Kolumne: Meine Meinung zu aktuellem Star Wars

Das hier ist nur meine persönliche Meinung zu dem, was aktuell an der „Star Wars“ – Front passiert. Ich bin ein Fan der ersten Stunde. Star Wars war einmal GROSS. Mit „groß“ meine ich, dass man sich nicht fragte, OB man sich den neuen Star Wars Film ansah, sondern wo und WIE OFT. DAS war Star Wars. „Eine neue Hoffnung“, „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ war einfach episch, ohne das dieses Wort damals jemand verwendet hätte.

Die große Wartezeit bis zu den Prequels zog sich gefühlt unendlich in die Länge und ja, die waren nicht genau das, was „Fan“ (oder ich zumindest) wollte, aber verdammt, ja, da war wieder der lange Text am Anfang und die triumphalen Klänge von John Williams und da war ein junger Obi-Wan und dort ein junger Yoda.

Star Wars hatte immer noch eine immense Zugkraft. Die Marke war viel, viel wert und so musste auch „Disney“ tief in die Taschen greifen, um die Marke abzukaufen.

Weit über 4 MILLIARDEN Dollar!

Viele haben sich damals lustig gemacht. Disney könne kein „Star Wars“, die neuen Star Wars Charaktere hätten sicherlich Enten-Gesichter bla bla bla. Dann kam „Das Erwachen der Macht“ und ist bei „rotten tomatoes“ immer noch auf Platz 2, hinter „Das Imperium schlägt zurück“. Der Film fühlte sich extrem stark nach Star Wars an. Ihm wurde wenig Originalität vorgeworfen, eine zu große Orientierung an „A new hope“. Mag alles sein, aber das war dennoch STAR WARS, einer von diese Filmen, von denen man sich nicht fragte, ob man ihn sieht, sondern wie oft!

Für „Erwachen der Macht“ legte sich „Disney“ damals auch echt ins Zeug. Man wollte partout nichts falsch machen, spielte vielleicht ein wenig zu sehr auf Nummer Sicher, aber es zahlte sich aus. Dann folgte der erste Fehler, den „Disney“ gemacht hat. Obwohl sich Kasdan und Abrams eine übergeordnete Story überlegt hatten (und mal ehrlich: Wer beginnt eine Trilogie ohne zu wissen, was am Ende dabei rauskommen soll, ohne eine komplette ! Vision dessen, was man erzählen will?) lies man Rian Johnson schalten und walten, wie er wollte. Dieser eine Film, Episode VIII, wurde zum Zankapfel unter den Fans, spaltete diese gewissermaßen und sorgte dafür, dass am Ende die gesamte Sequel – Trilogie nicht wie „aus einem Guss“ wirkte. (Meiner Meinung nach besteht sie aus drei Teilen, die für sich sehr gut sind, aber zusammen nur bedingt funktionieren).

Dann folgte der nächste Fehler. Wurde „Force awakens“ nocht stark umworben und lief für „The last Jedi“ noch einige Zeit lang Werbung, wurde „Solo“ kaum noch beworben. Und statt diesen nächsten Teil, wie es zwischen 2015 und 2017 der Fall gewesen war, in der Vorweihnachtszeit (von 2018) zu zeigen, schmiss man ihn schon im Sommer auf dem Markt, kein halbes Jahr nach dem kontrovers diskutiertem achten Teil der Skywalker – Saga. Manche mieden den Film alleine schon wegen ihrer Enttäuschung von Episode VIII, der ein recht ungares Drehbuch hatte und mit den etablierten Charakteren (-> z.B. Snoke, Finn und Phasma) inkoherent und nicht adäquat umging.

Ich weiß noch, dass der (Mit-)Verantwortliche für den Mißerfolg von „Solo“, Bob Iger, später zugab, sie wären damals zu gierig geworden, meinten, sie könnten mehrere Filme im Jahr bringen. Er sah den Fehler ein.

Das Ergebnis? Keine Kinofilme mehr, dafür mehrere SERIEN im Jahr! Ihr seht die Ironie, oder? Sich für „zu gierig“ halten, wenn man zwei FILME im Jahr bringt, um STATTDESSEN MEHRERE Serien im Jahr zu bringen?

Dave Filoni´s Serien werden von vielen sehr geschätzt, aber hier geht es ja um meine persönliche Meinung. Ich halte fast alle Serien, seit dem „Mandaorianer“, für nett: Sie tun keinem weh und sind recht belanglos. Sie bringen etwas Star Wars Ambiente ins Wohnzimmer. Von der erschütternden Wirkung eines Star Wars Films in den 1980ern bleibt jedoch nur noch ein leichtes Lüftchen. Genau dies ist aber, abgesehen davon, dass „Grogu“ das Kleinkind-Schema mehr bedient als IRGENDEIN anderer Disney-Charakter, abgesehen vielleicht vom Zwerg „Seppel“ aus „Schneewitchen“, meiner Meinung nach der Anfang vom Ende.

Wenn heute eine neue Star Wars Serie gestreamt wird, fragen sich (in meinem Bekanntenkreis)  immer mehr, OB sie sich das ansehen und nicht – wie in „zivilisierteren“ Tagen – wie OFT sie sich die Serie („Star Wars“) ansehen wollen. Man kann ihnen dies auch nicht verdenken! Die meisten der Star Wars Serien (außer „Andor“) sind einfach zu beliebig, zu nett, zu belanglos. Langsam erzählte Geschichten mit wenig Handlung. Filoni hätte aus „Empire“ eine Serie mit zehn Staffeln gemacht, so langsam wie er erzählt…

Andor war bisher die einzige Ausnahme. Warum? Weil sie einen enormen Impact hat. Man merkt sich die Serie! Sie schenkt der gesamten Star Wars Saga einen Einblick ins Imperium (und die Rebellion in gewisser Weise), den man Kindern nicht zeigen würde. Dadurch wirkt das Imperium in allen anderen Filmen viel bedrohlicher und auch der Film „Rogue One“ profitiert davon.

Die Marke „Star Wars“ wird immer weiter entwertet, wird immer mehr nur eine von vielen Serien, die man sich vielleicht von der Couch aus ansieht und dabei auch mal einschläft. Es ist nicht mehr das große, triumphale, wuchtige Star Wars meiner Kindheit. Schlimmer als nie wieder Star Wars zu sehen ist es zuzusehen, wie Star Wars zu einer Serie unter vielen wird.

Dabei hatte Disney mit allen Filmen bis zu Episode IX auch manches sehr richtig gemacht und für manch schönen Star Wars Moment gesorgt. Der 1x im Jahr Rhythmus hatte sich eingespielt…

Aber gut, alles hat seine Zeit. Ich bin froh, dass ich als Kind das „echte, wuchtige Star Wars“ erlebt habe, zu einer Zeit als man noch Angst vor einem Darth Vader hatte und sich jene weit entfernte Galaxie neu, bedrohlich, aber auch unendlich anziehend angefühlt hat, in all ihrer Inperfektion.

Für mich persönlich endete „Star Wars“ (neben „Andor“) mit dem Ende der Skywalker – Sage und somit mit Episode IX. Ich kenne die gespaltenen Meinungen dazu, aber dazu stehe ich.

Am Ende ist das alles auch eine Frage des Gefühls, was sich für einen richtig (in diesem Fall „nach Star Wars“) anfühlt.

Zuküftige Generationen, die mit dem Streamen der Serien aufwuchsen, werden bei „Star Wars“ an Tage, Nachmittage oder Nächte vor dem TV denken und das es noch so viele andere tolle Serien gab und das man manche Star Wars Serie nicht mal zu Ende geschaut hat, weil es so spannend dann doch nicht war.

Schade!

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Sherlock Holmes 58 – Das Musikzimmer – TITANIA Medien

Als ich den Titel der Folge 58 aus der bei Titania Meiden erschienenen Sherlock Holmes Serie las, musste ich lächeln. Ich fühlte mich an alte Zeiten erinnert, in denen meine ganze Familie miteinander „Cluedo“ gespielt hat, jenes bekannte und vielleicht erste aller Detektiv – Gesellschaftsspiele, denn auch dort gibt es ein „Musikzimmer“.

Die Atmosphäre des Hörspiels erwartet einen auch im entsprechenden Ambiente. Ein Herrenhaus, eine interessante Gesellschaft. Man isst und trinkt und unterhält sich vor einem großen Kamin, während sich draußen in der Nacht ein tobendes Gewitter entlädt. Unter den Gästen befinden sich, wie sollte es anders sein, Mr. Holmes und Dr. Watson. Einen Anlass für ihre Anwesenheit gibt es, neben einer gewissen Bekanntschaft mit den Crawshams, nicht. Noch nicht.

Sir John Crawsham, der Gastgeber (gesprochen von Hans Bayer), beginnt schließlich, ganz passend zum Gewitter, von Gespenstern zu erzählen und von einem Geheimgang, den es in dem alten Gemäuer geben soll. Die Atmosphäre der ersten Minuten ist angenehm gruselig. Ich fühlte mich an alte Basil Rathbone Verfilmungen erinnert, wie „Gespenster im Schloß“ oder „Das Haus des Schreckens“.

(c) Titania Medien - Sherlock Holmes: Das Musikzimmer

(c) Titania Medien – Sherlock Holmes: Das Musikzimmer

Wirklich unangenehm wird es, als in der Nacht ein Gast und Familienmitglied der Crawshams zu Tode kommt. Ein schrecklicher Unfall, wie es scheint, aber Holmes ist sich da – im Vergleich zum hinzugezogenen Arzt und der örtlichen Polizei – ganz und gar nicht sicher.

„Das Musikzimmer“ sollte man sich anhören, wenn ein herbstlicher Wind um das eigene Haus weht. Es ist hervorragend geeignet, um sich damit gruseln zu lassen, während Sherlock Holmes mit seinem klaren Verstand mehr sieht als alle anderen und auch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen vermag.

Da Basil Rathbones Holmes mein erster „Holmes“ war, haben gruselige Sherlock Holmes Geschichten, wie „Der Hund der Baskervilles“, einen besonderen Stellenwert bei mir. Ich mag es einfach, wenn übernatürliche Mächte ihre Hand im Spiel zu haben scheinen, jedoch postum alles genau erklärt werden kann. Ähnlich ist es hier.

Dichte Atmosphäre, gute SprecherInnen, ein fulminanter Klangteppich und passende Musik runden dieses gruselige Sherlock Holmes Hörspiel ab.

Eine Hörprobe und eine Bestellmöglichkeit gibt es hier:

Folge 058: Das Musikzimmer

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Batman: Damned – eine Beurteilung

Klappentext

Dieser Batman-Comic sorgte für Furore! Der Dunkle Ritter erwacht blutüberströmt in einem Krankenwagen und erfährt, dass er seinen Erzfeind, den Joker, umgebracht haben soll! Zusammen mit John Constantine und anderen okkulten Gestalten macht er sich auf die Jagd nach der Wahrheit und dabei kommt einiges über den jungen Bruce Wayne ans Licht …

Was ich über Batman: Damned denke

Batman: Damned ist wohl der schönste Alptraum, den ein Batman – Fan lesen kann. Lee Bermejo macht aus dieser düsteren, übernatürlichen Horrorgeschichte in einem alternativen Gotham ein optisches Meisterwerk. Alleine die fast fotorealistische Schönheit der Bilder hat mich dazu gebracht, Seite um Seite weiterzublättern.

John Constantin, der mir bis zu diesem Comic kein Begriff war, ist – laut Wikipedia – „Betrüger, Exorzist und Zauberer“ und wurde von Alan Moore, Steve Bissette und John Totleben erschaffen. Seine trockenen Kommentare zu dem, was ich „las“, waren der zweite Grund für mich, diesen Comic weiter erkunden zu wollen.

Worum es geht, das ist nicht so einfach zu sagen. Nur so viel: Batmans Herz steht still, aber irgendwie erwacht er dann doch in einem Krankenwagen und wehrt sich unter Körpereinsatz dagegen, dass ein Sanitäter ihm die Maske abnimmt, um ihn besser verarzten zu können.

Jedenfalls versucht Batman im gesamten Comic herauszufinden, ob er den Joker getötet hat und was überhaupt passiert ist, wobei ihm äußerst unangenehme ZeitgenossInnen über den Weg laufen, wie z.B. Deadman, der in fremde Körper schlüpfen kann (genialste Zeichnungen auch hier wieder von Lee Bermejo!) und Zatana (eine mächtige Magierin), mit der der sehr junge Bruce Wayne eine ganz eigene Verbindung hat. Auch eine Begegnung mit der deutlich gestörten Harley Quinn erwartet einen…

In Rückblenden wird gezeigt, dass sich die liebevollen Eltern von Bruce Wayne sich wohl gar nicht so großartig verstanden haben und jene schicksalhafte Nacht, die aus Bruce Wayne Batman erschaffen hat, erhält eine neue Deutung…

Ich sage es frei heraus: Ich musste einen Teil des Inhalts im amerikanischen Wikipedia nachsehen, denn obwohl ich die Story  (von Brian Azzarello) gelesen habe, war sie mir zu wirr, zu wenig fokussiert. Aus erzählerischer Sicht wurde hier vieles falsch gemacht, behaupte ich. Es gibt keine klare Linie, die logisch von A nach B und dann nach C führt, sondern die ganze Story ist tatsächlich so wirr wie ein Alptraum, von dem man mit Herzklopfen aufwacht und sich später sagt: „Was habe ich da für ein verrücktes Zeug geträumt?“ Andererseits: Vielleicht soll es sich ja genau so anfühlen?

„Batman: Damned“ hat definitiv als künstlerisches Erzeugnis eine klare Daseins – Berechtigung und sei es nur aufgrund der Bilder von Lee Bermejo. Aber auch die Geschichte, mit ihrem sehr Fantasy- / Horror– lastigen Ansatz, macht diesen Comicband zu etwas Besonderem und gehört in jede Bat-Bibliothek.

Bitte geht nicht davon aus, dass ihr „Damned“ (auf Anhieb) komplett verstehen werdet, aber wundert euch auch nicht, wenn er euch dennoch „einsaugen“ wird und ihr nicht von ihm lassen könnt, bis ihr die letzte überraschende Szene und den letzten wirren Twist gelesen habt.

Kaufen könnt ihr den Sammelband u.a. hier:

Bei Panini Comics bestellen…

Typ: Sammelband
Verlag: Panini
Zeichner: Lee Bermejo
Autor: Brian Azzarello
Charaktere: Batman, John Constantine, Joker
Format: Softcover
Kategorie: Comics
Marke: Batman
Seitenzahl: 180
Storys: Batman: Damned 1-3
Thema: Superhelden

(Tabelle mit Inhalten von https://paninishop.de/batman-superhelden-comics/batman-damned-sammelband-dblcol001)

Fotos: (c) DC Comics, Panini

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Paul Dini: Dark Night – eine wahre Batman – Geschichte

Paul Dini wurde völlig unerwartet und grundlos zusammengeschlagen und musste dabei sprichwörtlich Todesängste ausstehen, während er gerade kurz davor stand am „Batman Animated“ Kinofilm „Batman und das Phantom“ zu arbeiten.

Der Comic zeigt uns so bildhaft, wie das nur im Comic – Genre möglich ist, wie Paul Dini im wahren Leben daraufhin zunächst versucht, sich zu betäuben, sich nicht mit dem psychischen Schmerz, der eigenen vermeintlichen Schwäche und sogar einem gewissen Selbsthass auseinanderzusetzen. Verdrängung ist angesagt. Das klingt nach krassem Stoff und in gewisser Weise ist es das auch.

Doch Paul Dini weiß diese sehr persönliche Geschichte in ansprechende Bilder zu kleiden, die es einem leicht machen, diesen schweren Stoff zu verdauen. Und dann sind da noch die uns vertrauten Batman – Charaktere…

Der eigentliche Clou dabei ist nämlich, dass Paul Dini schon sehr lange vor diesem Vorfall mit den eigenen fiktiven Freunden (und Feinden) im Kopf herum lief, mit ihnen innere Gespräche führte und durch sie diverse Aspekte von allen möglichen Dingen, die in seiner realen Welt geschahen, betrachtete. Nun wurden seine inneren Selbstgespräche (u.a. mit Batman, dem Joker, dem Riddler usw.) ein Weg zu sich selbst, ja, ein Weg, sein Trauma zu verarbeiten.

(c)Panini, DC, „Dark Night“ – eine ungewöhnliche Story

So werden wir Zeuge, wenn Batman Paul danach fragt, warum er an dem Abend nicht einfach die Straßenseite gewechselt hat, wo er schon kein Kämpfer ist, während der Joker, TwoFace und Co. sich an seinem Leid weiden und ihm nur wenig Verständnis entgegenbringen… Und dann ist da noch Harley Quinn (die Paul Dini mit Bruce Timm erschaffen hat), die einfach mal wieder Spaß haben will und nicht nur brütend herumhocken möchte… In Wahrheit sind dies wohl alles innere Anteile von Paul Dini, der uns hier einen ehrlichen, höchst persönlichen Blick in sein Seelenleben gibt.

Der durch viele bekannte Personen hochgelobte Comic (u.a. Joker – Synchronsprecher und Jedi – Ritter Mark Hamill findet anerkennende Worte!) ist sehr unterhaltsam. Aber er ist auch lehrreich, denn beim Lesen denkt man unwillkürlich über sich nach. Wie hätte ich reagiert? Kenne ich dies und das vielleicht so oder anders auch von mir selbst, was Paul Dini da beschreibt?

Gute Batman Comics können dafür sorgen, dass man nicht nur gut unterhalten wird, sondern auch versteht, was diesen oder jenen dazu brachte und machte, was er oder sie ist oder tut. Einige dieser besonderen Comics schaffen es sogar, einen noch lange zu beschäftigen. Bei „Dark Night“ war das der Fall bei mir.

Dieser Ausnahme – Comic hat – auf eine völlig andere Weise – alles, was ein guter Batman Comic braucht und schlägt dabei eine Brücke zwischen Comic – Fantasy und Realität. Unterhaltsam, lehrreich und faszinierend.

Die besten Geschichten schreibt das Leben 😉

Als Fan der Fledermaus sollte man sich diesen besonderen Comic nicht entgehen lassen!

Dark Night bei Panini bestellen…

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Sherlock Holmes – neuer Fall Nr. 55: Der Blütenmacher

Der Nachtexpress nach London wird überfallen. In ihm befindet sich auch Inspector Lestrade, der einen gefährlichen Sträfling überführen soll. Als der Beamte nach einem Schlag auf den Kopf wieder zu sich kommt, ist der Mörder geflohen und das Banknotenpapier, das für die Bank of England bestimmt war, geraubt. Holmes übernimmt den Fall. Zusammen mit Watson nimmt er die Spur einer Fälscherbande auf, die in London ihr Unwesen treibt. Um dem Drahtzieher der Bande auf die Schliche zu kommen, wird Watson in die Organisation eingeschleust. Doch dann geschieht ein entsetzlicher Mord und die Ereignisse eskalieren.

Der 55. Fall der „neuen Fälle“, in denen Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Dr. Watson brillieren, präsentiert uns eine spannende Geschichte, in der ausgerechnet Watson Mitglied einer Geldfälscherbande werden muss.

Die Story ist logisch aufgebaut und ich empfand das gesamte, 62minütige Hörspiel als äußerst kurzweilig. Ein Glied der logischen Kette fügt sich in das Nächste. Holmes ist wieder einmal ganz er selbst, wie wir es von Christian Rode kennen und Peter Groegers Watson auch wieder einmal genießen zu dürfen, war mir eine große Freude.

(c) allscore, romantruhe.de - Der 55. neue Fall!

Lutz Harder bietet uns jenen integren Kriminalinspektor, den wir auch aus seiner eigenen Serie schon so gut kennen. Udo Schenk´s Stimme ist perfekt für die Rolle des kriminellen Charles Hartigan geschaffen. Aber auch Melanie Isakowitz und Nicolai Tegeler sprechen ihre Rollen passend als die Frau des Kunstlehrers, Julie Sommers, und ihren Mann, Cliff Sommers. Alle Sprecherinnen und Sprecher überzeugen. Musik und Effekte runden den guten Gesamteindruck ab.

Man könnte dem Hörspiel vorwerfen, etwas in der Art habe es sicher schon so oder ähnlich irgendwo gegeben, aber exakt dies sehe ich als Pluspunkt: Diese Story wirkt wie ein richtiger alter Krimi in der Art von Sir Conan Doyle. So reizvoll es auch sein mag, ungewöhnliche Hörspiele mit völlig unerwarteten Situationen und Verläufen zu hören, muss es manchmal einfach ein Krimi „vom alten Schlag“ sein, so wie es hier der Fall ist.

Sherlock Holmes, neue Fälle 55: Der Blütenmacher

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Star Wars – TIMELINES – die ausführliche Star Wars Chronik!

Star Wars – das war zu meiner Kindheit einfach jene wahnsinnig beeindruckende Kino – Trilogie. Luke, Han, Leia. Das war Star Wars oder besser: „Krieg der Sterne“, wie es damals noch hieß. Aber, meine Güte, es hat sich eine Menge getan im Sternenkrieg. Selbst nach der Einführung der Prequels war es noch einigermaßen übersichtlich, aber dann kamen „The Clone Wars“ und „Clone Wars“ hinzu. Nachdem Disney Star Wars übernahm jedoch wirkte selbst diese Zeit noch übersichtlich. 

Die Lösung für alle, die ALLES verstehen wollen.

(c)DK, Disney - Star Wars Timlines

(c)DK, Disney – Star Wars Timlines

Mittlerweile gibt es die „High Republic“, die es nur in Buchform gibt, es gibt – mehr denn je – Romane, Comics, Spiele und SERIEN.

Entweder man pickt sich einzelne Filme oder Serien heraus und definiert diese dann als „sein persönliches Star Wars“ oder aber man wagt den großen Blick, über den „outer Rim“ hinaus.

Dieses Buch ist für alle wie geschaffen, die nicht aufgeben wollen, die Masse an Zusammenhängen der bisher veröffentlichten Medien zum Thema Star Wars für sich selbst einmal „klar zu bekommen“.

Dem Zeitstrahlen folgen

Aufgemacht ist das Buch wie ein Geschichtsbuch mit Zeitstrahl, an dem sich das gesamte Buch auf über 350 Seiten entlang hangelt.

Aus dem Buch:

„Star Wars Timelines stellt die Ereignisse chronologisch von links nach rechts dar, wobei sich, neben konkreten auch ungefähre Datierungen finden.

Einträge zu wichtigen Geburten und Todesfällen sowie passende Zitate runden das Ganze ab. Die chronologische Abfolge des Buchs wird nur auf ausgewählten Seiten für spezielle Themen durchbrochen, die die Star Wars Geschichte besonders bereichert haben. Neben Biografien von Helden und Schurken finden sich auch Chroniken von Familien und Kulturen sowie die Historie von Schiffen und Objekten.“
(Star Wars Timelines, Seite 7)

(c) DK, Disney - Ein Beispiel für den allumfassenden Zeitstrahl

(c) DK, Disney – Ein Beispiel für den allumfassenden Zeitstrahl

Das Buch ist zwar auch etwas für junge „Warsler“, aber die Aufmachung ist erwachsen gehalten. Bilder werden nicht übergroß und bunt im Vordergrund abgebildet, wobei sie dann mit relativ naiven Texten beschrieben werden, sondern das Buch ist übersichtich strukturiert darauf ausgelegt, das kompakte und teils kompexe Wissen um die (fiktive) Star Wars Geschichte zu vermitteln.

Und dieses Wissen ist immens! Wenn man Star Wars als GANZES liebt und nicht nur bestimmte Serien oder Filme des Franchises, dann bekommt man hier die Möglichkeit, die ganze bisher erzählte Saga auch komplett zu erfassen. Dabei werden Videospiele wie „Fallen Order“ ebenso berücksichtigt wie offizielleRomane und Comics.

Wenn es an diesem in Hardcover gebundenen Buch einen Grund zur Kritik gibt, ist es der, dass natürlich noch viele Filme, Bücher, Spiele, Comics und Serien folgen werden. Wie viele erweiterte Auflagen werden uns wohl noch erwarten?

Aber eines ist sicher: Der Grundstein ist gelegt. Es ist den Autorinnen und Autoren von „Star Wars – Timelines“ zu verdanken, dass die überfällige komplette offizielle Star Wars Saga auf aktuellem Stand und übersichtlich zusammengefasst wurde. Die Macht war eindeutig mit ihnen.

Überall für 49 EUR zu erwerben, wo es Bücher gibt.

zur Bestellung bei Hugendubel

 

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Bill Finger – der wahre Schöpfer des dunklen Ritters – EIN CARLSEN COMICBUCH!

„Bill the Boy Wonder“ ist ein Buch von Marc Tyler Nobleman, in dem er deutlich und bis ins Detail darlegt, warum Bill Finger wenigstens so sehr an der Erschaffung Batmans beteiligt war wie Bob Kane. Unter dem TItel „Batman & Bill“ erschien diese gut recherchierte Story auch als Blu – Ray bzw. DVD. Erst jüngst setzten Julian Voloj und Erez Zadok diese spannende Geschichte auch als Comicbuch um.

Was für eine raffinierte Idee, die Geschichte von Bill Finger als Comic – Abenteuer aufzubereiten! Denn während auch hier erzählt wird, wie Marc Nobleman Stück für Stück zusammenträgt, um herauszufinden, wer dieser Bill Finger eigentlich war, wird in comichaften Zeichnungen, die einfach schön anzusehen sind, die Vergangenheit lebendig und wir sind dabei, wenn sich Bob Kane und Bill Finger erstmals treffen und an einem Schreibtisch darüber brüten, wer und wie dieser neue Superheld sein soll.

(c) Carlsen: Bill Finger, der wahre Schöpfer des dunklen Ritters

Die Zeichungen von Erez Zadok sind eine gute Mischung aus Fotorealismus und typischem Comic, mit leicht fantastischem Einschlag. Ich habe dieses schöne Buch während zwei Bahnfahrten gelesen. Es hat mir, der ich Batman Fan bin, viel Spaß gemacht, mich der Geschichte von Batman einmal anders anzunähern als über ein Batsignal und ein kurzes Gespräch zwischen Batman und Inspektor Gordon auf dem Dach des GCPD. Dabei geht Nobleman, selbst von Zeugen zu Zeugin und deckt ein Detail nach dem anderen auf, ähnlich wie der bekannte Mitternachtsdetektiv.

(c) Carlsen -Bill Finger war einmal ein „Niemand“, aber er war tatsächlich Miterfinder der größten DC Comicfigur aller Zeiten!

Selbst, wer die Geschichte von „Batman und Bill“ schon kennt, sollte sich diesen Comic durchlesen. Die großen, vielsagenden Bilder, die guten Charakterdarstellungen der abgebildeten Personen und die pointierten Texte lassen das Lesen dieses Comics zu einem Genuß werden. Dabei ist die Story von Mitgefühl für Bill Finger unterlegt, einem großen Mann, der ein trauriges Ende fand, heute jedoch jedem bekannt ist, nicht zuletzt, da Marc Nobeman ganze Arbeit leistete!

Dieses Buch sollte jeder Batman – Fan einmal gelesen haben.
Es ist für 24 EUR im Buchhandel erhältlich. 

https://www.hugendubel.de/de/buch_gebunden/julian_voloj-bill_finger-44717272-produkt-details.html

 

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Lee Berjemo: DEAR DETECTIVE – ein Batman – Artbook vom Feinsten!

Zum ersten Mal kam ich mit dem Künstler Lee Bermejo in Kontakt, weil ich sowohl Batman als auch Weihnachten mag. Auf meiner Suche nach einem schönen „Batman Weihnachtscomic“ fand ich einerseits Hinweise auf frühere einzelne Comics (ich würde mich sehr freuen, wenn Panini diese einmal zusammenfindn und rechtzeitig zum Weihnachtsfest binden könnte) und andererseits brachte mich das auf den Batman Comic „Noel“.

Kurzerhand bestellte ich mir diesen Weihnachts – Comic, in dem Dickens Weihnachtsgeschichte einfallsreich nach Gotham City verlagert wird, und verstand vielleicht zum ersten Mal seit ich als Kind die Ehapa – Verlag – Comics des dunklen Ritters verschlungen hatte, was ein „erwachsener Batman Comic“ ist, denn Bermejo kann nicht nur zeichnen, er kann malen, er kann aus einem Comic ein echtes Kunstwerk zaubern. Die Art von Comic, die einen schon alleine wegen der Bilkraft begeistert, fast egal, wie gut die Story wäre.

Batman: NOEL (c) DC Comics, Panini

Batman: NOEL (c) DC Comics, Panini

Auch dem Joker vermachte er einen Comicband, der angeblich sehr dem Heath Ledger – Joker aus „The Dark Knight“ nachempfunden sein soll. In der Tat gibt es auch mindestens eine Zeichnung in „Joker“, wo die Augenpartie des Jokers der von Heath Ledger unfassbar ähnelt, dass dies zumindest ein Hintergedanke gewesen sein mag als dieser Comic entstand, aber Bermejos Joker entwickelt dennoch ein Eigenleben. Wie durchgeknallt und völlig unberechenbar der Killerclown ist, wird in diesem stellenweise recht bizarren Comic mehr als deutlich. Nicht alleine durch seine grausamen und willkürlichen Handlungen, sondern besonders durch die Art, wie er guckt und sich bewegt, was Bermejo in Szene zu setzen verstand.

https://paninishop.de/joker-superhelden-comics/batman-joker-ddcpr060v

Bermejo steht jedenfalls für Kunst. Für atmosphärische, lebendige Bilder, die irgendwo zwischen Comic – Strip und Fotorealismus angesiedelt sind. Mal mehr das Eine, mal mehr das Andere.

Bei Panini ist im Februar diesen Jahres ein Hardcover Art – Album erschienen, in dem typische und beeindruckende Kunstwerke Bermejos zum Thema „Batman“ gesammelt wurden. „Dear Detective“ heißt das Buch und ist eine Sammlung bewundernswerter Bilder von Lee Bermejo, umrahmt von einem Brief eines unbekannten Bekannten, eines nicht beim Namen genannten Verbrechers, dessen Namen man selbst herausfinden mag, wenn man sich dessen verrückten Briefe genauer anschaut.

„Dear Detective…“ (c) DC Comics, Panini

Auch ohne diese literarische Umrahmung bietet dieser Band einen Augenschmaus nach dem anderen. Batman, der Gordon am Bat-Signal überrascht, Batman, der finster schmunzelnd sein Batmobil fährt, Batman in unterschiedlichsten Momenten seines Action – geladenen Nachtlebens.Kletternd, kämpfend, springend… Darüber hinaus aber auch die „Bat-Familie“ oder Catwoman, die verschlagen aus schönen Augen blickt, während sie ihr Diebesgut in Sicherheit bringt, Two-Face, der beinahe echter ausschaut als jener in „The dark Knight“ und so viel mehr! Ursprung dieser Kunstwerke sind die von Bermejo erschaffenen Variant – Cover.

Dies ist eines von diesen Büchern, die man sich als Batman – Fan immer wieder einmal vornimmt (und sich fragt, wie wohl ein ganzer Film in diesem atemberaubenden Stil ausschauen würde…!).

Auch, wenn das Buch – in den Maßen 21 x 32 cm – auf nur 68 Seiten kommt, ist es doch jeden Cent wert. Als normales Hardcover gibt es dieses Artbook schon für 18 EUR, in einer weiteren Variante (und limitiert auf 333 Stück) kann man das Sammlerstück auch (noch) für 23 EUR erhalten.

Bermejo kann es einfach… (c) DC Comics, Panini

 

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Titania Medien GmbH: Grimms Märchen (12) – (m)ein Eindruck

Für gewöhnlich widme ich mich, was Hörspiele angeht, vorwiegend „Sherlock Holmes“. Gelegentlich sind es auch einmal die „drei ???“ und anderes. Jedoch fragte ich mich, wie wohl „Grimms Märchen“ und das „Gruselkabinett“ von Titania Medien so sind? Ich habe nämlich insgeheim ein gewisses Interesse an Legenden, Märchen und – ja – auch Gruselhörspiele (spätestens seit den 1980er Jahren, wo ich die EUROPA Gruselserie rauf- und runter gehört habe). Heute stelle ich euch mal „Grimms Märchen“ (12) vor bzw. erzähle, wie ich die CD so fand…

Peter Weis gibt hier den Erzähler. Als solcher ist er hier hervorragend besetzt. Meine Generation hat natürlich Hans Paetsch als Erzähler von Märchen im Ohr, den man nur schwerlich überbieten kann, aber: Peter Weis ist aber auch nicht schlecht! Er gibt dem erzählten einen frischen Anstrich, indem er den Hörer / die Hörerin mitfühlend und tief ins Geschehen eintauchend mit sich auf die Reise nimmt. Was mehr könnte man von einem Erzähler erwarten?

Diese CD ist bis zum Rand voll mit Märchen. Es ist nicht nur eine, sondern es sind gleich drei Märchen der Gebrüder Grimm, die da wären:

Das Wasser des Lebens

Katze und Maus in Gesellschaft

Der Bärenhäuter

Die Riege der Erzähler kann sich absolut sehen lassen. Große Namen wie Jürgen Thormann, Simon Jäger, Bodo Primus, Reinhilt Schneider, Regine Lamster und Eckart Dux sind nur einige, die ich hier nennen will. Hier vereinen sich Hörspiel – Legenden und etablierte Stimmen unserer Zeit.

Mich persönlich hat Simon Jäger, der hier die Vielfalt seiner Stimmlagen einsetzt, besonders erfreut – und Willi Röbke als Zwerg ist einfach herrlich. Ganz wundervoll gespielt. Es gibt jedoch viele schöne Momente in den Märchen, die ich hier nicht alle aufzählen möchte, um dem geneigten Hörer, der geneigten Hörerin, selbst das Vergnügen zu lassen, sich einen Eindruck zu verschaffen.

Effektvoll, wie man es auch von den „Sherlock Holmes“ Folgen der Titania Medien GmbH kennt, wird mit Hintergrundgeräuschen und atmosphärischer Musik nicht gespart. So sehr es Hörspiel vermag, wird die Fantasie dazu angeregt, sich die Landschaften und Charaktere selbst vorzustellen und dem (hoffentlich) märchenhaften Ende entgegen zu sehen. Wirklich schön gelungen ist übrigens auch Cover – Bild. Gehört ihr auch zu denen, die sich beim Hörspiel immer die Cover ansehen?

Wenn man Märchen mag, sollte man es wagen, hier zuzugreifen! Klare Kaufempfehlung!

Gewiss habe ich mir auch „Das Haar der Sklavin“ angehört, eine Folge aus dem Gruselkabinett von Titania Medien. Was ich darüber denke, werde ich in Kürze an dieser Stelle berichten.

Wer sich die genannte Märchen – CD kaufen möchte, kann dies unter Anderem hier tun:

Folge 012: Das Wasser des Lebens / Katze und Maus in Gesellschaft / Der Bärenhäuter

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Depardieu: „Frau zu verschenken“ und „Vatel“ (DVD bei Pidax)

Pidax hat u.a. seltene Filme mit Gerard Depardieu herausgegeben. „1492“ (schon hier besprochen), gehörte gewiss schon zu den bekannteren, aber bei Pidax erschienen u.a. auch die Filme „Frau zu verschenken“ (1978) und „Vatel“ (2000).

Die Filme zeigen Depardieus Wandlungsfähigkeit, auch im Laufe der Zeiten. Er wurde – wie ein guter Wein (der Vergleich würde dem Weinbauern Depardieu gefallen) – immer besser.

Aber auch zur Zeit von „Frau zu verschenken“ war er schon ein überzeugender Schauspieler. Dieser aus heutiger Sicht etwas abstruse Filme von Bertrand Blier erhielt seinerzeit sogar einen Oscar 1979 als „bester fremdsprachiger Film“.

Aber worum geht es?

Raoul und Solange sind kein besonders glückliches Ehepaar. Er versucht sie deshalb aus dem traurigen Alltag zu reißen, indem er ihr einen Liebhaber besorgt. Diesen findet Raoul in dem Sportlehrer Stéphane. Doch es nützt alles nichts: Obwohl Solange mit Stéphane ins Bett steigt, ändert sich nichts an ihrer Gemütslage. Dies geschieht erst, als sie in einem Feriencamp arbeitet und Christian kennenlernt, einen 13 Jahre alten Schuljungen. Er versteht es, ihr ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern …

"Frau zu verschenken" (c) PIdax

„Frau zu verschenken“ (c) Pidax

Der Film hat durchaus seinen eigenen Humor, wenn man etwa versucht, wie Raoul und Stephane sich über Solange unterhalten als wäre sie gar nicht anwesend. Oder wenn Raoul versucht, sie an Stephane zu „verschenken“, wie ein Möbelstück.

Gewiss mag Blier, wenn es schließlich zu einer (nur zaghaft angedeuteten, später berichteten) sexuellen Handlung zwischen dem 13jährigen und Solange kommt, die Unschuld der jugendlichen, „unberührten“ Liebe im Sinn gehabt haben (oder Ähnliches). Das mag sein. In unserer Zeit wirkt dies, bei aller guten Absicht, nicht mehr zeitgemäß und geht ein wenig nach hinten los. Man weiß heute einfach zu viel über Pädophilie (um die es hier nicht geht, aber es fühlt sich trotzdem nicht richtig an…) und vielleicht ist der moderne Zuschauer selbst durch dieses Wissen seiner Unschuld beraubt und kann diesen Film nicht mehr begreifen, wie er noch 1978 begriffen worden ist?

Wie dem auch sei: Ein Frühwerk mit dem noch recht jungen und schlanken Gerard Depardieu, Patrick Dewaere und Carole Laure in den Hauptrollen.

Weit mehr traf „Vatel“ meinen Geschmack. Der Film erschien im Jahre 2000.

Worum geht es?

Im April 1671 erhält François Vatel einen besonderen Auftrag von seinem Herrn, dem Prinzen von Condé. Als Küchen- und Haushofmeister soll er ein dreitägiges Fest organisieren, zu dem Ludwig XIV anreist. Der hochverschuldete Prinz erhofft sich durch die gediegenen Festlichkeiten die Gunst des Sonnenkönigs, aber auch den Zugang zu dessen Schatzkammer. Die drei Tage verlaufen jedoch anders als erwartet …

"Vatel" (c) Pidax

„Vatel“ (c) Pidax

Etwa 10 Jahre nach Depardieus großen Erfolg als Rostands berühmter „Cyrano“ spielte er hier also einen Küchen- und Haushofmeister. Dieser Film ist schon alleine daher sehenswert, weil man hier einmal zu sehen bekommt, wie unendlich das Bemühen seinerzeit war, dem „Sonnenkönig“ zu gefallen! Hier wurden keinerlei Kosten gescheut, um die nicht viel weniger kostspieligen Festtage in Szene zu setzen. Man lernt nebenher viel über damalige „Sitten und Gebräuche“, was in keinem Geschichtsbuch steht. 

Depardieu, inzwischen schon recht beleibt, spielt absolut souverän, das es Spaß macht, und mit Uma Thurman, die ihrerseits überzeugt, hat er eine ganz spezielle, feine „Chemie“, die einfach passt. Tim Roth mit Perrücke etc. … das passte ihm schon in „Rob Roy“. Er ist einfach der Typ dafür.

Vatel ist nicht nur irgendein bediensteter, der viel Fantasie und Kreativität aufbringt, um diese Festakte in Szene zu setzen: Er ist auch ein verantwortungsvoller Mann, dem seine Angestellten beinahe schon Familie ist, der sich kümmert und – wo nötig – auch beschützt.

Bei all dem Pomp, welches der König zu Gesicht bekommt, passieren im Schatten der „Spiele“ auch grausige Dinge bis hin zum Ende des Films…

Dem Fim „Vatel“ sind noch einige Extras beigefügt, darunter Interviews und Aufnahmen von Szenen, die gerade geprobt oder aus verschiedenen Sichtweisen gefilmt / aufgenommen wurden. Sehr interessant!

Während mich die „Frau zu verschenken“ etwas irritiert zurücklies, hinterlies mich „Vatel“ begeistert. Wie wenig wissen wir doch von jenen Zeiten! Absolut sehenswert und unterschätzt!

Bestellen kann man beide Filme bei Pidax.de…

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