Zu spät! Ein Gedicht

Ein gelber Schmetterling

umkreist bunte Blumen,

bezaubert den Anblick

der alten Leute.

 

Die Jugend ist wie ein gepflückter Strauß Rosen.

So wunderschön und doch schon am sterben.

Es gab sie, die Menschen, die rechtzeitig zugriffen,

wenn der Hauch des Glücks wie ein Bienenschwarm an ihnen vorbei flog.

 

Sie schmissen sich in das Leben

wie ein Trunkener in die Wellen

und wie bei Narren üblich, so war es auch nicht an ihnen

daran zugrunde zu gehen.

 

Ich sehe sie vor mir:

Lachende, dicke Frauen und Männer,

die sich in die Wellen schmeißen,

rücklings.

 

„Hey, komm doch auch in die Wellen!“

 

Ich will nicht sagen,

dass ich es nie gewagt hätte,

den Strand wenigstens einen Fuß lang zu verabschieden…

Ich will nicht sagen,

dass ich nie gerne eingetaucht wäre in die Fluten des überschäumenden Lebens,

ohne es je zu tun…

 

So wie manche so reden, muss es ein tolles Ding sein.

Sie reden von Mädchen, den roten, blonden, braunen, schwarzen

und wie sie geküsst hätten

während ich am Rand stand und zusah,

neidisch und hungrig.

 

Das ist der Unterschied: Sie gingen frech in das Leben hinein,

„wo steht das Klavier“,

ich zögerte – und bekam eine Ohrfeige von ihr und vom Leben und überhaupt.

Meine Lektion blieb

das es schmerzt zu leben.

„Tut es auch“, rufen da die Dicken von den Wellen her.

 

Ich verstehe zu spät.

 

Und der Schmetterling, der lag auf dem Boden

als ich abends heimkehrte.

Ich überlegte, ihn mitzunehmen

für das Album…

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