich vom Staub und den Spinnweben alter Sherlock Holmes Fälle befreit hätte, wird die Serie weiterhin von recht jazzigen, an „Edgar Wallace“ erinnernder Musik von Christian Bluthard bereichert. Nichts, was nach „Edward Elgar“ und Zeitgenossen klingt, aber irgendwie passt es.

Fazit: Mit „Die Todes des Adrian Abernethy“ hat sich die Lestrade – Serie meiner Ansicht nach vollkommen von der Sherlock Holmes Serie der „neuen Fälle“ gelöst. Die Entwicklung hin zur ganz und gar eigenständigen Serie ist geglückt. Während des Hörens wurde ich definitiv gut unterhalten – keine Frage! Der Nostalgiker in mir sehnte sich aber gleichzeitig nach Gemütlichkeit, nach Droschken und die Sherlock Holmes Ära, in der es immer 1899 war. Das aktuelle Hörspiel ist gute Unterhaltung – befreit vom flackernden Licht der Gaslaternen, könnte man sagen. Ein moderner „Lestrade“, passend zu unserer Zeit.

Inspector Lestrade 14: Die Tode des Adrian Abernethy

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