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INHALTSANGABE
von starbase-fantasy.de

Auf diesem Blog findet ihr vor allem Rezensionen, aber auch Gedichte, kreative Texte, Gedanken. Die wichtigsten zwei Kategorien sind:

Rezensionen:

Hörspiele, DVD – Veröffentlichungen, spannendes Merchandise… Hier findet ihr die Sammlung meiner Reviews.

https://starbase-fantasy.de/category/rezensionen/

Gedichte und kreative Texte:

Einige meiner subjektiven, kreativen Texte (die sich zuweilen sogar reimen). Geht ihr über diesen Link, finden sich auch Texte, die ich eingesprochen habe. Dies sehen / hören zu können, müsst ihr auf den Titel jeweils noch einmal klicken. Hier geht´s zur „Lyrik“:

https://starbase-fantasy.de/category/lyrik/

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Alle neuen Veröffentlichungen findet ihr immer auf dieser ersten Seite (im Anschluss). Alles nicht erwähnte unter den Kategorien (oben und rechts).

Viel Spaß beim Stöbern!
Matthias

 

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Review: Batman – First Knight, Teil 2 & 3 / Komplette Trilogie (Panini)

Ich muss gestehen, dass ich Batman-Comics liebe. Aber diese Trilogie liebe ich sogar noch etwas mehr. Warum? Nun, die First Knight-Reihe setzt Maßstäbe – nicht nur für Batman-Comics, sondern für das gesamte Noir-Genre im modernen Comic. Teil 2 und 3 treiben die düstere, atmosphärisch dichte Handlung weiter voran und liefern eine in sich schlüssige, vielschichtige Erzählung, die mich nicht losgelassen hat, bis ich die letzte, erschreckende Seite vor Augen hatte. Warum erschreckend? Das müsst ihr selbst herausfinden.

Ein Batman wie aus den besten Noir-Filmen

Was diese Trilogie so besonders macht, ist ihre konsequente Verbeugung vor dem klassischen Film-Noir. Gotham ist in keiner Weise bunt oder „comicbooky“ (Gruß an den Batcast), sondern ein schmutzig-realistischer Stadtdschungel, der so auch in den späten 1930ern existiert haben könnte. Dunkle Gassen, von Straßenlaternen nur spärlich erhellt, schwere Schatten, die sich über verregnete Pflastersteine ziehen – jede Panel-Komposition atmet die Ästhetik der großen Detektivfilme der damaligen Zeit.

Auch Batman selbst wird hier nicht als allmächtiger Superheld inszeniert, sondern als harter, aber nicht unfehlbarer Ermittler, der mehr mit seiner Intelligenz als mit Gadgets agiert. Sein Kampf gegen das Verbrechen erinnert an die klassischen Hardboiled-Detektive: ein Getriebener, stets an der Grenze zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Gesetz und Selbstjustiz. Obwohl das Outfit, das ja bekanntermaßen stark an dem ersten Erscheinen des Mitternachtsdetektivs angelehnt ist, weniger cool ausschaut wie beispielsweise die Neal Adams oder auch die Frank Miller – Variante, ist Batman hier auf seine Weise so einzigartig, so individuell wie lange nicht – nicht nur in seinem Erscheinen, auch in seinem ganzen Handeln und Auftreten. Was ich sagen will: Dieser Batman sieht nicht nur anders aus, er hat auch eine andere „Version“ von Charakter! Spannend, gerade für alte Batman – Fans!

(c) Panini / DC – First Knight Band 2

Detailverliebte Zeitreise in die 1930er Jahre

Ein weiteres Highlight ist die akribische Gestaltung der Welt: Mode, Fahrzeuge, Gebäude – alles ist detailgetreu in die späten 1930er eingebettet. Die schweren Oldtimer, die Trenchcoats mit hochgestellten Kragen, die Art-déco-Fassaden der Hochhäuser – all das vermittelt den Eindruck, als hätte man ein altes Schwarz-Weiß-Meisterwerk aus der Ära von Humphrey Bogart und Edward G. Robinson vor sich. Die Farbgebung, oft in gedämpften, fast monochromen Tönen gehalten, verstärkt dieses Gefühl noch.

Ungute Nachrichten wehen aus dem Deutschland jener Tage durch die Comic – Panels und das Batman in Gotham einen Rabbi zum Freund gewinnt, ermöglicht der Story noch etwas erwachsener zu wirken. Einen Batman – Comic zu verwenden um die Geschichte jener Zeit zu hinterfragen… sicher nichts, was sich ein deutscher Comicautor trauen würde, aber dieser Teil der Geschichte berührt einen, wie ich finde, und es wäre irgendwie unrealistisch gewesen im Jahre 1939 nicht auch zu erwähnen, was gerade in der Welt los ist.

Ein Hauch von Horror – und ein unerwarteter Twist

Kleiner Spoiler: Die Geschichte verwendet weiterhin und zunehmend Elemente klassischer Gruselfilme der 30er und 40er Jahre – eine gelungene Hommage an eine Ära, in der sich Noir-Krimis und Gothic Horror oft die Hand reichten. Dieser Subtext fügt der ohnehin dichten Atmosphäre eine zusätzliche, angenehm unheimliche Note hinzu.

(c) DC / Panini – First Knight Band 3

Ein Universum mit Potenzial für mehr

Die First Knight-Comics haben mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich konnt emich nicht sattsehen an den Panels und die Handlung lies auch nicht zu, dass ich sie beiseite legte.

Diese Interpretation ist in sich so stimmig, dass sie problemlos als Grundlage für weitere Geschichten oder sogar eine eigenständige Comicreihe dienen könnte. Ich würde mich freuen. Aber auch so, eigenständig, ist diese Trilogie ein wirklich originelles Geschenk an alle Batman – Fans in der Welt.

Link: First Knight auf Panini.de bestellen

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Captain Future – Der ewige Herrscher

Captain Future – das ist für alle, die in den 1980er Jahren im Teenageralter waren vor Allem erstmal die Kultmusik von Christian Bruhn, dann die fantastische Syncho, u.a. von Wolfgang Völz, Hans – Jürgen Dittberner und Friedrich Georg Beckhaus. Dazu kamen fantastische, fantasievolle Geschichten, die – da es sich um eine Zeichentrickserie handelte – an unglaublich fremdartigen und beeindruckenden Orten spielte, wie es damals in einer „realen“ Serie (wie Star Trek) nicht möglich gewesen wäre.

Natürlich verklärt die Erinnerung. So ist es „uns“ damals gar nicht aufgefallen, dass es in den extrem stark gekürzten Folgen im ZDF, riesige Handlungslöcher gab.

Die damaligen Teenager sind heute rund 50 Jahre alt und träumen immer noch gerne von den Abenteuern, vielleicht auch gleichzeitig von der Leichtigkeit, die man als Kind noch hatte, wo man keine großen Probleme hatte, sich mit Captain Future und Co. im Geist auf den Weg in die unendlichen Weiten des Alls zu begeben.

Mit dem über 160 Seiten starken Comic aus dem Carlsen – Verlag ist es (nicht nur) „unserer“ Generation erneut möglich, an der Seite von Captain Future ein neues Abenteuer zu erleben!

Selten bediene ich mich der offiziellen Pressetexte, aber dieser hier liest sich sehr spannend, darum zitiere ich ausnahmsweise:

Wie viele Kinder ihrer Generation kamen der französische Szenarist Sylvain Runberg (den deutschen Leser*innen u.a. für die SF-Reihe ORBITAL bekannt) und Zeichner Alexis Tallon  in den 1980er Jahren über das Fernsehen in Kontakt mit Captain Future. Allerdings lernten sie ihn nicht im ZDF, sondern auf dem ersten französischen Fernsehkanal, unter dem Namen Capitaine Flam“ kennen. Sie waren damals fasziniert von der fantastischen Science-Fiction-Serie und den ikonischen Figuren sowie den damals wie heute aktuellen Themen. Die Originalserie beschäftigte sich mit genetischen Mutationen, neuen Technologien, Verschwörungen, der Weltraumforschung und Fragen nach dem Wesen von Menschlichkeit und künstlicher Intelligenz.

Futures „Comet“ – (c) Carlsen Verlag

Viele Jahre später fassten Tallone und Runberg den Entschluss, mit einem Comic-Reboot der klassischen Animationsserie eine neue Version der Geschichte von „Captain Future“ zu erschaffen. Diese sollte zwar neuartig, aber dennoch respektvoll gegenüber dem Original sein. Mit diesem Ziel vor Augen arbeiteten sie sowohl mit Toei, dem legendären japanischen Studio hinter der bekannten Animationsserie, als auch mit den Erben von Edward Hamilton zusammen. Dieser hatte Captain Future bereits zwischen 1940 und 1944 als Romanfigur erdacht und damit die Vorlage für viele spannende Abenteuer geliefert.

Dieser neue „Captain Future“-Comic ist also nicht nur eine Hommage, die Retro-Fans gefallen soll. Gleichzeitig überträgt er die spannende Geschichte um den Helden Captain Future und seine Crew in ein zeitgemäßes Abenteuer, das auch neuen Leserinnen und Lesern Spaß bringen wird.

Zu „Captain Future“ ist für Herbst 2025 eine limitierte Luxusausgabe geplant, inkl. jede Menge Skizzen, Interviews und anderem Zusatzmaterial (ET 2.9. 2025).

Erwerben könnt ihr den schmucken Band überall, wo es Bücher gibt. Er kostet 28 EUR und nimmt euch noch einmal mit auf die Comet. Viel Spaß!

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Bat-Man – First Knight – Band 1…

… ist ein Hardcover – Band aus der Black Label Reihe von DC. Das schmucke Buch kommt auf 56 Seiten. Zeichner ist Mike Perkins, Autor Dan Jürgens.

Das Buch ist im Oktober 2024 erschienen. Bereits im Dezember erschien Band 2. Band 3 wird im März 2025 erscheinen.

(c) DC, Panini - First Knight 1

(c) DC, Panini – First Knight 1

Wow!

Das Erste, was mir einfiel als ich das Coverbild betrachtete war ein Wort: Kunst! Versteht mich nicht falsch, natürlich kann man alles, was es bis ins Comic schafft, letztlich mit „Kunst“ bezeichnen, aber das hier sorgt für ein echtes „Wow!“.

Paradoxerweise hielt mich das erstmal davon ab, den Comic zu lesen. Ich warf nur einen Blick auf die ersten Seiten und fühlte mich ein wenig erschlagen. So viel dichte Atmosphäre schlug mir da entgegen. Man sagt, der Film „The Batman“ sei im Crime Noir Stil gedreht worden (auch deswegen liebe ich ihn), aber dieser Comic schlägt noch mal ein paar Pfund „Noir – Stimmung“ obendrauf.

Endlich fand ich Zeit, diesen Comic mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu lesen…

Aber worum geht es?

Beschrieben wird hier Gotham City in den späten 30iger Jahren. Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Depression. Der „große Krieg“, der vor 21 Jahren endete, steckt den Menschen noch in den Knochen. Gotham ist korrupter denn je. Hoffnungslosigkeit an jeder Ecke. Und als ob der letzte Krieg nicht genug gewesen wäre, gibt es da so einen Typen in Deutschland mit Schnauzbart, der von sich Reden macht und die Welt wohl schon bald in den nächsten Krieg stürzen wird.

(Hintergründig übrigens, wie der Diktator hier in wenigen Worten mit Bezug zur aktuellen politischen Weltlage, umschrieben wird. Was ich meine, müsst ihr aber selbst herausfinden, aber ihr werdet wissen, was ich meine…)

Der Zeichenstil

Passend zu dieser hoffnungslosen Stimmung sehen wir extrem detailreiche Skylines, Häuserfronten und Straßenfluchten. Beim Einfärben der einzelnen Panels wurde darauf geachtet, dass man trotz der verwendeten Farben das Gefühl hat, die Story nicht zu bunt, ja beinahe schwarz – weiß wirken zu lassen. Beim lesen fühlte ich mich fast so als wenn ich einen alten schwarz – weiß Film sehen würde.

Die Gesichter der auftretenden Charaktere sind ebenfalls so fein gezeichnet (und vom Stil her passend zu Filmikonen jener Zeit) als könnten sie wirklich zum Leser sprechen. Manches dieser „Portraits“ könnte man sich so an die Wand hängen.

Keine gute Zeit, um Ratsmiglied zu sein…

Es gibt natürlich, hey es ist Gotham, eine Mordserie. Jemand tötet reihenweise Politiker aus Gotham, was die Stimmung in der Stadt, deren Einwohner es mit der Weltwirtschaftskrise schwer genug haben, natürlich nicht gerade stabilisiert.

Bat-Man ist anfangs noch mehr Mythos als das er „Teil der Stadt“ wäre. Gibt es ihn wirklich? Ist er eine lebensgroße Fledermaus? Was will er? Er ist noch nicht lange „im Amt“ und wir werden u.a. Zeuge, wie er erstmals Gordon besucht. (Ja, genau, so, wie wir ihn kennen und lieben.)

1939

Spannend ist, dass dieser Bat – Man, ziemlich genau so ausschaut wie im ersten Comic vom Mai 1939.

Schmunzeln musste ich als ich las, was für ein Film in einem Kino, welches am Rande zu sehen ist, gespielt wird: „Son of Frankenstein“ mit Basil Rathbone und Boris Karloff. Der Film kam (in der realen Welt) am 13. Januar 1939 in die Kinos. „Schaurig – witzig – sehenswert“ ist der Streifen übrigens heute noch, in dem ebenfalls mit Schwarz – Weiß und viel Schatten experimentiert wurde. Und mit Frankenstein.

Wir bekommen also zweierlei mit diesem Comic: Einen spannenden Fall, in dem die Fledermaus ermittelt und eine Art „remastertes 1939er – Batman – Comic“, das so damals nie erschienen ist. Ich hoffe, ihr wisst, was ich meine.

Es gibt noch einen Teil der Handlung, den ich nicht verraten möchte, nur so viel: Auch das Ende passt exakt zu den damals so typischen Cliffhangern: Batman befindet sich in unmittelbarer Todesgefahr und ist eigentlich nicht mehr zu retten. Oder doch?

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Kaufen könnt ihr den Comic in jedem Comicshop, beim großen „A“ und natürlich auch direkt bei Panini, für 16 EUR:

Auf zum Kauf!

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Die drei ??? und der Karpatenhund (Kinofilm): Kurz-Review

Schon der Vorgänger war gelungen. Mit „Die drei ??? und der Karpatenhund“ ist ein neuer, spannender Drei ??? – Film entstanden. Zu viel habe ich nicht erwartet. Ist oft gut, auch hier: Denn ich fühlte mich nach dem Film reich beschenkt!

Beschenkt durch einen Film, der in Teilen dem Original – Buch gerecht wird, ohne das der kundige Leser (oder Hörspielhörer) schon alles wissen würde. Anders als im „Erben des Drachen“ wirkt dieser Film viel mehr „aus einem Guss“.

Ich verlor mich im „Karpatenhund“, vergass zeitweise, dass ich im Kino saß und wurde gefühlt 40 Jahr jünger. So fragte auch ich mich, woher die Erschütterungen und das Hundgeheul in der Wohnung von Mr. Prentice kamen. Fand diesen Skinny Norris echt ätzend, aber genau so muss er sein. Regte mich über Mrs. Boogle auf – und hätte ich das nicht tun können, hätte etwas mit dem Film nicht gestimmt 😉 Und so weiter. An dem Film stimmt einfach ganz viel.

Die Filmmusik, speziell wo sie symphonisch wird, klingt richtig gut. Leider habe ich mich vergebens nach einer entsprechenden Veröffentlichung des Soundtracks umgesehen.

Das beinahe ausverkaufte Kino war voll von Kindern, Eltern und Großeltern. Alle hatten ihren Spaß. Das war eine gelungene Überraschung. Gut gemacht!

Sicher ist, das ich nach dem Film „mehr von denen“ sehen möchte. Die „Toteninsel“ soll 2026 kommen, was kommt danach? Hoffentlich drehen sie noch zwei Filme, solange die Jungschauspieler noch jung genug rüber kommen.

Ach ja, wenn ihr euch den Film anseht: Schaut euch den Nachspann an! 😉

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Inspector Lestrade (20) – Tod eines Schmetterlings

Die Varieté-Tänzerin Noreen Stilwell wendet sich mit einem ungewöhnlichen Hilferuf an Chiefinspector Lestrade. Sie gibt offen zu, den wohlhabenden Bankier Winston Quayle erpresst zu haben, indem sie drohte, seinen Ruf zu ruinieren. Nun fürchtet sie um ihr Leben, da Quayle angeblich Handlanger auf sie angesetzt hat. Lestrade wiegelt zunächst ab, da Quayle als unbesorgter Schürzenjäger bekannt ist, dem sein Ruf gleichgültig scheint. Doch weniger als 24 Stunden später wird Noreen Stilwell brutal ermordet in einem Hinterhof aufgefunden. 

Diese Serie ist für mich längst nicht mehr alleine aufgrund des Vorkommens von Inspector Lestrade von Interesse, der ja bekanntlich in den Sherlock Holmes Fällen von Sir Arthur Conan Doyle vorkam. Anfangs war sie nur deshalb für mich spannend, doch die Reihe ist auch generell für jeden Fan von viktorianischen „Scotland Yard“ Geschichten etwas.

Auch diese Folge besticht durch eine spannende und wendungsreiche Handlung, die den Hörer bis zum Schluss fesselt: Scheinbar beiläufige Bemerkungen summieren sich und machen nachher den Fall aus. Wer den Anfang hört, kann noch nicht ahnen, wohin alles führen wird. Die Charaktere sind facettenreich gestaltet, und die Sprecherleistungen, allen voran Lutz Harder als Inspector Lestrade, überzeugen auf ganzer Linie.

Auch der leider im November 2023 verstorbene Bodo Wolf ist wieder als Cedric Hawksley zu hören. Ich bedaure es jetzt schon, dass er nicht mehr oder zumindest nicht mehr oft zu hören sein wird. Ein echtes Original!

Die authentische Klangkulisse und die passende musikalische Untermalung dieser Hörspiele kennt man ja inzwischen. Sie machen ihren besonderen Charme aus. Die Musik ist schon etwas „Edgar Wallace“ – artig, aber warum nicht? Gewiss, ich hätte vermutlich eher auf sinistre Klassik gesetzt als auf jazzige Klänge, aber das ist Geschmackssache. Inzwischen gehört diese Art der Musik auch einfach zu den Lestrade – Hörspielen.

Fazit: Wer sich mal wieder mit Lestrade und Dash (Michael Pink) ins viktorianische London begeben will, um einen Kriminalfall mit überraschendem Ende aufzuklären, der wird hier gut unterhalten.

https://www.allscore.de/search/inspector-lestrade-20-tod-eines-schmetterlings

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Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs (66) – Der Frauenmörder von Boston

„Der Frauenmörder von Boston“ ist ein Film von 1986 und seit Kurzem auch ein weiteres Hörspiel in der Reihe „Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ von Titania Medien. Beide Veröffentlichungen haben nur den Titel gemeinsam.

Der 66. Fall ist lang (etwa 96 Minuten) und bietet eine ganze Reihe guter Sprecherinnen und Sprecher. Allen voran natürlich wieder Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt als Holmes und Watson. Regina Lemnitz spielt die von Holmes genervte Mrs. Hudson wieder köstlich, gleich am Anfang des Hörspiels. In weiteren Rollen sind zu hören: Axel Lutter, Claudia Urschat-Mingues, David Berton, Luise Lunow, Kristine Walther, Willi Röbke, Ingeborg Kallweit, Peter Reinhardt, Rolf Berg, Jean Paul Baeck, Sepastian Fitzner und Regine Lamster.

Die Spielfreude sämtlicher ProtagonistInnen ist hörbar, die Atmosphäre stimmt, ebenso die Hintergrundmusik. Die Handlung wird sehr spannend erzählt.

Im Grunde geht es darum, dass eine Frau in Boston vermisst wird. Holmes wird um Hilfe gebeten, die er all zu gerne gewährt. So reisen die beiden nach Amerika und machen sich auf die Suche.

Was dieses Hörspiel ausmacht sind die vielen wechselnden Orte samt unterschiedlicher Charaktere. Die Handlung ist äußerst spannend, so dass die „Zwangspause“ beim wechseln der CD, dazu verleitet, alles sofort stehen und liegen zu lassen (ich höre diese Hörspiele sehr gerne beim kochen), um weiter hören zu können.

Auf der Packung der CD ist vermerkt, dass das Spiel für Hörer über 14 Jahren geeignet ist. Zu Recht! Das ist auch das einzige Problem an diesem Hörspiel für mich persönlich, der ich die Originale von Sir Arthur Conan Doyle sehr schätze und immer gerne als Vergleich hinzuziehe. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es an diesem Hörspiel gegen Ende gewisse Elemente gibt, die in der Art des dargestellten (und noch mehr des nicht dargestellten!), wie ich vermute, von Conan Doyle so nicht verfasst worden wären. Man beachte den Papierkorb im Raum eines gewissen Polizisten…

Andererseits kann man natürlich auf viele TV – Serien, Filme und neuere „viktorianische Krimis“ verweisen, die mitunter Ähnliches darbieten. Nur ist es da kein „Holmes“. Man kann dies „Klagen auf hohem Niveau“ nennen. Aber so empfand ich es.

Fazit:

Nichtsdestotrotz ist dieses Hörspiel insgesamt ein wirklich Gutes. Als Schulnote würde ich  eine  glatte „2“ geben (und vermerken, dass es fast eine 2+ geworden wäre). Sherlock Holmes Fans über 14 können getrost zugreifen. Als Einschlaf – Hörspiel würde ich es jedoch nicht empfehlen.

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PARZIVAL – Eine Kurzgeschichte

Mein Name ist Ghamuret.

Ich danke euch, das ihr meine Zeilen lest. Es war nicht leicht für mich, einen Verbündeten in eurer stofflichen Welt zu finden, der sie aufschreibt. Ich bin schon lange tot.

Als mich die Lanze traf, zweifelte ich noch einen Moment an meinem Ende. Mein letzter Gedanke gehörte meinem Sohn Parzival. Er war noch sehr klein und es war für mich das bitterste, das ich ihm nie das reiten, das Bogenschießen, das kämpfen mit dem Schwert beibringen könnte. Ihm nie würde zusehen können, wie er ein erwachsener Mann wird. Dieser Gedanke erzeugte einen tiefen Schmerz in mir, der sich mit dem des Speers in meiner Brust mischte. Ich stürzte vom Pferd und schon im stürzen trennten sich meine Seele und mein Körper. Ich fühlte nicht einmal mehr den Aufprall auf dem sandigen Boden.

Ich sah, wie mein Knappe, der Getreue, um mein Leben rang und anderen Rittern, die sich ebenfalls im Kampf befanden, anrief, man möge ihm helfen. Wie gerne hätte ich ihm eine Hand auf die Schulter gelegt und ihn beruhigt! Aber das konnte ich nicht mehr. Meine Zeit auf Erden war so kurz gewesen – und ein für allemal beendet.

Von meiner fabelhaften Reise in Gottes Reich erzähle ich euch nicht. Es wäre mir möglich, würde aber meiner eigentlichen Erzählung abträglich sein. Außerdem würdet ihr mir nicht mehr recht glauben, insofern ihr überhaupt bereit seit, einem „Geist“ zu glauben.

Ich trat, wie soll ich es beschreiben? Ja, ich trat vor Gottes „Thron“ und ich bat ihn, meinen Sohn Parzival bis zum Mannesalter begleiten zu können. Gott ist ein gütiger Gott und nicht so erbärmlich, wie ihr ihn euch oft vorstellt. Er ist wahrhaftig ein großer Geist – und er hatte ein Einsehen mit mir. Er erbarmte sich meiner.

Als Geist waren mir die Möglichkeiten gebunden, aber immerhin konnte ich ein wenig Einfluss auf das Leben meines Sohnes nehmen. Ein einziges Mal dürfte ich sein Geschick lenken. Das war ein Geschenk, das ich mit auf meinen Weg bekam.

Wenn ich euch erzähle, dass meine Frau und ihr Sohn Parzival bescheiden in einer Holzhütte im Wald lebten, mögt ihr euch fragen, wie das sein kann, da ich doch ein Ritter  war und ein Ritter eine Burg besitzen müsse! Das war auch so.

Meine geliebte Frau hieß Herzeleid. Wahrhaftig erlebte sie schon oft in ihrem Leben großen Kummer, großes „Herzeleid“. Als sie von einem Boten erfuhr, dass ich im Kampf gefallen war und das unser Sohn die Burg und alles erben sollte, weinte sie bitterlich. Ich sah es mit an! Ich konnte bis in ihr Herz sehen! Sie sah vor ihrem inneren Auge, dass eines Tages auch ein Bote daher kam und vom Tod unseres lieben Sohnes Parzival erzählen würde.

Was soll ich sagen? Sie packte alles ein, was nötig war – und nichts mehr als dies – und zog mit Parzival in den Wald. „Du wirst kein Ritter“, sagte sie dem kleinen Kerl, der noch kein Jahr alt war. Sie hatten nicht viel, aber immer genug. Ernährten sie sich von Pilzen, Beeren und ein Mal im Monat fuhren sie, mit einer alten Kutsche, auch in die benachbarte Stadt, um sich Nahrung zu kaufen.

Parzival wurde ein starker Jüngling. Aber er kannte außer Herzeleid niemanden. Wenn er sich für die Frauen in der Stadt interessierte, erzählte sie ihm: „Diese Frauen bringen nur Kummer, bleib lieber bei mir.“ Und wenn andere Männer, etwa der Sohn des Bäckers, Fabian, mit ihm einen Humpen Bier trinken gehen wollte, erhob sie Einwand: „Das ist kein Umgang für dich, vertraue mir!“ sagte sie ihm dann.

Lange Jahre lebten die beiden zufrieden in ihrer Holzhütte. Es war ein bescheidenes Leben, aber hatte durchaus seinen Reiz. Ich konnte sie sogar verstehen, wenngleich mir beide dennoch sehr leid taten. Herzeleid hatte ich durch meinen Tod das Herz gebrochen und Parzival verpasste so unendlich viele, wunderbare Dinge im Leben. Dennoch war Parzival zufrieden und ich begnügte mich damit, dass er zufrieden war.

Tage gingen und Nächte flossen dahin, wie der Fluss, der in das Meer mündet. Bald war Parzival ein richtiger Kerl, noch größer und stärker denn je und sein Herz war voller Leidenschaft und ehrenhaftem Mut. Er wollte sich der Welt stellen, er wollte wissen, was außerhalb ihrer Hütte geschah. Das bemerkte Herzeleid und war voller Kummer. „Wenn er das tut“, meinte sie, „dann werde ich ihn verlieren und er wird sein Leben verlieren.“ sagte sie, in einer stillen Stunde, zu sich.

Wie gerne hätte ich ihr zugeflüstert: „Du irrst! Vertraue dem Leben! Ein Mann muss in die Welt gehen, muss Fehler machen dürfen, muss wachsen dürfen!“ Als Geist war mir dies jedoch unmöglich. Abgesehen davon hätte sie mir kaum zugehört, hatte ich doch durch mein ständiges Kämpfen in der Welt mein Leben verloren und ihr Herz gebrochen. Wie konnte ihr jemand, der so gelebt hatte, einen „guten Rat“ geben können? Ich konnte sie verstehen, aber ich sah auch bekümmert, wie mein lieber Parzival immer trauriger wurde und all seine große Kraft verlor sich im Laufe der so kostbaren Zeit.

Ja, vermutlich denkt ihr, dass ich an diesem Punkt in sein Geschick eingriff? Genau so ist es gewesen. Denn eines Tages ritten drei Ritter  durch den Wald, in dem die Hütte stand. Ihre Namen tun nichts zur Sache, wohl aber, dass sie wunderschöne, glänzende Rüstungen trugen. Ich warf ihnen einen Baum in den Weg, so dass sie an der Hütte vorbeikommen mussten. Parzival, der gerade Feuerholz spaltete, sah sie und erstarte vor Ehrfurcht. „Seid ihr göttliche Wesen? Seid ihr Engel?“ fragte Parzival. Die Ritter lachten. „Bürschchen, willst du uns auf den Arm nehmen?“ fragte einer der Ritter und Parzival verneigte sich und sprach: „Keinesfalls, mein Herr. Entschuldigt. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so edel gewandet war!“ Jetzt sahen sich die Ritter an und es wurde klar, dass sie meinen Sohn mochten. Der Älteste von ihnen richtete sein Wort an ihn. „Du hast also noch nie Ritter gesehen? Nun, dann sind wir die ersten, die du zu Gesicht bekommst. Wir sind Ritter und wir kämpfen und streiten für König Artus, den gerechtesten König, den es je gab und geben wird.“

Parzival war in diesem Moment sicher, dass auch er Ritter werden wollte. Als Herzeleid bemerkte, dass sie ihren Sohn nicht aufhalten konnte, in die Welt zu gehen – und sie hatte es beileibe versucht – kleidete sie ihn bunt und keck, so dass er eher wie ein Hofnarr aussah. Sie erhoffte sich, dass ihn so gekleidet niemand bei Hofe ernst nehmen würde. Sie tat das nicht aus Böswilligkeit, sondern weil sie sich sicher war, ihn so vor einem zu frühen Tod als Ritter bewahren zu können.

Ich beobachtete noch vieles, aber will euch nicht langweilen. Das Wichtigste scheint mir ist, dass Sir Parzival bald ein Ritter bei Hofe des Königs wurde und mehr als das! Er fand den Heiligen Gral, den Gral des wahrhaftig letzten Abendmals von Jesus, unserem Herrn.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass er nach 7 Jahren und vielen bestandenen Abenteuern zu seiner Mutter zurückkehrte. Er nahm sie zu sich, auf seine Burg, und kümmerte sich um sie, denn sie war alt und gebrechlich geworden. Als sie eines Abends in einem gemütlichen Zimmer seiner Burg, auf ihrem Bett lag und merkte, dass sie bald diese Welt verlassen würde, kniete sich Parzival zu ihr und sie beteten zusammen. Dann sagte sie: „Parzival, sieh dich nur an. Du bist ein wunderbarer Mann geworden. Ich war im Unrecht. Es war falsch, Dich all die Jahre zurück zu halten.“ Aber Parzival legte ihr nur einen Finger sanft auf ihre Lippen und meinte: „Es ist alles gut, Mutter.“ Lächelnd schlief sie ein.

Das war dann auch der Augenblick, in dem ich mich gänzlich aus dem irdischen Leben verabschiedete. Obwohl ich zuvor noch eine Sache zu erledigen hatte. Genau, es ging darum, diese Zeilen einem Menschen zukommen zu lassen, der sie dann aufschrieb. Ich setzte mich in dessen Kopf, so dass er meinte, ihm selbst wären diese Gedanken gekommen.

Ich bin froh und erleichtert, dass alles so gut ging. Und euch kann ich nur bitten, euren Herzen zu folgen, denn all die Angst vor all den Dingen, die passieren könnten, halten euch nur davon ab, ein erfülltes Leben zu führen. Ihr müsst ja nicht gleich den heiligen Gral finden, aber – wer weiß – vielleicht findet ihr euren ganz persönlichen „Gral“? Was das für euch ist, das müsst ihr selbst herausfinden.

Jetzt kann ich endlich in Frieden ruhen.

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Sherlock Holmes (Titania Medien), Folge 065: Der Fall Harry Houdini

Offizieller Pressetext:

Der berühmte Entfesselungskünstler Harry Houdini entgeht nur knapp einem Säureanschlag während eines Auftritts im Circus Busch in Berlin. Obwohl er einen begründeten Verdacht hat, wer hinter dem perfiden Mordversuch steckt, können die vermeintlichen Täter nicht dingfest gemacht werden. Sherlock Holmes und Dr. Watson weilen auch gerade in der Metropole und bieten ihre Hilfe an …

Mit den bekannten Stimmen von Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes, Detlef Bierstedt als Dr. Watson, Regina Lemnitz als Mrs. Hudson, Philine Peters-Arnolds als Margery Mapleton, sowie Matthias Lühn, Fabienne Hesse, Sebastian Fitzner, Monika John, Uli Krohm, Willi Röbke, Rolf Berg, Kristine Walther, Axel Lutter, David Berton, Jean Paul Baeck, Marc Gruppe, Edward McMenemy und Stephan Bosenius.

(…)

Meine Review des Hörspiels:

1908 erschien, in der Reihe „Aus den Geheimakten des Weltdetektivs“, die Ausgabe 101: „Auf den Spuren Houdinis“ beim Berliner Verlagshaus für Volksliteratur und Kunst. Dieser Fall wurde von Marc Gruppe zu einem interessanten Hörspiel umgearbeitet.

Harry Houdini, der weltbekannte Entfesselungskünstler (1874 – 1926), tritt 1908 in Berlin mit einer seiner großen Nummern auf. Das auf Houdini, während dieses Auftritts, ein Anschlag verübt wird, fällt lediglich Holmes auf. Die Art des Anschlags (und wie er vereitelt wurde) wirkt nicht so ganz glaubwürdig, wenn man darüber nachdenkt. Auch das sofort Verdächtige bekannt sind, dient nicht unbedingt der Komplexität des Falls.

Aber das ist schon fast egal, denn kaum kommen Holmes (Joachim Tennstedt), Watson (Detlef Bierstedt) und Houdini (Matthias Lühn, hervorragend gespielt!) zusammen, beginnt sich die wahre Stärke dieses Hörspiels zu entfalten: Insgesamt 18 ! StimmschauspielerInnen sind in ebenso vielen Rollen zu hören! Da sind richtige „Marken“ darunter, einfach köstlich!

Zusammen mit der stimmungsvollen Atmosphäre, die uns durch vielfältige Sounds u.a. mit in den Zirkus und auf die Straßen des alten Berlins nimmt, entsteht in diesem Hörspiel echtes Kopfkino.

So richtig geht der Fall „Houdini“ aber erst los als dieser tatsächlich entführt wird… Holmes und Watson haben zwar schon einen Verdacht, aber wo der Entfesselungskünster abgeblieben ist, ja, ob er überhaupt noch lebt, bleibt unklar…. So beginnt eine „Reise durch Berlin“, die das vertraute Team mit manch eigenartigen Personen und „Typen“ konfrontiert.

Ich habe den Fall sehr genossen und kann ihn allen Freunden des britischen Detektivs empfehlen, die ihn einmal in Berlin kurz nach der damaligen Jahrhundertwende und / oder ein Zusammentreffen der beiden Charaktere erleben möchten.

Das lebendige Hörspiel aus dem Hause Titania Medien könnt ihr (zum Beispiel) hier bestellen…

Folge 065: Der Fall Harry Houdini

Übrigens…

Wer noch mehr „Holmes und Houdini“ erleben möchte, dem möchte ich das Buch „Sherlock Holmes und der Fall Houdini“ von Daniel Stashower empfehlen, welches nur noch antiquarisch erhältlich ist.

 

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„Robin of Sherwood“ lebt immer noch! Mehr denn je!

Irgendwann in den 1980er Jahren gab es im ZDF am späten Nachmittag die Serie „Robin Hood“ mit Michael Praed, Judi Trott und vielen anderen britischen DarstellerInnen, die teils relativ unbekannt waren. Die Serie, die im Original „Robin of Sherwood“ heißt, hat in englischsprachigen Fankreisen ein auditives Revival erlebt.

Der Erfinder, Richard „Kip“ Carpenter, hatte einst ein Drehbuch für einen „Robin of Sherwood“ Kinofilm geschrieben, der aber nie umgesetzt wurde. Die SchauspielerInnen der Serie, die sich heute noch blendend verstehen, kamen, unter der Leitung von Convention – Leiter Barnaby Eaton-Jones, erneut zusammen und sprachen das Drehbuch als Hörspiel ein. Das Ganz erschien, streng limitiert, auch als Buch.

Dies hatte einen großen Erfolg und weitere Geschichten um die Outlaws entstanden, dieses Mal aus der Feder diverser AutorInnen, sowohl als Hörspiel, Hörbuch und auch als Roman, immer in englischer Sprache und teilweise in Deutschland nur bei erhöhten Kosten (dem Brexit sei Dank… räusper). Einige der Hörbücher und Romane kann man freilich inzwischen auch bei Amazon und Audible erwerben.

Die Fanszene blieb aktiv und es kamen weitere faszinierende Publikationen an die Oberfläche.

Weitab vom Fangeschehen machten sich die „Pop-Folk“-Gruppe Clannad (schon lange) auf die Suche nach verlorenen Mastern einiger Titel, die sie für die Serie aufgenommen hatten. Clannad hatte nämlich den Soundtrack zur Serie geliefert, eine wunderbare Mischung aus eben Folk und Pop: Alt traf modern! Aber der Soundtrack, der einst veröffentlicht wurde, er trug den Titel „Legend“, war freilich sehr kurz geraten. Eine Schallplatte vermochte nicht all zu viel an Songs zu transportieren und selbst für diese Limitierung waren die knapp 30 Minuten nicht die Welt. Natürlich sogen wir Fans – die wir uns noch recht einsam vorkamen (es gab keine social media!) – Titel wie „Lady Marian“ oder „Together we“ ein, wie ein Taucher die frische Luft, wenn er wieder aus dem Wasser guckt. Aber es fehlten doch einige prägnante Titel.

Da war die Musik, zu der die Dorfbewohner in der Folge „Herr der Bäume“ tanzten! Da war die Musik, die gespielt wurde, als Prinz John zu Anfang der zweiten Staffel auftauchte! Und die dritte Staffel, in der Jason Connery, Sohn von Sean Connery, den Wolfshead darstellte, kamen gleich noch ein ganzer Reigen neuer Titel dazu, die noch komplexer, noch schöner, noch selbstbewuster daher kamen als jene ersten Titel, die schon toll waren!

Genau diese Songs und Stücke waren verschollen. Für lange Zeit. Wie ernsthaft gesucht wurde, weiß niemand, aber schließlich wurden sie gefunden. Zum 40. Jubiläum des Clannad Albums „Legend“ erschienen nun auch diese zusätzlichen Titel, zusammen mit dem Original – Album.

Was zu hören ist, beeindruckt und macht Lust auf noch mehr. Genug kann es für uns Fans ja nie geben 😉 Ich kann nur sagen, dass mich speziell diese neuen Songs zurück in die magischen frühen 1980er Jahre kataplutierten – und ins Mittelalter.

Wer, wie ich, damals die Serie geliebt hat und nun einen „gesamten Soundtrack“ erwerben will, sollte zugreifen. Lohnt sich!

Hier kann man die neue CD bei MediaMarkt kaufen… Es gibt sie auch als LP und anderswo 😉

 

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Der verschwundene Grafensohn (Titania Medien, Folge 64)

„Der verschwundene Grafensohn“ ist der Titel des 64. Falls aus der „Sherlock Holmes“ – Reihe von Titania Medien. Die literarische Vorlage stammte dieses Mal von Marc Gruppe.

Die Geschichte um den „verschwundenen Grafensohn“ ist von Anfang an sehr spannend inszeniert. Dabei war ich mir anfangs überhaupt nicht sicher, ob mir der Fall gefallen würde. Abermals ist der (Haupt-)ort der Handlung Wien. Abermals geht es um adelige Kreise in der österreichischen Hauptstadt. Für gewöhnlich sind die „wiener“ Geschichten nicht so ganz nach meinem Geschmack. Dieses Mal gab es keine Längen und mir wurde nicht ein einziges Mal langweilig.

Ein Privileg gegenüber Holmes, dem am Anfang dieses Falls sehr langweilig ist. Er hat auch so gut wie kein Verständnis für seinen Freund und Kollegen Watson, der vor nicht all zu langer Zeit seine Frau Mary verloren hat (bekannt aus der Original – Geschichte „Das Zeichen der Vier“) und in die Baker Street 221B zurück-gezogen ist.

Auch Mrs. Hudson ist anfangs mit von der Partie. Man zieht sich gegenseitig auf, was recht amüsant ist, bis ein Telegramm überreicht wird, aus dem hervorgeht, dass der adelige Östreicher Friedrich von Schönburg seinen fünfjährigen Sohn vermisst und dringend um Hilfe bittet.

Holmes und Watson reisen – nach kurzer, spannend inszenierter Unterbrechung – nach Wien, wo sie sich gegenüber den verdächtigen Verwandten des Grafen selbst als entfernt verwandte ausgeben. Die Rechnung geht zwar nur halbwegs auf, aber dennoch führt diese Verdächtigung Holmes und Watson letzten Endes auf die richtige Spur…

Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass ein Sherlock Holmes wahrhaftig glaubt, dass ein Bild, dass „zufällig“ an der Wand hängt,  jemanden auf dumme Gedanken bringen kann, ist dies ein gelungener, runder Fall.

Bodo Primus ist als Graf hervorragend besetzt. Aber das kann man sicherlich auch von allen anderen Beteiligten sagen, allen voran David Berton als Karl Viktor und Kristine Walther als Maria Josepha.

Wer mit Holmes und Watson nach Wien reisen möchte, um ein vermutlich entführtes Kind zu finden, dem kann ich dieses Hörspiel nur wärmstens empfehlen.

Ach ja: Ich mag Krimis, die mit einem Gewitter anfangen… 😉

Sherlock Holmes

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