Sherlock Holmes – neue Fälle (48) und Inspector Lestrade (11) – Review

Nach eine relativ langen Durststrecke kamen endlich wieder neue Hörspiele rund um Sherlock Holmes und Inspector Lestrade aus dem Hause ROMANTRUHE auf den Markt. Hier eine persönliche Bewertung und Kurzvorstellung.

1. Sherlock Holmes – die neuen Fälle – Der Keim des Bösen

Nach dem „Ritual im Moor“ präsentiert das neueste Hörspiel aus der Reihe der „neuen Fälle von Sherlock Holmes“ einen Fall, in dem es um Shakespeare geht. Titel der Folge ist „Der Keim des Bösen“.

Dieses 71minütige Hörspiel, in dem, neben Christian Rode und Peter Groeger als Stammsprecher, auch kurz Erich Räucker (als Kutscher) und Wolfgang Draeger (als Warren Oates) uvm. zu hören sind, ist von Anfang bis Ende spannend. Die Geschichte ist typisch für Marc Freund, dem Autoren des Hörspiels.

Ein unheimliches Internat an der nordenglischen Ostküste. Der Schriftexperte Ned Hurling reist zusammen mit Holmes und Watson dorthin, um ein geheimnisvolles Manuskript zu untersuchen, das angeblich von niemand Geringerem als William Shakespeare verfasst wurde. Doch es hat den Anschein, als läge ein Schatten über dem alten Gemäuer. Gerüchten zufolge verschwinden Menschen spurlos aus dem Stratfort-Internat. Als dann sogar ein Mord geschieht, kommt ein dunkles Geheimnis ans Tageslicht.

Was mir an dem Hörspiel gut gefiel war zunächst einmal das Setting. Holmes und Watson in einem „alten Gemäuer“, in dem es scheinbar spukt. Shakespeare wird regelmäßig zitiert, wenngleich er manchmal vielleicht ein oder zwei Mal zu oft Erwähnung findet.

Spannend ist das Hörspiel von Anfang bis Ende, wobei ich allerdings im Nachhinein nicht so genau weiß, ob es mir gefiel, weil es entfernt an Poe erinnert. Das Drama der Geschichte ist vielleicht eine Spur zu dramatisch für einen typischen Holmes – Fall. Auch hier will ich nichts vorwegnehmen, erinnere jedoch an die Original – Geschichte „The adventure of the priory school“, in dem es ebenfalls dramatische Verwicklungen gab, die aber insgesamt doch eine Spur realer wirkten. Vielleicht wollte Marc Freund aber genau das erreichen: Ein Hörspiel zu schreiben, dass Shakespeare nicht nur zum Gegenstand hat, sondern auch ähnliches Drama zu bieten hat wie Shakespeares Stücke selbst?

Am Ende zählt für mich der Unterhaltungswert und der ist top. Ich werde mich wohl an Rode / Groeger als das „Dreamteam“ Holmes & Watson nie satthören und fürchte jetzt schon, dass der Tag kommen wird, an dem ich das letzte aufgenommene Hörspiel mit ihnen hören werde.

2. Inspektor Lestrade – Der leere Zug

Zugegebener Maßen passt dieser Lestrade nicht zu jenem, den wir aus den Holmes – Verfilmungen kennen. Dort wurde der Inspektor im Wesentlichen als „dumm, aber strebsam bemüht“ gezeichnet, auch in den Originalen von Sir Arthur Conan Doyle ist er eher der „Einäugige unter den Blinden“ als das er der Held einer eigenen Reihe wäre.

Ich habe das ja schon einmal in einer anderen Rezension erwähnt, dass sich dieser Lestrade von Holmes und Watson „freigeschwommen“ hat. Holmes, mit seinem Spezialwissen und seinem Super-Gehirn ist sicherlich jemand, in dessen Schatten ein noch so guter Inspector blass aussehen muss.

Die Konzentration dieser Hörspiel – Serie auf „Lestrade ohne Holmes und Watson“ erlaubt einen eigenen, freieren Umgang mit dem Charakter. Es ist dies eine klassische „Polizei – Reihe“, im „Holmes – Kosmos“ angesiedelt.

Lutz Harder als Lestrade, Michael Pink als Inspector Dash, Tino Kiessling spricht den Sergeant McKinstry und Bodo Wolf den Commissioner Hawksley, um nur ein paar mittlerweile bekannte und beliebte Stimmen zu nennen, die auch an dem neuen Hörspiel in ihren Rollen beteiligt sind.

Aber worum geht es eigentlich im neuen Hörspiel?

Dem berüchtigten Schwerverbrecher Terry Whitaker gelingt bei seiner Verlegung in ein Londoner Gefängnis die Flucht. Er hinterlässt eine Spur aus Zerstörung und Leichen. Chiefinspector Lestrade zögert deshalb keine Sekunde, sich an seine Fersen zu heften. Fernab aller Straßen begibt er sich mit seinen besten Männern auf eine Jagd, bei der sein Gegner alle Trümpfe in der Hand zu halten scheint. Aber so leicht lässt sich Lestrade nicht abschütteln…

Andreas Masuth hat diese Geschichte verfasst. Dabei hat er ein Hörspiel verfasst, welches das Team um Lestrade auf gute Weise in den Fokus rückt. Lestrade ist kein Alleingänger, er ist ein Teamplayer. Das unterscheidet ihn wesentlich von Holmes, für den Watson manchmal wie schmückendes Beiwerk scheint (wenn er auch so viel mehr ist, bei Lichte betrachtet, aber weiß das auch Holmes?).

Der Fall selbst beginnt vor Allem recht spektakulär. Ich liebe Krimis mit Zügen, in welcher Weise diese auch immer vorkommen. Der namensgebende Zug hat jedenfalls einen „tollen Auftritt“. Um den Schwerverbrecher Terry Whitaker zu finden ist echte Polizeiarbeit gefragt.

Fazit:

Relativ frei vom literarischen Ur-Holmes etabliert sich mit dieser Folge weiter das bekannte und beliebte Team um Lestrade. Der Fall ist spannend und nicht komplett vorhersehbar. Die Sprecher machen einen guten Job, wie immer. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

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