Was Selbstliebe vermag…

mit gebrochenem Flügel

auf einer Sandbank

im Regen

bewegt von den Wellen

mich zurückholend und vorwärts schiebend

glaubte ich

das Ende sei nah

aber es kamen neue Wellen

mich schiebend und drängend

mich ziehend und holend

meine bewegungen bewiesen mir

leben durchziehe meinen körper

 

so vergingen die jahre

mein blick wurde fade

meine seele leer

ich empfand fast nichts mehr

außer ganz innen

da rumorte es sehr

doch zu formulieren was da war

das fiel mir sehr schwer

 

ich träumte von rettung

von warmen händen

die mich geborgen heim trugen

und mich pflegten und sorgten

und liebe worte sagten

während ich mein gefieder sortierte

bald bereit für den flug

in ein freies, weites leben

doch die schiebenden wellen

sogen mich mehr denn je

in jener sturmumtosten nacht

mein blick hinauf

zum sternenleeren schwarz

der decke dieser welt

 

Heute blicke ich hinab von der Anhöhe,

vom Rasen, der so saftig und grün meine Seele beruhigt,

hinab an diesem schönen Sommertag zu den blauen Wellen,

die das Leben selbst sind.

 

Geborgen wurde ich von mir selbst,

meiner eigenen Liebe zu mir.

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Star Trek – Discovery (Pilotfolgen) – erste Eindrücke MIT SPOILERN

Vorher…

Ich bin mit William Shatners Captain Kirk groß geworden. Mit dem Captain aller Captains, mit dem Ursprung dessen, was danach – manchmal etwas stark interpretiert und gedehnt – als Star Trek bezeichnet wurde.

Ich habe die Zeiten Rick Bermans erlebt, die mich be- und entgeistert haben und fand Hoffnung in Abrams 2009er „Reanimations – Kino – Serie“, die dann aber leider in den nächsten zwei Filmen viel von ihrer Magie eingebüßt hat. Es fühlte sich an wie die leeren Versprechen mancher Partei nach der Wahl…

Nun kommt also Discovery. Was kann ich da erwarten? Es ist kurz nach 9 Uhr morgens und eigentlich sollten die ersten Folgen online sein bei Netflix. Sind sie aber nicht. Wir werden sehen…

Danach…

Erste Eindrücke der ersten zwei Folgen.

Ich gehe nicht zu sehr ins Detail der Handlung, sondern habe mir ein paar Momente herausgezogen, die ich erwähnenswert finde…

Jede Star Trek Serie muss sich erst mal finden. Was in den ersten zwei Discovery-Folgen zu sehen ist, fühlt sich eher wie ein Prolog für die eigentliche Serie an. Man will episch werden und holt weit aus.

Was ich eher langweilig fand, waren stereotype Szenen. So zum Beispiel manche Gespräche zwischen Captain Georgiou und der ebenfalls weiblichen „Nummer 1“, Michael Burnham, die mich unheimlich an jene Gespräche zwischen Captain Janeway und „7 of 9“ erinnerten. Auch sieht man Nummer 1 kurz bei ihrer Ankunft auf dem Schiff Georgious, wo sie beinahe exakt wirkt wie eine Kopie von T´pol oder eben Seven. Die gleiche „logische Arroganz“. Aber so müssen Vulkanier wohl dargestellt werden. Auch scheint so was zu Star Trek seit „Seven“ dazuzugehören: Die unnahbare Frau, die sich in der Crew sozialisiert, um wieder menschliche, warmherzige Züge anzunehmen. Bei Burnham ist dieser Prozess aber abgeschlossen. Sie ist Teil der Crew und wird geachtet. Nur, dass die Vorkommnisse an tiefen Wunden kratzen, die sie in ihrer Seele trägt, was dafür sorgt, dass sie recht impulsiv handelt… Spannend und eine gute Möglichkeit zu zeigen, wer sie ist. Und wer sie sein will.

Sarek und Lt. Saru hatten beide (jeder für sich) sehr schöne Szenen, die Spaß gemacht haben. Die Synchronisation von Sarek gefiel mir sehr gut, das Verhalten Sareks wirkt glaubwürdig. Saru ist ein ängstliches Crew-Mitglied, was seiner Rasse geschuldet ist. Angst ist Teil seines Wesens. So wirkt er atypisch für einen strammen Sternenflotten-Offizier, was erfrischend anders ist.

Ich finde es eigentlich kleinkarriert, sich darüber aufzuregen, dass diese Serie ein anderes Design hat. Insgesamt wirkt dieses stimmig mit „Star Trek: Enterprise“ (ENT). Insgesamt wirkten auf mich die Klingonen leider dennoch etwas zu „eierköpfig“. Das Design der Schiffe, der Bathleths etc. jedoch war ziemlich genial. Fremdartig in richtig guter Weise. Ein wenig schwermütig jedoch vermisste ich den guten alten D7 – Angriffskreuzer oder eine eindeutige Vor-Form davon. Schön jedoch, dass echtes Klingonisch gesprochen wurde!

Während ich die ersten zwei Folgen genoß kam in mir – bei allen Hochs und Tiefs – das Gefühl auf, dass man der Ansicht gewesen sein könnte, mit einer Klingonen-Folge nichts falsch machen zu können.

Das Ende der zwei ersten Folgen könnte auch das Ende überhaupt sein, denn die Karriere von Burnham scheint beendet zu sein. Wie geht es weiter? Fragt man sich. Und das soll man ja auch, um die nächste Folge sehen zu wollen, was ich ohnehin tun werde.

Interessant war in den ersten zwei Episoden schon die Analogie zu unseren Tagen. Die Worte „Wir kommen in Frieden“ werden von den Klingonen zu ihrem Gegenteil umgedeutet. Diese ehrlichen Worte sind für den Klingonen Tkumva nur ein Beweis der Heuchlerei der mit Sicherheit bösartigen Föderation, der man nicht trauen darf. Er selbst wurde nie sehr von seines Gleichen akzeptiert, hält sich nun aber für den Nachkommen des unvergesslichen Kahless. Er will die Klingonen wieder groß machen, wie der amerikanische Präsident in unseren Tagen Amerika wieder groß machen will. Wenn man dies so deuten will.

Loben möchte ich den Vorspann, der sich aus an Leonardo Davinci – erinnernden Skizzen futuristischer / moderner Gegenstände und animierten Grafiken sowie schematischen Gegenständen besteht Am Ende fliegt das Raumschiff der Serie – die Discovery – in einem Bogen auf den Zuschauer zu, nachdem gelesen werden konnte, dass es sich um eine Serie nach Gene Roddenberry handelt. Ein Nostalgie-Moment. Der Soundtrack ist nett. Kein Gänsehaut-Faktor, aber gefällig.

https://www.youtube.com/watch?v=KxZkc2gk5hw&app=desktop

Fazit zu den ersten zwei Folgen.

Optisch sehr ansprechend, mit viel Liebe zum Detail und Fingerspitzengefühl für echtes Star Trek inszinierte Episoden der neuen Serie „Star Trek – Discovery“, die sich traut vorsichtig, aber deutlich neue Wege zu gehen. Man spürt den kreativen Mut der Serie als treibende Kraft im Hintergrund, aber sie entfaltet sich noch nicht. Insofern ist „nach den Pilotfolgen“ auch „vor den Pilotfolgen“, denn erst in der nächsten Episode wird das Abenteuer voraussichtlich richtig loslegen und auch endlich die „Discovery“ zu sehen sein. Interessant sind jetzt allerdings schon manche Charaktere, während sich andere erst noch finden müssen.

Die Handlung selbst der Pilotfolgen darf man nicht auf die klingonischen Momente herunterbrechen, die vor Allem aufgrund des neuen Designs glänzten, aber sonst ähnlich schon oft zu sehen waren. Es geht immerhin um eine geschickte Einführung der Charaktere und des ersten Handlungsbogens zur selben Zeit.

 

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Star Wars: Battlefront 2 – die Maps sind (vermutlich) bekannt geworden!

Star Wars: Battlefont 2 ist ein Highlight für alle Gamer und Warsler in 2017. Der zweite Teil soll sich ja um alle drei Trilogien drehen. Lange war unklar, welche Maps es in dem neuen Spiel geben wird.

Laut der Website www.gamestar.de hat der Reddit-User IalwayswinFlash7 einen Code dechiffriert, hinter dem sich die Maps verbergen sollen und anhand der Zeichenzahl die richtigen Star-Wars-Locations der Website von EA entziffert:

  • Naboo
  • Kamino
  • Kashyyyk
  • Endor
  • Death Star II
  • Hoth
  • Mos Eisley
  • Yavin IV
  • Jakku
  • Takodana
  • Starkiller Base

Das klingt recht gut, wenn ihr mich fragt.

Wer den Original-Artikel sehen möchte, kann ihn hier finden:

http://www.gamestar.de/artikel/star-wars-battlefront-2-ea-veroeffentlicht-liste-aller-maps-als-raetsel-community-knackt-es,3319982.html

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Die Truman Show: Reflektiert

Wir alle sind Truman. Wir alle leben in einer von Werbung durchsetzten Welt, die uns manipuliert und versucht uns unsere Proritäten zu suggerieren. Wir alle leben in einem Hamsterrad und es gilt als mehr als unschicklich aus jenem herauszufallen, geschweige denn bewusst heraus zu treten. Dabei meinen es die Meinungsmacher gar nicht böse mit uns und die politische Führung meint es sogar gut, wie Ed Harris Charakter in der „Truman Show“: Allein die Vorstellung dessen, was für Truman gut ist unterscheidet sich wohl von dem, was Truman selbst für richtig hält.

Langsam aber sich wird es vielen klar: Das Leben ist mehr als „Hamsterrad“. Mehr als „Werbung“ und die schöne Welt von weißen Gardinen, wertvollen Zerealien und geilem Geiz.

Sehnsüchtig verfolgt der Zuschauer, wie Truman am Ende des Films aus der Tür in die vermeintliche Freiheit tritt. Für den Moment ist auch egal, ob die Welt, die Truman betritt, die „wirkliche Welt“ sich so sehr von der unterscheidet aus der er kommt. Sicher ist nur, dass die Entdeckung jener Welt und der Schritt durch die Tür gleichzusetzen ist mit dem ersten Feuer der Menschheit, mit purer Erkenntnis des wahren Selbst sowie der skeptischen Reflektion über das „So-Sein“ der Umsände, in denen er sich befindet.

Innen drin wissen wir es alle: Das Schreiten durch die Tür wird für uns normal sterbliche jenseits der Leinwand, jenseits der Tür, stets nur eine Sehnsucht sein, aber vielleicht können wir es Truman im Kleinen dennoch gleichtun und herausfinden, wer wir wirklich sind, was wir wirklich auf der Bühne des Lebens – in dieser kurzen Zeitspanne unserer Existenz – wollen und worum es hier wirklich geht. Truman ist somit nicht nur ein Revolutionär, mit dem sich alle vor den Fernsehapparaten mit-freuen, da sie sich mit ihm identifizieren, er ist auch Leitbild.

(c) Paramount Pictures

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Star Trek – Discovery: Was kommt auf uns zu?

(Dieser Text erscheint / erschien auch im Newsletter der schönen Website Trekzone.de. Achtung: Trekzone.de sucht noch freiwillige Mitarbeiter, die schreiben und / oder sich mit Websites und CMS auskennen!)

Wöchentlich, ab dem 25. September 2017, können wir auf Netflix eine neue Folge von Star Trek – Discovery sehen.

Es wird viel über die neue Serie gesprochen, die von Bryan Fuller erdacht wurde. Unter Anderem auch, dass er selbst nicht mehr Teil der Serie ist. Oh, was gab es für ein Hin und her in Bezug auf „Discovery“ und wie oft wurde die Premiere verschoben!

Angekündigt wurde sie im November 2015, worauf sich Bryan Fuller als Showrunner im darauf folgenden Frühjahr entpuppte. Im Oktober 2016 verlies er die Serie. Und warum? Nun, es darf spekuliert werden. Sicher scheint, dass Fuller und CBS sich nicht ganz einigen konnten. Fuller wollte eine Serie erschaffen, die sich – in in sich abgeschlossenen Staffeln – durch die Zeit vor, während und nach den Ereignissen bewegt, die wir kennen. Wir hätten Captain Kirk und Captain Picard begegnen können und ja, letztlich auch sehen können, was nach TNG passiert!

Dies und die Tatsache, dass die Serie immer weiter hinaus geschoben wurde, sorgte bei den Fans für einigen Verdruss.

Was für die Serie spricht, wie mir scheint, ist weniger die Anwesenheit von Reboot-Drehbuchautor Alex Kurzman (dessen regelmäßiger Autoren-Partner Roberto Orci CBS / Paramount viel zu „Star Trek – lastig“ ist) als vielmehr in dem Projekt involvierte Persönlichkeiten wie „Star Trek II und VI“ – Autor und Regisseur Nicholas Meyer oder die – wenn auch vielleicht nur Pro-Forma-Anweseit von Rod Roddenberry, dem Sohn des „great bird of the galaxy“, Gene Roddenberry. Immerhin verrät seine Anwesenheit eine gewisse Geisteshaltung, die viele Fans lange bei den Verantwortlichen vermisst haben. Es ging immer schon um Geld, machen wir uns nichts vor, aber im letzten Jahrzehnt wurde das unangenehm deutlich und vordergründig. Star Trek muss aber von Leuten „gemacht“ werden, die auch einen gewissen Idealismus an den Tag legen und nicht ausschließlich Dollar-Zeichen in den Augen tragen.

Beim Design der Serie hat ein Team von Könnern rund um Mark Worthington und Todd Cherniawsky gute, aber umstrittene, Arbeit geleistet. Es ist das alte Dilemma: Was unsere Technik betrifft, kam die Zukunft schneller als erwartet. Kirks fortschrittliches „Handy“ liegt von seinen Möglichkeiten weit hinter denen eines heutigen Smartphones. Wie soll man die Zukunft einer Prequel-Serie so gestalten, dass sie Wiedererkennungswert hat und doch glaubwürdig ist? Natürlich mussten Kompromisse eingegangen werden und Kompromisse werden nicht allen gefallen, das ist ja klar.

Ähnliches gilt auch für die Klingonen. Niemand schimpfte meines Wissens nach über die Stirnwülste der Klingonen in „Star Trek – the motion picture“, aber heutzutage wollen viele Fans die „Michael Westmore“- Klingonen sehen. Eben das Vertraute, aber neu – nur nicht zu neu. Nein, es allen Recht zu machen, das schafft Star Trek lange schon nicht mehr. Versucht euch mal mit euren Freunden darauf zu einigen, was Star Trek ist und geht ins Detail. Das wird garantiert spannend…

Ich muss euch leider etwas spoilern, aber wirklich nur seicht, wenn ich sage, worum es in diesen ersten Folgen von „Star Trek: Discovery“ gehen wird. Die Handlung beginnt zehn Jahre VOR den Abenteuern von Captain Kirk. Es wird um Klingonen gehen, um kalten Krieg, um Vorurteile. Wenn mich etwas an einem der jüngsten Trailer neugierig gemacht hat, dann ist es der Text eines eher lahmen Songs, in dem gesungen wird: „I want to change the world, but I don´t know what to do…!“

Genau das denke ich nämlich selbst in letzter Zeit, wenn ich mir das Aufflammen von Rassismus in Amerika, die angespannte Lage zwischen Amerika und Nordkorea oder auch das regionale Stärker-Werden rassistischer und radikaler Parteien ansehe.

https://www.youtube.com/watch?v=PjPVdbsG4bY


Unsere Welt, die enger und enger zusammenrückt, verstehst sich dadurch nicht nur besser, sie muss auch mehr denn je lernen, die gemeinsamen Probleme zu bewältigen. Es wird noch dauern, bis wir verstehen, dass wir – frei nach Carl Sagans „Pale Blue Dot“ – eine Menschheit sind und die Mauern und Grenzen genauso hinterfragt werden müssen, wie die Traditionen der einzelnen Völker in ihrer Verschiedenheit gewürdigt werden sollten. Wenn es überhaupt je in der Realität dazu kommen wird.

Hier scheint mir „Star Trek: Discovery“ anzusetzen. Mehr denn je, so heißt es in einem Interview mit dem Cast der neuen Serie, würde Star Trek: Discovery das kommentieren, was gerade tatsächlich in der Welt geschieht. Schon Star Trek VI – meiner Meinung nach einer der allerbesten Star Trek Kinofilme – beeindruckte mit dem Fall der Mauer im Star Trek Universum und natürlich meine ich nicht die mexikanische Mauer…

In einem Comic-Con-Interview gaben die prinzipiell zum Schweigen verurteilten Darsteller noch ein paar Details preis. Es gehe vor Allem um die Charaktere, die Serie hätte darüber hinaus einen cineastischen, opulenten Stil. Was mich aber wirklich packte war, dass der von James Fraine in einer Folge gespielte junge Sarek tatsächlich der Sarek ist, den wir kennen. Kein „zweite Zeitlinie“-Sarek, sondern der, der uns schon so lange bekannt ist. Was mit ihm geschieht, was er tut, soll sich fugenlos in die Original-Zeitlinie einfügen und deutlicher machen, warum er später in der Original Serie oder auch in TNG tut, was er tut. Auch wird Harry Mudd in seinen jungen Jahren zu sehen sein. Was immer wir also zu sehen bekommen, es wird sich dadurch vertrauter anfühlen, dass wir wieder in „unserer“ altbekannten Zeitlinie angekommen sind. Endlich.

Der Name der Serie, Discovery = Entdeckung, ist Programm. Entdeckt werden sollen nicht nur neue Welten, sondern vor Allem die Menschlichkeit selbst – bei uns und in allem Fremden, ohne das wir von einem „Homo Sapiens Club“ (Tochter des klingonischen Kanzlers Gorkon, Azetbur) sprechen würden.

Fazit und Aussicht: Ich bin skeptisch, was „Star Trek – Discovery“ angeht und gleichzeitig gibt es hier und da Ansätze, die mir ausgesprochen gut gefallen.

Eines aber würde ich – bei aller vorsichtigen Skepsis – nie tun: Der Serie von Anfang an keine Chance zu geben! Wir Fans waren es, die „TNG“ seinerzeit (in der Masse) keine ehrliche Chance geben wollten und die später dafür gesorgt haben, dass Star Trek 11 nicht von der „next generation“ handelte, sondern eine zweite Zeitlinie erfunden wurde. Etwas heuchlerisch haben die gleichen Fans dann über jene geschimpft… In Zeiten, in denen TV – Serien sofort zum Kassenschlager werden müssen, ohne Zeit zu haben sich selbst zu finden – sollten wir der Serie in jedem Fall die Möglichkeit einräumen, richtig gut geworden zu sein oder es zu werden.

Am Ende aller Analyse steht für mich eine ganz simple Feststellung: „Es kommt wieder eine neue Star Trek Serie ins Fernsehen! Wie geil ist das denn?!“

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Gedanken zur Bundestagswahl

Ich denke, jeder Mensch hat in seinem Leben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt, sich etwas schön zu reden. Das Probleme angegangen werden müssen. Wer hätte nicht mal einen Zahnarztbesuch vermieden, nur um dann mit heftigeren Schmerzen zum Zahnarzt zu gehen? Das ist ein bekanntes Beispiel, dass ich hier im übertragenen Sinne noch öfter gebrauchen werde. Aber auch zwischenmenschliche, schwierige Themen gehören dazu. Das Leben ist (neben allem, was schön ist) von unangenehmen Dingen angefüllt, die man am Ende anpacken muss. Sonst packen sie einen an. Unerwartet und zur Unzeit.

Richard David Precht hat in diesem kleinen Video genau die kommenden Hauptprobleme unserer Gesellschaft erklärt. Schlüssig, logisch und klar, wie ich finde. (Das Video wurde gelöscht, was ich immer interessant finde…).

Ich wünschte mir Politiker, die in keiner Weise von der Wirtschaft abhängig sind. Mutige Politiker, die weise sind. Die die Probleme, die anliegen sehen und darauf reagieren. „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Unsere Politiker – in Abstufungen jeder Partei – verschließen vor Themen wie „Klimawandel“ und sozialen Umbrüchen weitgehend die Augen, machen nur, was nicht zu unpopulär ist und ein „gute Gewissen“ impliziert, ohne all zu viel zu bringen. Unangenehmes wird zukünftigen Politikern überlassen.

Das Problem ist, dass Politiker sich beliebt machen müssen. Wenn man zum ersten Mal die Eltern seiner neuen Freundin trifft, wird man ihnen nichts davon erzählen, dass man Fußpilz hat. Zum Beispiel. Das wäre auch ziemlich dumm, weil man ja gut ankommen will. Und was passiert Politikern, die ehrlich sind? Auf die zeigen alle anderen Politiker (die nicht besser sind – Leichen im Keller gibt es überall) mit dem Finger und sie müssen gehen. Neben Schimpf und Schande werden sie finanziell weiter gut gestellt sein, aber das ist ein anderes Thema. Wichtiger ist mir hier, dass Ehrlichkeit, Unbequemlichkeit, sich ggf. unbeliebt machen, keinen Politiker weiter bringt. Dieses Wettbewerbs-Verhalten blockiert Politiker andererseits in ihrem Handeln.

Dürften Politiker ehrlich und unbequem sein, dürften sie unabhängig von der Wirtschaft und vielleicht sogar weise und menschlich sein, würden „wir“ aber trotzdem schimpfen. Wetten? Denn wenn z.B. das Thema „Umwelt“ einmal ernst genommen werden würde, hätte das für jeden Konsequenzen. Z.B. Beschränkung der Autos, die man besitzen darf oder der Fahrtzeit pro Woche etc. Dann würden alle aufschreien und auch, wenn wir ja Politiker haben wollen, die die echten, existierenden Probleme anpacken, so soll das bitte ohne Konsequenzen für unseren Lebensstandart und unseren Luxus geschehen!

Das Problem ist verfahren.

Eines aber ist sicher, wie mir scheint: Unsere Gesellschaft muss sich grundlegend ändern – und die Politik auch. Die Menschheit hat immer nur überlebt, weil sie in der Lage war sich anzupassen. Der Schritt zur Anpassung, der jetzt erfolgen muss, damit unsere Enkel – frei nach Richard D. Precht – eine lebenswerte Welt vorfinden, ist enorm groß. Ich sehe zu viel Bequemlichkeit auf Seiten der Bevölkerung und auf Seiten der Politik. Ein echtes Dilemma.

Also reden wir über kleinere Problemchen während der Wahlkampfzeit. Problemchen, die leichter handzuhaben sind. Tun wir weiter so, als könnten wir den „Gang zum Zahnarzt“ vermeiden. Bis es so sehr schmerzt, das es nicht mehr geht und wir bereit sind für die Veränderung. Die Menschheit war oft vorausschauend im Denken, aber nie im Handeln. Immer erst musste etwas passieren, ehe sich der Mensch aufgerafft hat, etwas zu ändern. Im Kleinen wie im Großen.

So gesehen ist die politische Bühne plötzlich kleinbürgerlich geworden.

Das es noch Probleme wie die zwischen Amerika und Nordkorea gibt, zeigt auf, dass die Menschheit nicht wirklich weitergekommen ist. Gefühlt gehört so ein Kräftespiel in die menschliche Steinzeit. Kräftespiele von politischen Männern sind leider wieder alltäglich geworden. Der Mensch tritt auf der Stelle.

Und welche Partei soll man nun wählen? Das geringste Übel natürlich. Wie immer das für einen aussehen mag.

Ich weiß zwar auch nicht, wie es weitergehen wird, aber auf die „Zahnschmerzen“ – im übertragenen Sinne –  ist Verlass.

Erstes Beispiel für solche „Zahnschmerzen“ in Sachen „Klimawandel“: Tornados, Wirbelstürme und Überflutungen! Sie werden die Politik zunehmend unter Druck setzen, weil der Verstand und das Wissen darum, dass mit diesen Katastrophen  zu rechnen war, nicht ausreichte, um etwas zu ändern. Tragisch eigentlich.

Am Ende wird der Mensch schlicht nur überleben können, wenn er sich verändert.

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Jedi Skywalker in Deutschland

Pressemitteilung

Die Saga geht weiter…

Seine Rolle als Luke Skywalker katapultierte Mark Hamill in die Annalen der Filmgeschichte – vor 40 Jahren verkörperte er erstmals den legendären Jedi-Ritter in George Lucas’ Star Wars Trilogie und begeisterte damit weltweit Millionen Fans. Vor zwei Jahren kehrte Mark Hamill in der Rolle seines Lebens auf die Leinwand zurück: in J.J. Abrams’ Star Wars: Das Erwachen der Macht. Heute war der US-Star in Berlin zu Gast und stand im Vorfeld des sehnsüchtig erwarteten Blockbusters STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI für erste Interviews zur Verfügung:

 

Ein (fast echter) Jedi-Ritter in Deutschland…

 

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Force Friday II

Heute Nacht wird es soweit sein. Um Mitternacht wird Revell seine neuen „Last Jedi“-Modelle zeigen. Sphero hat bereits einen schwarzen BB-8 vorgestellt und einen R2D2. Erste Figuren, darunter Luke als Jedi, waren bereits zu sehen. Es wird spannend!

Das ist der Auftakt der Vorfreude auf Episode IX!

Morgen werde ich diesen Artikel erweitern….

Nachtrag

In Amerika ist ja alles größer als in Deutschland, so auch der Force Friday II, wie es scheint. Aber wenigstens können wir schon von der „Revell-Front“ gutes berichten. Zwar findet man nichts auf der üblichen Website die neuen Produkte, wohl aber hier:

http://starwars.revell.de/

Viel Spaß beim stöbern. Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten, was den FF II angeht.

Nachtrag II

Hildesheim und „Force Friday“, das ist so wie Schnee im Sommer. Gut, bei Galeria-Kaufhof gab es eine kleine Ecke und egal, wo man guckt (selbst in den amerikanischen Videos): LEGO Star Wars liegt im übertragenen und wahrsten Sinne immer vorne, nämlich da, wo man fast darüber stolpern muss. LEGO – Produkte gibt es auch tatsächlich ganz, ganz Neue!

Dahinter jedoch verbirgt sich lediglich eine kleine Ecke mit vor Allem BEKANNTEN Stücken, die hier vielleicht schon seit 2015 lagen. Auf der Website von Galeria-Kaufhof schreibt man „Jedi“ mit Y, aber ist offenbar sichtlich wissend davon, dass es einen „Force Friday“ gibt.

Weitere Nachforschungen in Hildesheim ergaben, dass Spielemax auch vor Allem auf alte Stücke setztm wie man an den rot-schwarzen Verpackungen erkennen kann:

Doch ob der „Force Friday II“ hier überhaupt bekannt wurde scheint unklar, denn solch eine Ecke gibt es seit Weihnachten 2015. Zeitweise war sie sogar noch größer…

Ähnlich sieht es bei Saturn aus. Für einen Medien-Laden überraschend sind hier jedoch recht exklusive Stücke zu finden:

Dabei gibt es doch einen ganzen Haufen von neuem Merch, auch, wenn es viel mehr noch in den nächsten Monaten geben wird. Hier eine Überischt über neues SW – Merch von Hasbro. Gefunden bei Youtube:

Auch bei LEGO kam der „FORCE FRIDAY“ an. Hier könnt ihr euch ansehen, was es Neues gibt:

https://www.lego.com/de-de/starwars/products/bb-8-75187?icmp=CODE35HomeMS1StarWarsBB8

Ich sprach heute mit einem, sagen wir einmal, „Insider“. Jemand, der in Hildesheim wohnt und die Nerd – Szene hier kennt. Er sagte mir, zum Einen sei der „Force Friday“ mit dem 4. Mai (May, the 4th) ein wenig viel „Star Wars“ im Jahr. Dem würden natürlich die Spielzeughersteller widersprechen. Andererseits sei die Nachfrage auch nur begrenzt vorhanden.

„Damals gab es nicht so viel wie heute“, sagte er und ich ergänzte: „…. und wenn es etwas gab, hat man das gefeiert.“

Ich habe bei Youtube die Videos zum Force Friday angeschaut und habe festgestellt, das kaum (oder überhaupt?) Jugendliche unterwegs sind in den Spielzeugläden. Es sind die Nerds / Geeks von heute und die Kinder, die mit Star Wars aufgewachsen sind, wie ich.

Hatte ich nicht mal geschrieben, es würde sicher von Sphero irgendeine Überraschung zu jedem großen Star Wars Film geben? Ja, habe ich. Und hier sehr ihr, was es ist:

Ich wüsste gerne von euch, wie IHR euren Star Wars Tag, euren Force Friday erlebt habt? Wie wurde der Tag in euren Spielzeugläden „gefeiert“?

Ich bleibe natürlich am Thema „Star Wars Merchandise“ zu „Last Jedi“.

Den „Force Friday II“ habe ich persönlich etwas enttäuscht erlebt. 2015 war das ein großes, großes Ereignis, „sogar“ in Hildesheim. 2017 hat man hier primär (nicht nur – siehe Lego) versucht, den „alten Kram“ wieder los zu werden. In anderen Ländern ging da richtig die Post ab… Gebt mal bei Youtube „Force Friday II“ ein…

Doch nicht alles SW Merch ist erschienen. Ich werde weiter berichten.

 

 

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Fahrenheit 451 (Film)

von Ray Bradbury (1920 – 2012),

verfilmt von Francois Truffaut (1932 – 1984)

Im Wesentlichen geht es in dem Film von 1966 um eine Dystopie. Diese Dystopie regt dazu an, unsere heutige Zeit einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Was davon ist eventuell eingetreten? Tatsächlich kann man sagen: Alles! Nur nicht unbedingt gleichzeitig und überall auf der Welt.

Im Mittelpunkt der Verfilmung – der natürlich auf dem Roman von Bradbury basiert und von diesem selbst gelobt wurde – steht ein Mann namens Montag, genauer „Guy Montag“ (gespielt von Oscar Werner, 1922 – 1984). Montag heißt er auch im Original. Somit ist er wohl neben Robinson Cruosoe´s „Freitag“ der einzige mit einem Wochentag belegte Charakter. Wäre es zu viel vermutet, dass ihn dieser Umstand selbst als eine literarische Figur in der fiktionalen Realität des Romans / Films darstellen soll? Er, der „Feuerwehrmann“, der Bücher vebrennt, in denen solche Figuren vorkommen, würde dann von Anfang an symbolisch gegen sich selbst kämpfen. Aber das ist nur eine vage und vielleicht zu weit hergeholte Annahme.

In jedem Fall ist Montag in dieser dunklen Zukunftsvision ein sogenannter „Feuerwehrmann“. Hier legen diese – vom Staat dazu animiert – Brände statt sie zu löschen. Auch dies verleitet zu einem Gedankenspiel: Der Staat kann die eigentliche Funktion ihrer Bediensteten umkehren, wenn die Staatsform sich dafür ausspricht: Aus Polizisten werden damit eher Bewacher als Beschützer der Bürger, Soldaten kämpfen nicht mehr für den Erhalt des Friedens, sondern ziehen in den Angriffs-Krieg. Ebenfalls spannend: In jener Gesellschaft spricht man nicht über „Krieg“. Man umschreibt dieses Wort, damit man es nicht verwenden muss, was eindeutig die manipulative Eigenschaft der nie klar definierten Staatsform in „Fahrenheit 451“ widerspiegelt.

Aber die Feuerwehrmänner legen nicht unwillkürlich Brände, sondern gezielt. Ihr Ziel ist es, alle Bücher, die es gibt, zu tilgen. Und warum das? Der Feuerwehr-Captain Beatty meint, Bücher würden nur für Unfrieden sorgen. Sie würden unrealistische Weltsichten bieten und damit die Menschen verwirren. Überhaupt seien die meisten Bücher nur geschrieben worden, damit der Autor sich mit ihnen wichtig tun konnte. Die Philosophen wären die Schlimmsten, da sie sich nie einigen konnten, wer eigentlich Recht hat. In einer Staatsform, in der nur eine Meinung / Sichtweise erlaubt ist, müssen die Philosophen natürlich absurd wirken…

Der Film zielt meiner Meinung nach aber besonders darauf ab, dass Emotionen unerwünscht sind. Ich werde dies nun anhand von Beispielen belegen.

„Wandtafeln“ – unseren LED – Fernsehern nicht unähnlich – „müllen“ beispielsweise den ganzen Tag die Frau von Montag, Linda Montag, mit nichtigen, dummen Sendungen zu. Die Personen in den Fernsehspielen sprechen von sich als Teil der großen Familie, dem auch alle Zuschauer angehören. Die Inhalte sind leer und allenfalls verwirrend, wie sich früh im Film zeigt, als Linda eine Sprechrolle, die sie von zu Hause aus ausfüllen kann, übernimmt. Sie muss auf Fragen antworten. Dabei geht es um ein seltsames „Problem“, dass an „Big Brother“ und „Lindenstraße“ oder „Bauer sucht Frau“ etc. erinnert. In einem Haus müsste man die „Fernseh-Familie“ unterbringen. Aber in welchen Zimmern? Linda muss jeweils die richtige Antwort geben.

Nicht nur diese recht simpel gestrickten TV-Sendungen lenken die Masse ab, sondern auch Tabletten für jede Situation. Die Sanitäter, die Linda eines Tages den Magen ausspühlen (was glücklicherweise nicht direkt gezeigt wird), meinen, das käme laufend vor, das die Leute mehr Tabletten als vorgesehen nehmen – oder in einer ungünstigen Zusammenstellung. Während Montag von diesem Vorfall – er fand sie zuvor bewustlos in der Wohnung wieder und fürchtete um ihr Leben– erschüttert ist, kehrt Linda schon am nächsten Morgen wieder zum Alltag zurück. Und der besteht nur aus Modetrends und Small Talk (sowie aus Sex, der vermutlich ebenfalls auf Tabletten basiert, nicht auf ein Empfinden von Liebe). Tiefere Gespräche sind mit ihr nicht möglich. Versucht Montag eine sinnträchtige Konverstion zu führen, wehrt sie ab und fühlt sich schnell überfordert. Ehe es jedoch zu einem Streit kommt, wird ein neuer Bildschirm, direkt am Bett, eingeschaltet, um sich von der Realität abzulenken. Darauf von Montag angesprochen, wie sie sich kennengelernt haben, kann sich Linda nicht mehr daran erinnern.

Dann ist da noch Clarisse, wie Linda von Julie Christie (1940 geb.) gespielt, die Lehrerin, die von einem Komitee zu ihrer Lehrerinnen-Tätigkeit befragt wurde und nun fürchtet, die falschen Antworten gegeben zu haben. Sie spricht Montag eines Tages in der Freischwebebahn an. Einfach so, weil sie in ihm, der als Feuerwehrmann erkennbar ist, mehr sieht als das, was er so offensichtlich ist. Sie fragt ihn, ob er mal ein Buch gelesen hat, von denen, die er verbrennt. Zu diesem Zeitpunkt kommt ihm das absurd vor, aber letztlich siegt die Neugier. Dazu später mehr.

Wesentlicher ist, dass sich Montag zu ihr hingezogen fühlt, weil sie tiefsinniger ist als seine Frau. Sie lebt wirklich statt nur dahin zu vegetieren. Sie treffen sich ein zweites Mal und da ist sie unglücklich, weil sie nun wirklich – scheinbar ohne Grund – nicht mehr in der Schule arbeiten darf. Sie versteht das nicht. Die Kinder sollen lernen, aber bei ihr hätten sie dazu auch noch Spaß gehabt und das sei nicht gerne gesehen. Montag macht ihr Mut und letztlich gehen sie gemeinsam in jene Schule, in der die Kinder, denen sie begegnen, nun plötzlich Angst vor ihr zu haben scheinen und vor ihr davon laufen, während aus den Klassenräumen im Chor Zahlen aufgesagt werden. Diese Einstellung ist merkwürdig, fast surreal. Die Lehrerin bekommt – offenbar von einer streng dreinblickenden Frau, die durch einen Türschlitz schaut – ein Paket zugeschoben, über den Boden des Flurs , und allen (auch dem Zuschauer) ist klar, dass sie endgültig von der Schule geflogen ist, ohne das auch nur ein Wort darüber gesprochen wurde.

Die Erklärung, dass „Spaß haben“ beim Lernen in dieser Gesellschaft nicht erwünscht ist, belegt meiner Meinung nach, dass Emotionen generell nicht erwünscht sind. Zusätzlich zu dem Verhalten von Montags Frau.

https://www.youtube.com/watch?v=P3Kx-uiP0bY

Insgesamt kann man also sagen, dass die Menschen in dieser Gesellschaft von Kindesbeinen an dazu erzogen werden, in den Staat zu passen. In diesem Fall heißt das: Nichts empfinden, nicht zu viel nachdenken, sich ablenken, notfalls mit Drogen die eigenen Emotionen zu unterdrücken. Man darf sich nicht selbst fühlen, man soll einfach der Doktrin folgen. Nicht mal, welche das eigentlich ist, darf gefragt werden. Die Menschen werden dazu angehalten, sich auf einem Level zwischen Glücklich sein und Traurig sein zu halten, eben neutral. Sie vegetieren dahin

Bücher können diesen Zustand verändern. Als Montag eines Tages heimkehrt und Linda mit ihren Freundinnen vor dem TV – Gerät antrifft, schaltet er es wütend aus. Er hatte einen schrecklichen Tag: Er musste mit ansehen, wie sich eine Bücher-Besitzerin mit ihren Büchern verbrannte! Die Bücher seien ihre Freunde, meinte sie. „Ich sterbe, wie ich gelebt habe!“ zitiert sie sinngemäß Oscar Wilde: Ich sterbe, wie ich gelebt habe – über meine Verhältnisse!“, bevor sie sich anzündet und in den Flammen umkommt.

Nach diesem Vorkommnis kommt Montag also nach Hause und ist verständlicher Weise aufgewühlt. Als er dann im Fernsehen hört, dass „asoziale Nester“ durch die Gemeinschaftsaktion „melde den, der dich verrät“ aufgespürt wurden, was als „einer der größten Erfolge der letzten Zeit“ zu sehen sei, schreit er: „…weil eine alte Frau es vorzog lieber mit ihren Büchern verbannt zu werden als sich von ihnen zu trennen!“ Es entsteht ein Disput, da die Damen von Montags Verhalten stark irritiert sind. Dieser reagiert zunächst mit den Worten: „Ihr seid alle schwachsinnig. Sogar eure Männer, die ihr nicht mal mehr kennt. Ihr lebt nicht, ihr schlagt nur die Zeit tot.“

Als die Gäste daraufhin gehen wollen, zitiert er „David Copperfield“:

»Es kann kein größeres Mißverhältnis in einer Ehe geben als Mangel an Gemeinsamkeit in Bestrebungen und Charakter.« usw.

Eine der Anwesenden beginnt daraufhin zu weinen, was eine andere dazu verleitet zu sagen: „Ich wusste ja, das es so kommen würde … Romane sind Selbstmord, Weinkrämpfe, Elend und Krankheit!“

Ich will das Ende des Film nicht verraten, falls ihn jemand noch nicht gesehen hat, doch sei so viel verraten, dass Montag – wie der Phoenix, das Zeichen der Feuerwehrmänner – in gewisser Weise aus dem Feuer ersteht und wirklich leben wird.

Abschließende Gedanken.

Die bekannteste Bücherverbrennung ist wohl die von 1933, wobei der Feuerwehr-Captain Beatty im Film ironischer Weise auch Hitlers „Mein Kampf“ verbrennen will. „Ja, auch dieses Buch“, sagt er. Die Welt von „Fahrenheit 451“ ist anti-demokratisch. Sie erlaubt keine Mehrzahl an Meinungen und Meinungen werden durch Bücher repräsentiert. Manchen Orts auf dieser Welt werden Autoren politisch verfolgt, aus eben jenem Grund.

Bücher verändern die Perspektive, regen zum Nachdenken an. Gedanken beeinflussen unsere Gefühlswelt. Sich in andere Personen hineinzuversetzen erweitert unseren Horizont.

Aber, so könnte man kontern, kann das ein Film nicht auch? Nun, ich denke, wenn ein Francois Truffaut sich eines Werks der Weltliteratur annimmt, vermutlich schon. (Ich werde mir das Original-Buch noch vornehmen und kann dann eines Tages hier einen Vergleich ziehen zwischen Buch und Film. )

Man könnte jedoch im Gegenzug meinen, dass selbst in Deutschland, einem der größten Demokratien der Welt, eine geheime Diktatur herrscht: Die des harten Konsums. Schon Kinder werden mit Werbung im Minutentakt bombardiert. Ehe sie beginnen können, zu reflektieren, sollen sie schon lernen, das Neueste kritiklos kaufen zu wollen, während die wenigsten Eltern noch Zeit haben, das Reflektieren ihren Kindern beizubringen. Weil sie arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, was oft nur noch möglich ist, wenn beide beruflich aktiv sind.

Der TV-Alltag sediert dabei zusätzlich die Menschen, weil man bei dessen Konsum so angenehm wenig sich selbst und seinen Alltag wahrnehmen muss: Ist es nicht schön, sich über die Möchtegern-Stars im Fernsehen aufzuregen? Wenn sie sich zum Narren machen, erhöht es einen scheinbar selbst, wenn sie einen Durchbruch schaffen, erlebt man ihn scheinbar mit, aber nie er-lebt man (sich) selbst wirklich.

Ist es ein Wunder, dass in einer Konsumgesellschaft, die bestrebt ist, uns davon abzubringen, zu hinterfragen und ermutigt, kritiklos zu kaufen, bis der Geldbeutel leer und das Konto überzogen ist, Zivilisationskrankheiten ständig mehr werden? Geld allein oder Besitz allein macht eben nicht glücklich und viele Krankheiten basieren darauf, dass die Menschen sich und ihre tatsächlichen Bedürfnisse nicht mehr spüren können. „Zum Glück“ gibt es schnell verschriebene Tabletten für Menschen mit solchen Zivilisationskrankheiten, wie Burnout und Depression: Genau hier jedoch zeigt sich, inwiefern der Film / Roman „Fahrenheit 451“ sogar in unserem Land wahr wurde!

Aus Arabien soll der Spruch stammen: „Bücher sind Nahrung für die Seele“. Die Aufklärung gab uns den schönen Ausspruch: „Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Ja, Worte haben eine große Macht! Vielleicht wird es Zeit, für eine neue Renaissance? Oder eine sich immer wieder erneuernde Rennaissance?

Glücklicherweise leben wir in einem Staat, in dem – bei allem Konsum – frei gedacht werden darf. Bücher können gelesen, Meinungen offen abgegeben werden. Ich muss nicht davon ausgehen, verfolgt zu werden, weil ich schreibe, was ich denke. Wenn der Film mir eine Erkenntnis unerwartet geschenkt hat, dann die, dass ich einen guten Grund habe, die Demokratie in der ich lebe, wertzuschätzen.

Der Film „Fahrenheit 451“ bewegt und ermuntert zu dem, was der Feuerwehr-Captain im Film fürchtet: Nachzudenken. Etwas, was in Zeiten von Schnellschüssen via Twitter und Co. vielleicht wirklich wieder etwas mehr „in Mode“ kommen sollte.

Ein genialer Film, der noch lange nach dem Abspann in mir nachklingt.

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Bombenfund in Hildesheim

Gut, da gibt es die rein faktische Darstellung. Ein Bauarbeiter stößt auf eine alte Fliegerbombe. Im Umkreis von 1 KM wird alles evakuiert, was vergleichsweise gut klappt. Natürlich mag das keiner. Aber natürlich mag es auch keiner, wenn ihm die Splitter seiner Fenster um die Ohren fliegen, weil eine Bombe explodiert.

Bombardiert wurde Hildesheim am 22. März 1945 und in Schutt und Asche gelegt. Wer Bilder sehen will, kann diese auf https://www.hildesheimer-allgemeine.de/bomben.html finden.

Immer, wenn so eine alte Bombe in Hildesheim gefunden wird, denke ich an die Erzählungen meiner Eltern. Wie mein Vater als sehr junger Mann seinem Vater half eine Brandbombe vom Dachboden herauszuschaufeln, damit sie sich nicht durch das Haus frisst. Wie er über die Überreste des Andreasturms bestieg und über das zerstörte Hildesheim blickte.

Zu jeder Nacht legte mein Vater seine Kleidung so hin, dass er sie blitzschnell anziehen konnte. Für den Fall eines Angriffs.

Oder wie meine Mutter und ihre Schwester – gut, das war nicht in Hildesheim – auf einer Wiese spielten und plötzlich um sie herum Bomben herunterkamen.

Was in meinen Eltern damals vor sich ging, wie der Krieg sie und ihre Sichtweise verändert hat, kann ich nur ahnen. Vielleicht ist es ihnen selbst nie bewusst geworden.

Die Zeit hat sich rasant verändert, aber trotzdem ist das gerade mal 72 Jahre her. Das ist nicht ganz die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen.

Solange es gut geht und niemand zu Schaden kommt, können wir diesen Bombenfunden danken! Sie geben uns einen Hauch der Erinnerung daran, was Krieg wirklich bedeutet.  Es wird langsam unmodern an „damals“ zu denken. „Die Deutschen“ können es immer weniger hören, welches Leid durch Deutschland, aber auch über Deutschland während des Krieges kam. Genau das bleibt jedoch unendlich wichtig. Nicht nur für die Deutschen, sondern generell für alle Menschen auf der Welt, die sich gerade im Frieden befinden und meinen, das wäre normal.

Mein Großvater erinnerte sich damals sogar noch daran, wie er zusah als die jungen Männer freudig und singend in den ersten Weltkrieg zogen. Sie dachten, Krieg ist was „geiles“, um es modern auszudrücken. Nur wenige kamen zurück. Die Rückkehrer waren oft für ihr restliches Leben gezeichnet. Wenn ich die jungen Menschen heute so anschaue, die mit Begeisterung z.B. „Battlefield“ spielen, glaube ich manchmal, sie denken auch so. Einige von ihnen, die Realität und Spiel nicht trennen können. Aber Krieg ist nichts „geiles“. Wird es nie sein. Es ist immer nur Leid, Schmerz und Zerstörung.

Daran erinnerte auch dieser Bombenfund.

Lasst uns – gerade anbetracht der politischen Spannungen in der Welt – für den Frieden dankbar sein. Er ist nicht selbstverständlich!

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