Neu bei Titania Medien: Sherlock Holmes (61) und (62)

Die neuesten zwei „Sherlock Holmes“ Hörpsiele aus dem ause Titania Medien sind kürzlich erschienen. Es sind die Folgen 61 („Die Spuren auf der Treppe“) und 62 („Mr. Marburys Hände“). Ich stelle sie kurz vor und werfe einen Blick in Richtung Folge 63.

Moment mal, kenne ich das nicht schon?

Ein dubioser Auftraggeber verspricht dem ungarischen Zwischenhändler Ivolsky ein beträchtliches Honorar für eine schiere Nichtigkeit. Gelockt vom schnell verdienten Geld lässt sich Ivolsky auf den Handel ein, bereut es jedoch in dem Moment wieder, als er am Ort des Geschehens eintrifft. Mit gemischten Gefühlen fragt er Holmes um Rat …

Als alter Fan des berühmtesten Detektivs der Welt, der seinen Sitz in London, genauer gesagt in der Baker Street 221 B hat, kam mir der Fall Nr. 61 (im weiteren Verlauf) merkwürdig bekannt vor. Die Story entstammt zwar wieder einer für das Hörspiel veränderten Story von Herman Cyril McNeile, weist aber enorme Ähnlichkeiten mit der Conan Doyle – Geschichte „Der griechische Dolmetscher“ auf. So enorm, dass ich es zuerst gar nicht fassen konnte.

Nach dem ersten Schrecken jedoch fasste ich mich. Ich nahm dies als eine „Variation eines Themas von Conan Doyle“ an – wenngleich es mich schon sehr interessieren würde, warum Herr McNeile so schamlos von Doyle abschreiben durfte, also vorausgesetzt, dass er es getan hat. 

Trotzdem ein spannendes, hörenswertes Hörspiel!

Trotz gewisser Übereinstimmungen zur genannten Short Story von Sir Arthur Conan Doyle, versöhnten mich besonders die wie immer gut aufgelegten Sprecherinnen und Sprecher mit den mir größtenteils wenig überraschenden Ereignissen und ihrem Ende.

Und auch, wenn ich den „griechischen Dolmetscher“ (der zu meinen Lieblingsgeschichten zählt) fast auswendig kenne, gab es dann doch noch einige Unterschiede im Detail der Story. Speziell bezüglich des Motivs, aber auch darin, was im Detail zum Finale hin geschieht. Das ist schon recht spannend in Szene gesetzt.

Riker trifft Data – einmal anders

Weitaus weniger vorhersehbar und noch eine Spur spannender jedoch erschien mir die Foge 62 („Mr. Marburys Hände“). Auch hier wurde eine Story von McNeile bearbeitet, in der ursprünglich niemand aus dem „Holmesiversum“ vorkommt.

Neben Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt war besonders Michael Pan (in der Rolle von Henry Marbury) hervorragend besetzt. Wie ich bei Bierstedt stets an Commander Riker aus „Star Trek – The Next Generation“ denken muss, wird für mich Michael Pan stets die Gesichtszüge von Brent Spiner („Data“) haben. Pan spricht aber auch einfach toll und kann viele verschiedene Emotionen nuanciert darstellen, so dass es eine Freude war, ihm zuzuhöhren. Zum Glück hat er viel „Screentime“.

Diese Geschichte ist sehr originell. Marbury wird schriftlich erklärt, er werde in wenigen Tagen sterben. Jeden Tag erhält er eine weitere Botschaft mit Anzahl der ihm verbleibenden Tage. Holmes und Watson begleiten ihn in diesen schweren Tagen. Hätte Holmes keinen so guten Blick für Details, wie die Hände des Mr. Marbury, hätte das Verbrechen am Ende gesiegt… 

Ein toller Fall. Zu guter Letzt taucht sogar noch Lestrade (Lutz Reichert) auf, der mich stets ein wenig an den Lestrade aus den Rathbone – Filmen erinnert.

Ein Jubiläum naht!

Am 31. Mai 2024 wird diese Sherlock Holmes Reihe ihr 20järiges Jubiläum feiern! Dies dürfte besonders spannend werden, da das Vorbild die „Geheimakten des Weltdetektivs“ sind. Wer sich informieren will, was es damit auf sich hat, kann sich hier schlau machen:

https://sherlockholmes.fandom.com/de/wiki/Aus_den_Geheimakten_des_Welt-Detektivs

Wer eines der Hörspiele erstehen möchte, kann dies u.a. hier tun:

Home – Atmosphärische Hörspiele

Sherlock Holmes (neue Fälle) – Das Ende der Wahrheit

Eine Serie von Entführungen hält London in Atem. Scotland Yard steht vor einem Rätsel. Ausgerechnet die Wahrsagerin Mathilda Hucknell wird für die Polizei eine ernstzunehmende Konkurrenz beim Aufspüren der vermissten Personen. Währenddessen hält sich Sherlock Holmes im beschaulichen Sussex auf und schaltet sich nur widerwillig in den Fall ein. Schnell geraten er und sein Freund Doktor Watson in einen gefährlichen Strudel von Ereignissen, der schon bald sein erstes Mordopfer fordert. Holmes muss erkennen, dass das Landleben alles andere als friedlich ist. Ist es an der Zeit abzutreten?

Keine Sorge: Noch geht es weiter!

Zunächst einmal: Ja! Ja, es wird auch eine 57. Folge geben. Jedoch kann ich auf der Website von romantruhe.de bisher nur die angekündigten Episoden 57 – 59 ausfindig machen. Sollten es dann wirklich alle gewesen sein? Sicher ist, das Christian Rhode und Peter Groeger – unfassbar! – im Januar und Februar 2018 -sic!- verstorben sind. Es ist sehr schön, dass wir immer noch mit neuen Holmes Hörspielen mit diesen tollen Stimmen versorgt werden! Schön, dass man diese auf eine lange Zeit streckt, so dass wir alle noch lange etwas davon haben (werden).

Zum Inhalt – mit Spoilern, aber ohne Auflösung des Falls

Nachdem ich mir die Folge 56 angehört hatte, in der Holmes mit seinem Ruhestand in Sussex liebäugelt und auch das vorangeschrittene Alter des Dreamteams zum Thema wird, bangte ich schon darum, dass das die aller letzte Folge sein würde. Jedoch: Gerade dieses offene Ansprechen des voranschreitenden Alters unserer kriminologischen Helden empfand ich als spannend, denn diese Ära der beiden kam in den Originalen ja so offen adressiert nicht vor! Auch Holmes Idee, sich intensiver mit Bienen befassen zu wollen, denn wir alle wissen ja, dass er sich eines Tages in Sussex zur Ruhe setzen wird, um Bienen zu züchten. Das fühlt sich stimmig an, authentisch. Aber auch der Fall hat mir Spaß gemacht!

Geisterbeschwörung!

Egal ob im TV oder im Hörspiel: Ich liebe besonders jene Sherlock Holmes Fälle, in denen sich der Detektiv in irgendeiner Weise mit „Gruselelementen“ konfrontiert sieht. Okay, sprichwörtlich gruselig geht es nicht direkt los, aber doch sehr schaurig – stimmungsvoll, wenn Sherlock Holmes, zusammen mit uns noch unbekannten anderen Gästen, an einer Seance teilnimmt. Die Hellseherin Mathilda Hucknell (Arianne Borbach) soll mit einem entführten Ehemann Kontakt aufnehmen, um auf diese Weise herauszufinden, wo er sich befindet.

Wir erinnern uns an Robert James Lees, jenem Hellseher, der tatsächlich bei der Suche nach Jack the Ripper eingesetzt wurde (und der ihn, nach seinen eigenen Worten, auch gefunden hatte – nur glaubte ihm niemand). Wie dem auch sei… Der Einsatz von Hellsehern war also tatsächlich nichts völlig unerwartetes, zumal sich Privatleute ja jede Hilfe suchen konnten, auch die eines Hellsehers.

Bei Arianne Borbach habe ich immer Ensign Torres aus „Star Trek: Voyager“ vor Augen. Ein Charakter, dem ich damals viel Gutes abgewinnen konnte und ich sehe immer das verschmitzte Grinsen von Roxann Dawson, wenn ich ihre Stimme höre. Eine sehr angenehme, warme Stimme.

Generell bietet auch dieses Holmes – Hörspiel wieder bekannte und beliebte SprecherInnen:

Sherlock Holmes: Christian Rode
Watson / Erzähler: Peter Groeger
Mathilda Hucknell: Arianne Borbach
Jeremy Hucknell: Udo Schenk
Curt Fontaine: Peter Weis
Sir Raemon Stark: Joachim Kaps
Elsie Stark: Luisa Wietzorek
Bill Ryder: Thomas Schmuckert
Lady Marjorie Hicks: Luise Lunow
Lord Franklyn Hicks: Helmut Krauss
Opernconcierge: Rainer Brandt

Die Lösung des Falls (ohne Auflösung im Text)

Die Art und Weise, wie Sherlock Holmes vorgeht und schließlich auch auf Watson stößt, die Chemie der beiden untereinander und die Auflsöung des Falls fand ich sehr kurzweilig. Zwar ahnte ich schon am Anfang des Hörspiels, worum es geht, aber vielleicht deswegen, weil „zu guter Letzt auch aus mir ein ganz passabler Detektiv wurde“? So (ähnlich) sagt es zumindest Holmes zu Watson. Es ist schön, dass diese „späten Jahre“ tatsächlich die späten Jahre sind.

Fazit

Marc Freund hat hier wieder einen tollen Fall geschrieben, während Gerd Naumann abermals gekonnt Regie führte. Dieser Fall ist klassisch und bietet menschliche, neue Facetten von Holmes und Watson.

Ich hoffe, die nächsten Folgen werden darauf aufbauen.

Titania Medien: Sherlock Holmes (59) Gottes Mühlen und (60) Der zehnte Earl

Die Originalgeschichten von Cyril McNeile haben einen anderen Detektiv im Fokus: Ronald Standish. Es sind insgesamt 14 Short Stories und 5 Novellen über den Detektiv entstanden. Titania Medien hat auch mit den vorliegenden zwei Fällen zwei dieser Fälle geschickt so umgearbeitet, dass es sich um Sherlock Holmes Abenteuer handelt.

„Gottes Mühlen“

Wie in vielen beliebten Sherlock Holmes Stories von Sir Arthur Conan Doyle besucht auch in dem Fall Nr. 59, „Gottes Mühlen“, eine hilfesuchende junge Frau die Baker Street 221B. Muriel Padston, reizend gesprochen von Fabienne Hesse, erzählt vom Mord an ihrem Onkel Peter und bittet um Aufklärung.

Charles Denne, ihr Cousin, den sie obendrein liebt, scheint offensichtlich der Täter zu sein, wie der – wie immer von Lutz Reichert erfrischend „rüde“ gespielte – Lestrade umgehend annahm, als er den Tatort kurz nach der Tat in Augenschein nahm. Alle Indizien deuten (überdeutlich) auf den genannten Charles Denne. Holmes wird argwöhnisch.

Kurzes Fazit zu Fall (59):

Der Fall ist recht verquickt. Ein richtiger „Whodunit“, bei dem es die Gerechtigkeit schwerer als sonst hat, zum Sieg zu gelangen. Es macht Spaß mitzurätseln.

„Der zehnte Earl“

Während „Gottes Mühlen“ dadurch besticht, dass man selbst versuchen kann, den verworrenen Fall zu lösen, zeichnet sich Fall Nr. 60, „Der zehnte Earl“ vor Allem durch eine ungewöhnlich spannende Stimmung aus, die fast schon als gruselig zu bezeichnen wäre. Die Ursache dafür ist zum Einen das wirklich gute Skript, auch wieder eine Umsetzung einer McNeile – Story, und zum Anderen die dieses Mal besonders stimmungsvolle, unheimliche Hintergrundmusik. Natürlich stimmen auch wieder sämtliche Hintergrundgeräusche, denn das Label Titania Medien wirbt ja nicht grundlos für „atmosphärische Hörspiele“.

Auch dieser Fall beginnt damit, dass eine junge Frau den Detektiv aus der Baker Street um Hilfe bittet. Dieses Mal ist es Lady Kitty Ranelagh, eine alte Bekannte von Watson. Allerdings bittet sie nicht direkt, sondern aufgrund eines zufälligen Wiedersehens mit Watson, dem man deutlich anmerkt, dass er eigentlich noch verliebt in Kitty sein mag: Sehr gut gesprochen sowohl von Detlev Bierstedt als auch von „Kitty“, Katharina von Keller. Sie reden von alten Zeiten und schließlich von dem seltsamen Verhalten ihres Mannes, Henry Earl of Ranelagh. Dieser wird immer häufiger vom Arzt des Hauses, Doktor Frobisher, besucht. Angeblich wegen des guten Portweins, was wenig glaubhaft klingt. Aber warum sonst sollte er immer wieder hier erscheinen? Und warum wird darum so ein Geheimnis gemacht?

Frobisher wird übrigens von Hörspiel – Legende Jürgen Thormann gesprochen. Ein Highlight in diesem Hörspiel!

Fazit zu Fall (60):

Die deduktive Arbeit von Sherlock Holmes kommt in „Der zehnte Earl“ kaum zum Tragen. Ja, er findet auch einmal Spuren, aber das ist nicht der Holmes, der sich wie ein Bluthund von Spur zu Spur hangelt, wie in klassischen Fällen a´la „Die tanzenden Männchen“ oder „Der Baumeister von Norwood“. Hier ist er mehr Beobachter, ähnlich vielleicht wie in einer der schwächeren Conan Doyle Fälle: „Die verschleierte Mieterin“.

Trotzdem macht das Hörspiel sehr viel Spaß und ist, bis zur Auflösung des Falls, sehr spannend und „gruselig – unterhaltsam“. Das stets nur angedeutete Geheimnis, das nicht nur vor der Frau des Hauses, sondern später auch vor Holmes und Watson gewahrt werden soll, erzeugt natürlich in der eigenen Vorstellungskraft einige, mitunter recht gruselige, Fantasien. Die Stimmung des Hörspiel ist top. Die Lösung ist unerwartet.

Sherlock Holmes

Sherlock Holmes – neuer Fall Nr. 55: Der Blütenmacher

Der Nachtexpress nach London wird überfallen. In ihm befindet sich auch Inspector Lestrade, der einen gefährlichen Sträfling überführen soll. Als der Beamte nach einem Schlag auf den Kopf wieder zu sich kommt, ist der Mörder geflohen und das Banknotenpapier, das für die Bank of England bestimmt war, geraubt. Holmes übernimmt den Fall. Zusammen mit Watson nimmt er die Spur einer Fälscherbande auf, die in London ihr Unwesen treibt. Um dem Drahtzieher der Bande auf die Schliche zu kommen, wird Watson in die Organisation eingeschleust. Doch dann geschieht ein entsetzlicher Mord und die Ereignisse eskalieren.

Der 55. Fall der „neuen Fälle“, in denen Christian Rode als Sherlock Holmes und Peter Groeger als Dr. Watson brillieren, präsentiert uns eine spannende Geschichte, in der ausgerechnet Watson Mitglied einer Geldfälscherbande werden muss.

Die Story ist logisch aufgebaut und ich empfand das gesamte, 62minütige Hörspiel als äußerst kurzweilig. Ein Glied der logischen Kette fügt sich in das Nächste. Holmes ist wieder einmal ganz er selbst, wie wir es von Christian Rode kennen und Peter Groegers Watson auch wieder einmal genießen zu dürfen, war mir eine große Freude.

(c) allscore, romantruhe.de - Der 55. neue Fall!

Lutz Harder bietet uns jenen integren Kriminalinspektor, den wir auch aus seiner eigenen Serie schon so gut kennen. Udo Schenk´s Stimme ist perfekt für die Rolle des kriminellen Charles Hartigan geschaffen. Aber auch Melanie Isakowitz und Nicolai Tegeler sprechen ihre Rollen passend als die Frau des Kunstlehrers, Julie Sommers, und ihren Mann, Cliff Sommers. Alle Sprecherinnen und Sprecher überzeugen. Musik und Effekte runden den guten Gesamteindruck ab.

Man könnte dem Hörspiel vorwerfen, etwas in der Art habe es sicher schon so oder ähnlich irgendwo gegeben, aber exakt dies sehe ich als Pluspunkt: Diese Story wirkt wie ein richtiger alter Krimi in der Art von Sir Conan Doyle. So reizvoll es auch sein mag, ungewöhnliche Hörspiele mit völlig unerwarteten Situationen und Verläufen zu hören, muss es manchmal einfach ein Krimi „vom alten Schlag“ sein, so wie es hier der Fall ist.

Sherlock Holmes, neue Fälle 55: Der Blütenmacher

Sherlock Holmes Folge 57: Die vierte Flasche (Titania Medien)

Bevor ich mit der Rezension richtig loslege, muss ich kurz dem Star Trek Fan in mir Zeit für ein paar Zeilen einräumen:

Wer sich die neuesten Folgen von „Star Trek: Strange new worlds“ angesehen hat, kennt die Stimme von Philine Peters-Arnolds, denn dort spricht sie die unglaubliche Pelia (gespielt von Carol Kane). Ihre hier so schön schrullige Stimme hat dem Star Trek Charakter, der von vielen „New Trek“ – Hatern mit Skepsis betrachtet wurde, einen zusätzlicher Teil an Charisma beigetragen. Natürlich spielte Carol Kane die Rolle auch perfekt, aber das wir in Deutschland eine so begnadete Synchronschauspielerin haben, die so großartig passt, ist ein Glücksfall.

So, jetzt geht es mit der Rezension richtig los…

So freute ich mich sehr als ich Philine Peters – Arnolds abermals begegnete als ich mir die Folge 57 aus der Titania Medien – Holmes – Reihe angehört habe. Hier stellt sie eine Freundin von Martha Hudson dar, die sich bei der Verabredung mit zwei Herren in einem bekannten Londoner Club, im Tag geirrt hat. So kommt es, dass Holmes und Watson einspringen. Wo die beiden sind, ist natürlich auch ein Mord (oder sonstiges Verbrechen) nicht weit entfernt.

Holmes und Watson werden Zeugen eines Rivalitätsstreits zwischen dem verheirateten Lebemann John Forfar und dem charismatischen Tony Elgin, der unsterblich in Forfars Gattin verliebt ist. Wenig später kommt der Ehemann zu Tode. Hat sein Ableben etwas mit der Rivalität zwischen den beiden Männern zu tun, oder war es Selbstmord? Holmes beginnt zu ermitteln.

Das Label Titania Medien, welches sich auf die Fahnen geschrieben hat, atmosphärische Hörspiele zu produzieren, zaubert hier tatsächlich akustisch das bunte Treiben an einem ausgelassenen Abend in einem gut besuchten Londoner Club auf die Ohren. Als Hörer befand ich mich mitten im Geschehen. Das alleine hat schon Spaß gemacht.

Mehr als andere Hörspiele der Folge lebt dieses hier von witzigen Dialogen, so auch jenen zwischen Mrs. Hudson (Regina Lamster) und ihrer Freundin, Margery Mapleton (Philine Peters – Arnolds).

Lestrade bekommt Extra – Screentime

Nach begangenem Verbrechen schreitet der unnachahmliche Inspektor Lestrade (Lutz Reichert) zur Tat. In seiner schnoddrigen, besserwisserischen Art und seiner offensichtlichen Abneitung gegenüber Dr. Watson, ist dieser Lestrade von Titania – Medien einzigartig. Reichert spielt den Inspektor so speziell, dass man sich nur zwischen Zuneigung und Abneigung entscheiden kann. Ich persönlich finde ihn inzwischen großartig, nachdem ich einige Folgen zuvor leise Bedenken hatte.

Sieht man sich den literarischen Lestrade an, so ist dies natürlich ein etwas biederer Polizeibeamter, der wohl kaum im Dienst an Alkohol denken oder allzu flappsige Sprüche machen würde. Jedoch gibt es inzwischen Unmengen von Hörspielen, alleine im Bereich „Sherlock Holmes“. So ist es ganz schön, einmal eine weitere Variante des Inspektors zu erhalten. Reichert bekommt offenbar immer mehr „Screentime“, was mir gefällt. Taucht Lestrade auf, gibt es auch etwas zu lachen.

Übrigens könnte dies durchaus an die Sherlock Holmes Verfilmungen mit Basil Rathbone angelehnt sein, in der Dennis Hoey den Lestrade gespielt hat. In der bekannten Film – Reihe waren Lestrade, wie auch Watson, leicht komödiantisch angelegt. So hat Lestrade sich in einer Folge in den Geheimgängen eines Hauses verlaufen oder hat sich selbst ausgesperrt etc. Auch die Wortgefechte zwischen Holmes / Watson und Lestrade machten in den Universal – Filmen (über)deutlich, wer intelligenter ist.

Auflösung wie bei einem Original – Fall

Die Auflösung des Falls hat mich ganz entfernt an den Original – Fall „Abbey Grange“ erinnert. Aber ich will nichts weiter verraten, nur soviel, dass die Auflösung wieder einmal deduziert wird, was mir sehr gefiel.

Wer also diesen beliebten und belebten Londoner Club mit launigen Gästen besuchen und dabei noch einen Mordfall samt Aufklärung erleben möchte, kann getrost zugreifen. Das Hörspiel von Marc Gruppe nach Herman Cyril McNeile und Sir Arthur Conan Doyle, könnt ihr u.a. hier erwerben:

Folge 057: Die vierte Flasche

Sherlock Holmes (54) – Tod eines Giftforschers

Sherlock Holmes ist gerade mal wieder äußerst schlecht gelaunt, da kein Fall in Reichweite scheint, da kommt ihm Rechtsanwalt Alfred Humber (Torsten Münchow) äußerst gelegen. Der hat nämlich einen Klienten, der wenige Tage vor Auszahlung seiner Lebensversicherung verstarb. Und das, wie es den Anschein hat, da er – ein Hobby-mäßiger Giftforscher – sich offenbar versehentlich selbst vergiftet hat. Humber glaubt das nicht so recht und so bittet er Holmes darum, Nachforschungen anzustellen…

Von Anfang an ist dieses Hörspiel vom Feeling her den Originalen von Sir Arthur Conan Doyle sehr nahe. Ich hatte von Anfang an viel Spaß mit diesem Hörspiel, was auch daran liegt, dass die Art und Weise, wie sich Holmes verhält, um einen Beweis nachzuprüfen und schließlich den Täter stellt, absolut dem Verhalten des Sherlock Holmes entspricht, den ich so gut kenne.

Dieses Hörspiel gehört zu den „sehr guten“, der stets zumindest „guten“ Hörspiele der Reihe. Ich kann es bedenkenlos empfehlen.

Neben den Sprechern von Holmes (Joachim Tennstedt) und Watson (Detlev Bierstedt) spricht Regina Lemnitz die Mrs. Hudson, Pascal Breuer den John Sinclair, Thomas Balou Martin den Inspektor Durant. Ein Wirt und ein Meerschweinchen wird von Marc Gruppe gesprochen.

Genau das Richtige, wenn es draußen stürmt und regnet oder schneit. Gemütliche, atomosphärische dichte und spannende Geschichte mit guten Sprechern. 

Micro – Crimes: Sherlock Holmes und der Tod aus der Themse

Als alter Sherlock Holmes Fan ist man immer wieder auf der Suche nach neuen Erscheinungen, die es einem ermöglichen, mit Holmes und Watson Zeit zu verbringen. Was schließlich gibt es für einen Fan des Duos schöneres als sich im alten London zu treffen und mit ihnen Fälle zu lösen?

Ich traf bei meiner Recherche auf ein großformatiges Wimmel – Bilderbuch. „Micro – Crimes. Das Krimi Suchbuch. Sherlock Homes und der Tod aus der Themse.“

Selbst, wenn in den hier abgebildeten Wimmebildern von Gecko Keck (sicher ein Künstlername), keine Verbrechen versteckt wären, könnte man sich Stunden darin verlieren. Ich war zwei Mal in London und ja, es wimmelt dort tatsächlich von so vielen (und mehr) Menschen.

Gecko Keck (geb. 1967) designte Ü-Eier (5000 Designs und 300 Modelle) und war auch schon für Lizenzen zu Harry Potter, Herr der Ringe, Peanuts, Hello Kitty u.a. aktiv. Über 60 Bücher gehen auf sein Konto, darunter auch Kinder- und Jugendbücher sowie Bücher zum Thema zeichnen und malen. Das (und ein wenig mehr) verrät uns die Kurzvorstellung auf https://www.thalia.de/autor/gecko+keck-1313087/.

Ich fühlte mich sofort von den Zeichnungen angezogen. An berühmten Orten wie dem Big Ben, Covent Garden, Tower Bridge, Picadilly Circus und vielen weiteren sehen wir das bunte Treiben bei Tag und auch mal bei Nacht, wie es wohl etwa in den 1920er Jahren stattfand.

https://www.youtube.com/watch?v=Wg5ZSjZm23c

Wie, die Holmes – Geschichten handeln gar nicht in den 1920er Jahren? Nun, diese hier schon. Und das hat auch einen Grund. Hier kommen wir zum tieferen Sinn des Buchs. Watson richtet sich selbst an die Leser und erklärt, dass der alte Holmes, der sich offiziell von seinem Dienst zurückgezogen hatte, sich nun doch bereit erklärt, von seinem Schreibtisch aus für Recht und Ordnung zu sorgen. Alles, was er erhält sind diese akribischen Zeichnungen. Dazu Fragestellungen, wie z.B. diese hier:

„Nahe Big Ben, unweit der Themse schlägt der Veteran und Taucher John Loyd das erste Mal zu […] Es gilt seine Mordserie zu stoppen, auch wenn seine Opfer mutmaßliche Verbrecher aus der Londoner Unterwelt sind.“

Dies führt dazu, dass man schließlich höchstselbst mit einer Lupe die Wimmelbilder begutachtet. Eine nahezu meditative Beschäftigung, bei der man manchmal über die Detailsfreude der Zeichnungen schmunzeln kann. Aber es fallen einem auch manche Personen auf, die sich sehr verdächtig verhalten. Der Rest ist Kombinationsgabe: Hängt das, was wir sehen zusammen? Wenn ja, wie?

Natürlich löst Holmes auf, so dass wir am Ende wissen, was geschehen ist. Der eigentliche Spaß, da würde Holmes vermutlich zustimmen, ist das „Ermitteln“ selbst.

Übrigens ist bei diesem Buch auch noch ein hübsches Poster im Wimmelbild – Stil dabei.

Mittlerweile gibt es zwei Bücher in dieser Reihe, die sich großer Beliebtheit erfreuen und zu den SPIEGEL – BESTSELLERN gehören! Im zweiten Band treffen Holmes und Arsene Lupin aufeinander. Ein dritter ist bereits in Vorbereitung. Im März soll ein weiteres Buch dieser Art erscheinen, in dem es die Leser nach Berlin in den 1920ern verschlägt.

Fazit: Holmes – Fans mit wenig Kombinationsgabe kommen alleine durch das Betrachten der wunderschönen Bilder auf ihre Kosten. Fans mit Kombinationsgabe haben hier die Möglichkeit auf eine neue Weise das Lösen von Fällen zu erleben. Spaß ist garantiert. Die Bücher der Reihe sind sehr schön gebunden, die Seiten sind aus starkem Papier. Für nur 20 EUR lohnt sich zumindest mal ein Versuch.

Zum TOPP Verlag

Das inoffizielle Sherlock Holmes Fanbuch

Im Topp-Verlag ist „Das inoffizielle Sherlock Holems Fanbuch“ erschienen. „Unnützes Wissen, Facts und Fun rund um den legendären Detektiv“ heißt es auf dem Cover. Ich habe mir das Buch einmal angeschaut und erzähle hier, was ich davon halte.

I. Erster Eindruck

Das in Hardcover gehaltene Buch wirkt – von der Gestaltung des Covers her – vor Allem unabhängig. Kein Schauspieler – Antlitz, keine Filmszene oder Filmplakaten entlehntes Design – Muster kommt auf dem Cover zur Geltung. Dennoch fehlt es nicht an den üblichen, mit Sherlock Holmes in Verbindung gebrachten, Gegenständen: Lupe, Pfeife, Deerstalker, Times, im Hintergrund der Big Ben, eine Landkarte und eine Taschenuhr sind zu sehen. Das Cover sieht einladend aus, ohne sich anzubiedern.

Schlägt man das Buch auf, ist schon in den „Vorseiten“ – ehe das Buch überhaupt „richtig los geht“ – angedeutet die Tower Bridge angedeutet und spätestens jetzt kommt der Verdacht auf, dies könnte ein liebevoll gestaltetes Buch sein. Mal sehen, wie es weitergeht…

II. Der Inhalt

Der Autor, Ulrich Magin, widmet dieses Buch seiner Frau und seinen Eltern. Noch ein Indiz dafür, dass es sich um ein „Herzenprojekt“ handelt: Jemand, der sein Buch Frau und Eltern widmet, dem bedeutet es auch etwas. Auf seine weiterhin individuelle Art werden in den folgenden Kapitel bekannte und weniger bekannte Themen behandelt.

Das Buch ist in folgende Kapitel aufgeteilt:

Überblick

Der Autor und sein Detektiv

Der Kanon

Der Nachruhm

Als Sherlockianer, der ich nun seit über 35 Jahren bin, dachte ich mir, hier nichts „Neues“ mehr zu finden. Aber wer sich für eine Detektiv – Reihe aus dem 19. Jahrhundert interessiert, für den gibt es naturgemäß nur wenig „Neues“, abgesehen von neu erscheinenden Pastiches, Verfilmungen oder Hörspiele. So erwartete ich auch nichts anderes als mir schon bekanntes ggf. von einer anderen Perspektive aus, neu erzählt zu bekommen.

„Fanbücher“, die nicht immer so hießen, gab es im Laufe der Zeit schon eine Handvoll (vom Ullsteinverlag etwa zum 100jährigen „Bestehen“ von Sherlock Holmes, aber auch in Form eines „Sherlock Holmes Handbuchs“ vom bekannten Haffmans Verlag).

III. Was macht dieses Buch aus?

Um das Lesen der Fakten rund um Doyle und Holmes etwas spannender zu gestaslten, würzt der Autor die entsprechenden Kapitel mit Quiz-Fragen. Auch QR-Codes kommen in dem Buch vor. Auf diese Weise wird der Leser, in dieser Zeit der kurzen Aufmerksamkeitsspannen, dazu angeregt, sich die dargebotenen Fakten – augenzwinkernd ganz im Sinne eines Sherlock Holmes – zu merken.

Sowohl die Biografie von Sir Conan Doyle als auch von Sherlock Holmes werden vorgestellt. In vielen kleinen Aufsätzen erfährt der Leser von Holmes Erscheinungsbild und Eigenschaften, von Conan Doyle, dem Arzt und Autor, von Widersprüchlichkeiten in den Geschichten und vieles mehr.

Zum Beispiel von den „apokryphen Geschichten“ oder Conan Doyl´s Hang zjm Spiritismus.

Neben Altbekanntem tauchen Fakten auf, die wohl nicht jeder kennt. Von Cindy und Bert´s Song „Der Hund von Baskerville“ ist die Rede oder davon, dass der 1971 entstandene Film „The french Connection“ eine moderne Art von Holmes und Moriarty zeigen sollte.

Doch das Kapitel über den „Nachruhm“ wirkt eher wie eine Sammlung von „Kuriositäten und Wissenswertem, ohne Anspruch auf Vollständigkeit“. Vollständig wirklich jede Art von Sherlock Holmes – Verbindung in modernen Medien seit Ende der Originale anzugeben, hätte den Rahmen sicherlich gesprengt, jedoch empfand ich es als Nachlässigkeit (die Einzige, die ich nicht gut verzeihen kann), dass Basil Rathbones Holmes nicht mal ein (an)erkennendes Nicken zugeeignet wurde.Wer dieses Buch als ERSTES liest, wird sehr viel wichtiges über Holmes und Doyle wissen, aber er wird nicht erfahren, dass Rathbone den Holmes gespielt hat, obwohl er als einer der besten, zumindest aber beliebtesten, Darsteller des Detektivs gilt.

IV. Fazit

Sieht man davon ab, dass zwar Hans Albers, aber nicht Basil Rathbone als Holmes – Darsteller erwähnt wird, hat man hier ein hübsches Hardcover – Buch, dass dazu einlädt, es immer mal wieder zur Hand zu nehmen, etwa zur „Tea Time“, um darin zu schmökern, wobei einem auch das eine oder andere „Ach was?“ über die Lippen kommen wird.

Das Hardcover – Buch ist im Buchhandel, aber natürlich auch beim Verlag  für nur 14 EUR erhältlich:

https://www.topp-kreativ.de/das-inoffizielle-sherlock-holmes-fan-buch-25038

Ebenfalls im TOPP-VERLAG erschienen sind die „Micro – Crimes“.  Auch hierzu wird in Kürze eine Kurzvorstellung stattfinden.

Neue Sherlock Holmes Hörspiele von Titania (Herbst 2022)

Pünktlich zur dunklen Jahreszeit hat TITANIA gleich zwei Sherlock Holmes – Produktionen auf dem Markt gebracht. Beide Hörspiele haben, man wundert sich kaum, mit dem „Tod“ zu tun. „Der stille Tod“ und „Der maskierte Tod“ lauten die Titel der beiden Hörspiele, in denen wieder das eingespielte „Synchronschauspiel – Team“ Joachim Tennstedt und Detlev Bierstedt Sherlock Holmes und Dr. Watson unnachahmlich gemütlich und launig darstellen.

Der stille Tod

Dabei wird speziell im Ersteren viel wert auf die Chemie zwischen Holmes, Watson und Mrs. Hudson gelegt. Die etwas weit ausschweifenden Erklärungen um die Familienverhältnisse um Sir Hubert Ardingley und seinem Onkel William werden durch einen besonders foppenden Holmes, einer besonders spitzzüngigen Mrs. Hudson und Dr. Watson, als ruhender Pol des Ganzen, „mundgerecht“ (oder eher Ohr – gerecht) kredenzt.

Trotzdem wäre es einfacher gewesen, ohne Umschweife darzustellen, dass sich Ardingley einfach Sorgen um seinen Onkel macht, weil dieser – bisher überzeugte Junggeselle – sich mit der Absicht trägt, eine etwas undurchschaubare Frau zu heiraten.

Diese Frau wird von der einzigartigen Hörspiel – Legende (und Schauspielerin) Reinhilt Schneider gesprochen, deren jung (gebliebene) , angenehme Stimme dem Charakter der Violet Plessey einen eigenen Charme verleiht.

Die ganze Geschichte, die in und um dem Anwesen von Wiliam Ardingale spielt, kann durchaus unterhalten. „Mord im Herrenhaus“ ist immer spannend. Wie immer bei Titania – Hörspielen wurde viel Wert auf Atmosphäre gelegt.

Jedoch würde ich das zweite genannte Hörspiel dem Esteren den klaren Vorzug einräumen:

Der maskierte Tod

Sheila Darby bittet Holmes und Watson um Hilfe, nachdem ihr Verlobter auf äußerst mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist. Obwohl alles auf einen Unfall hindeutet, hat Miss Darby einen konkreten Verdacht, dass es sich um Mord handelt. Der vermeintliche Mörder hat jedoch ein unerschütterliches Alibi …

Dieser Fall erinnerte mich an 1930er / 1940er schwarz-weiß Krimis a´la „Charlie Chan“ oder eben Sherlock Holmes (mit Basil Rathbone). Holmes, Watson und Lestrade bilden ein ungleiches Team, dass – bei allen Widersprüchen der Charaktere (Waton kann Lestrade einfach nicht leiden und macht keinen Hehl daraus), dem Ziel immer näher kommt.

Lutz Reichert stellt Lestrade ungewöhnlich schnodderig, dem Alkohol zugeneigt und äußerst bodenständig dar. Ein einfacher Polizeibeamter, der seine Wurzeln tief in der Arbeiterklasse hat. Kein Wunder, dass Watson, mit seiner guten Erziehung und Beachtung der guten Sitten, mit ihm ab und zu aneinandergerät. Je näher die ungleichen Protagonisten dem Ende entgegenstreben, desto größer wird jedoch der gegenseitige Respekt, den sie – trotz aller Unterschiede – füreinander empfinden. So jedenfalls stellte es sich mir dar.

Die Idee um den Mord ist einfallsreich und die Art, wie unser merkwürdiges Team den Mörder überführt, macht einfach großen Spaß.

Ein äußerst kurzweiliges, atmosphärisch dichtes und sogar witziges Hörspiel, bei dem man sich wünscht, es würde noch weitere dieser Art geben – oder das Ende der Silberscheibe (oder des Streams etc.) sei noch nicht erreicht.

Schon am 25. November 2022 soll ein weiteres Hörspiel der beliebten Reihe erscheinen: Tod eines GiftmischersWir dürfen gespannt sein.

Sherlock Holmes – Fall 52: Familienbande

Der Titel dieses Hörspiels ist Programm und das in mehr als einer Hinsicht. Wir bekommen einen der seltenen Einblicke in Holmes Liebesleben in jüngeren Jahren, soviel sei verraten. Aber das ist nicht die Hauptsache.

In erster Linie geht es um eine Erbschaft:

Die wohlhabende Ricarda Hurst kommt bei einem tragischen Schiffsunglück ums Leben. Wer wird nun das gewaltige Familienvermögen erben? Eine aussichtsreiche Kandidatin ist die Tochter der Verstorbenen. Diese fühlt sich seit dem Tod ihrer Mutter verfolgt. Sie bittet Sherlock Holmes, sie zur Testamentseröffnung zu begleiten. Innerhalb kürzester Zeit kommt es im Kreis der Erben zu Morden. Noch ahnt Londons größter Detektiv nicht, dass dies der persönlichste Fall seiner bisherigen Karriere werden soll.

Das Hörspiel von Maureen Butcher (Autorin von u.a. Fall 32, „Der Fall John Watson“ und Fall 17, „Die drei Diven“) wurde am 2. September 2022 veröffentlicht und lässt sich im „ersten Akt“ Zeit. Es geht um ein persönliches Detail aus Holmes Vergangenheit. Des Weiteren werden die genaueren Umstände der zu erwartenden Testamentseröffnung besprochen. 

Der erste Mord bringt Spannung in die Testamentseröffnung, denn schnell ist klar, dass sich unter ihnen ein Mörder / eine Mörderin befindet. Aber wer und warum?

Ich persönlich mochte die Darstellung des ersten Tatorts nicht so sehr, da die Begleitumstände der Mordart realitischer als nötig dargestellt werden. Nicht das erste Mal jedoch, dass diese, ansonsten sehr gute Serie, auch unangenehme Details mehr in den Fokus rückt als es wohl Sir Conan Doyle getan hätte. Aber das ist nur meine Meinung.

Nach dem ersten Mord entsteht ein Setting, das sogar noch spannender wird und schließlich befindet sich Holmes selbst in unmittelbarer Gefahr.

Familienbande (c) Romantruhe

Generell kann das Hörspiel mit einigen großen Stimmen aufwarten:

Rolle

Sprecher

Sherlock Holmes Christian Rode
Dr. Watson Peter Groeger
Albert Winslow Johannson Horst Naumann
Gloria Hurst Marieke Oeffinger
Mildred Joyner Gabriele Libbach
Isabell Inglewood Sandrine Mittelstädt
Martha Inglewood Liane Rudolph
Curt Larkin Peter Kirchberger
Richard Hurst Wolf Frass
Bartholomew Compton Dirk Hardegen
Butler Erik Schäffler
Ricarda Hurst Katja Brügger

(c)sherlockholmes.fandom.com

Als es am Spannendsten wird, hatte ich richtig Lust noch länger dieses „Whodunit“ zu verfolgen. Gerne wäre ich noch mehr verwirrt worden, hätte es genossen, noch weitere Verdächtige eingeführt zu bekommen. Und gerade die Gefahr für Sherlock Holmes kann keinen Fan kalt lassen. Leider befinden wir uns hier aber schon fast im Finale, dass stimmig ist und diesen Fall – wie sollte es anders sein – zu einem gerechten Ende führt.

Fazit:

Es hat wieder einmal Spaß gemacht, Christian Rode und Peter Groeger in ihren großen Rollen als Holmes und Watson zu hören. Der Fall geht zwar langsam los, wird dann aber richtig spannend und man bedauert, dass das Hörspiel keine längere Laufzeit hat. Speziell Horst Naumann, Peter Kirchberger und Wolf Frass waren hochkarätige Gast – Sprecher, die ihre Rollen besonders überzeugend dargestellt haben.

Für den Sherlock Holmes Fan bietet der 52. „neue Fall“ zudem einen persönlichen Einblick in Holmes Jugendzeit.

Absolut hörenswert, trotz des langsamen Anfangs und des zu schnellen Endes.